Denker und Dichter

Schlagwort: Feminismus erster Welle

Leni Riefenstahl, Faschismus und Darstellung von Männlichkeit

Leni Riefenstahl, Faschismus und Darstellung von Männlichkeit

Während des Ersten Weltkriegs hefteten feministisch gesinnte Frauen in Großbritannien Männern, die nicht an der Front in Schützengräbern vegetierten, sondern in der Heimat arbeiteten, weiße Federn an, um sie als ‚Feiglinge’ und ‚Drückeberger’ zu brandmarken. Männer waren dazu da, auf den Schlachtfeldern des Stellungskrieges zu verrecken. Dazu hatten Frauen keine Lust, wollten aber unbedingt wählen, um dann Männer in den Tod schicken zu dürfen, die mehrheitlich selbst kein Wahlrecht besaßen.

Der letzte Satz war übrigens keine Übertreibung, sondern Untertreibung. Männer hatten mehrheitlich nämlich nicht nur kein politischen Wahlrecht, sondern waren auch sexuell diskriminiert, weil nur Frauen (oder Weibchen bei uns verwandten Tierarten) das viel folgenreichere Wahlrecht sexueller Selektion besitzen. „Gene werden über das männliche Geschlecht gefiltert.” Doch um das zu verstehen, mußte man erstens Charles Darwins Entdeckung der Evolution ganz verstanden haben, zweitens insbesondere das noch anstößigere Prinzip der sexuellen Selektion. Doch so weit war die Menschheit damals geistig noch nicht. Starke Tabus verhinderten es.

Feministinnen forderten offen, das sexuelle Wahlrecht der Frau vorzubehalten,  wollten wirtschaftlich besser gestellt werden, um mehr als ‚unwürdig’ befundene Männer als möglichen Partner ausschließen zu können. Schon der Feminismus erster Welle war daran interessiert, möglichst starke weibliche Vorrechte zu schaffen, was viele diskriminierte männliche Verlierer hervorbringt, darunter InCel, unfreiwillig zölibatär lebende Männer. Das steigert natürlich den sexuellen Druck auf junge Männer, was sich in Unzufriedenheit besonders Jugendlicher und Jungen äußert, die sich dann aus Unbehagen an solch restriktiver Gesellschaft revolutionären Utopien an den Hals werfen, die ihnen Ansehen und sexuelle Möglichkeiten versprechen.

Dazu gehörte der Kommunismus, der damals nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sexuell ein Paradies versprach, um genau das Gegenteil zu liefern, wie wir heute wissen: Sowohl in der Sowjetunion als auch in China verhungerten Millionen Menschen, als die Utopie kommunistischen Wirtschaftens verwirklicht wurde, bis am Ende der Kommunismus wegen seines Versagens abgestreift wurde, wobei der desolate Wirtschaft und Rückstand hinterließ. Dies gilt jedoch auch sexuell. Noch während der Studenten- und Kulturrevolution 1968 und in den folgenden 1970er Jahren kursierte Softpornographie im Stile von „Der rote Großvater erzählt”, in dem es eigentlich nur darum ging, wie dieser reihenweise junge Frauen rumkriegte und flachlegte, so brüstete er sich jedenfalls in seinen ‚Erinnerungen’, ohne Beweise zu liefern für seine Prahlerei.

Dergleichen verführte damals viele lüsterne, untervögelte Jugendliche, die sich ein sexuelles Paradies versprachen. Dabei fielen sie ausgerechnet auf seit Engels im Kommunismus etablierte feministische Utopie herein, die fundamental menschlicher Natur widerspricht, wie die Evolutionsbiologie mit sexueller Selektion nachweist, die Frauen fast ausschließlich an Männern verüben. Je stärker also Feminismus wurde, gestützt von linken Pseudointellektuellen, die auf Utopien und falsche Deutungen hereinfielen, umso stärker wurden sexuelle Probleme, aber auch die von Frauen, insbesondere Müttern, und Männern. Die Sowjetunion hat feministische Experimente von Lenins Frau übrigens ganz schnell beendet, als deren Scheitern offensichtlich wurde. Seitdem war man dort vorsichtig mit solchen Experimenten, die vor allem im Westen auf die Spitze getrieben wurden, wo man mit dem Scheitern kommunistischer Utopie nicht aus eigener Anschauung so vertraut war wie im einstigen kommunistischen Ostblock.

