Jan Deichmohle

Denker und Dichter

Schlagwort: Rebellion

Jugendliche Rebellion, Revolution und politische Hysterie

Jugendliche Rebellion, Revolution und politische Hysterie

Eben las ich einen gestern veröffentlichten Vergleich des Kults um „Generation Greta” mit Rousseau und Robespierre. Die Idee ist gut, greift aber zu kurz und geht von einem veralteten Weltbild aus, in dem moderne Evolutionsbiologie und Feminismuskritik noch nicht angekommen ist.

Ein natürlicher Antrieb von Rebellionen seit Urzeiten bis zu den Klimahüpfern ist eine Folge der Zweigeschlechtlichkeit, bei der ein Geschlecht über Fortpflanzung und sexuelle Selektion dominiert. Dies ist bei fast allen Tierarten einschließlich dem Menschen das weibliche Geschlecht.

Grundlegender Nachteil männlichen Lebens ist die Hürde, erfolgreicher sein zu müssen als andere Wettbewerber, um soziale Anerkennung und schließlich gute Möglichkeiten zu erhalten, sich fortzupflanzen. Viele männliche Artgenossen werden diskriminiert oder sterben bei dem Versuch.

Sobald männliche Jungtiere geschlechtsreif werden, werden sie bei vielen Tierarten verjagt, bei anderen sind sie schon früher flügge. Dies entspricht einer Neigung zur Rebellion gegen Eltern und hergebrachte Ordnung, die auch bei Menschen Teil jugendlichen Reifeprozesses ist. Die evolutionäre Grundlage davon ist folgendes: Um die weibliche Wahl, die uns unbewußt wirkt und das weibliche Geschlecht, zusammen mit Fruchtbarkeit, dominant macht, zu bestehen, müssen noch niederrangige Jungtiere oder menschliche Jugendliche sich hart mühen, aufzusteigen. Sie sind aber noch schwach und unerfahren. Deswegen erscheint ihnen die elterliche Ordnung bedrohlich: Dort sitzen bereits Platzhirsche, genießen Macht, Ansehen und fruchtbare Frauen. Stärkere und erfahrenere Männer sind motivierter, sich zu mühen, um den Aufstieg zu schaffen. Doch wer zu abgeschlagen oder jung dafür ist, hat offenkundig wenig Aussichten und daher Interesse daran, eine Ordnung zu stürzen, die ihn benachteiligt. Deshalb sind männliche Jugendliche rebellisch, ansonsten Benachteiligte.

Der Evolutionsbiologe Steve Moxon schrieb, eine Mehrzahl Männer würde von der männlichen Hierarchie benachteiligt, weshalb es für sie von Vorteil wäre, diese umzustürzen, um selbst besseren Zugang zu erhalten. Ursprünglich und im Kern ist das Zugang zu fruchtbaren Frauen; doch aus männlicher Hierarchie, deren Ausbildung von weiblicher Wahldominanz durch sexuelle Selektion vor langen Zeiten erzwungen wurde, und zwar noch im Tierreich, entwickelte sich ein Streben nach sozialer Anerkennung. Ansehen und Rang in der Gesellschaft sind heute entscheidend für viele Dinge, die nicht direkt mit Sexualität zu tun haben, doch die Urkraft, die männliche Hierarchien entstehen ließ, war der Druck sexueller Selektion. Die Gesellschaft entstand aus der Familie und Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen.

Jugendliche Rebellion ist also wesentlich älter als die Menschheit. Auch politische Revolutionen hat es von der Antike bis heute immer wieder gegeben, doch waren dies ursprünglich Kämpfe unter Männern um politische Macht, die biologisch den gleichen Zweck und Sinn hatten wie das Aufbegehren von Jugendlichen: Sich einen Platz in der Welt zu finden. Wurde der Druck der Benachteiligten zu groß, stürzten diese die Ordnung, um selbst an die Fleischtöpfe zu gelangen.

Dies alles wäre wenig verwunderlich und bedürfte keiner weiteren Analyse, wenn nicht spätestens in der Zeit der Aufklärung ein weiteres Problem aufgekommen wäre. Hiermit sind wir wieder bei Rousseau und anderen Aufklärern angelangt. In jener Zeit schickten Philosophen sich an, die Welt nach ihren Grundsätzen vermeintlich ‚vernünftiger’ zu gestalten, was ihnen in vielerlei Hinsicht auch gelungen sein mag. Gescheitert sind sie bei allem, was mit den Geschlechtern zu tun hatte, weil ihnen die Evolution und alles, was damit zusammenhängt, noch unbekannt war.

Mithilfe der Evolution wurde aufgedeckt, daß wir unbewußt bereits in unserer Wahrnehmung, und auch unsrem Handeln, Kinder als hilfsbedürftig bevorzugen, was aufgrund der Unreife, mit der Menschen geboren werden, auch nötig ist. Allerdings erstreckt sich bevorzugte Wahrnehmung und Behandlung auch auf Frauen, die evolutionär Mütter sind, denn nur Frauen, die Mütter wurden, leben in Nachkommen fort. Deshalb ist unsre Wahrnehmung der Geschlechter schief und sahen Philosophen der Aufklärung Frauen als ‚benachteiligt’ an, also genau das Gegenteil dessen, was aus evolutionärem Sinn eine biologisch nachweisbare Tatsache ist. Hinzu tritt eine zweite Schiefsicht. Damit rangniedere männliche Artgenossen sich nicht unberechtigten Zugang zur Fortpflanzung erschleichen, muß es Mechanismen geben, die Schummeln und Mitleidsmaschen verhindern, sonst könnte das männliche Geschlecht nicht als Filter für Gene dienen. Daraus folgt, daß wir männliche Verlierer schlecht oder verächtlich wahrnehmen müssen, und jeden Versuch von Verlierern, in sexueller Hinsicht an Mitleid zu appellieren, empört zurückweisen. Daraus ergibt sich eine beobachtbare Empathielücke gegenüber Männern.

