Jan Deichmohle

Denker und Dichter

Schlagwort: oberflächlich

Ergänzung: Hadmut Danisch, wilde Verschwörungstheorien, geschwafelte Speku­lationen

Wegen völligem Ignorieren von Büchern und Argumenten wird der Tonfall verschärft. Folgendes habe ich im Buch „Kurzes“ ergänzt.

Hadmut Danisch, wilde Verschwörungstheorien, geschwafelte Speku­lationen

Jede Epoche hat die Sternchen und Berühmtheiten, die sie verdient. Unsre fe­mi­ni­sti­sche Gesellschaft hofiert Feministinnen heutiger und früherer Zei­ten, die blühenden Unsinn geschrieben haben, dem aber gefühlt zustimmt, weil sich ihre schiefe Wahrnehmung in unsrer Gesellschaft durchgesetzt hat, mit übrigens ziemlich totalitären Methoden. Diese Epoche hat auch eine win­zi­ge, viel zu kleine ‚Männerbewegung’, die allerdings fest innerhalb des fe­mi­ni­sti­schen Weltbildes verankert wird und vielfach Grundsätze jener ihnen feind­li­chen Ideologie für sich zu benutzen sucht.

Echte Feminismuskritik fehlt – nicht, weil es keine gäbe, sondern weil sie sowohl von etablierten Mediën ignoriert wird, als auch von alternativen und außerdem vom Publikum. Sie trifft einfach nicht den Nerv der Zeit. Wer in dieser Ära lebt, ist von Kind an gewisse Vorstellungen gewöhnt, dessen Den­ken und Wahrnehmung hat sich im Rahmen einer Gesellschaft aus­ge­prägt, die stark von extremen Ideologiën geprägt ist. Etliches, das zum Er­ken­nen der Wahrheit nötig wäre, ist jenseits des geistigen und sinnlichen Ho­ri­zon­tes. Manche Wahrheiten stören einfach, wirken radikal, obwohl es tat­säch­lich die Gesellschaft ist, die sich radikal von der Wahrheit, menschlicher Na­tur und Vernunft entfernt hat. Jedenfalls stören und verstören Argumente wie in meinen Büchern. Viele Autoren sind nachweislich mit so etwas un­ter­drückt worden in den letzten 50 Jahren.

Das bedeutet nicht, daß alle Zeitgenossen Feministen wären. Viele stö­ren sich an Verrücktheiten jener Ideologie. Doch selbst die Ablehnung findet in einem ‚politisch korrekten’ oder durch angepaßte Empfindung und Wahr­neh­mung gesteuerten Rahmen ab. Wer sich selbst subjektiv als Kritiker des Fe­mi­nis­mus sieht, mit dessen Dogmatik nichts anfangen kann, hat sich des­halb noch lange nicht aus dem geistigen Gebäude gelöst, das jene Ideologie trägt. Somit gibt es eine oberflächliche Ablehnung, die innerhalb des ab­ge­lehn­ten Systems steckenbleibt. Genau das sind nun aber jene Stimmen, die cha­ris­ma­tisch wirken und gut ankommen, daher ein Massenpublikum er­rei­chen, weil sie gefühlsmäßig und von den Denkgewohnheiten her gut nach­voll­zieh­bar sind. Grund ist, daß eben nicht zu weit über das hinaus gedacht wird, was durchschnittliche, vom Feminismus ohne ihr Wissen un­ter­schwel­lig geprägte Bürger gewöhnt sind. Man feiert Blogs, in denen sich der Durch­schnitts­mensch wiederfindet. Das bedeutet, viele Vorurteile des Durch­schnitts­men­schen zu tei­len. Wer geistig zu viel leistet, gar das Denksystem der Epoche verläßt, wirkt unbequem, schwer verständlich, wenn nicht gar emp­ö­rend, wird mit Mißachtung bestraft. Je seichter die Kritik bleibt, desto grö­ßer die Zahl der Anhänger, die umso begeisterter sind.

So eine typische Stimme ist die von Hadmut Danisch: Gut, daß es ihn gibt, denn ohne ihn gäbe es überhaupt keine kritische Restvernunft. An­der­er­seits lenkt die Anziehungskraft solcher populärer Halbkritik von tie­fer­ge­hen­der, echter Kritik ab. Weshalb schreibe ich das, obwohl es Uneinigkeit öf­fent­lich ausdrückt? Weil vieles falsch ist, unbegründet daherspekuliert wird!

