Denker und Dichter

Schlagwort: Literatur (Seite 1 von 4)

Lesen mit Stift und Papier

Lesen mit Stift und Papier

Im Matheinstitut wurde uns ganz zu Anfang beigebracht, lesen ohne Stift und Papier sei Tagträumerei. Lesen ergäbe allenfalls oberflächliches Verständnis, wenn überhaupt. Eigentlich sollte jede nicht bereits bekannte Aussage sofort nachgerechnet werden; nur dann verstehe man wirklich, worum es gehe, erhalte einen Eindruck von der Materie und vermeide Denkfehler, die sich bei flüchtigem Lesen laufend einstellten. Obwohl das auf die Formelsprache der Mathematik gemünzt war, erwies es sich als goldene Regel in allen Lebensbereichen. Sogar Dichtung erschließt sich erst dann tiefer, wenn Notizen gemacht werden und Gedanken entstehen; ähnlich beim Flirten mit Mädchen. Wer sich keine Notizen seiner Gespräche macht, wird immer wieder dieselben Fehler begehen; wer sich Einsichten Erfahrener aus Lehrfilmen – etwa von Youtube – nicht aufschreibt, wird es vergessen, intuitiv wiederholen, was versagt hat.

Seit Jahrzehnten wächst meine Zitatesammlung; das schlimmste, was geschehen kann, wäre erstens ein Verlust eigener Schriften und zweitens der Zitatsammlungen; allerdings kann zuweilen das Internet helfen, sofern es Dinge sind, die dort präsent sind, was für uralte Bücher oft nicht gilt, und nicht gelöscht wurden wie Informationen, die den Gesinnungswächtern politischer Korrektheit mißfallen, also so ziemlich alles, was auch nur entfernt interessant ist. Heute besprechen wir nur wenige Seiten eines Zufallsfundes, eines Buches von 1912. Dem könnt ihr entnehmen, was für einen Klang es gibt, wenn ein erfahrener Geist mit einem Buch zusammenstößt. Bitte entscheidet selbst, ob es am Hirn oder Buch liegt in diesem Fall, wenn ein dröhnender Glockenklang entsteht.

«Ein älterer Herr tritt ein. „Mein Sohn hat sich gestern erschossen Ihretwegen. — Konnten Sie ihm wirklich nicht helfen, daß er diese seelische Krankheit besiege?!?”

-„Nein, ich konnte es nicht, obzwar ich ihm dezidiert sagte, daß er mir völlig unsympathisch sei!”

-„Vielleicht hätten Sie es ihm eben nicht so dezidiert sagen sollen —.”

-„Pardon, mein Herr, ich mußte es! Ich bin eine arme Tänzerin, ausgestattet ununterbrochen allen Gefahren, des es überhaupt für eine Frau gibt! Überlassen Sie mir das heilige Recht, gegen Eindringlinge, gegen ‚Buschklepper der Seele’, ‚Rowdys der Seele’, mich zu wehren!”» (Peter Altenberg, Semmering 1912, 1912, S. 25)

Frau treibt Mann, einen abgewiesenen Verehrer, in den Tod, fühlt sich dabei selbst als bedrohte Frau, die ihr ‚heiliges Recht’ wahrnehme, sieht den Toten als ‚Rowdy der Seele’, nicht etwa sich selbst. Genauso empfinden bis heute Feministinnen. Frau treibt Mann in den Tod und fühlt sich selbst als Opfer.

«Ich habe einen scharfen Blick für Mütter … Sie betrachten ihr Kindchen als ein von ihnen geschaffenes ‚lebendiges Kunstwerk’, apart und vor allem den meisten unverständlich … Merkwürdigerweise funktionieren so brutal-verallgemeinernd fast alle Väter,» (Peter Altenberg, Semmering 1912, 1912, S. 29)

Männerfeindliche Geschlechterklischees auch hier, im Jahre 1912, bei einem damals gefeierten Dichter, dessen Werk als „zu wenig bekannt” gilt. Richtig mag sein, daß gute Mütter die Persönlichkeit ihres Kindes fühlen, was wichtig ist. Jedoch verhätscheln sie Kinder leicht, ein bekanntes psychologisches Problem, weshalb ein Vater als Ausgleich wichtig ist, der mutiger mit ihnen umgeht, die Welt außerhalb erschließt, was Kinder lieben. Diese Ausgleichsfunktion wurde bereits 1912 offenbar auch von Männern selbst nicht begriffen; seit mindestens der Epoche der ‚Aufklärung’ grassierende in unserer Zivilisation verinnerlichte Misandrie prägt sein Väterbild.