Solche Probleme lassen sich bereits in der Philosophie vor der Aufklärung nachweisen, etwa in der frühen Neuzeit. Letztlich sind sie zeitlos und prägen jede Zivilisation. Aus diesem Grunde neigt jede Zivilisation dazu, von Generation zu Generation weiter zu ‚verweichlichen’, Frauen stärker zu bevorzugen als die vorherige, bis sie an dieser zunehmenden Einseitigkeit zugrundegeht oder von vitaleren Völkern überrannt wird. Obwohl es also grundsätzlich ein zeitloses Problem ist, geschah während der Epoche der Aufklärung massive Verstärkung. Kucklick schrieb von der ‚Sattelzeit’, in der sich männerfeindliche Sichten massiv im Denken festsetzten, ebenso die Vorstellung von Frauen als ‚Lichtgestalt’ und ‚unterdrückt’. Der Versuch, die Welt ‚vernünftiger’ einzurichten, gründete also auf einem krassen Irrtum bezüglich beider Geschlechter.

Weshalb brach der Tugendterror mit den Erben Rousseaus wie Robespierre aus? Auch das hat einen Grund. In früheren Zeiten bestanden natürliche Geschlechterbezüge, zu denen auch kulturelle Ergänzung gehört. Rebellionen stellten diese nicht in Frage; es ging nur darum, welche Männer Ansehen genossen, um in der Gesellschaft – und damit bei fruchtbaren Frauen – Geltung zu haben. Eine Revolution war lediglich eine blutige Form des Kampfes um Rangordnung, den Hirsche mit ihrem Geweih einmal jährlich auszufechten pflegen.

Doch die Idee aufklärerischer Philosophie von der Gleichheit der Menschen, so edel sie gemeint war, stand auf Kriegsfuß mit biologischen Tatsachen und der Grundlage von Kultur. Die Geschlechter sind nicht nur verschieden und ergänzen sich, sondern darauf beruht menschliche Kultur. Wer Individuën unter Vernachlässigung ihres Geschlechts, der Bezüge zwischen ihnen, auseinanderreißt, sozusagen zu gleichen, autonomen Subjekten erklärt, begeht einen kardinalen Fehler, den später die Frauenbewegung auf die Spitze getrieben hat. Damit wird nämlich menschliche Natur ebenso wie Kultur geleugnet, eine Kultur, die so elementares menschliches Bedürfnis ist wie Sprache.

Ein Zerreißen dieses für menschliches Leben grundlegenden Zusammenhanges setzt irrationale Kräfte frei. In der Rebellion geht es jetzt nicht mehr darum, ranghohe Männer (etwa den Adel) zu stürzen, um selbst ranghoch zu werden, sondern ums Prinzip, um eine Ideologie, ein politisches Bekenntnis, letztlich eine Glaubensfrage, in der so unerbittlich und blutig gekämpft werden mag wie sonst allenfalls in mittelalterlichen Glaubenskämpfen. Statt um die richtige Verehrung des wahren Gottes kämpfen nun Revolutionäre um die richtige Auslegung der ‚gerechten’ Ideologie. Die ganze Welt soll umgekrempelt werden. Eine Frauengestalt, die trikoloreschwingende Marianne, wurde zum Symbol der Französischen Revolution. Ein Zug Frauen setzte sich an die Spitze eines waffenziehenden Zuges, wie in „Abrechnung mit dem Feminismus” abgebildet. Das ist ungewöhnlich. Denn hierbei nimmt Gewalt eine neue Qualität an, die sie zuvor nicht hatte. Politische Hysterie kündigt sich an.

Seitdem verschärften sich die Probleme. Aufgrund der uns unbewußt wirkenden schiefen Wahrnehmung der Geschlechter nahm die im Denken der Zeit verankerte Misandrie ebenso weiter zu wie der Irrglaube an vermeintliche ‚weibliche Benachteiligung’. Daraus erwuchsen vorfeministische Bestrebungen, vielfach bei Frauen, die wie Woolstonecraft in ihrer Geschlechterrolle durch lesbische Tendenzen verwirrt waren. Denn wer solche Tendenzen hat, wird den Sinn gegenseitiger Aufgaben und Bezüge beider Geschlechter kaum ganz verstehen können und ist am ehesten geneigt, sie als ‚hinderlich’ einzustufen, obwohl sie im Gegenteil grundlegend für Kultur sind.