Statt eines sexuellen Paradieses erhielten die von utopischer Ideologie Verleiteten einen sexuellen, sozialen und allgemeinen Elendszustand. Geschlecht und Identität wurden gegendert, angefeindet, Männlichkeit in Schlammschlachten bekämpft. Die wählerischsten Frauen, die es jemals gegeben hat, trieben auch linke Jugendliche so in die Klemme, daß zunehmend viele bei drastischen Pick-Up-Artist-Methoden Zuflucht suchten, weil die Geschlechterverhältnisse dermaßen aussichtslos geworden waren für Jungen. Übrigens dokumentierte ich in meinen Büchern anhand von Originalliteratur jener Epoche solche Schwierigkeiten schon für die frühen 1920er Jahre, als nach er ersten feministischen Welle vielen US-amerikanischen Mädchen die meisten Jungen ihrer Generation nicht mehr gut genug erschienen für eine Beziehung.

Das Paradox, daß Feminismus schon erster Welle politische Wahl für Frauen wollte, als eine Mehrheit Männer diese noch nicht besaß, somit Frauen Männer in den Krieg schicken konnten, nicht aber umgekehrt, zugleich aber sexuelle Wahl, die viel folgenreicher für das Leben ist, Frauen vorbehalten, ist weder ihnen noch dem Rest der Gesellschaft aufgefallen. Als dann nach dem Ersten Weltkrieg eine Arbeitsgruppe nach Mitteln suchen sollte, den Millionen Männern, die Schrecken der Schützengräben überlebt hatten, zu helfen, wieder in die Gesellschaft integriert zu werden, wurde diese aus Frauen rekrutiert, die dann lauter feministische Vorschläge machte, die den bevorzugten Frauen, von denen keine einzige im Schützengraben verreckt oder gelitten hatte, weitere Vorzüge zuschanzten; nur ein einziger Vorschlag bedachte halbherzig auch Männer. Die für die Veteranen des Krieges gedachten Hilfsmittel wurden also schon nach dem Ersten Weltkrieg von feministisch gesinnten Frauen, die in die Politik gingen, mißbraucht. (dokumentiert in meinen Büchern)

Wer nicht dumm war, merkte die Entrechtung von Männern und den Betrug an Liebesleben und Fortpflanzungsmöglichkeiten, sowohl durch Feminismus, als auch durch Kommunismus. Problem und Fehler war dabei, daß solches Verstehen nicht rational und analytisch erfolgte, sondern assoziativ, irrational und damit leicht durch Ideologien verführbar. Da die bürgerliche Welt das Thema tabuisierte, männliche Verlierer anfeindete, beschuldigte, sexuelle Anforderung als unmoralisch und verworfen abtat, gab es noch weitere Protestformen, die aus dieser üblen Gemengelage, die Folge der feministischen Welle(n) war, resultierten: Einmal jene Strömung, aus der in den 1960er Jahren, als halbwegs verläßliche Verhütungsmittel verfügbar wurden, die damals sogenannte ‚sexuelle Revolution’ wurde. Zum anderen jene damals nicht tabuisierte Gegenströmung zum Kommunismus, die sich ‚konservative Revolution’ nannte, dann aber von den toxischen Faschisten aufgesogen und mißbraucht wurde. Die faschistische Ästhetik versuchte, diese Energien in andere Richtung zu lenken.

Die ‚sexuelle Revolution’ glaubte, das Problem durch Freizügigkeit lösen zu können, weil sie Evolution und weibliche Wahlmacht nicht verstanden hatte, das Feuer also mit Benzin löschte. Je mehr Freizügigkeit sie erreichte, desto krasser wurde die Übermacht weiblicher Wahl, umso größer die Anzahl diskriminierter, ausgeschlossener Männer, und schärfer der Grad der Unterdrückung männlicher Verlierer.

Kommunisten verliebten sich in die fixe Idee ‚benachteiligter’ Gruppen, bis so ziemlich jeder, der kein ‚weißer heterosexueller Mann’ war, selbigen auf der Nase herumtanzen, ihn verhöhnen und gleichzeitig dessen Geld und Unterstützung einfordern konnte. Keine naturfremde Verirrung, die sie nicht besessen förderten, wobei den drangsalierten Männern eine zusätzliche Bürde nach der anderen auferlegt wurde, sie immer stärker in ein Verliererdasein abgedrängt wurden. Das war die sexuelle Variante der Hungersnot, die Lenin, Stalin und Mao herbeigezaubert hatten.