Ein Steckenpferd Danischs ist, den Feminismus auf den Kommunismus zu­rück­zu­füh­ren, als dessen Nebenlinië darzustellen. Nun, das ist zunächst ein­mal Ansichtssache, und in Meinungsdingen ist jede Meinung will­kom­men, damit sich in einer Debatte die besseren Argumente durchsetzen mö­gen. Leider aber zieht hier eine populäre, weil verbreitetem Vorurteil einer auch unterschwellig feministisch geprägten Gesellschaft verhaftete, Sicht alle Auf­merk­sam­keit an, was tiefergehende, echte Kritik verschüttet.

Nicht Kommunismus hat Feminismus losgetreten, sondern dieser wur­zelt in uraltem männerfeindlichem Vorurteil, das besonders stark die Phi­lo­so­phie der Aufklärung und seit der Sattelzeit das gesamte abendländische Den­ken, das für kanonisch gehaltene lexikalische ‚Wissen’ prägte – siehe „Das un­mo­ra­li­sche Geschlecht” (Kucklick). Bemerkungen von Engels, der von an­geb­lich freizügiger Sexualität und Matriarchaten eine falsche, paradiesische Vor­stel­lung hatte, sind nur ein Ausdruck von Fehlurteilen und Vorurteilen, die seit vielen Jahrhunderten ein Kardinalfehler westlichen Denkens sind. Mit Kommunismus haben sie nichts zu tun.

Die erste feministische Welle war keinesfalls kommunistisch geprägt, im Gegenteil, sondern eng verbunden mit den damals aufkommenden Eu­ge­ni­kern; durch Zuchtwahl am Mann wollten sie ‚die Rasse bessern’. Daher ist es folgerichtig, daß in den USA einige Feministinnen erster Welle im Ku Klux Klan aktiv waren; andere arbeiteten später mit den Nazis zusammen.

«John Davis, Frauen des Klans: Grundlagen des modernen Feminismus
Frauen in der Ku Klux Klan Bewegung der 1920er Jahre
Kathleen M. Blee, Feministische Studien, 1991 …
Wie Frauen im KKK wesentlich für seinen Aufstieg waren» (John Davis, Women of the Klan: Foundations of Modern Feminism)

«Women in the 1920s‘ Ku Klux Klan Movement
Kathleen M. Blee
Feminist Studies
Vol. 17, No. 1 (Spring, 1991), pp. 57-77»1

How Women In The KKK Were Instrumental To Its Rise

Laut einer akademischen feministischen Schrift erfanden die Suf­fra­get­ten im 19. Jahrhundert jene Selbststilisierung ihrer Schwesternschaft, die spä­ter von den Faschisten übernommen wurde und heute als „Ästhetik des Fa­schis­mus” gilt. Siehe „Zensiert. Erster Band zur ersten Welle”. Seit jeher gibt es außer einem linken Feminismus auch einen rechten Feminismus; ein­sei­ti­ge Zuordnung zum linken Flügel oder dem Kommunismus ist sachlich ein­fach falsch.

So weit gräbt das oberflächliche Denken eines Danischs aber nicht, der as­so­zi­a­tiv Verbindungen herstellt, so aus dem Bauchgefühl heraus, oft ohne je­den Beweis dafür. Das ist zum einen eine Methodik, die von MSM (eta­blier­ten Mediën) typischerweise ‚Verschwörungstheorie’ genannt wird, zum an­de­ren feministisch ist. Wie in meinem Buch „Ideologiekritik am Fe­mi­nis­mus” nachgewiesen, und zwar anhand anerkannter feministischer ‚wis­sen­schafts­the­o­re­ti­scher’ Grundlagenwerke, die feministische Methodik be­schrei­ben, gründet jene Richtung mitsamt allen verwandten Fächern (Feministische Stu­di­ën, Frauenforschung, Genderstudien, Queer Studies, Ge­schlech­ter­for­schung, sogar die feministisch geprägte Männerforschung) auf an­ti­wis­sen­schaft­li­cher Methodik, darunter Subjektivität (Bauchgefühl). Zu­sam­men­hän­ge werden assoziativ konstruiert. Danisch geht ähnlich vor.