Seitdem fand ein Wandel statt. Klassische Rebellionen waren der Versuch junger oder benachteiligter Männer, an die Spitze der Hierarchie zu gelangen, um soziales Ansehen, Wohlstand und das Interesse von Frauen zu gewinnen. Klassische Revolutionen entstanden aus Not, wenn Hungernde oder Geschundene sich gegen ungerechte Zustände erhoben. Doch nun entstand ein sehr merkwürdiger Typus von Rebellion oder Revolutionären, die eigentlich alles hatten, aus gutem Elternhaus, keine Not litten, aber aus Emotionen heraus revolutionär wurden. Das ist eigentlich etwas ungeheures, weil ihre Rebellion nichts mehr mit dem ursprünglichen biologischen Sinn des Rebellischseins zu tun hat. Man kann es daher als im Kern ungesund ansehen. Nicht diskriminierte Männer rebellieren, um einen höheren Platz in der Hierarchie des Ansehens zu erreichen, der ihnen Zugang zur Liebe der Frauen ermöglicht, sondern bevorzugte Frauen, die Männer diskriminieren, sich dabei aber subjektiv einbilden, selbst benachteiligt zu sein. Nicht notleidende Menschen machen Revolution, sondern satte Wohlstandskinder, die zunehmend übersättigter, zugleich aber unzufriedener werden. Dies unterscheidet eine politische Hysterie deutlich von einer natürlichen jugendlichen Rebellion, sogar von einer Notrevolution. Außerdem ist sie von subjektiver Einbildung geprägt, selbstbezogener und oft frauenbezogener Sicht, die auf dem Zerfall kultureller Ergänzung beruht, also überzogenem Individualismus, der zerstörerisch wird, weil er leugnet, was an zwischenmenschlichen und zwischengeschlechtlichen Bezügen nötig ist.

Zum ersten Mal tritt dies deutlich mit der ersten feministischen Welle in Erscheinung, einer Bewegung meist gutbürgerlicher Frauen, die bequem den Großteil des Geldes ausgaben, das ihre hart dafür arbeitenden Männer verdienten. Nicht ihre noch mehr arbeitenden Mütter oder Großmütter hatten rebelliert. Im Gegenteil, es waren zunehmend Hausfrauen, die sich von der Notwendigkeit, mehr zu arbeiten, freigemacht hatten. Es waren also in mehrfacher Weise besonders privilegierte Frauen, die rebellierten: Sie waren privilegiert in ihrer Gesellschaft, weil sie oft gutbürgerlichen Kreisen angehörten, und sie waren privilegiert gegenüber ihren Vorfahrinnen, weil sie weniger Arbeit hatten als diese. Doch genau das machte sie unzufrieden.

Was war geschehen? Die alte, seit Urzeiten bestehende Geschlechterergänzung hatte sich begonnen aufzulösen, was Folge der Philosophie und sich daraus ergebenden Politik war, die in der Epoche der Aufklärung verbreitet worden war. Immer weniger wurde von Männern als männliche, von Frauen als weibliche Gabe für die Familië eingebracht. Der bei urzeitlichen Ethniën bekannte Tausch größerer Gruppen von Frauen oder Männern, die etwa mit erjagtem Fleisch oder von Bäumen aus großer Höhe geholtem Honig heimkehrten, war erloschen. Jetzt gab es eine Ökonomie, in der jeder für Geld Erwerbsarbeit leisten sollte. Technik ermöglichte vieles, was im bisherigen Handwerk mit ‚natürlichen’ Mitteln nicht möglich gewesen wäre, doch das Schwinden kultureller Strukturen, die Frauen und Männer verbanden, war ein menschlicher Verlust.

Die neue technische Ökonomie ermöglichte Wohlstand, doch zersetzte kulturelle Zusammenhänge der Geschlechter, was die Glücksfähigkeit beschädigte. Menschen wurden unzufriedener, ohne recht zu wissen, weshalb. Zur Erklärung ihres gefühlten Mangels griffen sie Ideën der Philosophie auf, von denen sie nicht wußten, daß diese Ideën ihr namenloses Leid erst geschaffen hatte. So kam etwas neues auf: politische Hysterie. Wie aus Evolutionsbiologie gefolgert, ist es Menschen angeboren, Frauen für hilfsbedürftig zu halten, woraus zusammen mit dem resultierenden Wahrnehmungsfehler der Aufklärung ‚benachteiligt’ wurde. Wer nun einerseits aus dem Denken der Philosophie folgert, Frauen seien ‚benachteiligt’, auch die Evolution noch nicht begriffen hat, die das Gegenteil nachweisen könnte, zugleich aber einen Mangel spürt, ein Leiden an seiner Existenz, das die Person sich nicht erklären kann, ist versucht, zu rebellieren, daran zu glauben, eigenes Leiden zu heilen, indem gegen die vermeintliche ‚Benachteiligung’ von Frauen gekämpft wird. Daraus entstand die erste feministische Welle im 19. Jahrhundert und ebenso die folgenden.

«Hier schließt sich der Kreis zu Rousseau: Für dessen Idee des ‚allgemeinen Willens’ bedurfte es auch eines völlig bindungslosen Menschen, eines staatsunmittelbaren Wesens, der keine Herkunft, keine Kultur, keine private Sphäre und keine Familie kennt und nur einer absoluten Idee verpflichtet ist.»1 (Robert, unbesorgt)

Wir können ergänzen: Ein solches Wesen kennt auch kein Geschlecht mehr, wenn solch ein Prinzip auch auf geschlechtliche Natur angewendet wird.