Die Ahnung, daß etwas gewaltig schief lief, rief noch weitere Ideologien auf den Plan. Heute ist es der Islamismus, der auch als Reaktion auf den moralischen Zusammenbruch westlicher Gesellschaften wegen viraler Durchsetzung mit Feminismus zu verstehen ist; übrigens stammt die Bezeichnung ‚viral’ feministischen Schriften, die ihn stolz verwendeten, ihren Feminismus mit HIV und Ebola verglichen, was ihnen wohl ein Gefühl der Allmacht verschaffte. Genaue Quellenangaben finden sich in anderen meiner Bücher. In den 1920er Jahren spaltete sich vom Kommunismus der Faschismus ab. Das sexuelle Problem wurde umgeleitet in das der Kriegsverlierer, die zum Sieger werden wollten, um die Schmach der Niederlage abzuschütteln, indem diese andern angetan wird. Im Grunde war der Typus Sieger der Mann, der heute ‚Alphamann’ genannt wird, und Frauen betört. Zwei Jahre nach Frankos Tod sah ich bei meiner ersten Spanienreise in einer U-Bahn-Station noch ein aus der gerade endenden faschistischen Epoche übrig gebliebenes Denkmal für die „Männer der Ehre”, als die Konquistadoren bezeichnet wurden. Man sah einen Konquistador, der wie ein Eroberer oder Caesar posierte, vor dem sich verführerisch gekleidete junge Damen des Landes verneigten. Dieses Denkmal der Frankoära, das sicher bald darauf entfernt wurde, zeigte deutlich, wie das funktionierte.

Nun kommen wir zur Regisseurin Leni Riefenstahl, die einen der zentralen faschistischen Propagandafilme (z.B. „Triumpf des Willens”) drehte, die Männlichkeit in Uniformen inszenierte, in einer heute langweiligen, nicht mehr begreiflichen Folge von Einblendungen uniformiert marschierender Männer. Dieses Marschieren sollte die Macht demonstrieren, die Sieger macht, die dann als Sieger bei Frauen begehrt sind wie im spanischen Denkmal gezeigte Eroberer.

Was bildete Leni Riefenstahl nach dem Zusammenbruch des Faschismus ab, dem sie gedient hatte?

Nun, für manche überraschendes: eine Fortsetzung ihrer Inszenierung muskulöser Männlichkeit auf dem schwarzen Kontinent, die wie eine Vorlage für Werbung wirkt, die Globalisten jetzt verbreiten, uns ein zunehmend schwarzes Europa schmackhaft zu machen.

«Susan Sonntag bezichtigte Leni Riefenstahl und ihre Fotobände über die NUBA der „Faschistoiden Ästhetik”.»1 (Rezension auf Amazon)

Nun mag es wenig bedeuten, wenn eine feministisch gesinnte Frau eine Männerdarstellung als ‚faschistoid’ bezeichnet, weil das reflexhaft mit allem geschieht, was Feministen nicht genehm ist. Übrigens ist die faschistische Ästhetik hervorgegangen aus der ersten feministischen Welle, die ihre eigene Bewegung der Schwesternschaft so inszenierte, was von den Faschisten später übernommen wurde; das ist übrigens keine böse Nachrede, sondern stammt aus feministischen Studien zu ihrer eigenen Geschichte, die ich in „Zensiert. Flaschenpost in die Zukunft. Erster Band zur ersten Welle” zitierte.

«Es ist ein Film, der schon allein von der Anlage her die Möglichkeit ausschließt, die Regisseurin habe über eine von der Propaganda unabhängige ästhetische Konzeption verfügt. Tatsache ist …, daß sie ‚Triumph des Willens’ mit unbegrenzten technischen Mitteln und großzügiger offizieller Unterstützung drehte (es gab nie einen Kampf zwischen der Regisseurin und dem deutschen Propagandaminister). In Wirklichkeit hat die Riefenstahl, wie sie in dem schmalen Buch über die Entstehung von ‚Triumph des Willens’ berichtet, bereits bei der Planung des Parteitags mitgewirkt – der von Anfang an als Kulisse für ein Filmspektakel angelegt war … Das historische Ereignis diente also als Kulisse für einen Film … In ‚Triumph des Willens’ ist das Dokument (das Bild) nicht nur die Aufzeichnung der Realität, sondern ein Grund, warum die Realität hergestellt wird; und schließlich wird das Dokument an die Stelle der Realität treten.» (Susan Sontag, 1974)