«Titel Thesen Temperamente und die Mondlandung
Hadmut 8.7.2019 0:11

Hmmm.

Vorhin hatte ich noch drüber gebloggt, da kommt jetzt im Ersten TTT – Ti­tel Thesen Temperamente über einen Film über die Mondfahrt, in dem es dar­um geht, daß es ohne den Krieg die Mondfahrt nie gegeben hätte.

Ich bin der Auffassung, daß das noch viel weiter geht, daß es auch den au­to­ma­ti­sier­ten Haushalt und damit die „Befreiung der Frau” sonst nicht ge­ge­ben hätte.

So geht über Umwege, aber im Prinzip doch der Feminismus (hat mir ja noch nie gefallen) auf die Nazis zurück, ist deren Werk. Müßte eigentlich rei­chen, daß Grüne und SPD platzen.»2 (Hadmut Danisch)

Hadmut Danisch hat wieder mal frei assoziiert und findet nun, ohne Krieg gäbe es weder Mondfahrt noch Feminismus. Steile Thesen. Nun brin­gen Kriege zwar Wissenschaft voran, weil alle Beteiligten im verzweifelten Rin­gen viel Geld und Zeit in bessere Waffen stecken, aber die Mondfahrt? Die entstammt eher friedlichem Wettbewerb, den die Sowjetunion mit dem Schock eröffnet hatte, als erste Nation Menschen in Erdumlaufbahn befördert zu haben. US-Präsidenten sahen es danach als unerläßlich für ihr Prestige an, die Sowjetunion im All erst einzuholen, dann zu überrunden. Nun ja, mit frei­er Assoziation ist vieles möglich, ein Feminismus ebenso wie eine ‚jü­di­sche Weltverschwörung’, die unter jedem Zipfel steckt, oder der Krieg als Va­ter der Mondfahrt.

Noch toller wird die nächste Behauptung, die unbegründet einfach als An­sicht Danischs auftaucht, nämlich daß es sonst „‚die Befreiung der Frau’ sonst nicht gegeben hätte”. Hallelulja. Zunächst einmal gab es keine ‚Be­frei­ung der Frau’, weil Frauen nie unterdrückt, sondern immer das biologisch do­mi­nan­te Geschlecht waren, wogegen Männer der Evolution als „Filter für Ge­ne” dienen und daher diskriminiert werden – also genau umgekehrt zur ge­fühl­ten feministischen Unterstellung. Doch das ist bereits schon zu viel boh­ren­de Logik für den trotz Stolz auf sein MINT-Studium und seine IT-Kom­pe­tenz in dieser Hinsicht gefühligen Danisch, der damit dem Muster ei­ner feministisch geprägten gefühligen Epoche folgt, in der mit Ig­no­riert­wer­den bestraft wird, wer zu tief nachdenkt, der oberflächliche Dampfplauderer da­ge­gen in den Bloghimmel gehoben wird.

Noch mutiger ist Danischs fabulieren, Feminismus hätte es ohne Krieg wohl nie gegeben. Im Karneval würde an dieser Stelle ein Tusch geblasen. Tat­säch­lich deuten Indiziën für die Minderheit intelligenter Menschen, die auf­grund unbequemen Verstandes von der Gesellschaft ratlos ausgegrenzt wer­den, in genau gegenteilige Richtung: Die ersten archäologischen Funde, die auf Kriege deuten, weil größere Gruppen von Skeletten gefunden wur­den, bei denen als Todesursache Verletzungen durch Waffen festgestellt wur­den, stammen aus einer Epoche nach dem Abklingen der Eiszeit, aus der eine Viel­zahl weiblicher Figurinen gefunden und die von Feministinnen als eine Zeit radikaler Matriarchate reklamiert wurde. Ich zitierte die Rezeption einer Schrift von Greer durch Radikalfeministinnen, die beschrieb, wie angeblich star­ke Matriarchate so weit gingen, die Zahl der Männer durch Rauswurf oder Töten zu verringern. Es geht hier nicht darum, ob etwas daran ist, oder es wie so oft hanebüchener Unsinn ist. Jedenfalls wird die Zeit für extreme Ma­tri­ar­cha­te reklamiert. Genetiker haben festgestellt, daß es damals weltweit 17 Mütter auf einen Vater gab, was fürwahr auf eine Katastrophe beim Ge­schlech­ter­ver­hält­nis deutet. So völlig unsinnig ist es daher nicht, auf das Be­ste­hen eines Problems und übermäßig starke Frauen, sowie ohn­mäch­ti­ge Män­ner zu schließen. Jedenfalls wurden zeitgleich erste Spuren von Krie­gen ge­fun­den.