Verhängnisvoll daran ist, daß solch eine Bewegung genau das zerstört, was ihr Leiden tatsächlich ausgelöst hat: Die Zerstörung arbeitsteiliger wichtiger Aufgaben, durch die beide Geschlechter einst aufeinander bezogen gewesen waren, was ihnen Identität gab und Sicherheit. Mädchen und Jungen hatten ihre Identität von Geburt an, brauchten sich nicht um diese mühen. Sie lernten, etwas füreinander zu tun, woran sie reifen konnten. Sie lernten zu geben, und daß sie etwas von anderen dafür erhalten. Das ist die beste und stärkste Form der Sozialisierung. Ihr Tun in einem solchen Zusammenhang ist nicht egozentrisch, denn es wird für andere getan: Was Männer erarbeiten, bringen sie ein in die Familie, Sippe, oder die Gemeinschaft, ebenso Frauen, was sie erarbeiten. Solche Arbeit war sinnlich, gerade weil sie geschlechtlich war, bestätigte Männlichkeit oder Weiblichkeit, sowohl im Ansehen der anderen wie im eigenen Empfinden. Der Sinn für diesen Wert ist uns in 150 Jahren feministischer Propaganda völlig verloren gegangen.

Je weiter feministische Wellen darin fortschritten, die Welt, Arbeit und Leben der Menschen geschlechtsneutral umzugestalten oder zu ‚gendern’, desto stärker die Entwurzelung, der Mangel an Identität, Bezügen, Kultur und Gemeinschaft, die aus alledem erst entsteht. Konservative verteidigen meist nur die Kernfamilië, die sehr wichtig ist, aber doch nur ein Teil noch umfassenderer Kultur. Der Mangel und das Leiden daran verstärkte sich also ständig. Feministische Hysterie ist zerstörerisch: Sie verbreitet die Ursachen ihres Leidens in der Welt. Da sie sich einbilden, ihre Heilung liege in der Durchsetzung ihrer Ideologie, mit der sie sich betäuben wie ein Rauschgiftsüchtiger, der seine Entzugserscheinungen mit einer neuen Dosis bekämpft, sind sie fanatisch und intolerant, verbieten Andersdenken oder gar den vorsichtigen Entzug ihrer kollektiven geistigen Verirrung.

«Wikipedia will Maßnahmen gegen Klimaleugner. – „Maßnahmen gegen Klimaskepsis und Klimaleugner: … Vorgeschlagen werden sowohl schrittweise als auch radikale Veränderungen der Herangehensweise an Leugner.”»2 (Debatte, achgut)

Wütend werden sie, wenn jemand die ‚Unterdrückung der Frau’, den Klimaglauben oder andere hysterische Einbildung leugnet, denn nur ihr Kampf hält sie davon ab, sich mit den wirklichen Ursachen ihres Leidensdrucks auseinandersetzen zu müssen.

Politische Hysterie der Suffragetten wurde 1910 in einer Rede im britischen Parlament als Hauptgrund genannt, weshalb es schädlich wäre, ihren Forderungen nachzugeben, denn nach Erfüllung würde deren Hysterie für das Erreichen beliebiger anderer Ziele verwendet werden. Seitdem haben wir tatsächlich immer wieder hysterische, extremistische Politik. Alle feministischen Wellen sind von diesem Typus, aber nicht nur diese. Auch die Spinnereien der Grünen, ihre Klimareligion und der selbstmörderische Massenmigrationswahn sind ebenso wie Gender-Mainstreaming von diesem Typus.

Greta Thunberg ist in diesem Zusammenhang nur eine späte unfreiwillige Selbstparodie dieses Musters hysterischer Politik, die schwere Zerstörungen hinterläßt. Neben erklärlichen Ursachen, die sich aus dem Verlust natürlicher Lebensweisen und überlieferter Kultur ergeben, in der sich die Summe der Erfahrungen vieler Generationen ausdrückte, gab es in allen feministischen Wellen irrationale Triebkräfte. Zur Zeit der ersten feministischen Welle trat erstmals die Schizophrenie in Erscheinung, deren überproportionale Verbreitung bei Gründungsfeministinnen erster und zweiter Welle in „Abrechnung mit dem Feminismus” dokumentiert ist, ebenso weitere irrationale bis psychotische Triebkräfte. Doch unabhängig von den Triebkräften ist solche politische Hysterie destruktiv. Hiermit kehren wir zurück zum geistigen Amoklauf, wie ihn erstmals die Französische Revolution vorführte, als die Guillotine benutzt wurde, um Andersdenken aus der Welt zu schaffen. Begründer der Revolution, einstige Weggenossen, wer immer Robespierre in die Quere kam, wurde geköpft; zum Schluß wurde Robespierre selbst unter das Fallbeil gelegt. Die Revolution frißt ihre Kinder, hinterläßt einen Scherbenhaufen, verbrannte Erde. Nach dem Feminismus ist nichts mehr übrig von natürlicher Weiblichkeit und Geschlechterbezügen, sind wir hinter die Steinzeit zurückgefallen, in der Menschen nicht so entwurzelt waren wie wir heute.

Fußnoten

1 https://unbesorgt.de/der-klima-alarmismus-als-spielart-des-kulturpessimismus/

2 https://www.achgut.com/artikel/der_kulturpessimismus_der_klima_alarmisten/P5#comment_entries

Jugendrebellionen gegen Feminismusfolgen

Jugendkulturen gegen Feminismusfolgen

Seit der Romantik überrollt uns eine Welle der Jugendkulturen nach der anderen. Warum seit der Romantik? Wieso hat seit jener Zeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts traditionelle Kultur keine Bindekraft mehr, schreckt Jugendliche eher ab und zwingt sie, sich außerhalb überlieferter Formen Identität zu suchen?

Die Frage läßt sich beantworten. Zunächst die falsche übliche Antwort: Gewöhnlich wird darauf verwiesen, daß schon im Tierreich unbeweibte männliche Jungtiere sich von Mutter und Vater lösen, um sich einen Platz in der Welt zu erkämpfen, beim Menschen zu erarbeiten. Die Rebellion gegen den Vater sei gewissermaßen Voraussetzung, selbst erwachsen und zum Mann zu werden.