«die immer nur den Hofrat wittern, der einst, in der Ferne, erscheinen soll und zu dem Kindchen sagen soll: „Du bist mein alles!” Daß das gar kein Kompliment sein wird für das Töchterchen, spüren sie nicht! Du bist mein alles, ja, aber wessen alles, darauf kommt es an! Viele Mütter hingegen haben eine melancholische Zärtlichkeit.» (Peter Altenberg, Semmering 1912, 1912, S. 29)

Eine zweite Schicht alter Misandrie erscheint. Diesmal ist es das Schaffen und Verachten männlicher Verlierer. Der „Hofrat” gilt als nicht gut genug für das Töchterchen, die einen noch höher stehenden Herrn verdient. Zudem wird Müttern (Frauen) „melancholische Zärtlichkeit” zugeschrieben, nicht jedoch Männern. Herr Altenberg, wenn er denn noch lebte, sollte mein „Gefährliches Buch” (ab 5.4. verfügbar) lesen, und zwar das Kapitel über Chansons, in dem traurige (melancholische) Männer beschrieben – und in den Liedern besungen – werden, Frauen aufscheinen, denen es an Gefühl, Melancholie und Zärtlichkeit für männliche Verlierer fehlt. Nebenbei ist das, was der Dichter Peter Altenberg schildert, klassisches Betamann-Verhalten: „Du bist mein alles.” Bei diesem Satz stehen allen Flirtmeisten und Pick-Up-Artisten die Haare zu Berge, die sofort ahnen, daß dies schiefgehen wird, weil Frauen Betamänner sexuell schmähen, besonders wenn sie zu bedürftig sind (denglischer Begriff: ‚needy’ wirken), Frauen auf ein Podest stellen, also über sie. Der erfolgreiche Alphamann erhöht die Frau nicht, sondern steht über ihr, weshalb er auf Frauen anziehend wirken kann, und ist schon gar nicht bedürftig, hat andere Möglichkeiten bei anderen Mädchen. Deshalb mühen sich Mädchen um ihn, weil sie eben nicht ‚alles’ für ihn sind, sondern ihrerseits um ihn kämpfen müssen, der viele Mädchen haben könnte.

Diese Mischung aus frauenverherrlichender Minne eines Betamannes und Verachtung rangniederer Männer, denen das Töchterchen absagen soll, wodurch die Bewerber bei der Prinzessin auf der Erbse wie im Märchen reihenweise zu Verlierern werden, die im Märchen oft grausam sterben, rächt sich auf dem Fuße. Denn die Ironie des Lebens läßt, wie für Flirtkundige vorhersehbar, den männlichen Frauenerhöher sofort selbst scheitern; die Wirklichkeit zeigt, wie falsch seine Einstellung ist, doch wie Zeitgenossen heute merkt Dichter Peter Altenberg nicht einmal die Lehre, die ihm sein eigenes Leben erteilt. Zu dieser Ironie gehört auch, daß er wenige Seiten später selbst genau zu dem melancholischen, traurigen Mann wird, den er oben in seiner plumpen Vätersicht geleugnet hat, denen er einen Mangel an ‚melancholischer Zärtlichkeit’ zuschrieb, und zu dem Verliererdasein gezwungen wird, das er dem zu niedrigen ‚Hofrat’ zudachte.

Man muß dabei bedenken, daß die altösterreichische Gesellschaft von 1000 Jahren Königshof der Habsburger geprägt war, was zu einer größeren Höflichkeit, Charme und Titelinflation beitrug. Wer in der guten Wiener Gesellschaft als ‚Hofrat’ angesprochen wurde, mußte von niedrigem Rang sein. Ein Wiener Professor wäre beleidigt gewesen, als ‚Professor’ tituliert zu werden – diesen Titel verdiente jeder, der schon einmal mit einem Buch gesehen worden war. Ein echter Professor mußte mit sehr viel hochtrabenderen Titeln angesprochen werden als nur ‚Professor’. Erst wenn wir dieses höfische Zeremoniell kennen, sind wir überhaupt in der Lage, zu verstehen, was Peter Altenberg 1912 in der k.u.k. Doppelmonarchie schrieb. ‚Hofrat’ war folglich kein Ehrentitel, sondern eine Herabsetzung, weil nicht überschwenglich genug.