Es mag reiner Zufall sein, oder einfach eine Geschichte, die nichts be­deu­tet, wie es sie zu Millionen gibt, aber ein Häuptling Neu Guineas hat Eth­no­lo­gen gegenüber behauptet, der Krieg sei erfunden worden, um die Un­ter­drückung des Mannes durch die Frauen zu überwinden. Man vergleiche die­sen Satz einmal mit dem Geschlechterverhältnis 17 : 1 in der Fortpflanzung und gleichzeitigen ersten Funden von Kriegen. Ich behaupte wohlweislich nicht, daß es ohne (urzeitlichen) Feminismus keinen Krieg gäbe, doch wäre das besser durch Indiziën belegt als die umgekehrte, aus bloßem Gefühl da­her­phan­ta­sier­te Behauptung Danischs, ohne Krieg gäbe es keinen Fe­mi­nis­mus. Danisch scheint ein Talent zu haben, sich unüberlegt um Kopf und Kra­gen zu plaudern, aber gerade solch unüberlegtes Dampfplaudern ist es, was sei­nen Blog bei ähnlich tickenden Zeitgenossen so populär macht, die echte Ana­ly­sen genauso eisig ignorieren wie Feministen es tun.3

Natürlich ist jede Deutung spekulativ, doch ich bin vorsichtig, weiß, was ich tu, unterscheide reine Spekulation von gesicherten Schlüssen, und gehe von Tatsachen aus. Nicht so Danisch. Der phantasiert ohne jede Kennt­nis der Fakten, ohne vorherige solide Recherche, unbegabt aus dem hohlen Bauch heraus, so wie es Feministinnen üblicherweise tun. Er selbst merkt gar nicht, wie ähnlich er denen ist, die er ja eigentlich ablehnt.

Wie wir gesehen hatten, hat die erste feministische Welle im 19. Jahr­hun­dert den Faschismus vorbereitet, mit frühfaschistischer Ästhetik und der Idee eugenischer weiblicher Zuchtwahl am Mann. Danisch behauptet wieder ein­mal das genaue Gegenteil der Tatsachen, nämlich daß Feminismus auf die Na­zis zurückgehe. Dummschwätzerei.

Was Danisch in dem Blogeintrag schrieb, ist wirres Zeug, aber gerade des­we­gen hoch geschätzt von ähnlich wirren Zeitgenossen, die meine Ana­ly­sen verschmähen, weil sie unbequem wirken, nicht ihrem Empfinden und Den­ken entsprechen. Leute wollen etwas lesen, das ‚mutig’ ausspricht, was sie selbst fühlen, sie bestätigt, Gedanken, die sie sofort einleuchtend finden. Dann reagieren sie entweder „Mööönsch, das habe ich doch schon immer ge­dacht. Endlich spricht es mal jemand aus.” oder „Oooh, wieso bin ich nicht selbst darauf gekommen? Der Gedanke könnte von mir sein!”.

Meine Bücher werden verächtlich übergangen, weil sie verstören. Sie ent­spre­chen einfach zu wenig dem, das allgemein gedacht, gefühlt und ge­glaubt wird. Gerade das, was eine geistige Leistung daran ist, stört das Wohl­be­fin­den der Zeitgenossen, die gar nicht aufgeweckt werden wollen, gar kei­ne Lust haben, den schmerzhaften Prozeß zu durchlaufen, erkennen zu müs­sen, belogen worden zu sein. Also ignoriert man verächtlich den Boten mit der häßlichen, störenden Wahrheit, die ihr bequemes Leben durch­ein­an­der­wir­beln würde.