Doch diese Erklärung zieht nicht. Als Väter stärker (oder weniger schwach als heute) waren, gab es solche Rebellion nicht. Kulturen gaben Jugendlichen die Mittel, erwachsen zu werden. Kulturen gaben Identität. Erst Mangel an oder Zerbröckeln von Identität löste Rebellionen aus. Alle Jugendbewegungen suchten nach Leitbildern, Antworten, Identität. Zwar ist die Zeit des Wechsels vom abhängigen Kindsein zum selbständigen Erwachsenen die Zeit der Rebellion, doch der Anlaß, sich neue Wege suchen zu müssen, statt komfortabel in ein kulturelles Angebot hineinzuwachsen, ist gerade das Fehlen männlicher, väterlicher und jungenhafter Identität. Dies verdeutlicht der Zeitpunkt, an dem die Urform der Jugendbewegungen, die Romantik, entstand.

«Krise im ausgehenden 18.Jahrhundert
… Vielleicht kann man die Romantik am besten als erste deutsche Jugend- und Protestbewegung verstehen… Herausragende Autoren waren an allererster Stelle Schelling mit seiner Naturphilosophie» (Peter Groth, http://www.in-output.de/AKE/akerom.html)

1800 ist die „Sattelzeit” nach Kucklicks Buch „Das unmoralische Geschlecht”.

«Das andere Geschlecht, das Bessere Geschlecht» (Erhard Valentin Sprengel, 1798, geheimer preussischer Kriegsrath, nach Kucklick)

«Kaum werden die Männer aus der Aufsicht der Frauen entlassen, kommt wieder das Tier zum Vorschein, das selbstsüchtige Wesen der Vorzeit. Getrennt von Frauen, so Alexander, werden Männer die „rohesten und unkultiviertesten aller Tiere”, sie vernachlässigen in jeder Hinsicht ihre Erziehung… Frauen dagegen, die von Männern getrennt leben, verlieren nichts … von ihrer Friedfertigkeit und Soziabilität.» (Kucklick, Das unmoralische Geschlecht, S. 83 – 84)

Paradox daran ist folgendes: In den von Moderne und Aufklärung weitgehend abgeschafften Ergänzungsstrukturen traditioneller Kulturen sind Menschen gerade nicht selbstsüchtige Wesen, sondern Teil eines Austauschs. Erst die „kapitalistische Moderne”, die Markt und Ökonomie zur alleinigen Macht erhoben, setzten menschlichen Egoismus bewußt als Organisationsprinzip ein, gerade indem alle Rücksicht auf „altbackene kulturelle Vorurteile” aufgehoben wurden. Es verhält sich genau umgekehrt: Je strukturarmer oder gar geschlechtsneutraler eine Gesellschaft, umso ungehemmter entfalten sich Egoismen, ja, lernen Kinder gar nicht erst, Teil eines verantwortlichen Füreinanders zu werden. Die Sicht der Moderne ist hier extrem schief, weil sie parteiisch ist, die uralte, natürlich gewachsene Kultur beseitigen will. Dazu bedient sie sich der Männerhasses, weil Männer die alte Gesellschaft repräsentieren, die sie verdängen wollen, und die Bezugnahme auf instinktive Hilfsbereitschaft für Frauen wird ausgenützt, indem Frauen als Opfer charakterisiert werden, was jeden „anständigen” Menschen dazu bewegen soll, die Ideologie der Moderne – oder später des Feminismus – zu unterstützen.

«In den Schriften der Aufklärer wurde die Grundlage dieses Denkens gelegt, die Grundlage der Negativen Andrologie. .. Etwas anderes als der grausame Mann und die tyrannisierte Frau taucht selten am Rand des Naturpanoramas auf.» (Kucklick, S. 56)

Zwar sind Männerhaß und überzogene Frauenbevorzugung älter. Meine Bücher und Blogartikel verfolgten die Spuren bis zur Zeit der Christianisierung, in die römische Antike. Band 4 „Zensiert” der Reihe „Die beiden Geschlechter” zitiert eine erste-Welle-Feministin, die sich auf die Minnezeit berief, das Ideal der Unterwerfung starker Ritter unter Frauen. Verstärkt seit der Frühneuzeit und Kolonialzeit wies ich anhand des Materials von Kucklick auf eklatante Verleumdung des „wilden” oder „fremden Mannes”, seine Abwertung zu einem abscheulichen Zerrbild hin, wobei gleichzeitig Frauen geradezu vergöttert und als Vorbild hingestellt wurden. Schon dadurch dürfte ein Druck entstanden sein, auch ein sexueller Druck, der bei Revolutionen wie der französischen Revolution als Antrieb nicht unterschätzt werden sollte. Wer das nicht glaubt, kann dies „Dantons Tod” von Georg Büchner entnehmen, der nach intensivem Quellenstudium unter anderem das Doppelgesicht vieler Revolutionen beschrieb: Auf der einen Seite die Verheißung neuer Freiheit für Männer niedrigen Standes oder Ranges (die Verlierer der Selektion), deren Schattenseite Laster ist, zum anderen neue Formen schärferer Unterdrückung als je zuvor, wie während des Schreckensregimes des Tugendterroristen Robespierre.

