Jan Deichmohle

Denker und Dichter

Alle gegen Männer – rechts, Mitte und links verraten uns

Alle gegen Männer – rechts, Mitte und links verraten uns

Seit 1968 eine Mischung aus kommunistischen und feministischen Studentenrevolutionären mit einer Jugendrebellion einen kulturrevolutionären den Ton angab, werden zuvörderst Männer, aber auch europäische Ureinwohner und fruchtbar Veranlagte zunehmend angefeindet, verdrängt und bekämpft. Das ist keine bloße Theorie, sondern hat für Millionen Leid gebracht, Lebensziele unerreichbar gemacht, warmes Mitempfinden durch mit revolutionärer, politreligiöser Verve betriebene seelische Härte verdrängt. Solche Härte hat im Alltag seelisch grausame Wirkung, auch wenn sich dessen außer den Betroffenen niemand bewußt ist. Die Vertreter dieser Richtung sehen das anders: Sie halten ihre Denkweise für den Inbegriff der Moral und sehen sich selbst als Begründer einer ‚menschlicheren’ Gesellschaft, die darauf fußt, leidbringende Verirrungen, die es vorher nicht gab oder äußerst selten waren, zu erfinden, verbreiten und Maßstab zu erheben, das normale fruchtbare Leben dagegen an den Pranger zu stellen – bis hin zum Gleichsetzen mit ‚Faschismus’. Das hat die Wirkung, normale Lebensziele für viele unerreichbar und ihr Dasein unerträglich zu machen.

Diese Verkehrung der Tatsachen – die Verbreiter von Leid sehen sich selbst als Menschheitsbeglücker – wurde zum spätestens seit 1968 gültigen Prinzip der Feministen, Linken und Woken. Um welches Thema es auch ging, stets konnte man sich darauf verlassen, das was diese Kreise empfanden, wahrnehmen und äußerten, stets genau verkehrt herum war. Sie verwechselten stets Täter und Opfer, Ursache und Wirkung. Was sie forderten war schlimmstmögliche Zerstörung, während irgendwas angeblich ‚gerettet’ werden sollte – derzeit auch beispielsweise das Klima.

Daher setzte sich bei zu kritischem Denken fähigen Menschen der Reflex durch, stets das genaue Gegenteil anzunehmen von dem, was Feministen, Linken, Grüne und ihre Lieblinge äußerten. Das war 65 Jahre lang ein verläßlicher Leitfaden, der vor Verirrungen bewahrte. Man könnte daher annehmen, wenn die Linken so zuverlässig daneben liegen, einfach zu den Rechten zu gehen. Doch das wurde die zweite Enttäuschung des Lebens. Denn die Irrationalität und Verdrehtheit, mit der Linke und Feministen seit 1968 die gesamte Gesellschaft bis zur Mitte und den etablierten Konservativen angesteckt hatte, übernahm die CDU unter Kohl, der ab 1982 Gender-Mainstreaming zum Hauptpolitikziel im Inland, der EU und weltweit erhob. Die damalige schweigende Mehrheit konservativer Familienfrauen sah sich von dieser Entwicklung verraten, fühlte sich verkohlt und wurde von Medien zum Verschwinden verschwiegen.

Als Helmut Kohl durch einen Koalitionswechsel der FDP an die Macht kam, hofften in den ersten Tagen viele, es würde wieder werden vor 1969, die guten Zeiten wieder beginnen. Die als ‚Jahrhundertwerk’ gepriesene Familienrechtsreform war längst zur Jahrhundertkatastrophe geworden. Ehen zerbrachen reihenweise, was sich für Frauen damals finanziell lohnte. Väter erlebten Kindesentzug, mußten aber meist hohe Unterhaltszahlungen leisten. Ein Scheidungsfilz entstand, von dem spezialisierte Gutachter, Anwälte und Jugendämter profitierten. Darunter war feministisch gesinntes Personal, das vom Maximieren des Geldflusses vom Mann hin zur Frau lebte. Das ebbte erst ab, als auch Frauen öfter in die Rolle des Zahlers statt des Empfängers gerieten.

Die menschliche Universalie kultureller Geschlechterergänzung wurde durch feministische Propaganda und insbesondere Gender-Mainstreaming beseitigt. Dies wurde nicht nur im Inland, sondern auch in der EU, UN, internationalen Verträgen und Organisationen festgeschrieben. Mein Buch „Die Genderung der Welt” weist aus Quellen nach, wie sich CDU/CSU-geführte Regierungen dafür rühmten, dabei führend in der Welt zu sein. Ein radikaleres Gegenteil ist kaum denkbar zu den in den 1970er Jahren noch stark konservativen Frauen, die sich „schweigende Mehrheit” nannten und traditionelle Familien zusammenhalten wollten, sich der CDU-Opposition gegen die damalige sozialliberale Koalition verbunden fühlten. In der Opposition hatte die CDU/CSU nicht nur vor Experimenten gewarnt, sondern der Regierung vorgeworfen, zu viel für Minderheiten zu tun, statt sich um die Mehrheit zu kümmern – an der Macht geschah dann das Gegenteil.

Spötter sagen, das lasse sich spieltheoretisch erklären. Grundprinzip sei bis heute, daß es keine Partei rechts der CDU geben dürfe – oder sie werde rigoros weggedrückt. Daher wären der CDU die rechten Stimmen sicher, weshalb sie sich ständig weiter nach links bewege, um anderen Parteien das Wasser abzugraben, so daß ein Wettlauf nach links eingesetzt habe, der irgendwann beim Aufprall an der linken Außenwand endete. Allerdings erklärt dieses Modell nicht, wieso das Auftauchen einer rechts verorteten Partei diesen Wettlauf nicht beendet habe. Inzwischen haben sich kulturrevolutionäre Bestrebungen im Getriebe, Etablissement, Vorschriften und Gesetzen bis in die EU und Weltorganisationen dermaßen verbindlich festgesetzt, daß es kein Zurück mehr geben kann. Jeder, der an den Zuständen jetzt noch Kritik äußert, wird als Feind und Bedrohung behandelt.