Wenn das stimmt, so handelte es sich bei der Triologie nicht etwa um eine Auftragsarbeit, sondern eine Planung der Wirklichkeit und des Parteitages, um daraus einen zugkräftigen Propagandafilm machen zu können. Mithin wäre die Verfilmung in heutiger Sprache ein ‚aktivistisches Happening’ gewesen. Dazu paßt wieder, daß Pioniere der Zeit, als Happenings Furore machten, darunter Andy Warhol, Leni Riefenstahls Methodik studierten.

«Größen der Popkultur wie Andy Warhol, George Lucas oder David Bowie setzten sich mit Riefenstahl auseinander»2 (Wikipedia)

Einfluß hatten Elemente von Stil und Methodik von Popmusik bis in amerikanische Wahlwerbung.

«Auf einer Fotosession soll Mick Jagger Riefenstahl erzählt haben, daß er den Film mindestens 15mal gesehen habe. … Filme, die eine ähnliche Szenerie oder ganze Szenen wie der Film Triumph des Willens aufweisen, sind Citizen Kane, Uhrwerk Orange, Gladiator, Starship Troopers, Der Herr der Ringe, Der König der Löwen und viele andere. …

Der Film wurde sogar als Referenz für die Präsidentschaftskampagne von Nelson Rockefeller 1968 in den USA angegeben und habe damit die Praxis der amerikanischen Wahlwerbung beeinflußt.» (Wikipedia, a.a.O.)

Damals gab es aber keine ANTIFAnten und vermummten Niederprügler, die gegen solche Kampagnen vorgingen, die jetzt sämtliche echte Opposition zur Merkelgesinnung niederhauen wollen, womit die ANTIFAnten sich als Faschisten von heute inszenieren.

Interessanter wird jedoch, was die Frau, die 1934/35 eine Trilogie faschistischer Selbstinszenierung nicht nur filmte, sondern zusammen mit den Verantwortlichen als Reichsparteitag-Happening plante, über ihre Zeit in Afrika schrieb.

«Sie fotografierte die Nuba, lebte mit ihnen und erlernte deren Sprache. Dieser Bildband enthält Riefenstahls Fotografien der Nuba, sowie der Dinka, Shiluk, Massai und anderer Stämme. Leni Riefenstahl bezeichnet ihre Erfahrungen in Afrika als die glücklichsten Momente ihres Lebens.»3 (Amazon)

Was Susan Freitag als ‚faschistoide Ästhetik’ beschrieb, wirkt heute ‚politisch korrekt’; unsre Medien und Suchmaschinen sind voll solcher Bilder, die offenbar versuchen, Zeitgenossen umzuerziehen, damit sie einer afrikanischen Landnahme zustimmen. Versuchten Faschisten, fremde Völker in deren Land zu verdrängen, so versuchen heute die umgedrehten Faschisten, das eigene Volk durch fremde im eigenen Land zu verdrängen. Wir erleben ähnliches Spiel mit umgekehrten Vorzeichen.

