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Denker und Dichter

Schlagwort: Reproduktionszahl

Nachhilfe in elementarem Rechnen und wissenschaftlicher Methodik

Nachhilfe in elementarem Rechnen und wissenschaftlicher Methodik

Im mathematischen Institut habe ich als Mathe-Hiwi gearbeitet. Meine Aufgabe war es, in den Übungen, die Einführungsvorlesungen begleiten, Übungsaufgaben von Studenten zu korrigieren. Das bedeutet, Beweisgänge Schritt für Schritt zu überprüfen, um genau die Stelle zu markieren, an dem ein Fehlschluß auftrat, und das genau zu begründen. Nur so tritt ein Lerneffekt auf, weil man lernt, Fehler zu vermeiden. Es war nicht statthaft, ein Ergebnis nur als falsch anzustreichen; es mußte punktgenau erklärt werden, welche Zeile oder welcher Gedanke aus welchem Grund fehlerhaft war.

Beginnen wir mit einem ‚dicken Hund’.

«Das RKI erklärt sein folgendes Vorgehen bei der Berechnung von R in einem „Epidemiologischen Bulletin” wie folgt:

„Bei einer konstanten Generationszeit von vier Tagen ergibt sich R als Quotient der Anzahl von Neuerkrankungen in zwei aufeinander folgenden Zeitabschnitten von jeweils vier Tagen. Der so ermittelte R-Wert wird dem letzten dieser acht Tage zugeordnet, weil erst dann die gesamte Information vorhanden ist.

Daher beschreibt dieser R-Wert keinen einzelnen Tag, sondern ein Intervall von vier Tagen.»1 (Morgenpost)

Die Reproduktionszahl wird laut der Definition des Robert-Koch-Instituts berechnet, indem ein Quotient gebildet wird aus zwei Summen, denen der Meldung von Neuerkrankungen in den letzten vier Tagen, und denen aus den vorigen vier Tagen.

Was geschieht nun, wenn, wie am 6. Mai 2020 geschehen, die Testkriterien geändert werden?

«Am 6. Mai wurden vom RKI ja die Richtlinien geändert, wer getestet werden soll (1). Von da an werden alle Personen mit respiratorischen Symptomen jeder Schwere getestet, unabhängig davon, ob es irgendwelche zusätzlichen Risikofaktoren gibt. Letzteres ist die Änderung, vorher mußte eine Person zusätzlich zu Symptomen Risikofaktoren aufweisen. Zudem wird inzwischen zunehmend in der Breite völlig unabhängig von Symptomen getestet, wie die Medienberichte zu Testungen im Bereich des Fußballs (2) und im Bereich der Schlachthöfe zeigen – hier läßt beispielsweise Schleswig-Holstein die Belegschaften aller großen Betriebe im Land testen (3).»2 (Compact)

Es wurde offenbar zuvor verlangt, erstens Symptome zu haben, und zweitens, daß Risikofaktoren vorlagen. Nach der Änderung wurde schon dann getestet, wenn Symptome vorlagen, auch wenn der Patient keiner Risikogruppe (mit Risikofaktoren) zugerechnet wurde. Das ist ein ‚dicker Hund’. Wenn man mit konsistenten Daten arbeiten will, dürfen die Meßdaten nicht von während der Testreihe sich ändernden Meßweisen abhängen. Das geht grundsätzlich nicht. Wer das nicht begreift, ist zu dumm für wissenschaftliches Arbeiten, hat weder an einer Hochschule, noch an einem wissenschaftlichen Institut wie dem RKI etwas verloren. Hier liegt ein grundsätzliches Dummenproblem vor, da es offenbar mehr darauf ankam, möglichst viele Hochschulabsolventen zu erzielen, besonders aus sich hysterisch für angeblich ‚benachteiligt’ ansehenden Gruppen, statt das Niveau auf der gebotenen Höhe zu halten.

Also: Bereits der Ansatz ist Pfusch. Was geschieht logischerweise, nachdem am 6. Mai ein Testkriterium aufgehoben wurde, nämlich einer Risikogruppe anzugehören? Folgendes: Es werden mehr Personen getestet als zuvor. Wir vernachlässigen an dieser Stelle die Frage, wie viele Patienten wir betrachten, denn das fluktuiert und können wir nicht im voraus wissen. Wir wissen aber wohl, daß ein höherer Anteil getestet werden wird, nämlich jene dazutreten, die Symptome haben, aber keiner Risikogruppe zugeordnet werden.