Die nächsten Schübe sowohl feministischer Ideologie als auch schädlicher Politik der CDU schenkte uns Angela Merkel. Ähnliches tritt in den letzten Jahren zunehmend auch auf dem rechten Flügel auf.

Statt daß die vielgescholtenen Rechten, denen die bis in Medien und Literaturbetrieb prägenden Linken und Feministen alles mögliche nachsagen, gegen Femininsmus und Unterdrückung männlicher Verlierer einstünden, versuchen dort einflußreiche Kräfte eher, Stimmen zu gewinnen, indem sie sich mit etablierten Feministinnen wie Alice Schwarzer verbünden – deren publizierten Männerhaß wir vergeblich seit Jahrzehnten dokumentieren –, weil diese auch gegen TRANS sind. Es besteht ein ‚traditioneller’ Gegensatz zwischen Radfems (besonders radikalen Feministinnen, die oft jeden Kontakt mit Männern oder Trägern des Y-Chromosoms ablehnten) und Transfrauen. Hier ist eine sehr verderbliche Allianz am Entstehen, und alle sind gemeinsam gegen die Mehrheit zu Verlierern gemachter einheimischer Männer und gegen die menschliche Universalie kultureller Geschlechterbezüge.

Solche Irrationalität beginnt meistens im geschlechtlichen Bereich, strahlt dann aber schnell auf alle Bereiche der Politik und Gesellschaft aus, ob bei Linken oder bei Rechten. Traditionellerweise waren es in den USA Republikaner, die zu Ländern und Bevölkerungen standen, die um Freiheit rangen. Das taten selbst die USA nicht ganz uneigennützig – wirtschaftlichen Interessen wie dem Öl wird ein erheblicher Einfluß nachgesagt – aber trotzdem hatte das eine gewisse Vernunft, Moralität und Zuverlässigkeit, wenn es ernst wurde. Das gilt nicht mehr.

In seiner zweiten Amtszeit umgab sich der jetzige Präsident Trump mit sehr eigenartigen Beratern. Einige entstammten aus seinem privaten Umfeld, was gewöhnlich als Vetternwirtschaft bezeichnet wird, andere waren schräge Figuren wie sein für Gesundheit zuständiger Minister mit – nun ja – verrufenen Ansichten, und nicht deshalb weil er rechts wäre.

Das muß gesagt werden, denn Linke, Woke und Feministen schimpfen ja empört über jeden, dem sie noch einen winzigen Fetzen Restvernunft unterstellen. Jeder, dem das Gehirn noch nicht ideologisch zu Brei geklopft worden ist, der noch logisch denken kann, erscheint ihnen als ungeheure Gefahr für das, was sie für ‚Fortschritt’ halten – aber ein Rückfall in kulturlose Mißstände ist, was animalische Urinstinkte wie sexuelle Selektion voll durchbrechen läßt.

Daher nahmen viele an – trotz anfänglichen Zögerns muß ich das auch eingestehen – daß ich aus dem Haß jener, die alles genau verdreht wahrnehmen – auf Trump darauf schloß, der könne ein tüchtiger Mann sein, weil die alles verdrehenden Leute ihn für verkehrt erklärten. Das mag innenpolitisch nicht ganz falsch sein, obwohl sich nicht erkennen ließe, daß woker Unsinn aus Universitäten, Medien und Politik verschwinde. Eher werden tendenziös woken Medien tendenziös rechte Medien entgegengesetzt, was zwar besser ist als gar keine Opposition, aber breite Teile der Gesellschaft und insbesondere männliche Verlierer weiterhin ausschließt. Denn Rechte wollen Sieger und kurzfristig Stimmen, setzen Mythen gegen Kulturrevolution. Eine solide kulturelle Geschlechterergänzung erscheint auch mit etlichen Rechten unmöglich.

Sodann redete Präsident Trump dem Diktator und imperialistischen Angreifer Putin die Schlagworte nach, versuchte die angegriffene Ukraine zu beschuldigen, selbst schuld zu sein, von Putin angegriffen worden zu sein. Trump wünschte offenbar, daß die Ukraine einfach Gebiete abtritt, was verfassungswidrig wäre, nur um mit einem schmutzigen ‚Deal’, der wie in Afghanistan in einem Desaster enden würde, den Rücken für andere Ziele frei zu haben: vermutlich Taiwan. Nun steht auf einem anderen Blatt, daß es töricht war, jemals in Afghanistan einzugreifen, was die Taliban gestärkt und auch Bundeswehrsoldaten unnütz ihr Leben gekostet hat. Die Parole, der Rest Deutschlands würde am Hindukusch verteidigt, war von vornherein blühender Unsinn.

Präsident Trump verlangte von ukrainischen Präsidenten Selenskyj Neuwahlen, die nach der ukrainischen Verfassung während eines Krieges verboten sind. Das war auch einer der Propagandaforderungen des Musterdemokraten Putins, bei dem es keine ernsthaften Gegenkandidaten gab, oder der einzige im sibirischen Gefängnis landeten, wo er unter mysteriösen Umständen starb, die auf Ermordung hindeuten. 2020 hatte dieser bereits einen Anschlag mit dem hochgefährlichen Gift Novichok gerade eben überlebt. Andere die unbequem werden fallen rein zufällig aus einem Fenster – kein Einzelfall, sondern serienweise. Wer gelb und blau trug, konnte schnell verhaftet werden. Später reichte es, ein leeres Blatt Papier in die Luft zu halten. Das wurde offenbar als gefährliche verbotene Demonstration angesehen. Gegen den Angriffskrieg zu sein ist als ‚Verleumdung der russischen Streitkräfte’ mit Jahren im Gefängnis strafbar, und das Wort ‚Krieg’ darf auch nicht ausgesprochen werden außer von Putin selber, der sich einmal selbst öffentlich verplapperte, wenn ich mich recht besinne. Ansonsten heißt es streng ‚spezielle Militäroperation’. Echte Kriegsverbrechen zu erwähnen wäre sehr schwere ‚Verunglimpfung der russischen Streitkräfte’.