«Lied ohne Reime
Ihr Reichen, hab‘ mein Mädel verlieren müssen —; …
hab‘ ihr das Kleid für den Sonntagsausgang nicht schenken können —;
hab‘ ihrem Bruder nicht ewig Zigaretten kaufen können —; …
hab‘ ihrem Vater seinen Vierteljahreszins nicht geben können;
hab‘ mein Mädel nicht in den „Zirkus Schumann” führen können —;
und sie schwärmt doch so für edle Pferde —; …
ihr Reichen!
Hab‘ mein Mädel verlieren müssen» (Peter Altenberg, Semmering 1912, 1912, S. 32)

Lieber Peter Altmeier, entweder warst du als alter Mann mit Glatzkopf ein ‚Zuckerpapa’ für eine ‚Goldgräberin’, auf denglisch also ‚sugar daddy’ für ein ‚gold digger’ Mädchen, oder du hast schlicht und einfach als Betamann versagt, sie auf einen Podest gehoben als ‚dein ein und alles’, geklammert und bedürftig gewirkt mit solchen Bezeichnungen, weshalb sie dich erstens finanziell ausgenutzt hat, so wie es Mädchen und Frauen auch heute tun, ein feministisches Jahrhundert später, und zweitens verachtet, da du außer ihr so gar nichts im Leben hast, weshalb sie mit dem ersten besten Alphamann durchgebrannt ist, so wie Mädchen heute es auch tun. Mit Geld braucht das gar nichts zu tun zu haben; vielleicht war es deine misandrische, unterwürfige Minne, die sie abgestoßen hat.

Wenn man so sieht, wie sich Männer seit über hundert Jahren benommen haben, kann einen nicht verwundern, daß sie in jeder feministischen Welle immer wieder hochkantig verloren haben. Aller Feminismus aller Wellen war ungerecht, schädlich, grotesk wirklichkeitswidrig oder realitätsfremde Utopie, doch bei solcher selbstzerstörerischer Verblendung sogar überdurchschnittlich sensibler Dichter mußten sie sich immer wieder erneut über den Tisch ziehen lassen. Männer, ihr habt euch saudämlich benommen!

«Sie [Mütter] teilen das Leben ihres Kindchens in „interessante, spannende, merkwürdige Lebenskapitel” ein, sind äußerst gespannt, die der Roman enden werde, während die Väter ein biblisches Dogma aufstellen, über das das Leben jedoch nur ein flüchtiges Lächeln hat.» (Peter Altenberg, Semmering 1912, 1912, S. 29)

Im ersten Satzteil schildert Dichter Altenberg, wie Mütter das Leben ihres Kindes kategorisieren, sozusagen ‚in Schubladen stecken’, was sonst üblicherweise Männern vorgeworfen wird. Der zweite Satzteil tut nun genau das, Vätern ein ‚biblisches Dogma’ vorwerfen, also eine Kategorisierung, die eben noch bei Müttern beobachtet worden war. Hierin verrät sich eine misandrisch gefärbte Geschlechtersicht. Tatsächlich sind es Mütter, die aufgrund ihrer engen Bindung die Entwicklung des Kindes hemmen; Väter stellen gerade nicht das Dogma da, das aufgrund angeborener Wahrnehmungsverzerrung mit ihnen assoziiert wird, sondern brechen Dogmen, zeigen eine Welt außerhalb dieser, was die Loslösung von der begluckenden Mutter und damit ihre charakterliche Reifung ermöglicht oder fördert.

«Mütter ‚beobachten’ das Leben ihrer Kinder, Väter schreiben es ihnen vor!» (Peter Altenberg, Semmering 1912, 1912, S. 30)

Seit der ‚Aufklärung’ im 18. Jahrhundert oder der Sattelzeit prägen solche misandrischen und Frauen als Lichtgestalten verherrlichende Denkweisen das Abendland von der Philosophie über die Dichtung bis ins Alltagsleben. Männer oder Väter werden verzerrt als Tyrannen gesehen, Frauen oder Mütter als empfindungsbegabtere Wesen. Das ist ein Eigentor für den sich empfindungsbegabt gebenden Dichter Peter Altenberg.

«Sie [Väter] sind selbst durch Beruf, Sorge, Eitelkeit, Ehrgeiz, Konkurrenz, Rücksichten Geknechtete des Daseins, erwünschen dasselbe daher ihren Sprößlingen.» (a.a.O.)

Immerhin dämmert Peter Altenberg in seiner Väterschelte, geknechtet zu sein durch gesellschaftliche Bürden: Männern obliegt Fürsorge, Beruf, müssen sich in Konkurrenz bewähren, weshalb Ehrgeiz nötig ist, um nicht zu scheitern. Ihr Bemühen, nicht als Verlierer ohne Mädchen, Familie und Kinder unterzugehen, wird dann noch als Eitelkeit negativ gedeutet. Dabei müssen Männer vielerlei Rücksichten nehmen. Es ist ihnen nicht zu verdenken, wenn sie ihren Söhnen Eigenschaften wünschen, die es ihnen ermöglicht, diese schwierigen Prüfungen zu bestehen und die aufgeladenen Lasten zu tragen. Töchter werden wohl gerne verhätschelt und verdorben zur wählerischen Prinzessin, die Freier ins Verderben rennen läßt.