Die Folge davon ist, daß am Tag nach dem Wirksamwerden der Regeländerung in der Variablen X1 ein unvergleichlicher Wert steht, weil dieser einen zusätzlichen Personenkreis enthält, der in den Variablen X2 bis X8 noch fehlt. Dadurch ergibt sich im Quotienten ein Sprung nach oben. Das geht so weiter bis zum Tage 4, in dem im Zähleralle Variablen X1 bis X4 vergrößert sind durch den hinzugekommenen Patientenkreis. Am Tage 4 ist der Sprung des Quotienten R nach oben also am größten.

Was taten wissenschaftliche Banausen im Robert-Koch-Institut, denen man ihren akademischen Grad wegen Unfähigkeit entziehen müßte? Sie gaben eine Warnung wegen ‚gestiegener Reproduktionszahl’ aus.

Verfolgen wir weiter, was logischerweise geschieht; es sei denn, die Erkrankungsrate verändert sich so stark, daß tatsächliche Änderungen die durch arithmetische Fehler bewirkte Änderung überwiegen. Am Tage 5 tritt erstmals auch unten im Nenner die Vergrößerung der Datenbasis bei der Variablen X5 in Erscheinung, weshalb der Quotient R nach unten zu springen beginnt. Dies setzt sich fort bis zum Tage 8 (14.5.2020, falls die Änderungen sofort wirksam wurden), an dem auch im Nenner alle Variablen X5 bis X8 Werte nach den neuen Kriterien enthalten. Nunmehr sind die Daten insgesamt wieder konsistent, weshalb die beiden Sprünge, erst nach oben, dann nach unten, beendet sind.

Wie reagiert das Robert-Koch-Institut? Sie stellen plötzlich fest, daß sie erstens Kritik erhalten, und zweitens nach ihrer Alarmmeldung R wieder zu sinken beginnt. Entweder sind sie aber unfähig, zu erkennen, weshalb das geschieht, weil sie ihre einfache simple Rechnung nicht begreifen, oder sie sind unehrlich und versuchen, ihren Fehler zu vertuschen. Was auch immer, in beiden Fällen haben sie sich disqualifiziert. So etwas gehört nicht in ein wissenschaftliches Institut, so wenig wie ideologische Aktivisten, seien es ‚Forscher’ auf unwissenschaftlichen Gebieten wie Gender, Feminismus, Ideologiefächer anderer Art, oder Klima‚wissenschaftler’, die eben mal hundert Jahre rückwärts Meßwerte nach unten kalibrieren, worauf sie mit viel Datenmauschelei plötzlich einen Hockeystab hervorzaubern, den sie vor Gericht nicht begründen können.

Das Robert-Koch-Institut reagierte, indem es verkündete, ‚Sprünge von R’ vermeiden zu wollen, indem sie geglättete Werte für die Berechnung benutzen. Das löst ihr Problem nicht, weil sie ihren Kardinalfehler überhaupt nicht bemerken, sondern durch Glättung vertuschen.

«Corona-News im Live-Blog: RKI will Reproduktionszahl neu berechnen
T. Pillgruber, M. Schnippert 12. Mai 2020 …
12:03 Uhr: RKI kündigt neue Berechnung für Reproduktionszahl an …

Das Robert-Koch-Institut will die sogenannte Reproduktionszahl neu berechnen. Hintergrund ist, daß der R-Wert generell Schwankungen unterliege. … Deshalb will das RKI in Zukunft einen sogenannten geglätteten R-Wert mitteilen»3 (gmx.net)

Wie wäre ein vernünftiges Vorgehen, wie es in Zeiten, als noch wissenschaftlich gearbeitet wurde, weil es das notwendige Niveau gab, auch getan wurde? Nun, bei uns wäre vorgeschlagen worden, folgende Daten zu erheben:

1.) Datum des Tests
2.) Zugehörigkeit zu Risikogruppe: ja / nein (oder Risikofaktor xyz ja / nein)
3.) Ergebnis des Tests

Falls das RKI beabsichtigt, noch mit weiteren Testkriterien zu spielen, sie bei Bedarf im Laufe einer Erkankungswelle verändern, dann würden auch diese hier aufgeführt und müßten bei der Meldung angegeben werden.