Wir sehen, wir haben es mit einem Musterdemokraten zu tun, der neulich dem armenischen Präsidenten vorwarf, nicht demokratisch zu sein, weil sein Wunschkandidat mit russischem Bezug nicht antreten durfte. Für solche Musterdemokraten besteht ‚Demokratie’ darin, daß ihre Handlanger an die Macht gelangen und dort bleiben. Aus der Sicht solcher Musterdemokraten ist die angegriffene Ukraine ‚faschistisch’, aber niemand darf etwas böses über die Angreifer sagen, unter denen zivile Bevölkerung leidet.

Trump nun zeigte sich zuversichtlich, den Krieg innerhalb eines Tages beenden zu können, weil er wohl auf seine guten Kontakte zu Putin von früher vertraute. Die Tragödie, daß auch Rechte sich als starr und festgefahren entblößen, nach einem Überfall wie auf die Ukraine nicht umdenken können, nicht bemerken, wie grundlegend die Weltlage sich geändert hat, teilt er leider mit vielen Rechten in der BRD, die ebenfalls beginnen, den Boden der Realität – und der Moralität – unter den Füßen zu verlieren.

Um so entsetzter war ich, als Kommentare eingingen aus der ohnehin viel zu dünnen geistigen Opposition von sich als konservativ, nicht einmal rechts verstehenden Denkern, die ebenfalls Putins Sicht auf die Ukraine übernahmen. Ich brauche mich nicht zu wundern, wenn Vernunft und die Mehrheit männlicher Verlierer der Kulturrevolution auf beiden Seiten ähnlich unverständlich wirken und auf Ablehnung treffen.

Trumps widersprüchliches Verhalten, erst den Friedensnobelpreis selbst anzustreben, sich dann zu ärgern, ihn nicht erhalten zu haben, deswegen bei einer Regierung zu protestieren, die mit der Vergabe nichts zu tun hat, sich später nach einer besser gelungenen speziellen Militäroperation in Venezuela in einen bisherige Konflikte mit dem Iran weit übersteigenden Krieg hineinziehen zu lassen, ist eine Steilvorlage für Satiriker – diese klagen bereits, arbeitslos zu werden, weil die Wirklichkeit bereits ihre eigene Parodie sei. Damit hat er aus Sicht der iranischen Mehrheit, die verzweifelt ein Ende der Ayatollah-Diktatur herbeisehnt, „aus den falschen Gründen das richtige getan”. Auch bei Trump und einigen anderen Rechten – ebenso bei uns – ist festzustellen, daß sie beginnen, vieles verkehrt herum wahrzunehmen, zu empfinden und deuten, so wie es die Linken regelmäßig seit den 1960er Jahren tun.

Trump hat erst den Iraner versprochen „Hilfe ist unterwegs”. Später aber ging es ihm offenbar mehr um einen Deal als um die Befreiung der breiten iranischen Mehrheit vom Joch der radikalreligiösen Diktatur. In der Zwischenzeit sollen Berichten zufolge binnen weniger Tage je nach Angaben Zehntausende oder Tausende friedliche unbewaffnete Demonstranten von Kräften des iranischen Regimes erschossen worden sein. (Genaue Zahlen sind wegen Internetsperre nicht ermittelbar, aber nach dem, was ich in Berichten über Aussagen von Ärzten in Krankenhäusern hörte, halte ich das obere Ende der Spanne für realistisch. Unabhängige Schätzungen variieren stark aufgrund der Informationssperre.)

Bereits während des Zwölftagekrieges geschah der Abbruch auf seinen Druck, was den gerade sich verschärfenden Aufstand der Iraner gefährdete, da die Revolutionsgarden wieder die Oberhand gewannen und das Regime Zeit gewann, sich besser vorzubereiten.

Trumps Forderungen an die Ukraine, die dem Standpunkt des Angreifers Putin ähnelten, begründete er einmal damit, daß in dem Krieg ständig sinnlos Menschen stürben – was sehr edel klingt. Jedoch ist dies nicht der Grund, sondern sein persönliches Interesse, im Wahlkampf gegebene Versprechen einzulösen und sich auf Asien konzentrieren zu können. Präsident Selenskij wurde mit persönlicher Abneigung behandelt – manche munkeln, das liege daran, daß er im Wahlkampf keine Daten über Bidens Sohn bekannt gegeben habe, mit denen er punkten wolle. Wie dem auch sei haben die Linken hier einige berechtigte Kritikpunkte, wenn sie Widersprüche und persönliche Interessen kritiseren – und dabei die viel systematischeren eigenen Widersprüche und persönlichen Interessenskonflikte vergessen. Verachtet wurde auch die Leistungsfähigkeit der Ukraine: Zunächst erklärte jemand aus dem US-Militär, sie bräuchten keine Hilfe der Ukraine bei der Drohnenabwehr. Inzwischen haben die Ukrainer das US-Militär ausgestochen mit ihren neu entwickelten Drohnen und ihrer Erfahrung, diese zum Schutze auch der arabischen Golfstaaten eingesetzt. Ebenso erklärte Trump offenbar den Krieg für die Ukraine nicht gewinnbar und sah diese in Verliererposition.

Schal wird Trumps moralisches Argument mit Menschenleben dadurch, daß die Ukraine nunmehr Roboter entwickelt hat, die ferngesteuert bereits russische Stellungen eingenommen haben. Dabei brauchten keine Menschen in die Stellungen eindringen, gab es beim Angriff selbst für die Ukraine also keine menschlichen Verluste. Wer derzeit in der Verliererposition ist, das ist Putin. Trump hat auch in Bezug auf die Ukraine zuverlässig alles falsch eingeschätzt.

In wichtigen Fragen haben die Linken, Feministen und Woken ihr Monopol auf falsche Wahrnehmung verloren – leider nicht, indem sie sich gebessert hätten, sondern indem einige Rechte beginnen, ähnlich verdreht zu denken und handeln. Eine nicht verdrehte Mitte zwischen ihnen existiert bei uns leider nicht.