Doch so problematisch westliche Zivilisation aufgrund ihrer Achillesverse Männerhaß und Frauenvergötterung schon damals war, so war doch noch lange nicht das Ausmaß an Ungleichgewicht erreicht, das die Sattelzeit um 1800 schuf, wie „Das unmoralische Geschlecht” zeigte. Seit damals ist Männerhaß fest verankerter Baustein und Grundlage des Denkens westlicher Zivilisation, ebenso Frauenvergötterung.

So wie die Christen des alten Roms und später Germaniens heidnische Kultur verdrängen wollten, wobei der heidnische Mann in den Ruf des „grausamen, barbarischen Heiden” geriet, der gebändigt und bekehrt werden müsse, um zu einem guten und vertrauenswürdigen Menschen zu werden, so dient anscheinend die verächtliche Zuschreibung des „tyrannischen Mannes” der Überwindung des Naturrechts des Ancien Régimes.

«Die Tradition setzte eine an sich positive – weil von Gott geschaffene – Natur voraus und fürchtete deren Negation durch Männer. [etwa durch Heiden, Ungläubige] Um 1800 wurde dagegen die männliche Natur selbst negativ gedeutet – und erwartet wurde die Negation dieser Natur, um zu einem zivilisierten Menschen zu werden.» (Kucklick, S. 61)

Bereits vorher, zu Beginn des kolonialen Zeitalters, als europäische Schiffe Kolonien gründeten, wurden die Männer außereuropäischer Stämme als brutale Wilde dargestellt, die ihre Frauen tyrannisch unterdrücken würden, was offenbar ein moralischer Grund dafür war, diese als Kolonialmacht zu unterwerfen und zur „Zivilisation” und zum „Christentum” zu bekehren.

«Mehr als die Hälfte des Globus ist von Wilden bewohnt; & bei all diesen Völkern sind die Frauen sehr – unglücklich. Der wilde Mann, zugleich grausam und gleichgültig, aktiv aus Notwendigkeit, aber unwiderstehlich zur Trägheit neigend, ohne Ahnung von der Beschaffenheit zur Liebe, & ohne irgendwelchen moralischen Vorstellungen, die allein das Reich der Gewalt besänftigen könnten, die er als das einzige Gesetz der Natur erachtet, befehligt er despotisch jene, die ihm die Vernunft zu Gleichen macht, aber die Schwäche ihm unterwirft.» (Thomas 1773, 6f; Kucklick, S. 49)

Mögen solche Anfeindungen ursprünglich als schwarze Propaganda in Machtkampf und Eroberungskrieg erscheinen, so werden sie in der Sattelzeit endemisch, fest verankert in unserer Zivilisation. Es klingen bereits wesentliche Vorwürfe des späteren Feminismus an, der solche Schiefsicht und Verleumdung weniger erfunden, als vielmehr geklaut und dann extremistisch, haßvoll zu einem militanten Ideologie- und Unterdrückungssystem ausgebaut hat. Doch die Bausteine prägen die Gesellschaft seit der Sattelzeit.

Daher dürfte es kaum ein Zufall sein, daß während der Sattelzeit, oder unmittelbar danach, mit der Romantik die erste schwärmerische Jugendrebellion ausbrach. Jungen mußten sich eine neue Identität suchen, weil die alte männliche Identität verunglimpft worden, als „böse”, „egoistisch”, „tyrannisch”, sprich „unterdrückerisch” hingestellt worden war. Der Bezug zwischen den Geschlechtern war beschädigt von solch systematischer Misandrie des zeitgenössischen Denkens. Kulturelle Strukturen hatten begonnen, sich aufzulösen, trugen die Heranwachsenden nicht mehr, konnten ihr Lebensglück nicht bereitstellen. Deshalb benötigten die Liebesgefühle Jugendlicher ein neues Ventil – schwärmerisch und romantisch brach es sich durch, mit einem Ruf „zurück zur Natur”, der noch für viele spätere Jugendbewegungen typisch werden sollte.

«Das romantische Projekt war die erste Gegenbewegung gegen die entzaubernde Wirkung der Moderne. Die Romantiker setzten gezielt Weiblichkeit als Protestform ein, diese Verkoppelung hat dann Schule gemacht in vielen Protestbewegungen, vor allem im Feminismus, weshalb die Romantik Relevanz und Strahlkraft bis in den Postfeminismus besitzt. [17, Klinger 1992]» (Das unmoralische Geschlecht, Kucklick, S. 197)

Damit wurde das Gift zur Problemlösung, denn die Moderne beruhte ja bereits auf männerfeindliche und Frauen idealisiernder Sicht. Gegen solche Schiefsicht darf natürlich nicht mit Weiblichkeit rebelliert werden – sonst entsteht Feminismus, eine Ideologie, die Probleme, Schäden und Ungleichgewicht vergrößern muß, weil sie die geschädigten Opfer als Täter hinstellt und die Bevorzugten als Opfer, also alles genau verkehrt herum deutet.

Der erste-Welle-Feminismus beschädigte nochmals kräftig die verbliebenen Geschlechterbezüge, den Rest an Ergänzung und Tausch der Geschlechter. Wen wundert es, daß die nächste große Jugendbewegung nach der Romantik ab der Jahrhundertwende von 1900 „Jugendstil” und „Wandervögel” wurden? Wieder gab es einen Versuch schwärmerischen Neubeginns, gerade auch der geschädigten Geschlechterbeziehungen.