«Künstlerisch empfindsame Mütter hingegen» (a.a.O.)

Ja ja, die Frau als Lichtgestalt und positives Gegenbild zu einer negativ wahrgenommenen Männlichkeit – das wird bis zum Erbrechen überall eingeschmuggelt seit dem 18. Jahrhundert, wobei die Spuren sogar noch weiter zurückgehen. Hier ist das Eigentor von Frau Dichterin Peter, oder soll ich ihn ‚Petra’ nennen? Weshalb gendert er sich nicht zur künstlerisch empfindsamen Mutter, wenn diese das so viel besser können als Väter oder Männer, Herr Peter Altenberg? Hätte doch die Mutter Ihr Buch geschrieben, um es besser zu machen, weil Mütter ja nunmal künstlerisch empfindsam sind, im Gegensatz zu Männern, jedenfalls nach Ansicht von Minnesklaven wie Peter Altenberg. Wo solche manipulierten Deppen sich Männer nennen, kann die Zivilisation nur kaputtgehen.

«Künstlerisch empfindsame Mütter hingegen trauern um ihr eigenes Lebensgefängnis,» (a.a.O.)

Mir schwant, unsre Radikalfeministinnen wie im Männerverhetzblatt EMMA haben bei Männern früherer Jahrhunderte abgekupfert, einfach sämtliche Vorurteile, die Männer seit 400 Jahren gegen sich selbst aufgebracht haben, humorbefreit abgeschrieben und mit hysterischer Betroffenheitswut gemischt. Nichts neues unter der Sonne.

«möchten ihren geliebten Töchterchen den weißen Flug gönnen ins ‚romantische Land’!» (a.a.O.)

Wie schade nur, daß sie den offenbar weniger geliebten Söhnen keinen weißen Flug ins ‚romantische Land’ gönnen, sondern diesen mit hohen Hürden, Verächtlichkeit sogar für den ‚Hofrat’ als Bewerber, hohen Pflichten und Bürden so gründlich vermasseln, daß der protofeministische Dichter Peter Altenberg selbst darüber klagt, sein Mädel verloren zu haben.

Über Zensur und Sonderangebote

Sonderangebot: günstige Farbdrucke

Wieso kann ich günstige Angebote machen? Nun, nicht deshalb, weil es bei Druck auf Bestellung erträgliche Gewinnspannen gäbe. Im Gegenteil, allein Probedrucke und Pflichtexemplare für die Deutsche Nationalbibliothek kosten mehr, als wieder hereinkommt. Der Grund ist ein eigentlich schlechter: Der größte Teil des Preises machen Buchhandelsrabatt und Anteil der Großhändler aus, ohne die der Buchhandel nicht in nennenswertem Umfang belieferbar wäre. Vom verbleibenden Rest geht der Großteil an die Druckerei, ein kleinerer Teil an die Anbieter, der Selbstveröffentlichung ermöglicht. Als letzter folgt der Verfasser unter ‚ferner liefen’, der irgendwovon leben, sich Arbeitsmaterialien und Informationen beschaffen, arbeiten, durchdenken, schreiben und schließlich ein kaufenswertes Produkt gestalten soll. Hinzu kommen, wie erwähnt, Probedrucke und Pflichtexemplare nebst Versand.

Öffentliche Medien und Institutionen verlachen Privatschriftsteller und Privatdozenten; angeblich seien Wissenschaft und Talent ja im akademischen Elfenbeinturm vertreten; wer dagegen antrete sei ein Spinner mit Aluhut, der Verschwörungstheorien anhänge, oder ein Möchtegerndichter, den niemand ernstnehmen dürfe.