Friedensnobelpreis für Zollkaiser / Trump Nobel Peace Prize for Tariff Emperor Trump

«Der Austausch von Nachrichten zwischen dem norwegischen Ministerpräsidenten und Präsident Trump

Lieber Jonas, da Ihr Land beschlossen hat, mir den Friedensnobelpreis dafür, daß ich acht Kriege PLUS beendet habe, nicht zu verleihen, fühle ich mich nicht mehr verpflichtet, ausschließlich an den Frieden zu denken, obwohl dieser immer im Vordergrund stehen wird, sondern kann nun darüber nachdenken, was für die Vereinigten Staaten von Amerika gut und richtig ist. Dänemark kann dieses Land nicht vor Rußland oder China schützen, und warum haben sie überhaupt ein ‚Eigentumsrecht’ daran? Es gibt keine schriftlichen Dokumente, es ist nur so, daß vor Hunderten von Jahren ein Boot dort gelandet ist, aber wir hatten auch Boote, die dort gelandet sind. Ich habe seit der Gründung der NATO mehr für sie getan als jede andere Person, und jetzt sollte die NATO etwas für die Vereinigten Staaten tun. Die Welt ist nicht sicher, solange wir nicht die vollständige und totale Kontrolle über Grönland haben. Vielen Dank! Präsident DJT”»1 (Donald T.)

Daß sich jemand um einen Friedensnobelpreis selbst bewirbt ist eine Absurdität, die mir noch nie zu Ohren gekommen ist. Es rechtfertigt die Bezeichnung Narzißmus und ist in der Welt der Diplomatie gelinde gesagt peinlich. Noch peinlicher ist, wenn die subjektiv empfundene Kränkung, den Friedensnobelpreis nicht erhalten zu haben, zu internationalen Konflikten bewegt. Zollmeister Donald T. verwechselt nebenbei eine private Stiftung mit der Regierung und zugleich Norwegen mit Dänemark.

Vergessen wir auch nicht die Vorleistungen: Der Handschlag mit Kim Jong-un hat zweifellos Nordkorea in ein friedliches Land verwandelt, wie die ukrainische Armee täglich merkt, wenn sie von nordkoreanischer Munition, Geschützen oder Bodentruppen beschossen wird. Die Befriedung Afghanistans gelang ebenfalls glänzend: Die Taliban kamen an die Macht und waren kürzlich im Konflikt mit Pakistan. Trumps spezielle Militäroperation in Venezuela dürfte bei seinem Kollegen Putin Neid auslösen und Trumps neueste Friedensleistung ist seine Drohung, Truppen nach Grönland zu schicken, falls er dort nicht bereits Flugzeuge landen ließ.

«Die USA entsenden Flugzeuge zur Basis in Grönland inmitten der Spannungen um Trumps Machtübernahmeversuch. 20. Jan 2026»2 (Business-Standard)

Nun ja, offiziell sei die Versendung abgesprochen und Routine; die Terminplanung wurde vermutlich von Rainer Zufall vorgenommen. Trumps Bemühungen um Frieden in Venezuela, Panama, Grönland und Kanada sind wahrlich eines Friedensnobelpreises würdig.

«Darüber hinaus sind Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Finnland aus unbekannten Gründen nach Grönland gereist. Dies ist eine sehr gefährliche Situation für die Sicherheit und das Überleben unseres Planeten.»3 (Donald J. Trump, TruthDetails)

Genannt hat Trump genau jene Länder, die im Rahmen einer Übung Soldaten nach Grönland geschickt hatten:

«In den letzten zwei Wochen haben mehrere europäische Länder kleine militärische Kontingente oder einzelne Soldaten nach Grönland entsandt – im Rahmen gemeinsamer NATO-Übungen und zur Verstärkung der dortigen Präsenz angesichts geopolitischer Spannungen:

Europäische Länder mit Militärpersonal in Grönland:

✅ Dänemark – Hauptverantwortlich für die verstärkte militärische Präsenz und hat große Truppenteile entsandt.

✅ Frankreich – Entsendete etwa 15 Soldaten, weitere Verstärkung geplant.

✅ Deutschland – Schickte eine kleine Bundeswehr-Abordnung (z. B. 13 Soldaten) für eine Erkundungsmission.

✅ Schweden – Hat Militärpersonal entsandt.

✅ Norwegen – Hat Soldaten zur Teilnahme an den Aktivitäten geschickt.

✅ Niederlande – Entsandten zwei Militärangehörige.

✅ Vereinigtes Königreich – Schickte einen Offizier zur Unterstützung.

✅ Finnland – Entsendung von einigen Soldaten wurde ebenfalls berichtet.» (chatGPT)

Lächerlich an der Sache, die mehr wie Satireschau / Kabarett als Wirklichkeit aussieht: Donald Trump wirft gleichzeitig Dänemark und den Europäern vor, Grönland nicht gegen eine angebliche Gefahr verteidigen zu können, weshalb die USA das tun müßten, und bezeichnet die Entsendung europäischer Truppen, um die Verteidigung Grönlands zu üben, als sehr gefährliche Lage für die Sicherheit des Planeten. Absurderer Selbstwiderspruch bei seinen Begründungen geht kaum. Einzige rote Linie: Er will gegen Recht und NATO-Vertrag Grönland haben. Er spielt den Putin.

Wörtlich sagte er in einer Videoaufzeichnung „They don’t even go there.”4 (MS NOW, 20.1.2026) (Gemeint: ‚Die Dänen gehen nicht einmal nach Grönland.’) Er warf Dänen also mehrmals vor, nicht nach Grönland zu gehen, aber ebenso, nach Grönland zu gehen, was ihn noch wütender machte, so daß er gleich vom ‚Überleben des Planeten’ faselte.

Was sagt eigentlich der NATO-Vertrag von 1949 dazu?

«Die Parteien sind übereingekommen, daß ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird. Folglich verpflichten sich alle, unter Ausübung des Rechts auf individuelle oder kollektive Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen, dem oder den angegriffenen Mitgliedern beizustehen»5 (NATO, Artikel 5, Washingtoner Vertrag 1949)

ChatGPT versucht nun, dies so zu deuten, das angegriffene Land könne nicht den Beistand der NATO verlangen.

«Artikel 5 schützt vor Angriffen von außen, nicht von einem Bündnispartner.