Wenn künftig die Testkriterien verändert werden, wäre es ein leichtes, dies vollautomatisch bei der Berechnung zu berücksichtigen. Es würden also bei der Berechnung beispielsweise in der Übergangszeit für alle Variablen nur Meldungen gezählt, die dem alten Stand (Patient gehört Risikogruppe an) entsprechen. Somit gäbe es zu keinem Zeitpunkt inkonsistente Daten. Oder man berücksichtigt die zusätzlich getesteten gar nicht. So werden niemals Äpfel durch Birnen geteilt. Aber offenbar sind Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts nicht in der Lage, solche logischen Probleme selbst zu erkennen und im voraus dementsprechend zu planen.

«Das RKI erklärt sein folgendes Vorgehen bei der Berechnung von R in einem „Epidemiologischen Bulletin” wie folgt: …
Das dazu gehörende Infektionsgeschehen liegt jeweils eine Inkubationszeit vor dem Erkrankungsbeginn.
Hat sich die Anzahl der Neuerkrankungen im zweiten Zeitabschnitt erhöht, so liegt das R über 1. Ist die Anzahl der Neuerkrankungen in beiden Zeitabschnitten gleich groß, so liegt die Reproduktionszahl bei 1. Dies entspricht dann einem linearen Anstieg der Fallzahlen.”»4 (Morgenpost)

Es gibt aber noch weitere ‚dicke Hunde’. Man bestimmt offenbar das Infektionsgeschehen nicht aus Infektionen, sondern aus Erkrankungen, wobei sich der Zeitpunkt der Infektion aus einer hypothetischen Inkubationszeit ergibt, die überdies in Wirklichkeit je nach Patient sehr verschieden sein kann. Die Reproduktionszahl soll aber nicht die Zunahme oder Abnahme von Erkrankungen ausdrücken, sondern etwas über Infizierte aussagen: Wie viele andere steckt ein Infizierter, ob erkrankt oder symptomfrei, an? Es wird also obendrein ein falscher Datensatz benutzt. Man mauschelt mit Annahmen aus einem Datensatz über Erkrankte einen anderen über Infizierte. Wenn sich die Wirklichkeit nicht so verhält wie angenommen, arbeitet man mit Schrottdaten, und zwar zu jedem Zeitpunkt. Auch das ist bereits vom Ansatz her inakzeptabel. Wenn etwas über Infektionen ausgesagt werden soll, dann müssen Infektionen gemeldet werden. Es müßte Ärzte, Krankhäuser und Labore, die Tests vornehmen, anweisen, Infektionen zu melden. Denkbar wäre auch, alle Testergebnisse melden zu lassen, einschließlich jener mit negativem Befund, wenn die Testpersonen nicht infiziert sind. Das wäre eine gute Möglichkeit, die Infektionsrate der Bevölkerung direkt zu messen, statt mit vielen Annahmen etwas aus Daten herausrechnen zu wollen, was nicht direkt gemessen wurde, und daher auch nicht verläßlich den Daten entnommen werden kann.

Es kommt aber, wie Science Files erläuterte, noch schlimmer.

«Die Anzahl der Neuinfektionen, die dem RKI gemeldet werden und die z.B. heute verkündet wird, ist ein Potpourri der unterschiedlichsten Erkrankungszeitpunkte (je nach Meldebehörde liegen die Erkrankungszeitpunkte um bis zu 12 Tage in der Vergangenheit). Nicht alle heute gemeldeten Neuerkrankten sind ZUM SELBEN ZEITPUNKT erkrankt. Um dieses Problem, das sich auch daraus ergibt, daß zu viele Köche im Meldebrei rühren, zu beherrschen, erfolgt ein Nowcasting, mit dem der aktuelle Stand der Infektionen hochgerechnet wird, und zwar auf Grundlage der Zuordnung der neu gemeldeten Fälle zu ihren jeweiligen Erkrankungszeitpunkten.»5 (Science Files)