Dieses klassische Bild drückte schon Philosophen wie Nietzsche zeitlebens außer Anerkennung; seine Schriften wurden im wesentlichen erst posthum entdeckt. Jeder größere wissenschaftliche Umbruch begann mit Verhöhnung des ‚offensichtlich unsinnigen’, zunächst bei Galilei, Kepler und Kopernikus, als man für die ketzerische Behauptung, die Erde drehe sich um die Sonne, noch exkommuniziert und verbrannt werden konnte. Jeder brauchte doch nur in den Himmel schauen, um zu sehen, daß sich die Sonne jeden Tag um die Erde drehe. Dem entsprach seit 1968 von FeministInnen durchgesetzter hysterischer Glaube an Frauenunterdrückung, weshalb die Aussage, das männliche Geschlecht sei biologisch diskriminiert, was auf grundlegende evolutionäre Mechanismen der Zweigeschlechtigkeit zurückgehe, als ebenso ketzerisch abgetan und verfolgt wurde wie seinerzeit Galilei, Kepler und Kopernikus. Zwischenzeitlich war die Evolutionstheorie Charles Darwins, insbesondere der Teil über sexuelle Selektion, mit ähnlich scharfer Ablehnung verspottet worden. In Debatten warf man Darwin vor, nach seiner eigenen Theorie vom Affen abzustammen, worauf dieser konterte, er stamme lieber vom Affen ab als jemandem, der durch seine Unsachlichkeit eine wissenschaftliche Debatte lächerlich mache. Solche persönlichen Tiefschläge werden heute üblicherweise von Feministen beiden Geschlechts gegen Männerrechtler und Incel vorgebracht; wer vom Feminismus in eine solche Rolle degradiert wurde, wird in Täterinnen-Opfer-Umkehr dafür noch verhöhnt und beschuldigt.

Die übliche Verachtung zeitgenössischer Kleingeister gegenüber jenen, die genug Grips besitzen, die Vorurteile ihrer Zeit zu widerlegen, wird jedoch enorm gesteigert, ja um Größenordnungen potenziert, durch heutige Ideologien. Seit der ersten feministischen Wellen ist es mit geistiger Toleranz vorbei; eine Mischung aus militanter Betroffenheitsgefühligkeit, Haß auf Männer und Andersdenkende, hat eine systematische Verdrehung in der Wahrnehmung hervorgebracht, die zu einer staatlich gestützten Täterinnen-Opfer-Umkehr wurde, nicht nur beim Thema Feminismus, sondern inzwischen allen brisanten Schlüsselthemen der Zeit.

Als erstmals Verkäufe anzuziehen begannen, löschte ePubli ohne Begründung und ohne Vorwand mein Profil mitsamt den ungefähr 25 verschiedenen Büchern, die ich damals dort hochgeladen hatte und anbot. Es war gleich, ob es sich um ein politisch brisantes Buch, Gedichte, Reisebeschreibungen oder schöne Bildbände handelte – was von Deichmohle stammt, wurde gelöscht, so daß ich auf einen Schlag meine Plattform verlor. Aber Zensur gibt es bekanntlich nicht in Deutschland!

Seit den 1980ern wurden meine Bücher aus Gesinnungsgründen abgelehnt, was ich beweisen kann. Die Taktik war die der Nadelstiche: Ich fiel den voreingenommenen, feministisch angehauchten VerlagsmitarbeiterInnen einfach so lange auf den Wecker, bis sie sich in einem Wutanfall vergaßen und mit wütende Absagen schrieben, in denen sie ihre Unterdrückung Andersdenkender durch Ablehnung aus reinen Gesinnungsgründen unfreiwillig verrieten. Nur aufgrund beharrlicher Versuche über Jahrzehnte konnte ich sie mit solchen Kniffen überlisten und bloßstellen. Sonst hätte die Welt nie von ihren geheimen Beweggründen erfahren.

Bei ePubli hatte ich eine Anbindung an Grossisten, wodurch Bücher im Verzeichnis lieferbarer Bücher sowie im Datenbestand der meisten Buchhandlungen auftauchten. Seit der blitzartigen Löschung durch ePubli ist mir dieser Zugang verloren. Wohl aber versuchte ich, diesen über andere Plattformen wiederherzustellen. Xinxii löschte Profil und Bücher noch rascher als ePubli. Für die „Kiwi-Erfahrung” interessierten sich im ersten Jahr vier verschiedene Verlage; drei davon boten an, das Buch zu verlegen, der vierte zog sich urplötzlich aufgrund eines Vorwands zurück: Meine einstige ISB-Nummer bei ePubli, die im Buch stand, war inzwischen von ePubli an ein anderes Buch vergeben worden, woraus der Verleger ein ‚Urheberrechtsproblem’ konstruierte, als hätte ich die Rechte an meinem eigenen Buch nicht, was Quatsch ist. Ein anderer Verlag schloß einen Vertrag mit mir ab, meldete sich wenige Tage nach Abschluß zerknirschte per Email, sein einziger Dienstleister (offenbar Drucker) habe sich geweigert, an einem „Buch von Deichmohle” mitzuwirken. So funktioniert Zensur heute, genau wie die ANTIFA zu verhindern versucht, daß jemand rechts vom Linksradikalismus, der ständig weiter nach links rutscht, den Mund aufzumachen oder gar einen gesetzlich vorgeschriebenen Parteitag abzuhalten wagt. Genauso jagen Feministinnen bereits seit 1968 echte Wissenschaftler von Universitäten und verhindern Veröffentlichung oder Verbreitung unliebsamer Werke.