Formulierung: „armed attack against one or more of them” wird in der Praxis als Angriff durch einen externen Gegner interpretiert.» (chatGPT)

Das bedeutet: Es wird in der Praxis so interpretiert, steht aber nicht im Vertragstext. Ich gehe nach dem Wortlaut des Vertragstextes vor, nicht nach politischen Auslegungen, die letztlich hineinzudeuten versuchen, was gerade gefällt wie bei der Bibelexegese eines Predigers, der alles und dessen Gegenteil aus demselben Bibelspruch zu ziehen vermag. Wer nach Recht und Vertrag vorgeht, nicht nach Machtverhältnissen und politischen Absichten – und so sollten Verträge gelten – müßte die NATO nach Artikel 5 aktivieren, wenn Donald Trump mit Gewalt gegen Grönland vorgehen sollte und den Ausschluß der USA aus der NATO fordern und vollziehen.

Das mag befremdlich wirken, doch müssen klare rote Linien gesetzt werden, wenn die Welt nicht kannibalisiert werden soll. Außerdem werde ich – wenn überhaupt – Beifall von falscher Seite erhalten, weil der (un)verantwortliche Präsident Trump von ihnen seit jeher gehaßt wird, vor allem für Versuche, seit 1968 zunehmend von woker (linker und feministischer) Ideologie geprägten Geisteswissenschaften und Universitäten insgesamt von ihrer ideologischen Ausrichtung wegzubringen. Das ist nötig, kann jedoch nicht imperialen und egomanischen Polterern überlassen werden, was historisch schon oft gescheitert ist. Davon ist wenig bis nichts zu sehen. Trump wird die Ideologisierung der Hochschulen und Geisteswissenschaften seit 1968 nicht beheben, ist selbst dessen Ergebnis: Die vernünftigen Kritiker wurden schon vor Jahrzehnten kaltgestellt; jetzt sind deshalb nur noch unvernünftige übrig.

Fußnoten

1 «The exchange of messages between Norway’s prime minister and President Trump

“Dear Jonas: Considering your Country decided not to give me the Nobel Peace Prize for having stopped 8 Wars PLUS, I no longer feel an obligation to think purely of Peace, although it will always be predominant, but can now think about what is good and proper for the United States of America. Denmark cannot protect that land from Russia or China, and why do they have a “right of ownership” anyway? There are no written documents, it’s only that a boat landed there hundreds of years ago, but we had boats landing there, also. I have done more for NATO than any other person since its founding, and now, NATO should do something for the United States. The World is not secure unless we have Complete and Total Control of Greenland. Thank you! President DJT”» (Reuters, 19. Januar 2026) https://www.reuters.com/world/europe/exchange-messages-between-norways-prime-minister-president-trump-2026-01-19/

2 «US sends aircraft to Greenland base amid tensions over Trump’s takeover bid 20. Jan 2026» https://www.business-standard.com/world-news/us-sends-aircraft-to-greenland-base-amid-tensions-over-trump-s-takeover-bid-126012000045_1.html

3 «On top of everything lese, Denmark, Norway, Sweden, France, Germany, The United Kingdom, The Netherlands, and Finland have journeyed to Greenland, for purposes unknown. This is a very dangerous situation for te Safety, Security ad Survival of our Planet.» (Donald J. Trump, TruthDetails) https://www.youtube.com/watch?v=4L3NJ2iLrpQ

4 https://www.youtube.com/watch?v=T3Vb43DgNuk

5 «The Parties agree that an armed attack against one or more of them in Europe or North America shall be considered an attack against them all and consequently they agree that, if such an armed attack occurs, each of them, in exercise of the right of individual or collective self-defence recognized by Article 51 of the Charter of the United Nations, will assist the Party or Parties so attacked» (NATO, Artikel 5, Washingtoner Vertrag 1949) https://www.nato.int/en/about-us/official-texts-and-resources/official-texts/1949/04/04/the-north-atlantic-treaty

Unsre Epoche ist gefangen zwischen zwei systematischen Denkfehlern

Unsre Epoche ist gefangen zwischen zwei systematischen Denkfehlern

Auf der einen Seite steht in unsrer Epoche ein Etablissement, das davon überzeugt ist, eine ‚wertebasierte Ordnung’ zu vertreten, überdies ‚Freiheit’, ‚Fortschritt’ und ‚Demokratie’. Es wäre schön, wenn dies stimmen würde. Jedoch ist dem Etablissement völlig entgangen, daß es seit 1968 in allen westlichen Ländern von Ideologien vollständig übernommen wurde, die menschliche Natur fanatisch bekämpfen. Radikale feministische Wellen, Gender-Mainstreaming, die Propagierung unfruchtbarer Neigung und körperlicher Verstümmelung zum Geschlechtswechsel, die staatlich betriebene Schleifung aller natürlichen Geschlechtsunterschiede und jeglicher menschlicher Kultur, die darauf beruht, gehören dazu ebenso wie linksradikale Utopien und Ideologien, etwa offene Grenzen, Massenmigration, ins Wahnhafte gesteigerte Angst vor vermeintlich in kleinen westlichen Ländern wie der BRD menschengemachten Klimakatastrophen, irrationaler ‚Antirassismus’, der sich auf feministische Vorbilder begründet. So ist BLM (Black Lives Matter) ein Abklatsch eines radikalfeministischen, geheim unter Männerausschluß operierenden Forums namens WLM (Women’s Lives Matter). Letzteres kennt fast niemand und ich nur deswegen, weil ich über diesen Themen seit Jahrzehnten gearbeitet habe.

Die sogenannten ‚Werte’ und ‚Regeln’, auf die sich westliche ‚werte- und regelbasierte Ordnung’ berufen, entpuppen sich bei näherem Hinsehen als radikale, menschenfeindliche und hochgradig toxische Ideologien, die insbesondere männerfeindlich und europäischen Völkern feindlich sind. Dies ist auch nicht erst seit 1968 so; bereits nach dem Ersten Weltkrieg gab es ähnliche Ansätze, die sich sogar bis in die Zeit der Philosophie der Aufklärung, im Englischen ‚Enlightenment’ oder ‚Erleuchtung’ genannt, zurückverfolgen lassen: Wie Christoph Kucklick in „Das unmoralische Geschlecht” zeigte, war bereits in der Philosophie der Aufklärung eine misandrische, männerfeindliche Einstellung Konsens.