«Etwa 3000 Jugendliche unterschiedlichster Organisationen, Verbände und Institutionen fanden sich am 12. und 13. Oktober 1913 zusammen, um dort den Ersten Freideutschen Jugendtag zu feiern.

Die Grundgedanken, Ideen und Ziele, die 1913 auf dem Hohen Meißner verkündet wurden, haben das Selbstverständnis späterer Generationen von Jugendbewegten beeinflußt» (http://www.umweltunderinnerung.de/index.php/kapitelseiten/lebensweisen/63-das-jugendtreffen-auf-dem-hohen-meissner)

Für damalige Zeitgenossen gehörte der veränderte Umgang von Jungen und Mädchen zu den wichtigen Erfahrungen. Eigenes Liedgut, Zeltlager und Wanderfahrten weisen Parallelen auf zu Festivals und Asienreisen der Blumenkinder in den 1960ern. Barfußgehen war in beiden Bewegungen und Epochen beliebt. Quellen aus den USA führen die Ursprünge der Hippies zu einem guten Teil auf deutsche Einwanderer zurück, die um oder kurz nach 1900 ihre Ideen nach Kalifornien mitbrachten.

«„Die gemeinsame Wurzel war der Hohe Meißner” – 100 Jahre Jugendbewegung
Ein Gespräch mit Prof. Bernhard Vogel über den Bund Neudeutschland

Im Oktober 1913 versammelten sich zwei bis drei Tausend Jugendliche auf dem Hohen Meißner bei Kassel zum ersten „Freideutschen Jugendtag“. Es war die Geburtsstunde der deutschen Jugendbewegung. Aus ihr ging im Juli 1919 auch der Bund Neudeutschland hervor, eine vom Kölner Erzbischof Felix Kardinal von Hartmann kurz vor seinem Tod gegründete, katholische Jugendorganisation. Nach wenigen Monaten hatte der Bund bereits 10.000 Mitglieder in 100 Ortsgruppen. Nach einem Jahr belief sich die Mitgliederzahl auf 25.000. Zu ihnen gehörten im Lauf des 20. Jahrhunderts auch viele prominente christlich-demokratische Politiker wie Josef Rommerskirchen, Ernst Majonica, Hans Katzer, Alois Mertes, Adolf Süsterhenn und Rainer Barzel. … In der katholischen Kirche ist vieles von dem, was in der Jugendbewegung begann, durch das 2. Vatikanische Konzil Allgemeingut geworden. » (http://www.kas.de/wf/de/71.12696/)

Entgegen ihrem Ruf wurden die Wandervögel von einem breiten politischen und religiösen Spektrum aufgesogen. Von katholischen und evangelischen ging es bereits bis zu spirituellen oder esoterischen Strömungen; von katholisch-konservativen über christdemokratische Strömungen bis zu den sich später gründenden Jungfaschisten; aber auch das linke Spektrum von Sozialdemokraten bis zu kommunistischen Anhängern der Oktoberrevolution bediente sich an Zügen der Jugendbewegung, prägte später das Umfeld der Hippies.

Ein bekannter Politiker der frühen BRD erzählte, zeitlebens denen vertraut zu haben und ihnen verbunden gewesen zu sein, die er beim Treffen ihrer Bewegung auf dem Hohen Meißner 1913 getroffen hatte. Es war so eine Art deutsches Woodstock der Wandervögel gewesen.

Die nächsten Wellen der Verunglimpfung und Überlastung des Mannes brachten die Hippies, Blumenkinder, Acid Heads und Liebesgeneration hervor. Von Liedern wie

«It’s been a hard day’s night
And I’ve been working like a dog …
You know I work all day
To get you money to buy you things» (The Beatles, A Hard Day’s Night)

bis zu vielen anderen Bluesballaden vom harten Leben rangniederer Männer, oft entrechteter schwarzer Männer, handelten viele frühe Lieder von den Schwierigkeiten männlicher Verlierer mit Frauen.

«Wenn jemand sich ergriffen fühlte, würde er einen Vers singen. Jeder Bluesvers über die schmerzhaften Wechselfälle, in die Frauen Männer versetzen, wurde gesungen. Es wurde zum Wettbewerb zu sehen, wem am meisten Unrecht durch eine Frau geschehen war, und zugleich zur Bestätigung unsrer Männlichkeit, daß wir es wählten, uns mit Frauen abzumühen und darüber Lieder zu schreiben.» (Melville Bishop, Hippie Picaresque: On the Road Meets the Summer of Love, 1967, geschrieben 69/70 in Berkeley)1

Auch die Gegenkultur der Gurus und Saddhus in Indien dürfte etwas mit dem auf Männern lastenden Druck zu tun haben. Sind die Kinder alt genug, sich selbst zu ernähren, konnte traditionellerweise ein Mann der Brahmanenkaste Haus, Frau und Familie verlassen, lieber arm aber frei barfuß durch indische Dörfer pilgern, als sich Streß und Pflichten länger auszusetzen.

«Gequälte Ehemänner entkamen oft dem Zuhause, um eine Pause zu machen, Rat zu holen, oder sich anzuvertrauen. Wer immer kam, wurde willkommen geheißen, sich auf die Pritsche zu setzen.» (Ananda Brady, Ten Years on the Hippie Trail)2

Lenore Kandel, „die der Haight-Ashbury zu lieben lehrte”, sprach sich gegen eine unmännliche Welt, insbesondere unmännliche Berufswelt aus.