«Der Trieb, überall Nazis zu sehen und ihnen (und damit jedem weißen Mann) das Selbstverständnis entziehen zu wollen, sogar schon kleine Kinder um­er­zie­hen, ‚dekonstruieren’ zu wollen, ist wahnhaft. Sie leben in dem Wahn, daß alles, was nicht für sie ist, böse Nazis sein müssten. Ein Ver­fol­gungs­wahn. Normale Gespräche sind mit den Leuten nicht mehr möglich. Die sind in ihrer Nazi-Jagd gefangen.

Es gibt keine Gender Studies. Die sind nur die Legende zur Tarnung. Des­halb findet man da auch nur Gefasel, das ständig im Kreis herum ab­ge­schrie­ben und zitiert wird, garniert mit ein paar Dummtussen, die glau­ben, sie würden das studieren. Deshalb kann auch die HU nichts vorlegen, obwohl sie seit 10 Jahren angeblich forscht. Das ganze Fach ist eine Attrappe. Des­halb ist das auch irgendwie mit ‚Antifa’ verflochten.

Nazi Studies sind das, was da abläuft.»4 (Hadmut Danisch)

Gender Studies, die Danisch sonst zu recht als unwissenschaftlich und zen­tra­len Schaden von Hochschulen und Gesellschaft kritisiert, soll es plötz­lich gar nicht geben, nur eine Tarnung sein. Das passiert, wenn jemand in ei­nem populären Rant jahrelang assoziativ daherschwätzt, statt vernünftig nach­zu­den­ken. Das ähnelt sogar feministischem Geschwätz. Schlimm ist auch, daß solches Geschwätz heute beliebt ist, solider Arbeit mit ver­nünf­ti­gem Ergebnis vorgezogen wird.

Es ist schon seltsam, daß Publikum unsrer Ära, mit von vielen Ide­o­lo­gi­en weichgespültem Hirn, ausgerechnet auf Verschwörungstheoretiker her­ein­fal­len, sie begeistert in den Bloghimmel heben, aber solide Kritik verächtlich ignorieren. Hadmut Danisch begreift zwar, wie viele Zeitgenossen, punktuell Lü­gen, die gerade in Mode kommen. Schauen wir uns aber seine Er­klä­rungs­mu­ster an: Zuvor spekulierte er mehrfach, Feminismus und letztlich Fa­schis­mus seien auf den Kommunismus zurückzuführen. Er hat etliche solche Blog­ar­ti­kel geliefert, was ich bereits einmal widerlegt habe. Heute aber tischt er eine andere Erklärung auf, die seiner früheren Deutung widerspricht. Nun soll alles andere nur Legende zur Tarnung einer wahnsinnigen Rache an den Na­zis sein, die alles und jeden weißen Mann nazifiziert. Nun ist es eine durch­aus mögliche Fragestellung, ob es eine solche Besessenheit gibt oder nicht. Das ist jedoch ein heikles Thema. Denn wenn der Vorwurf nicht stimmt, landet eine falsche Vermutung rasch in einem judenfeindlichen (frü­her antisemitisch genannten) Sumpf. Sollte sie stimmen, wäre dagegen be­legt, daß solche Fanatiker einer ‚Rache an Nazis’ tatsächlich gefährlich und ei­ne Bedrohung wären. Den Gedanken führt Danisch nicht zuende, was sehr un­klug ist. Denn sonst würde er merken, daß solch ein Thema hoch­bri­sant ist und besser nicht leichtsinnig ohne Not und ohne Beweise losgetreten wird. So wissenschaftlich sich Danisch gibt, ist sein Denken hier selbst schwam­mig. Er kann von Glück sagen, daß ihn Widersacher der bekämpften Sei­ten nicht ernstnehmen, sonst stünde er mit solch unvorsichtigen Aus­las­sun­gen schlecht da.

Frage an Danisch: Wer soll denn deiner Meinung nach nun schuld sein: Der Kommunismus oder fanatische Nazijäger, die in jedem weißen Mann ei­nen Nazi wittern, wenn der nicht auf ihrer Seite steht? Beides geht nicht. Da­nisch, du widersprichst die genauso selbst wie der Feminismus.