Den Grund dafür erarbeiten meine Bücher. Menschen ist eine Wahrnehmung angeboren, die Kinder, Mütter und Frauen bevorzugt, was ursprünglich dem Wohle des Nachwuchses diente. Diese angeboren schiefe Sicht ist uns aber nicht bewußt. Ebenso wenig bewußt sind uns Verdrängungsmechanismen der sexuelle Selektion, die tendenziell einen Großteil der Männer als Verlierer einstufen, von Sex und Fortpflanzung ausschließen läßt, um über Männer Gene zu sieben, nicht aber über Frauen. Der Sinn war ursprünglich daß sieben über Frauen die Anzahl der Nachkommen verringert hätte, was Stamm oder Art aussterben ließe, da beide durch sich stärker fortpflanzende verdrängt würden.

In dem Moment, als Menschen begannen, über sich nachzudenken, statt kultureller, sprachähnlicher Überlieferung zu folgen, wurden sie von solchen angeborenen, männerfeindlichen Schiefsichten fehlgeleitet, was schon die Philosophie der Aufklärung scheitern ließ, indem sie die Welt nach abstrakten Prinzipien neu einrichteten, die schön klingen, die Menschheit aber auf Abwege führten, die wir heute im Zusammenbruch von Gesellschaft, Empathie, Geschlechterbeziehungen und autochthoner Fortpflanzung, bei der massenhaften Zunahme Inceln und sinnlosem Leid Verirrter erfahren. Außerdem verstanden die Aufklärer nicht, wie menschliche Natur und Kultur funktionieren, denn Wissenschaften wie die Ethnologie zu Zeiten Émile Durkheims und Evolutionsbiologie gab es noch nicht, weshalb sie auf abstrakte Prinzipien setzten, die mit menschlicher Natur in Konflikt bringen.

Dies ist seit der Aufklärung und der Französischen Revolution, verstärkt seit der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der darauf folgenden Ausbreitung totalitärer Ideologien wie Kommunismus die eine Seite des Problems. Kosmopoliten waren nach dem Ersten Weltkrieg Vorläufer heutiger Globalisten, die letztlich die gleiche Rolle aufgrund ähnlicher Denkfehler spielten.

Feminismus ist noch radikaler und militanter als Aufklärer auf angeboren schiefe Wahrnehmung hereingefallen. Tatsächlich wurden Frauen stets bevorteilt, doch sie sind diese so gewöhnt, daß sie eine Abnahme oder auch nur Stagnation ihrer Bevorzugung subjektiv als ‚Benachteiligung’ empfanden, ihre Bevorzugung, auf die sie ein Recht zu haben fühlten, stets steigern wollten und sich leicht einreden ließen, das sie bevorzugende System sei ‚Unterdrückung’. Ernest Belfort Bax beschrieb bereits im 19. Jahrhundert zahlreiche rechtliche Benachteiligungen von Männern, die von jeder folgenden feministischen Welle radikal verschlimmert wurden.

Zugleich beseitigte jede feministische Welle einen großen Teil menschlicher Kultur, die beide Geschlechter verbunden, für Empathie, Verständnis, Zusammenarbeit und gute Bezüge gesorgt hatte, und damit meine ich nicht nur Paarbeziehungen, sondern viel mehr, zwischen Männern und Frauen generell. Daher war jede auf eine feministische Welle folgende Generation noch verirrter und gestörter als die vorherige. Probleme nahmen mit jeder Welle weiter zu.

Bereits im Berlin der 1920er Jahre grassierte Syphilis, Drogensucht, feierten wenige Wohlhabende Party, während die Masse darbte und kaputt ging. Für die meisten war die fälschlich ‚goldene zwanziger Jahre” genannte Zeit eine Epoche schrillen Elends, nicht nur finanziell sondern auch sexuell. Auf der einen Seite Kinderprostitution, auf der anderen Seite bei Mädchen zunehmend chancenlose junge Männer, die der männliche Feminist erster Welle Ben Barr Lindsey unfreiwillig in seinem diese Fehlentwicklung propagierenden Pamphlet „Die Revolte der modernen Jugend” von 1925 beschrieb. Wir können in der geschichtlichen Phase der Französischen Revolution, der Zwischenkriegszeit und heute ähnliche Prozesse erkennen.

Die zerbrechenden kulturellen Geschlechterbeziehungen wurden vage gefühlt, aber die Ursachen nicht klar erkannt, weil menschliche Kultur im Sinne von Geschlechterbeziehungen (im Alltag wird der Begriff ‚Kultur’ anders verwendet, meint meist Literatur, Musik, Bildnisse, Filme u.s.w., für uns ist es das kulturelle System der Geschlechter im ethnologischen Sinne) unbewußt wirkt und ist. In der französischen Revolution trug eine Mischung aus royalistisch-monarchischen und altkatholischen Gefühlen die Erhebung der Bürger und Bauern in der Vendée gegen die Auswüchse der Revolution. Wenig später übernahmen nationale Mythen den Versuch der ‚Restauration’ nach gewalttätigen revolutionären Eskapaden. Heute sind es in den USA MAGA-Anhänger und in anderen westlichen Ländern ebenfalls neo-nationale Mythen, die aufgrund drohender Auflösung der Urbevölkerung und ansässigen Ethnien trotz aller Kritik sogar überlebenswichtig sind. Ähnliches gab es auch in der Zwischenkriegszeit. Das Problem mit nationalen Mythen ist, daß sie letztlich am Thema vorbeigehen, daher in die Irre führen, je nach Epoche und Land mehr oder auch weniger. Sie erkennen zwar, daß es ein Problem gibt, doch verstehen sie es nicht und sind nicht fähig, es zu lösen. Deshalb verirren sie sich leicht in Unsinn.