Aber laut den Zynikern einer Gesinnungsdiktatur gibt es keine Zensur! Jeder ANTIFAnt hat die Freiheit, zu glauben, er dürfe Andersdenkenden ‚die Fresse einschlagen’. BLM hat das Recht, der Ansicht zu sein, ganze Stadtviertel plündern und anfackeln zu dürfen, wenn ein Krimineller mit Überdosis harter Drogen im Hintern („I’ve been hooping earlier”) an selbigen Drogen erstickt ist. Die Presse verdreht das reflexhaft, so wie seit 1968 Feminismuskritik reflexhaft ausgeblendet, totgeschwiegen und somit stillschweigend unterdrückt wird. Jeder hat das Recht, unliebsame Bücher abzulehnen, zu boykottieren, und wenn das bedeutet, daß jemand kollektiv von allen boykottiert hat, dann hat er selbst schuld, was denkt er denn so komisch? Dächte er wie Feministen und ANTIFA, dann würde sein Buch angenommen, gepriesen, von Medien zum Massenerfolg und Kassenknüller hochgejubelt. Das ist die unternehmerische Freiheit der Medien. Es gibt kein Recht darauf, daß Tatsachen auch berichtet werden, wenn diese nun mal nicht ins Narrativ der Presse passen. Die Presse hat ein Recht darauf, ein beliebiges Narrativ zu haben.

Nun ja, nicht ganz. Wäre das Narrativ der Presse faschistisch, kämen Staatsschutz, die NATO, würde das Gelände zum Kartoffelacker brandgebombt, satirisch überspitzt. Da das Narrativ jedoch von den mindestens genauso radikalen zeitgenössischen Ideologien des Feminismus, der Grünen, Globalisten und Linksradikalen geprägt ist, die sich für moralisch überlegen halten, wenn sie Andersdenkende zusammenhauen oder boykottieren wie einst die SA, jubeln freilich die meisten gutmenschlich über die ‚gute Tat’.

Nachdem ich nun die innere Struktur der Weltanschauung jener wahrheitsgetreu treffend karikiert habe, die heutige Zensur betreiben, die es in ihrer Sicht freilich nicht gibt, weil sie ja ein Recht hätten, dies zu tun, verbleibt als Ergebnis, daß sowohl realistische Literatur als auch echte Wissenschaft seit 1968 keine Chance haben im westlichen Nachkriegssystem. Feministische, linke, grüne oder globalistische Propagandaschmiede haben Universitäten und Forschungseinrichtungen übernommen, produzieren dort blühenden Unfug, bei dem das Ergebnis bereits in ihren falschen Annahmen steckt, die Grundlage aller sogenannter ‚Forschung’ geworden sind. Die wirklichen Verschwörungstheoretiker sitzen mit akademischen Titeln, die sie nicht verdienen, in Ämtern, die sie noch weniger verdienen, und betreiben radikale Propaganda, mit der sie ganze Generationen indoktrinieren, und zwar systematischer, als es die klassischen Diktaturen Faschismus und Kommunismus des 20. Jahrhunderts imstande waren, zu tun, oder auch wollten.

Dort erfinden sie Verschwörungstheorien vom ‚strukturellen Patriarchat’, von ‚weißen Rassisten’, die durch ihre schiere Existenz Nichtweiße unterdrücken, so daß Auslöschung der Weißen durch Verdrängungskreuzung, also ein Ethnozid, als ‚antirassistische Endlösung’ erscheint. Hysterisch agieren diese akademisch beamteten VerschwörungstheoretikerInnen dort auch zu anderen Themen, ob nun Umwelt, CO2, Corona, oder was ihnen gerade in den Sinn kommen mag – sie sind sehr erfindungsreich darin, neue utopistische Verrücktheiten aufzubringen, die ihnen gutes Geschäft verheißen.