Nach der Niederlage von hysterischen Verbrechern irregeführter germanischer Stämme fand die Dame, die faschistische Ästhetik inszeniert und geprägt hatte, Glück bei afrikanischen Stämmen, die sie ähnlich mit dem Gespür der Frau inszenierte, die von starken männlichen Siegertypen beeindruckt wird, wogegen Alltagsmänner fade, blaß und langweilig erscheinen, als Verlierer, die keiner Henne gefallen. Es ist der Blick der schon von der ersten feministischen Welle entwurzelten Frau, die statt natürlicher und kultivierter Männlichkeit die eines utopischen Extremismus inszenierte, um dann, durch Niederlage gebrochen oder belehrt, zurückfand zu urtümlichen Gesellschaften, die sie in Afrika fand. Ihre feministische Neigung zu körperbetonter Männlichkeit, die europäischer Tradition widerspricht, weil Geist, Fleiß, Klugheit und Anstand einst mehr galten als bloße Kraft, behielt sie allerdings bei. Wie heutige Frauen der feministischen Gesellschaft, die auf körperbetonte, wenn nicht gar vaginale Instinkte hören, weshalb sie den Alphamann, der charismatisch und selbstbewußt Schwachsinn schwätzt dem gescheiten Betamann vorzieht, der für sie ein Langweiler ist, und den Pick-Up-Guru, der schon Zehntausende Frauen angesprochen und Hunderte oder Tausende gevögelt hat, als körperlich anziehend erwählt, weil dieser genau weiß, wie die Körpersignale der Frau funktionieren, wogegen sie den netten, gescheiten Durchschnittsmann verächtlich auf Distanz hält, weil ihm diese Körpersignale fremd sind, verfiel Leni Riefenstahl auch ohne Faschismus rein körperbetonten Männlichkeitssignalen. Das Prinzip blieb sich gleich: Weil Frauen keine kulturellen Bande mehr mit Männern verbindet, sind urzeitliche, barbarische, unkultivierte Selektionsmethoden ausgebrochen, was männliche Verlierer und Leid produziert. Diese suchen dann nach Methoden, wie sie trotz Diskriminierung von Männern durch Frauen zum Sieger werden können. Das Ergebnis sind utopische Ideologien, die oft extremistische werden, in jeder Generation andere.

Heute wird Verdrängung ‚weißer heterosexueller Männer’ mit jener ‚Ästhetik’ betrieben, die Riefenstahl im Faschismus entwickelt hatte, die aber ursprünglich aus der Schwesternschaft erster feministischer Welle entstammte.

Fußnoten

1 https://www.amazon.de/Die-Nuba-von-Kau/

2 https://de.wikipedia.org/wiki/Triumph_des_Willens

3 https://www.amazon.de/Leni-Riefenstahl-Africa-Angelika-Taschen/dp/3836523175

Suffragetten und weibliche Zuchtwahl

Suffragetten und weibliche Zuchtwahl

Feministische Positionen zur Wahl sind gleich in mehrfacher Weise widersinnig, was sich erst durch historische Betrachtung erschließt.

1. Widersinn

Die erste feministische Welle zu Ende des 19. Jahrhunderts bis zum 1. Weltkrieg nannte sich Suffragetten, weil sie für politische Wahl buchstäblich kämpften, sogar mit Terror, und das Erhalten dieser Wahl für ein Allheilmittel hielt, wegen dem alle anderen Ziele vernachlässigt wurden. Daher spotteten Antisuffragetten, die Antifeministinnen ihrer Epoche, sie hätten mehr für die Sache der Frauen erreicht als die inaktiven Suffragetten – doch das ist nur eine weitere Ironie am Rande. Moralische Begründung ihrer Forderung war, Gleichheit gäbe es nur mit der Wahl und sei ihr moralisches Recht, wie es einer Denktradition seit der Epoche der Aufklärung entsprach. Auch in diesem Argument liegt ein verborgener Widersinn, weil nämlich biologisch das weibliche Geschlecht dominant ist, und daher die feministische – und seit der Aufklärung im westlichen Denken verankerte – Sicht das genaue Gegenteil der Tatsachen ist: Es sind Männer, die hart arbeiten, sich mühen und Hürden nehmen müssen, um in Grundfragen des Lebens zwar nicht ‚gleich’ zu werden, aber wenigstens das auch zu erhalten, was Frauen durch weibliche Geburt haben, nämlich Zugang zu Fortpflanzung und soziale Anerkennung.

Der eben genannte Widersinn sollte erst später zutage treten. Doch darum geht es hier nicht, sondern etwas fundamental logisches: Feministinnen forderten für sich politische Wahl, verweigerten gleichzeitig dem Mann aber sexuelle Wahl, die empört der Frau vorbehalten sein sollte, so daß der Mann von ihr abhängig wurde. Das hat sich über alle feministische Wellen bis heute erhalten und sogar noch weiter verschärft. Ob beim Ansprechen, Flirt oder in Beziehungen – stets entscheidet in der feministisch geprägten Gesellschaft die Frau darüber, welcher Mann Zugang erhält zum Kern des Lebens, der Fortpflanzung ist, oder ausgeschlossen wird, und auch in Beziehungen zu jedem Zeitpunkt. Was die Frau will, so unerfindlich es auch sein mag, gilt als Gesetz in zeitgenössischer Gesellschaft. Was die Frau nicht will, ist verboten. Der Mann wird dabei nicht gefragt. Was der Mann will, ist wurscht, kriegt er noch lange nicht, und was der Mann nicht will, zählt ebenso wenig.