Obwohl diese Gegenseite heute recht hat damit, die woken Ideologien, die uns kaputtmachen, überwinden zu wollen, haben sie keinerlei Ahnung, was sie denn retten sollen und wie. Das gilt auch für die sogenannte ‚Männerszene’. Dort kupfert einer vom anderen Stichworte und Gedanken wie ‚weibliche Hypergamie’ und ‚body count’ ab, ob in Büchern oder in Podcasts, Reels und auf Youtube. Dieselbe Argumentationsmuster breiten sich wie eine Welle aus: Ein Video oder Reel nach dem anderen wiederholt das gerade gängige Grundmuster der Erklärung, oft mit prähistorischer oder evolutionärer Deutung geschmückt. Ähnlich verhält es sich bei MGTOW und Pick-Up-Lehre. Zwar haben sie recht damit, daß Feminismus Menschen kaputt und unglücklich macht, unermeßlich viel sinnloses unnötiges Leid verbreitet, doch was sie dagegen setzen sollen wissen sie nicht. Ein Video nach dem anderen käut letztlich dieselben zu kurz greifenden Ansätze wieder. Ihr Anliegen ist weder unberechtigt noch falsch, geht aber weit am Kern des Problems vorbei und kann dieses daher nicht lösen, so wie nationale Mythen dazu unfähig sind, eher dazu neigen, sich Ersatzgegner zu konstruieren, die mit dem eigentlichen Problem überhaupt nichts zu tun haben, so daß sinnloser Streit entsteht.

Ihr Denken geht ziemlich einhellig etwa wie folgt: Frauen hätten einen ‚hohen Bodycount’, also mit vielen Männern geschlafen, was ihnen aufgrund der weiblichen Vormacht über sexuelle Selektion leicht fällt, seien daher geschädigt. Endlich würden Männer aufhören, den ‚SIMP’ oder ‚Beta’ zu spielen, und sobald sie aus dem fruchtbaren Alter geraten (‚when they hit the wall’), was etwa mit 30 Jahren beginne, würden sie ihre Fehlentscheidung bereuen, viele gute Männer abgelehnt zu haben, um mit einer Unzahl ‚Chads’ zu schlafen. Wenn nur wieder Moral einkehre, dann würde sich das von selbst geben und wären statt verdorbener Frauen vernünftige Mädchen da, die ein Mann heiraten und mit ihnen Kinder großziehen könne. Das hört sich alles vernünftig an, wie auch das Glaubensbekenntnis der ‚wertebasierten Ordnung’, die tatsächlich eine radikale Kulturrevolution gegen menschliche Natur ist. Doch ähnlich wie die Gegenseite beruht es auf Denkfehlern, wenngleich etwas weniger krassen, denn immerhin haben sie ja ‚gute Absichten’. Leider ist laut einem Sprichtwort ‚der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert’.

Vergessen haben Männerszene, Konservative, Rechte und Anhänger neonationaler Mythen wie MAGA, daß die Ursache der Probleme in etwas ganz anderem liegt: dem Verschwinden der menschlichen Universalie einer Kultur, die auf Geschlechterergänzung, Arbeitsteilung, Tausch und Zusammenarbeit beruhte. Ethnologen zur Zeit Durkheims wußten oder ahnten das; heute ist es unvorstellbar, so wie meine Bücher, die genau die Ursachen beschreiben, wie Kultur funktioniert und weshalb Empathie für einheimische Männer, Verlierer und Incel ebenso zusammengebrochen ist wie Gleichgewicht und Zusammenleben beider Geschlechter. Verleger (z.B. Eichborn) schrieben mir sinngemäß, mein Stil sei gut, doch könnten sie keinen Inhalt feststellen. Meine Bücher hätten keinerlei Inhalt. Im Gegenteil, es gibt wenige Bücher, die so viel neue Inhalte haben! Doch was ich beschreibe, ist dem Zeitgeist unvorstellbar, unfühlbar, undenkbar. Sie sind so unfähig zur Empathie mit einheimischen Verlierern und Inceln, zudem so unfähig, den Inhalt wahrzunehmen, daß sie nicht einmal den Denkansatz erkennen und begreifen können, wenn er ihnen haarklein vorgekäut wird. Es widerspricht so total ihrer Identitätsbildung, dem, was sie von Kindheit an als Grundlage des Denkens eingetrichtert erhielten, daß solche Inhalte – genau was sie brauchen, was ihnen fehlt, um den Schaden der Geschlechterbezüge und den Totalausfall von Kultur zu beheben – einfach nicht erkennen können. Sie lesen die Sätze, begreifen aber nichts, weshalb sie unterstellen, diese hätten keinen Inhalt.

Wegen dieses Totalausfalls des Verständnisses für das, was vor sich geht, den Verlust von Geschlechterkultur, die meine Bücher beschreiben, verirren sich heute wie in früheren Epochen dringend benötigte Gegenströmungen, die menschliche Kultur verteidigen und wiederbeleben wollen, in irrationalen Mythen, die je nach Epoche und Gruppe anders getönt sind. Versteht mich nicht falsch: Ich lehne nationale Mythen zwar ab, aber sie haben trotzdem eine Berechtigung, damit wir ethnisch nicht untergehen und niemals mehr das homogene Volk sein können, das uns ausmacht. Es würde bedeuten, daß unsere Vorfahren sich umsonst bemüht hätten, als sie ihr Land für ihre Nachkommen entwickelten, ihre männlichen Linien aussterben, teils wegen Verlust der Fähigkeit, sich in genug eigenen Kindern fortzupflanzen, teils verdrängt von anderen.