Verschiedene Institutionen melden zu verschiedenen Zeitpunkten Daten, die dann zurückgerechnet werden auf den mutmaßlichen Zeitpunkt der Erkrankung (≠ Infektion), um daraus eine Aussage über Infektionen zu basteln. Man wundert sich nicht mehr, wenn Daten unzuverlässig werden. Es erinnert an Temperaturreihen aktivistischer Klimaforscher, mit denen vermeintliche Notstände begründet werden. Jetzt noch zusätzlich eine Glättung vorzunehmen vergrößert die Bearbeitung der Daten weiter, entfernt sie von der ursprünglich gemessenen Realität. Physiker mögen so etwas tun, wenn sie etwa weit im All entfernte Himmelskörper und Erscheinungen untersuchen; diese wissen aber hoffentlich, was sie tun. Beim RKI entsteht dagegen der Eindruck, wie bei aktivistischen Klimaforschern, daß Datennachbearbeitung in den echten Rohdaten vorhandene Tendenzen verdeckt oder gar verfälscht. Denn zwei acht Tage lang selbst geschaffene Sprünge ihrer Größe R werden nicht etwa behoben, sondern durch mathematische Kniffe wieder weggeglättet, was die Inkonsistenz ihrer Daten nicht behebt, sondern versteckt. Das ist aber ein Mißbrauch der Mathematik. Man brüstet sich sozusagen mit einem mathematischen Apparat als ‚wissenschaftlich’, obwohl es Humbug ist, was man macht, indem man Fehler kaschiert statt zu beheben.

Fußnoten

1 https://www.morgenpost.de/vermischtes/article228924543/Corona-Reproduktionszahl-Was-ist-das-Wie-wird-sie-berechnet.html

2 https://www.compact-online.de/was-uns-der-staat-verschweigt-corona-ansteckung-nicht-gestiegen/

3 https://www.gmx.net/magazine/news/coronavirus/corona-aktuell-live-ticker-merkel-macron-planen-lockerung-grenze-34468484

4 https://www.morgenpost.de/vermischtes/article228924543/Corona-Reproduktionszahl-Was-ist-das-Wie-wird-sie-berechnet.html

5 https://sciencefiles.org/2020/04/28/reproduktionszahl-r-wie-wird-sie-berechnet-anders-als-die-meisten-denken/

Die mutmaßliche Reaktion des Robert Koch Instituts auf den Vorwurf zeitweise inkonsistenter Daten von gestern

Die mutmaßliche Reaktion des Robert Koch Instituts auf den Vorwurf zeitweise inkonsistenter Daten von gestern

Nachdem gestern der Vorwurf erhoben worden war, das Robert-Koch-Institut verwende nach Änderung von Testregeln und Testhäufigkeit zeitweise inkonsistente Daten, aufgrund derer es jüngst eine Alarmmeldung ausgab, reagierte das RKI, wie von Regierung, Medien oder amtlichen Stellen gewohnt, nicht etwa mit einem Eingeständnis und Rücknahme ihrer durch Daten bislang nicht ausreichend belegten Warnung. Stattdessen wurde angekündigt, die Berechnung zu ändern.

Zwar könnte es sich um einen Zufall handeln, doch erscheint die zeitliche Abfolge dafür zu passend. Obwohl es sich kaum beweisen läßt, daß die Änderung eine Reaktion auf berechtigte Vorwürfe ist, die jeder, der die Definition einer einfachen Berechnung verstehen kann, selbst auf ihre Stichhaltigkeit nachzuprüfen vermag, wäre es ein wenig viel des Zufalls, wenn dem RKI ausgerechnet am Tag nach peinlichen Vorwürfen einfällt, die Berechnung des kritisierten Index zu ändern.

Gestern, am 11.5.2020, hatte Compact den Brief eines Wissenschaftlers veröffentlicht, der darauf hinwies, daß am 6.5.2020 erfolgte Änderungen an den Regeln, wann getestet wird, und Zunahme der Häufigkeit, mit der getestet wird, sich auf die berechnete Reproduktionszahl R auswirken. Hier im Blog war anhand der Definition des Robert Koch Instituts von R, die der Berechnung zugrunde liegt, begründet worden, weshalb diese Aussage für eine Übergangszeit von acht Tagen richtig ist. Sofern Daten eingehen, die vor mehr als acht Tagen erhoben wurden, könnte diese Übergangszeit sich verlängern, in der Zähler und Nenner teilweise verschieden gemessene Größen enthalten, weshalb der berechnete Wert ungültig oder nicht aussagekräftig ist.