Peinlich ist, wie schwammig Personen der feministischen Ära schon sind. Deshalb folgen sie begeistert Schwätzern, verachten aber, was Substanz hat, ihnen daher fremd ist, weil sie selbst längst keine Substanz mehr haben.

„Es gibt keine Gender Studies. Die sind nur Legende zur Tarnung.” Das ist die schönste Verschwörungstheorie seit 30 Jahren. Danke, Hadmut. Du stellst Erich von Däniken in den Schatten. Dabei ist es schade. Deine Tirade ha­ben immer wieder einen wahren Kern. Tatsächlich leben die von dir ka­ri­kier­ten Ideologen in einem Wahn, sind normale Gespräche mit ihnen kaum noch möglich. Nur ist es nutzlos, wenn das jemand schreibt, der sich ständig selbst widerspricht und Unsinn verzapft, der wie eine Verschwörungstheorie ge­fühlt, aber nicht sorgsam begründet ist.

Feminismus gibt es seit Jahrhunderten. Die erste Welle wurde im 19. Jahr­hun­dert geprägt und entwickelt viele ideologische Züge von heute. Der Fa­schis­mus hat eine Reihe von Zügen aus dem Feminismus erster Welle über­nom­men. (siehe erster Band der Flaschenpost) Daher ist es unsinnig, Fe­mi­nis­mus als Legende zur Tarnung der Nazijagd zu bezeichnen. Das wi­der­spricht der zeitlichen Reihenfolge. Danisch hat sich beim Assoziieren wieder mal auf die Schnauze gelegt. Seine Anhänger werden es abfeiern. Die sind of­fen­bar genauso schwammig im Hirn wie er selbst. Sein ständiges Reden von Wissenschaft, seiner damals vermasselten Doktorarbeit u.s.w., be­grün­den eben keine Wissenschaftlichkeit, die durch logische Konsistenz und Vor­ge­hen gezeigt wird, in seinen Phantastereien aber fehlt. Jedes Publikum kriegt die Publikumslieblinge, die es verdient. Das heutige Pu­bli­kum hat sich Leu­te wie Danisch erwählt, was viel verrät über die Qualität des Publikums.

«Und man hat die Universitäten, die Professoren, regelrecht zum Fut­ter­trog der Dummen, der Kriminellen, der Ideologenn, und viel schlimmer noch, der Geisteswissenschaftler gemacht5 (Danisch)

Ei­ne weitere Marotte von Hadmut Danisch ist, wiederholt Gei­stes­wis­sen­schaf­ten kollektiv anzugreifen und zu diskreditieren, insbesondere So­zi­o­lo­gie. Das ist unwissenschaftlich, unsachlich und ein rhetorischer Selbs­tmord. Geisteswissenschaften gibt es seit der Antike; sie gehören zur Wis­sen­schaft. Wer sie bekämpft, hat schon verloren. Es ist ein Fehler seiner Pri­vat­ide­o­lo­gie, der ihn bereits disqualifiziert. Dagegen habe ich z.B. den als Grün­der­va­ter der Soziologie geltenden Émile Durkheim zitiert, auch sonst einige gu­te alte soziologische und ethnologische Schriften, wohl aber gegen die seit ei­ni­gen Generationen fortschreitende Ideologisierung und Pervertierung von Gei­stes­wis­sen­schaft, vor allem durch feministische Fächer wie Frauen-, Gen­der- und verwandten Pseudofächern protestiert.

Der Unterschied: Völlig absurde Tiraden gegen Geisteswissenschaft als sol­ches werden hochgejubelt, brachten nach Danischs Aussage kürzlich 1 Mil­li­on Serverzugriffe an einem Tag; meine solide Arbeit ohne unzulässige, vor­ur­teils­be­la­de­nen Verirrungen werden seit Jahrzehnten totalignoriert.

«Und es ging in dem Vortrag – zu meiner Verblüffung, damit hatte ich nicht gerechnet – überhaupt nicht um Feminismus. Nicht um Gender. Nicht um Frauen. Nicht um Gleichstellung. Es wurde zwar ein paarmal am Rande an­ge­spro­chen, wie dankbar man dem Feminismus sein müsse, dass er auf Pro­ble­me hingewiesen und die aufgedeckt habe. Und der Vortrag endete als Play­do­yer für Feminismus als Allheilmittel für generell alle Übel der Welt im All­ge­mei­nen und natürlich jedes jeweilige im Besonderen. Aber inhaltlich ka­men Frauen und Feminismus in dem Vortrag überhaupt nicht vor.