Jeder Versuch des Mannes, sein Ziel im Bereich Sex oder Fortpflanzung zu erreichen, kann als ‚Belästigung’, ‚Gewalt’ oder gar ‚Vergewaltigung’ verleumdet werden; männliche Sexualität und Bedürfnisse werden verachtet, kriminalisiert und bekämpft. Dieser Zustand wurde von zahlreichen Gesetzen, die sich gegen männliche Sexualität richteten, in allen Wellen weiter verschärft, doch geschaffen hat ihn ausdrücklich und absichtlich die erste Welle der Suffragetten. Die von ihr geforderte und geförderte Zuchtwahl am Mann habe ich im „Ersten Band zur ersten Welle” der „Flaschenpost in die Zukunft” aus Quellen dokumentiert.

Das bedeutet: Dieselbe Bewegung der Suffragetten, die empört politische Wahl auch für Frauen erstritt – obwohl auch die meisten Männer damals kein Wahlrecht hatten, das nur Nettosteuerzahler, aber nicht Nutznießer staatlicher Hilfen erhalten sollten, weil sonst eine Demokratie leicht kippt –, verweigerte Männern genauso empört sexuelle Wahl und gleiche Rechte wie Frauen, schuf eine weibliche Dominanz, die als „Zuchtwahl” am Mann bezeichnet wurde, einen engen Bezug zu Eugenikern hatte, in ihrer Vorstellung der „Besserung der Rasse” dienen sollte und von männerfeindlichen, verächtlichen Tiraden begleitet wurde, indem viele Männer als ‚unwürdig’ angesehen wurden. ‚Defizitäre Exemplare’ sollten ‚reklamiert’ werden. (siehe Artikel über Roosh oder „Erster Band zur ersten Welle”)

Was ist von einer Bewegung zu halten, die hysterisch schreiend politisches Wahlrecht forderte, terroristische Anschläge verübte, den König regelmäßig mit Mord bedrohte, Winston Churchill vor einen Zug zu stoßen versuchte, bedeutende Kunstwerke in Galerien aufschlitzte, gleichzeitig aber Männern genauso subjektiv empört sexuelle Wahl vorenthalten, sie zu einer rein weiblichen Dominanz machen will, und das mit eugenischen Ausfällen gegen verächtlich gemachte Männer begründet?

2. Widersinn

Nachdem wir den logischen Widersinn der ersten feministischen Welle wenigstens mit 150 Jahren Verspätung erkannt haben, müssen wir noch das Argument der „Zuchtwahl” betrachten. Unabhängig davon, daß dieses eugenisch ist, auf „Besserung der Rasse” abzielt und ein direkter Vorläufer der 1930er Jahre ist, müssen wir es wertfrei untersuchen. Wird denn etwas gebessert?

Betrachten wir die Entwicklung von Intelligenz, Voraussicht, Planung und Fleiß über längere Zeiträume und die Kräfte, die evolutionär dabei wirken. Ein recht gut begründetes Argument ist, daß Ackerbau und Landwirtschaft für Seßhafte besonders dort hohe Ansprüche stellt, wo arktisches, sibirisches oder ähnlich unwirtliches Klima Fehler oder Nachlässigkeit mit dem Verhungern bestraft. Wer vom Winter ohne ausreichende Vorräte und Vorsorge überrascht wurde, starb, hinterließ keine lebenden Nachkommen, wurde sozusagen ein früher Preisträger des „Darwins Awards”. Dieser evolutionäre Druck erzwang Weiterentwicklung der genannten Eigenschaften, was ein klarer Fall natürlicher Selektion, aber auf den ersten Blick nicht sexueller Selektion ist. Da in China vor allem Reisanbau betrieben wird statt des Getreideanbaus bei uns, mag dort unter anderen klimatischen Verhältnissen ein ähnlicher Prozeß abgelaufen sein.