Aber Zensur gibt es nicht! Jeder hat schließlich das Recht, Universitäten zu kapern, in Propagandaschmieden zu wandeln, die radikalen, militanten Unsinn produzieren, ob nun die neueste Gendertheorie, intersektionalen Feminismus, kritische Theorie oder Aktivismus, der sich Klimaforschung nennt, das Ergebnis aber bereits voraussetzt, wie es der IPCC tut. Niemand brauchte im Dritten Reich bei einem Juden kaufen, und es ist mit gleicher Logik das Recht eines freien Menschen, der zufällig Mitglied der SA ist, sich mit einem Schild „Kauft nicht bei Juden!” vor jüdische Geschäfte zu stellen, wie es ein Recht freier Bürger ist, die sich zufällig der ANTIFA verbunden fühlen, sich vor der gesetzlich nötigen Mitgliederversammlung etwa der AfD aufzubauen, Menschenketten zu bilden, die am liebsten mit Gewalt den Zutritt verhindern, und Plakaten in der Hand, die eine Verhinderung der Versammlung fordern. In gleicher Logik ist es das Recht freier Bürger, dafür zu demonstrieren, daß andere nicht von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen können, sie beim Arbeitgeber anzuschwärzen, damit er sie entläßt, oder zum wirtschaftlichen Boykott Andersdenkender aufzurufen, wie es bei uns üblich geworden ist.

Zeitgenossen merken gar nicht, daß heute, wenngleich mit anderen Mitteln und Vorzeichen, genau die gleichen Abläufe geschehen wie 1933 bei der Machtergreifung der Faschisten, nur daß die Machtergreifer von heute sich listig ‚Antifaschisten’ nennen, um straflos dasselbe mit umgedrehter Ideologie, aber gleicher Besessenheit und ähnlicher Methodik betreiben zu dürfen.

Nur wenn man dieser Täuschung verfällt, kann man behaupten, es gäbe keine Zensur.

Der Grund dieser totalen lebenslangen Ächtung, sowohl als diskriminierter Mann, der kein Muskelmann ist, wie laut PuA-Wissen nötig, um in dieser deformierten Gesellschaft zu beeindrucken, als Mensch, der nicht politisch korrekt denkt, als Schriftsteller, der ungenehme Themen bearbeitet, als Denker, der verbotenes äußert, als wissenschaftlicher Geist, der sich auf klassische Wissenschaft beruft, diese aber nicht mehr an unseren gekaperten Universitäten sieht, der medialen Kaltstellung aller Werke, nur weil sie von Deichmohle sind, darf nicht erkannt werden. Denn dann würde diese Unterdrückung platzen, was ungemütlich wäre für die an der Macht. Inzwischen haben diese Angst, Angst ihre angemaßte, gesinnungsdiktatorische Macht zu verlieren. Deshalb ist es ihnen lieber, das grausame Spiel der Ungerechtigkeiten gegenüber mir und meinen Werken weiter zu treiben, als durch gerechtes Handeln selbst ins Schlingern zu geraten. Die zeitgenössische Gesellschaft hat sich so radikal verirrt, daß sie gar nicht mehr in der Lage ist, ihre grausame Ungerechtigkeit abzubauen, weil sie dann in Gefahr geriete, zusammenzubrechen. Sie müssen also ihre Unterdrückung weiter treiben, bis es nach Verdrängungskreuzung keine Menschen mehr gibt, die klug genug sind, ihr Spiel zu durchschauen.

Nun denn – dieser Verlust der Möglichkeit, regulär über Buchhandel und Grossisten Bücher zu verkaufen, ist der Grund für meine Rabattaktion. Denn wenn ich darauf verzichte, über Grossist und Buchhandel verfügbare Werke zu haben, verringert sich zwar deren Reichweite, spart mir aber gewaltige Handelsspannen. Realistisch gesehen verkaufe ich sowieso fast nie über den Buchhandel. Dann kann ich es gleich ganz bleiben lassen und vermag euch niedrigere Preise anzubieten, indem ihr den Nachlaß erhaltet, der sonst im Buchhandel und beim Grossisten hängengeblieben wäre. Noch besser, ihr bezahlt nicht nur weniger, sondern ich kann euch etliche Bücher sogar im Vollfarbdruck anbieten, der bislang aus Kostengründen gescheitert war! Denn zuvor war das für dickere Bücher einfach unbezahlbar teuer.

Klimaangst und anderer Unfug – jetzt als Vollfarbdruck.

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Die Abschaffung abendländischer Erfindungsgabe und Völker – jetzt sehr günstig als Farbdruck.

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Nein! (Nein! Nicht lesen! Oder vielleicht gerade?)

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Zensiert – Erster Band zur ersten Welle

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Das Buch der Festivals

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Fulminantes Finale – verheißungsvoller Auftakt

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Die Genderung der Welt

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Anmache

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Greift zu vor der nächsten Löschaktion, die aus Sicht der geistigen ANTIFA keine Zensur sei! Billiger wird’s kaum.