Es war ein Vortrag über Nazis.

Nur über Nazis.

Nazis, Nazis, Nazis, nichts als Nazis. Die dümmsten, dämlichsten, ab­sto­ßend­sten, widerlichsten, ekelhaftesten Nazis, die man in den USA und in Schwe­den finden konnte. …

Der Vortrag hieß aber nicht „Die dümmsten Nazis der Welt”. Er hieß auch nicht „Auch heute gibt es Extrem-Nazis”. Auch nicht „Nazis sind der letz­te Müll”.

Der Vortrag hieß „Angry White Men – American Masculinity at the End of an Era”.

Die Aussage war: Seht her, das sind die Leute, die mit Feminismus und Gleich­stel­lung nicht einverstanden sind. …

Mit Frauen und Feminismus hat es eigentlich gar nichts zu tun (weshalb auch die Begründungslage nicht nur dünn, sondern nichtexistent ist). Fe­mi­nis­mus ist nur das Vehikel, die Masche, die Fassade. Feminismus ist das, wor­auf man stößt, wenn man das Gegenteil, das Komplement von Nazis sucht.»6(Hadmut Danisch)

Wer ständig mit seiner Promotion in Informatik angibt und MINT preist, soll­te logisch denken, skeptisch prüfen und schlußfolgern, aber nicht im fe­mi­ni­sti­schen Stil wilde, unüberlegte Angriffe loslassen. Laut seiner Theorie, die Danisch in diesem Blog-Rant bauchfühlt wie eine Feministin, ist Fe­mi­nis­mus nur ein Vehikel für eine Entnazifizierung und Rache an den Nazis, zu de­nen alles ungenehme Denken erklärt wird. Nicht alle Vorurteile sind ganz falsch, sonst könnten sie nicht Massen verblenden. Derzeit wird von einem zu­sam­men­bre­chen­den Regime die Nazikeule als letzte Zuflucht benutzt, um je­de echte Opposition auszuschalten und sich so ihre Macht zu sichern. Des­we­gen mag so eine Tirade suggestiv wirken. Das verschleiert jedoch, daß Had­mut Danisch blühenden Unsinn fabuliert, weil er keine Ahnung vom The­ma hat, was bei genauso ahnungslosen, weil uninformierten, Lesern be­stens ankommt. ‚Ach, der fühlt ja so wie ich’ heißt es dann.

Wie schon erwähnt, gab es klassische feministische Wellen seit dem 19. Jahr­hun­dert; sie gingen zeitlich dem Faschismus voraus, lieferten diesem Me­tho­den und Hysterie. Danischs Behauptung ist also eklatant falsch. Wenn wir protofeministische Wellen hinzunehmen, können wir die Spur bis in die Ur­zeit zurückverfolgen, in die Steinzeit Neuguineas, wo Frauen eines von ra­di­ka­len Feministinnen bejubelten Stammes jahrzehntelang alle männlichen Kin­der umbrachten und nur noch Töchter großzogen, bis zu einer Ka­ta­stro­phen­zeit vor 8000 Jahren, als auf 17 Mütter laut einer genetischen Studie wohl nur 1 Vater kam, weltweit.

Jetzt kommt der Hammer:

«Und jetzt kommt der Hammer.

Die Frage ist, warum der das macht. Warum ist der auf dem Nazi-Jäger-Trip? Warum tarnt der das so? Und warum redet der unentwegt von „Ge­schlech­ter­ge­rech­tig­keit”, obwohl es weder um Geschlechter noch (scheinbar) um Gerechtigkeit geht?