«Die Gesellschaft ist nicht gerade auf Männer ausgerichtet, wirklich. Arbeitsstellen und die Art der Arbeiten sind nicht sehr männlich... Die Kultur zerfällt schneller und schneller.»3 (Lenore Kandel, bekannte Autorin der Szene, in: Leonard & Deborah Wolf, Voices From The Love Generation, S. 19, 1967)

Es handelte sich also ursprünglich um eine Rebellion gegen Feminismusfolgen, wie frühere Jugendbewegungen auch, die später dann von einer neuen feministischen Welle tragischerweise überrollt und in ihr Gegenteil umgedreht wurde; andere waren geistig durchgehend geprägt vom feministischen Geist, der die Probleme und Identitätskrisen auslöste, gegen die sie rebellierten: Eine verblendete Rebellion sozusagen, die an ihrer Blindheit scheitern mußte, das Problem in sich trug, an dem sie litten und wogegen sie zu rebellieren versuchten.

Nach dem Umdrehen der Blumenkinder in feministische „lila Pudel” oder 1968er Linksradikale folgten Punks als Sammelbewegung für Protest. Zahlreiche Moden von Heavy Metal über Rave und Goa bis Rappern lockten mit Gegengemeinschaft und Identität. Hinzu kamen Neonazis, zuletzt der Islamische Staat. Alle diese Jugendbewegungen hatten eins gemeinsam: Sie versuchten, Jugendlichen eine (Ersatz-) Identität zu bieten, nachdem natürliche und kulturelle Identität von feministischen (oder protofeministischen) Wellen zerstört und verunglimpft worden war. Sie versuchten, die gestörten Beziehungen der Geschlechter auf eine neue Basis zu stellen.

«„Der IS ist ein Stück weit Jugendkultur

„Wer früher provozieren wollte, wurde Punk. Heute geht er zum IS.” Diese Aussage stammt von Politologe Peter Neumann. …

Neumann kennt dadurch die Persönlichkeitsprofile der Jihad-Reisenden sehr genau: „Der islamistische Terrorismus ist eine Jugendkultur.” Längst nicht alle sind perspektivlose Jugendliche aus Vorstädten. Das möge für Deutschland und Frankreich grösstenteils stimmen, so Neumann, in England seien aber sehr viele Studenten dabei. „Universitäten sind klassische Rekrutierungsorte für Islamisten.” Man ist in einer neuen Stadt, an einer neuen Schule, kennt niemanden und wird primär als Muslim wahrgenommen. Da sei es schnell attraktiv, wenn jemand auf einen zukomme: „Ich verstehe genau, wie es dir geht, komm mal vorbei, wir trinken Tee und diskutieren.”

Viele Kämpfer sind jung, Anfang bis Mitte zwanzig. Das sei ein Alter für rebellische Phasen, so Neumann. „Und was ist das Verrückteste, was du heute machen kannst? Womit du alle Autoritäten gegen dich aufbringst? Vor 30 Jahren wärst du vielleicht Punk geworden, vor 20 Jahren Neonazi, heute wirst du Islamist.” (ofi)» (http://www.20min.ch/ausland/news/story/-Der-IS-ist-ein-Stueck-weit-Jugendkultur–26152491)

Islamistische Terrorgruppen hängen mit Entwurzelung durch feministische Agenda und Gender-Mainstreaming zusammen, wie Band 3 „Die Genderung der Welt: Wie Feminismus weltweit Kulturen zerstört” der Reihe „Die beiden Geschlechter” nachweist. Demnächst wird das Buch in einem Verlag erscheinen.

Vor 50 Jahren wären sie vielleicht Hippies geworden, Rebellen der Liebesgeneration. Mädchen aber wurden seit mindestens 50 (wenn nicht 150) Jahren von Feministen aufgesogen; der Druck feministischer Wellen läßt Gegenbewegungen entstehen, die Desorientierten, Entwurzelten Identität und Orientierung versprechen.

Es ist eure Aufgabe, dieses Wissen zu vermitteln, damit die nächste Jugendbewegung nicht so blind und unwissend ist wie frühere, den feministischen Spuk wegfegt und überwindet, auf Liebe gründet wie die Liebesgeneration, nicht aber auf stumpfer Radikalität pseudo-politischer oder pseudo-religiöser Extremisten.

Dies war ein Auszug aus Band 4 „Zensiert” der Reihe „Die beiden Geschlechter”, der sowohl seit Jahrzehnten zensierte, von der Öffentlichkeit ignorierte, weiterhin unbekannte Argumente und Fakten enthalten wird, als auch neueste Ergebnisse.

Einige Zitate entstammen Band 3 „Die Genderung der Welt”, das demnächst in einem Verlag erscheinen wird.

Fußnoten

1«Whenever anyone felt moved, they would sing a verse. Every blues verse about the painful changes women put men through was sung. It became a contest to see who had been most wronged by a woman, and at the same time an affirmation of our maleness that we choose to hassle with women and live to sing about it.» (Melville Bishop, Hippie Picaresque: On the Road Meets the Summer of Love, 1967, geschrieben 69/70 in Berkeley)

2 «Harried husbands

would often get away from the household to take a break, get advice, or confide. Whoever would turn up was made welcomed to take a seat on the cot.» (Ananda Brady, Ten Years on the Hippie Trail)

3«society isn’t very male directed, really. Jobs and way of jobs aren’t very manly... The culture is crumbling faster and faster.» (Lenore Kandel, bekannte Autorin der Szene, in: Leonard & Deborah Wolf, Voices From The Love Generation, S. 19, 1967)

© 2019 Jan Deichmohle

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