«Corona-News im Live-Blog: RKI will Reproduktionszahl neu berechnen
T. Pillgruber, M. Schnippert 12. Mai 2020 …
12:03 Uhr: RKI kündigt neue Berechnung für Reproduktionszahl an …

Das Robert-Koch-Institut will die sogenannte Reproduktionszahl neu berechnen. Hintergrund ist, daß der R-Wert generell Schwankungen unterliege. …

Deshalb will das RKI in Zukunft einen sogenannten geglätteten R-Wert mitteilen»1 (gmx.net)

Genannt wurde als Grund vom RKI, Schwankungen zu vermeiden, indem geglättete Werte verwendet werden. Eine Folge der Änderung wird sein, daß es etwas mühsamer sein wird, die Werte zu überprüfen, wozu bekannt sein muß, wie die Werte geglättet und verwendet werden. Je nach Glättungsverfahren könnte das eine längere Datenreihe erfordern als bisher; wer nicht über diese verfügt, könnte die Berechnung nicht selbst nachprüfen. Das Problem zeitweise inkonsistenter Daten nach Änderung der Art und Weise, wie getestet wird, ist dadurch nicht behoben worden.

Eine andere Erklärung könnte sein, daß im RKI aufgefallen ist, daß ab dem 14.5., acht Tage nachdem am 6.5. die Testkriterien verändert wurden,  oder kurz darauf, je nach Verzögerung bei der Umsetzung, in Zähler und Nenner des Quotienten, der das alte R definiert, wieder konsistent nur Werte stehen werden, die mit dem neuen Testkriterium gewonnen wurden. Ohne Glättung wäre ein Sprung nach unten zu erwarten, falls sich in der gemessenen Wirklichkeit nichts zeitgleich ändert.  Solch ein Sprung wäre schwer zu erklären, ohne vorherige Fehldeutung zuzugeben.

Fußnote

1 https://www.gmx.net/magazine/news/coronavirus/corona-aktuell-live-ticker-merkel-macron-planen-lockerung-grenze-34468484

Glaub keiner Statistik oder Kennzahl, die du nicht selbst gefälscht hast

Glaub keiner Statistik oder Kennzahl, die du nicht selbst gefälscht hast

Seit Monaten pochen Oppositionelle darauf, intensiv zu testen, um dann Infizierte und Kontaktpersonen zu isolieren, nicht aber die ganze Gesellschaft zu lähmen. Dies gehörte, wie Grenzschließung für alle (ohne Ausnahmen für Einwanderer in den Sozialstaat) zu den frühzeitig nötigen Maßnahmen, die monatelang versäumt wurden. Daher wäre es zu begrüßen, wenn endlich mehr getestet wird – mit Monaten Verspätung –, sofern dabei ehrlich vorgegangen würde.

«Was uns der Staat verschweigt: Corona-Ansteckung nicht gestiegen 1
von Online-Autor am 11. Mai 2020
Das Robert Koch-Institut (RKI) rief heute erneuten Anstieg der Corona-Infektionen aus. Was nicht gesagt wurde: Die Testkriterien wurden vor Tagen geändert… Der folgende Brief ging heute als E-Mail über den Verteiler der Ärzte für individuelle Impfentscheidung. Verfasser ist Prof. Christof Kuhbandner, Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogische Psychologie VI. der Uni Regensburg.

Liebe Alle,
Sie haben es sicher mitbekommen: Das RKI ist mit der Message in den Medien unterwegs, daß aktuell die Reproduktionszahl R wieder steigen würde, was laut RKI an den bundesweiten Lockerungsmaßnahmen liegen würde (spiegel.de). Das ist – man muß es in meinen Augen so sagen – eine unfaßbare Irreführung des Bürgers. Am 6. Mai wurden vom RKI ja die Richtlinien geändert, wer getestet werden soll (1). Von da an werden alle Personen mit respiratorischen Symptomen jeder Schwere getestet, unabhängig davon, ob es irgendwelche zusätzlichen Risikofaktoren gibt. Letzteres ist die Änderung, vorher mußte eine Person zusätzlich zu Symptomen Risikofaktoren aufweisen. Zudem wird inzwischen zunehmend in der Breite völlig unabhängig von Symptomen getestet, wie die Medienberichte zu Testungen im Bereich des Fußballs (2) und im Bereich der Schlachthöfe zeigen – hier läßt beispielsweise Schleswig-Holstein die Belegschaften aller großen Betriebe im Land testen (3).