Ständige Überarbeitung meiner bislang 34 Bücher

Ständige Überarbeitung meiner bislang 34 Bücher

Eigentlich ist es Zeitverschwendung, die vom viel wichtigeren Erschreiben neuer Bücher und Einsichten abhält. Doch für meine Nichtleser tue ich alles: Sobald neue Nachweise oder Studien auftauchen, arbeite ich sie als Zitat oder Bild in meine Bücher ein, ergänze Gedanken oder schleife die Darstellung noch glätter.

Gestern war das Buch „Klimaangst und anderer Unfug” dran; Inhalt und Einband wurden erweitert.

Anbieterwechsel

Einen wunderschönen allerseits. Statt kreativ zu forschen und zu arbeiten, muß ich mich mit für mich unsinnigem Kram wie Vermarktung meine Zeit verschwenden. Die Zeit wäre für neue literarische und wissenschaftliche Ideen sehr viel nützlicher verwendet, oder für privates Leben.

Doch wer ignoriert wird von Medien und Öffentlichkeit, muß sich selbst dransetzen. Zu den weit verbreiteten Dummheiten gehört es, zu glauben, es liege ein Wert in geschickter Selbstvermarktung. Darin sehe ich nur Geschwätzigkeit statt guten Argumenten.

Besonders sinnlos ist der Zeitaufwand mit Anbieterwechseln. ePubli hat 2019 mein Profil mitsamt allen Büchern gelöscht, worauf ich alle neu formatieren mußte für andere Anbieter. Xinxii hat kommentarlos alle Bücher noch vor einer Veröffentlichung gelöscht, bis heute ohne Antwort, weshalb.

Oberschlaumeier werfen mir vor, Bücher könnten ja nichts taugen bei solchen Verkaufszahlen. Da war ich gerade wenige Tage bei einem neuen Anbieter. In jedem Falle hängt die Qualität unbekannter Argumente nicht von Verkaufszahlen ab. Das wäre so, als wenn die Relativitätstheorie verhöhnt wird, weil sie laut Bestsellerliste fast unverkäuflich sei, im Gegensatz zu „Mein Leben als Mediensternchen“ von einem fiktiven prominenten Gesicht.

Hinzu treten Pech und Pannen. Lulu hat den Netzdienstleister gewechselt. Alle URL, die auf meine Bücher bei Lulu.com verweisen, sind damit ungültig. Auch sonst haben Leuchten graphischen Schnickschnacks es geschafft, abschreckende Umständlichkeiten einzubauen. Daher wechsle ich den Anbieter. Falls ich dort nicht gesperrt werde oder sonst etwas geschieht, sind meine Bücher jetzt vorerst bei Bookmundo zu finden.

Das bedeutet nun nervigen Arbeitsaufwand. Gerade hatte ich alle alten Artikel durchgearbeitet, um neue URL einzutragen. Kaum fertig, schon wieder sinnlos, weil diese nun auch veraltet sind. Mit solch einem Blödsinn werde ich lahmgelegt, als kritische Stimme eingeschränkt.

Holt euch meine Bücher, solange es sie noch gibt. Derzeitige Standorte findet ihr rechts in der Spalte mit den Titelbildern der Bücher oder auf www.quellwerk.com. Wenn ein Link im Artikel nicht funktioniert, weil die Zeit fehlt, ständig neue einzutragen, gelangt ihr dort zu den Büchern. Kauft und lest sie. Sonst würdet ihr diese Stimme eines Tages vermissen.

Vorschau auf Bücher

Demnächst dürften Bücher erscheinen. Wo verrate ich noch nicht. Neue Bücher sind in der Mache und ein altes Buch soll gründlich überarbeitet werden, um dann in einer neuen, zugkräftigen Fassung wieder erhältlich zu werden. Hier erst einmal ein Entwurf, wie das alte, publikumsnäher gestaltete Buch von vorne aussehen könnte:

Schiffbruch

Meine Bücher sind Werk und Arbeit, nicht der Blog

Meine Bücher sind Werk und Arbeit, nicht der Blog

Dieser Blog ist nur eine Sammlung einzelner Themen. Meine Arbeit gilt den Büchern, in denen Themen umfassender herausgearbeitet werden. Wichtig ist es, diese Bücher an die Öffentlichkeit zu bringen. Ich bin kein Verkäufer; die Moden des Zeitgeistes sind mir fremd. Sonst könnte ich nicht ungestört an den zentralen Fragen arbeiten, so wie sie sich im Laufe der Arbeit herauskristallisieren.

Vermarkten sollte ein Verlag. Wenn ihr etwas kreatives lesen wollt: hier findet ihr es, in meinen Büchern. Bis das mal verlegt wird, ist es längst nicht mehr so neu wie jetzt. Hier seid ihr direkt am Ball. Greift zu, es lohnt sich.

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