Doch so leicht lassen sich natürliche und sexuelle Selektion nicht trennen. Die Artenentwicklung wird stark von sexueller Selektion gesteuert: Gene werden über das männliche Geschlecht gefiltert, nicht das weibliche. Das bedeutet: Fast alle fruchtbaren Weibchen einer Art können sich fortpflanzen, aber nur ein – zuweilen sogar kleiner – Teil der Männchen. Weibchen einer Art entscheiden darüber, welche Männchen sie begatten dürfen, und damit, welche Anlagen in Kindern fortleben oder aussterben. Deshalb sind alle männlichen Eigenschaften Ergebnis weiblicher Zuchtwahl an männlichen Artgenossen. Aber nicht nur das: ‚Ungünstige’ Gene verschwinden nicht, indem Frauen mit solchen Genen sich nicht fortpflanzen. Das Gegenteil ist der Fall: Nur über Männer wird gesiebt. Ist ein Männchen der Art Träger eines Gens, das ihn unattraktiv macht, so stirbt dieses Gen mit ihm aus, weil Weibchen ihn ablehnen, obwohl sie dasselbe Gen in sich tragen. Das ist eine tiefe Ungerechtigkeit: Weibchen mit dem Gen Z lassen dieses allmählich aussterben, indem sie gegen Männchen diskriminieren, die das gleiche Gen Z wie sie selbst auch haben. Da außer den Geschlechtschromosomen die übrigen bei männlichen und weiblichen Artgenossen vorkommen, verschwindet das bei Männern diskriminierte Gen Z innerhalb einiger Generationen auch bei Frauen.

Dieser Vorgang ist höchst einseitig und ungerecht. Wieso werden Gene nicht in gleichem Maße über Frauen gefiltert, indem Männern sexuelle Wahl gegeben wird? Die sexuelle Zuchtwahl am Mann prägt nicht nur fast sämtliche Eigenschaften des männlichen Geschlechts, so daß jede Beschwerde von Frauen darüber, wie Männer seien, inhärent lächerlich ist, weil diese das Ergebnis ihrer eigenen Zuchtwahl sind, sondern läßt auch Arten sich abspalten. Noch lange könnten Männchen und Weibchen sich trennender Arten fruchtbare Kinder zusammen zeugen, doch als erstes trennen sich die Vorlieben der Weibchen, die einfach keine Lust auf Männchen haben, die ihren Vorstellungen nicht entsprechen, weshalb die Arten allmählich auseinanderdriften.

Wie wirken nun sexuelle und natürliche Selektion bei der Entwicklung von Intelligenz, Voraussicht, Planung und Fleiß zusammen? Obwohl arktische Verhältnisse einen natürlichen Selektionsdruck schufen im Norden Europas, schließt das sexuelle Selektion nicht aus, weil Gene ja über Männer gefiltert werden, nicht über Frauen. Natürliche Selektion wäre, wenn jemand dumm ist, mit dem Haupt gegen einen Felsen läuft, tot und kinderlos umfällt. Wenn ein Bauer jedoch faul oder dumm ist, keinen ausreichenden Vorrat für den Winter schafft, stirbt gleich seine ganze Familie. Keine Frau wird sich mit einem solch ungeschickten Mann verbinden wollen. Da über Männer gesiebt wird – ein Großteil der Männer hat in Jahrzehntausenden keine Nachkommen im Genpool hinterlassen, wohl aber ein Großteil der Frauen –, entscheidet sich die Entwicklung offenbar auch dabei zu einem guten Teil über die Auswahl der Männer, die sich fortpflanzten, weniger über Familien, die mangels Vorsorge für den Winter verhungerten. Es sind Männer, die Last und Bürde der Evolution weit überwiegend tragen.

Wir sehen dabei jedoch eine Modifikation weiblicher Wahl: Nicht unerfindliche weibliche Lüste entschieden, welcher Mann sich fortpflanzte, sondern wenigstens sinnfällige Kriteriën, nämlich seine Intelligenz, Voraussicht, Fleiß und Fähigkeit, zu planen machten ihn zu einem guten Kandidaten für Ehe, Sex und das Zeugen von Kindern. Zwar sind die Verhältnisse weiterhin ungerecht, weil Mädchen Fruchtbarkeit und Anziehungskraft meist wegen weiblicher Geburt in den Schoß fällt, wogegen Männer hohe Hürden nehmen müssen, was nur einem oft kleinen Teil mit Anstrengung gelingt, um den Zugang zur Fortpflanzung zu haben, den Mädchen von Natur besitzen, weil sie eine Gebärmutter haben, zwar wurden weiterhin viele Männer ausgesiebt, doch wenigstens ergab das einen Fortschritt, weil die Intelligenten sich vermehren durften.