Durch die damit verbundene deutliche Ausweitung der Tests – in den Wochen davor wurden ja bis zu 60% der vorhandenen Testkapazitäten nicht genutzt (4) – werden natürlich deutlich mehr Infektionen entdeckt. Deswegen haben sich aber nicht mehr Personen als vorher angesteckt, sondern die erhöhte absolute Anzahl an gefundenen Infektionen spiegelt nur die Ausweitung der Tests wider. Deswegen ist es absolut irreführend, wenn das RKI hier von einem „gestiegenen R” spricht.»1 (Compact)

Früher wurde über gefälschte Statistiken gespottet. Heute sind wir weiter und werden von gefälschten Kennzahlen irregeführt. Der Staat hat bereits Übung darin. Seit den 1960ern bekriegen uns Feministinnen mit gefälschten Statistiken, die überdies noch auf irrigen Annahmen beruhen, die sowohl menschlicher Natur, als auch menschlichen Universalien wie Kultur widersprechen. Auch die Statistik der Arbeitslosen wird seit Jahrzehnten ‚kreativ’ geführt, indem sich beinahe jede Regierung neue Kniffe einfallen läßt, um sich gegenüber früheren Regierungen besser darstellen zu können. Dabei verschwanden sukzessive immer mehr tatsächlich Erwerbslose aus ihrer statistischen Abbildung als Arbeitslose, um die Regierung als erfolgreich darzustellen. Aus den letzten Jahren ist bekannt, wie sowohl Straftaten von fälschlich als Flüchtling oder Asylbewerber eingestuften Einwanderern und ihrer Nachfahren einfallsreich versteckt wurden, indem vieles aufgrund von Überlastung, stillschweigender Duldung oder Anordnungen nicht mehr oder nur unwillig erfaßt, in sonderbare Rubriken einsortiert, oder durch Einbürgerung anderen Gruppen zugerechnet wurde, als auch ‚rechte Straftaten’ durch ebenso raffinierte Zählweisen aufgebläht wurden. Übergriffe muslimischer Migranten auf jüdische Bürger konnten ebenso zur ‚rechten Straftat’ werden wie Handlungen oder Äußerungen solcher Kreise als ‚ausländerfeindlicher’ oder ‚rechter’ Vorfall umgedeutet.

Inzwischen ist nicht einmal mehr wissenschaftlichen Instituten zu trauen. Auch das ist nicht überraschend. Feministischer Unsinn verdrängt seit 1968 objektive, wertneutrale Wissenschaft. Gender-Mainstreaming ist seit den 1980er Jahren in der BRD Staatsziel, höchstes Ziel bei internationaler Zusammenarbeit und Verträgen gewesen. Jahrzehntelang hat sich fast niemand darüber beschwert, verhallten meine Argumente ungehört und Bücher ungelesen. Nun erleben wir in der EU und UNO viele ähnlich schädliche und gleichermaßen verbissen den Bürgern aufgezwungene Ideologien: Globalismus, Massenmigration, Klimahysterie und vieles mehr. Die von der BRD seit jeher unterstützte bürokratische Ordnung, von Kritikern zuweilen ‚neue Weltordnung’ genannt, was dann von offizieller Seite als ‚Verschwörungstheorie’ bezeichnet wird, hat international, nicht nur in der EU, eine Vielzahl ideologischer Utopien und Projekte festgeschrieben, denen sich einzelne Staaten gar nicht mehr entziehen können dürfen. Die Regierung war stolz darauf, wie in meinem Buch „Die Genderung der Welt” aus Originalquellen belegt.

«Das RKI erklärt sein folgendes Vorgehen bei der Berechnung von R in einem „Epidemiologischen Bulletin” wie folgt:

„Bei einer konstanten Generationszeit von vier Tagen ergibt sich R als Quotient der Anzahl von Neuerkrankungen in zwei aufeinander folgenden Zeitabschnitten von jeweils vier Tagen. Der so ermittelte R-Wert wird dem letzten dieser acht Tage zugeordnet, weil erst dann die gesamte Information vorhanden ist.

Daher beschreibt dieser R-Wert keinen einzelnen Tag, sondern ein Intervall von vier Tagen. Das dazu gehörende Infektionsgeschehen liegt jeweils eine Inkubationszeit vor dem Erkrankungsbeginn.

Hat sich die Anzahl der Neuerkrankungen im zweiten Zeitabschnitt erhöht, so liegt das R über 1. Ist die Anzahl der Neuerkrankungen in beiden Zeitabschnitten gleich groß, so liegt die Reproduktionszahl bei 1. Dies entspricht dann einem linearen Anstieg der Fallzahlen.”»3 (Morgenpost)

Die neueste Groteske ist nun, daß sich sogar das einstmals angesehene Robert-Koch-Institut dazu herabläßt, während einer laufenden ‚Pandemie’ – in der offiziellen Bezeichnungsweise – die Testmethode zu ändern, und dies bei der Präsentation ihrer Statistik zu unterschlagen, ja, schlimmer noch, vor gestiegenen Zahlen zu warnen, die nicht aufgrund realer Änderungen entstanden, sondern aufgrund geänderter Meßweise. Was es bedeutet, wenn mehr gemessen wird, demgemäß mehr Neuinfektionen oder Neuerkrankungen gefunden werden, die oben im Zähler des Quotienten auftauchen, ist offensichtlich.