Eine Jungfrau, die im feministischen Zeitalter aufwuchs, mag zwar einige körperliche Verirrungen vermieden haben, doch sie ist genauso von grundlegenden Irrtümern und Schiefsicht geprägt, die ihr von Kindheit an beigebracht wurden wie sexuell aktive Schwestern. Im 19. Jahrhundert war die größte feministische Strömung, aus der die Suffragetten hervorgingen, stark von der früheren feministischen ‚Tugendbewegung’ oder ‚Reinheitsbewegung’ (‚social purity movement’) geprägt, worunter sexuelle ‚Reinheit’ gemeint war. Das Urbild des Feminismus war ein keusches, züchtiges Frauenkollektiv, das Männer mit rigider Sexualmoral unterdrückte. Es stimmt nicht, was in westlichen Ländern, besonders den USA, seit Jahren in so ziemlich allen Videos zum Thema gepredigt wird: Daß Mädchen ohne viel Erfahrung mit Männern die Probleme lösen würden. Solche Vorstellung ist ein Pseudokonservativismus, mit dem sich Männer selbst ins Knie schießen. Wer das behauptet, kennt die Geschichte nicht. Aufgrund ihrer Unfähigkeit, das wirkliche Problem zu verstehen, reagieren sie sehr scharf und hart bei Nebenthemen. Ich sage nicht, daß eine gut in einer Kultur erzogene Jungfrau nicht etwas gutes wäre, doch entscheidend ist für das meiste die arbeitsteilige Ergänzung beider Geschlechter, also genau das, was westliche Staaten seit Übernahme durch Radikalfeminismus mit quasireligiösem Eifer ausradieren.

Das gilt noch stärker für politische Mythen, etwa nationale Mythen. Viele hatten auf eine zweite Amtszeit Präsident Trumps gehofft, sich ein Ende der totalitären Gesinnungsdiktatur jener ‚liberalen, regelbasierten Ordnung’ erhofft, die tatsächlich höchst illiberal ist, Andersdenken schon ab dem Kindergarten abzuerziehen und zu verteufeln bemüht ist, deren Regeln und Wert verbiegen und auslöschen menschlicher Natur ist, daher unermeßliches Leid über uns bringen.

Zwar hatten Trump und seine MAGA-Leute recht damit, die Diktatur eines Etablissements zu bekämpfen, das mit woker Ideologie bereits Kinder verbiegt und die einseitige Presse zu schelten, die seit 1968 keine einzige Stimme grundsätzlicher Feminismuskritik oder männlicher Verlierer und Incel veröffentlicht und fair debattiert hat. In der üblichen Verdrehung unterstellt die totalitär gewordene etablierte Medienlandschaft die von ihnen seit Jahrzehnten ausgeübte Diktatur in Übertragung jenen, die von der Gesinnungsdiktatur zu einer für verschiedene Richtungen offene Gesellschaft zurückkehren wollen. Darin verdient er Unterstützung.

Doch die zweite Amtszeit begann beschämend mit einem egomanischen Poltern. Mit einem Rückfall ins imperialistische Zeitalter wollte er sich am liebsten Grönland, dann gar Kanada einverleiben, behandelte den Diktator Putin, der einen blutigen Eroberungskrieg mit vielen Verbrechen gegen die Zivilibevölkerung beginnen hatte, wie einen alten Freund und Kollegen. In seltener Täter-Opfer-Verdrehung gab er den Angegriffenen in der Ukraine schuld am Krieg. Sie hätten sich von Anfang an nicht wehren sollen. Manche vermuten, Trump wolle sich auf eine Konfrontation mit China vorbereiten, weshalb er schnell Frieden um jeden Preis in der Ukraine wolle, oder Putin gar an seine Seite ziehen, wofür die Ukraine einfach mal so geopfert würde. Andere sagen, er wolle Wahlversprechen halten, weshalb er in seltener Egomanie auf Biegen und Brechen ein schnelles Ende anstrebt ohne Rücksicht auf Folgen für die Ukrainer, die auch sein Vize Vance laut peinlichen und verräterischen Äußerungen verächtlich betrachtet hat. Das ist ein Empathieschaden, der einer US-Regierung unwürdig ist. Egoistisch ringt Trump lieber um Rohstoffe wie seltene Erden und Atomkraftwerke der Ukraine. Ihm scheint es wichtiger zu sein, daß die USA oder er selbst profitiert als daß die Ukrainer Freiheit für ihr Land gewinnen – eine höchst unmoralische Position, die der von Putin und seinen Verbündeten zu ähneln beginnt. In diesem Punkt haben leider Trumps Gegner, die seit Jahren täglich über ihn herziehen, diesmal recht.

Wir stehen also zwischen zwei systematischen Denkfehlern: Einerseits den Zerstörern menschlicher Kultur und Natur auf der einen Seite, die auch unsre Ethnien, und Völker auslöschen, uns aussterben lassen, einheimische Männer zu Verlierern und Inceln machen, ihr Leben seelisch grausam kaputtmachen.

Auf der anderen Seite steht eine Richtung, die zwar verspricht, die Selbstzerstörung westlicher Menschen zu beenden, aber keine Ahnung hat, worauf diese zurückgeht, weshalb sie ebenfalls irrationalen Mythen verfallen. Ähnliches gilt für einen großen Teil der Männerrechtler mit ihren Videos zu Hypergamie, ‚Body Count’, die letztlich den Boden bereiten für einen sittenstrengen, lähmenden Feminismus wie im 19. Jahrhundert, als auch für MAGA-Phantasten, die sich Grönland und Kanada einverleiben wollen, weshalb sie gut damit auskommen, daß Putin sich die Ukraine einverleiben will. Da verstehen sich zwei offenbar, was tatsächlich an die Zwischenkriegszeit erinnert. Trotzdem sind die Totalitären und Faschisten heute überwiegend links, feministisch, grün und regenbogenbunt.

Zwischen diesen beiden Polen geht die Vernunft unter. Der heutige Zeitgeist vermag nicht einmal ansatzweise zu begreifen, was einst Ethnologen bekannt war, heute aber undenkbar geworden ist wie die Stimmen einheimischer männlicher Verlierer und Incel, und damit die wichtigsten Inhalte meiner Bücher. Viele Werke können damit glänzen, genau 0 Leser gehabt zu haben, nämlich gar keinen. Es sind Themen, die einfach niemanden kümmern. Deshalb verirrt sich die Menschheit in beiden politischen Flügeln von heute, die beide nichts an der Lage bessern können, die sie nicht einmal verstehen, wobei die Anhänger von WOKE sich täglich um größtmögliche Verschlimmerung bemühen.

© 2026 Jan Deichmohle

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