Dieser Zustand wurde jedoch nicht durch weibliche Willkür erreicht, die wie in der Steinzeit gerne den siegreichen Eroberer wählt, oder wie heute den Ghetto-Gangster, oder einen Tunichtgut, der modisch singen kann, oder sonst einer flüchtigen Mode entspricht, also oft Dummköpfe, Asoziale, Poser, Kriminelle oder brutale Eroberer, sondern durch die Kultur der Ackerbau und seßhaft Viehzucht betreibenden Stämme. (Die Suffragetten empörten sich über am wirtschaftlichen Erfolg von Männern oriëntierte Wahl und wollten sie ausdrücklich abschaffen.) Es gab eine geschlechtliche Arbeitsteilung, über die Frauen und Männer zusammenarbeiteten. In diesem Tauschsystem, das durch Arbeitsteilung entsteht, war klar ersichtlich, wer gute Beiträge liefert. Sogar bei Frauen kam es nicht nur auf das Äußere an. Eine tüchtige Bäurin konnte bei weiblichen Aufgaben sichtlich etwas leisten. Damit war auch der Druck geringer, schön aussehen zu wollen; Gefallen fanden sie auch durch anständiges, tüchtiges Benehmen. Eine solche Kultur sorgt offenbar für mehr Gleichgewicht der Geschlechter, gerade weil beide unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Jungen und Männer, die etwas taugen, bringen gute Ernte, Arbeit, Jagdbeute oder geistige Leistungen ein, haben deswegen Geltung und sind dann gern gesehen als Ehemann und Vater ebenso leistungsfähiger Kinder.

Ganz im Gegenteil zu dem, was uns seit 150 Jahren Feminismus erzählt hat, der solche Kultur systematisch ausgerottet hat, besteht in einer Kultur mit geschlechtlicher Arbeitsteilung viel eher ein Gleichgewicht, auch wenn die Bürde weiterhin überwiegend auf Männern liegt. Immer noch ist nur ein Teil der Männer erfolgreich und begehrt, aber immerhin ist der Weg dazu, es zu werden, nicht länger von unerfindlichen Moden und Launen abhängig, die letztlich Modegecken, Asoziale und Invasoren bevorzugen, sondern Fleiß, Intelligenz und gutes Verhalten bieten einen verständlichen Weg zum Erfolg, dem jeder nacheifern kann. Auf diese Weise entsteht aus einer Kultur Zivilisation. Entgegen feministischem Unsinn tragen auch in Kultur und Zivilisation Männer leider viel größere Bürden und haben Hürden zu nehmen, aber wenigstens geht es dabei halbwegs gerecht zu, und es entsteht eine Auswahl tüchtiger Männer, die Intelligenz, Voraussicht, Planung und Fleiß mit Fortpflanzung belohnt, so daß sich ihre guten Anlagen in der Gesellschaft von Generation zu Generation ausbreiten.

Feministische Verhältnisse dagegen mit ihrer weiblichen Wahl, die Launen unreifer Mädchen zu Hütern der Evolution erhebt, schafft das Gegenteil: Eine Zuchtwahl der Dummheit, Kriminalität und Aggressivität. In meinen Büchern habe ich dokumentiert, wie berühmte Verbrecher, sogar Mörder und Vergewaltiger, Fanpost von Frauen erhalten, manche gar noch in der Todeszelle geheiratet wurden. Ähnlich schräge Wege geht die Solidarität heutiger Feministinnen, die einheimische Männer, die fleißig arbeiten, Steuern zahlen, den Laden am Laufen halten, verachten, bekämpfen, beschimpfen und abweisen, dafür Wirtschaftsmigranten aus Gewaltgebieten vögeln, denen sie dabei naturgemäß oft Kinder gebären, die unser Schicksal sind, so wie das Aussterben der Gene jene fleißigen, anstelligen Kuckoldisierten, die ihre eigene Abschaffung noch erarbeiten und bezahlen müssen.

Weibliche Zuchtwahl ist miserabel, verbreitet die Gene von Mördern, Vergewaltigern, Invasoren, Modegecken und Unwürdigen, deren Hauptkompetenz Partymachen oder Aufreißen ist. Das haben uns die Suffragetten aber nicht gesagt, als sie Ende des 19. Jahrhunderts weibliche Zuchtwahl am Mann durch sexuelle Selektion forderten.

© 2021 Jan Deichmohle

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