«Die Anzahl der Neuinfektionen, die dem RKI gemeldet werden und die z.B. heute verkündet wird, ist ein Potpourri der unterschiedlichsten Erkrankungszeitpunkte (je nach Meldebehörde liegen die Erkrankungszeitpunkte um bis zu 12 Tage in der Vergangenheit). Nicht alle heute gemeldeten Neuerkrankten sind ZUM SELBEN ZEITPUNKT erkrankt. Um dieses Problem, das sich auch daraus ergibt, daß zu vielen Köche im Meldebrei rühren, zu beherrschen, erfolgt ein Nowcasting, mit dem der aktuelle Stand der Infektionen hochgerechnet wird, und zwar auf Grundlage der Zuordnung der neu gemeldeten Fälle zu ihren jeweiligen Erkrankungszeitpunkten.»4 (Science Files)

Daran ändert auch Hochrechnung der unvollständig gemeldeten Rohdaten aus der Vergangenheit in die Gegenwart nichts; eine Änderung von Testweise und Häufigkeit des Testens verzerrt das Bild für acht Tage, weil R nach Definition des Robert Koch Instituts gebildet wird, indem die Summe der letzten vier Tage durch die Summe der vorangegangenen vier Tage geteilt wird. Solange im Zähler und Nenner des Quotienten Daten eingehen, denen unterschiedliche Meß- oder Testverfahren zugrunde liegen, werden hier Äpfel durch Birnen geteilt, was die so entstehenden Zahlenwerte unbrauchbar macht. Erst nach Ablauf der Frist, wenn die Ausgangsdaten oben und unten im Bruch auf gleichem Verfahren beruhen, ist das Ergebnis aussagekräftig.

«In Großbritannien stieg die Zahl der Krebstoten in den vergangenen Wochen um zwanzig Prozent. Der Chef der deutschen Krebshilfe befürchtet ein ähnliches Ergebnis in Deutschland, falls sich nichts ändert. Es sind Opfer der Maßnahmen. Alle reden davon, daß man unbedingt die Triage habe vermeiden müssen. Deshalb die totale Stilllegung des öffentlichen Lebens. Aber de facto haben wir die Triage. Wer nicht Covid-19 hat, läuft Gefahr zu sterben, weil er nicht behandelt wird.»2 (Tichys Einblick)

Während bei den Coronafällen geschummelt wird, um gegen Lockerungen zu polemisieren, wird die Zunahme von Todesfällen, die durch Nichtbehandlung oder verspätete Behandlung anderer Krankheiten entsteht, weil in den Krankenhäusern Platz gehalten wird für Coronafälle, was oft leere, ungenutzte Betten und Geräte bedeutete, ebenso unterschlagen wie die Zunahme von Selbstmorden aufgrund der Verzweiflung wegen durch die Quarantäne aller ruinierte Existenzen.

Die Menschen im Mittelalter waren zwar wissenschaftlich gesehen unwissender, kamen aber nicht auf unsre dumme Idee einer Quarantäne für alle; sie haben die Leprakranken als Aussätzige isoliert, nicht aber die gesamte Bevölkerung. Gewiß war das unerfreulich, aber besser als unsre heutige Reaktion; besseres stand damals nicht zur Auswahl. Wir könnten klüger wählen, tun es aber nicht.

Fußnoten

1 https://www.compact-online.de/was-uns-der-staat-verschweigt-corona-ansteckung-nicht-gestiegen/

2 https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/herles-faellt-auf/hoffen-auf-die-zweite-welle-oder-warum-soeder-seuchelt/

3 https://www.morgenpost.de/vermischtes/article228924543/Corona-Reproduktionszahl-Was-ist-das-Wie-wird-sie-berechnet.html

4 https://sciencefiles.org/2020/04/28/reproduktionszahl-r-wie-wird-sie-berechnet-anders-als-die-meisten-denken/

© 2020 Jan Deichmohle

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