Die Antwort auf diese dort nicht gestellte Frage hat er von sich aus selbst gegeben. Er sagte, er ist Jude. Er sagte es nicht einmal. Und nicht ein­fach nur so. Er sagt es mehrfach, öftes, als es nötig wäre, um die In­for­ma­ti­on mit­zu­tei­len. Er sagt es wie eine Rechtfertigung. Er sagte es mit Wut im Bauch. Er sagte es so, dass klar wurde, dass er das eine nicht vom anderen trennt, sondern daß das seine Motivation ist. …

Das also ist des „Pudels” Kern, um sich des Wortes doppelter Be­deu­tung zu bedienen. Diese ganze Schwulen-, Feminismus-, Gender- und Gleich­stel­lungs­num­mer ist nichts anderes als ein Tarnprogramm für so eine Art Rache an den Nazis, ein Angriff auf deren Ideale. Die gesellschaftliche Ent­wer­tung all ihrer Werte. Den Umbau der Gesellschaft in eine, in der nichts von dem, womit sich Nazis identifizieren, noch etwas wert sein darf, um Nazis das Konstituierende, die Existenzgrundlage zu entziehen. …

Und plötzlich habe ich den konkreten und greifbaren Beleg für das, was ich im April schon vermutet hatte. Ein Leser hatte mich darauf gebracht, dass in der Familie der Extrem-Feministin und Verfassungsrichterin Baer das The­ma Holocaust sehr präsent ist, und der Nachname Baer bei jüdischen Fa­mi­li­en weit verbreitet ist. Da – und wegen anderer Hintergründe – hatte ich schon vermutet, dass der Feminismus und Genderismus nur eine Fassade ist, und es in Wirklichkeit um ein Entnazifizierungsprogramm geht, das von den USA aus gesteuert wird.

Es geht nicht um Frauen. Es geht nicht um Gleichberechtigung. Es geht nicht um Gender. Es geht allein darum, jede Eigenschaft, die man als Nazi-ty­pisch und als Teil deren Selbstverständnisses ansieht, als wertlos und ver­ach­tens­wert anzusehen.»7(Hadmut Danisch)

Jetzt sind wir nicht mehr weit weg von einer modernen Variante der Ver­schwö­rungs­the­o­rie des „Rates der Weisen von Zion”, die einem fiktiven Ro­man entstand, der möglicherweise eine private literarische Rache an einer Per­son war, über die sich der Schriftsteller geärgert hatte; später wurde das Ka­pi­tel ohne Quellenangabe herausgenommen und falsch behauptet, es sei kein Roman, sondern ein wirklicher Plan.

Danisch merkt nicht einmal,wie er sich in wirren Ergüssen verheddert. Jetzt führt er den ganzen Feminismus auf eine „Rache an den Nazis” zurück, und dieses wiederum darauf, daß ein Redner mehr als nötig herausstellt, Jude zu sein, was seine Wut erkläre. Das wälzt Danisch dann weiter aus, indem er spe­ku­liert, die von ihm scharf abgelehnte feministische Verfassungsrichterin ent­stam­me einer Familie, in der das Thema Holocaust sehr präsent sei, und ha­be einen Nachnamen, der bei jüdischen Familien weit verbreitet sei. Das ist eine Kette unbewiesener Assoziationen und Verdächtigungen. Sowohl die As­so­zi­a­ti­on, der Name könne jüdisch sein ist reine Spekulation, als auch die an­geb­li­che Präsenz des Themas Holocaust in der Familie der Ver­fas­sungs­rich­te­rin. Aus diesem Stoff sind Vorurteile. Die manichäische Weltsicht sei­nes Artikels ist die eines Kampfes von Nazijägern gegen den Rest der Welt, wo­mit der Zustand der Welt erklärt werden soll. Es braucht nicht viel Scharf­sinn, um die logische Struktur solcher Denke ziemlich deftig zu cha­rak­te­ri­sie­ren.

Das Problem ist dabei nicht Antisemitismus, den ich ausdrücklich nicht vor­wer­fe; diese Keule zücke ich nicht. Mir ist ziemlich egal, was Danisch schreibt, aber es sollte Sinn und Verstand haben. In einer freien, vernünftigen Ge­sell­schaft darf man jeden kritisieren, wenn es sachlich, reflektiert und gut be­grün­det geschieht, einschließlich Juden und jüdische Organisationen. Doch das ist weder sachlich, reflektiert noch gut begründet, sondern ein Wust wil­der, un­ge­prüf­ter As­so­zi­a­ti­o­nen, mithin genau der Stoff, aus dem Vorurteile zu ent­ste­hen pflegen. Nun geht Danisch wohl nicht in die Richtung von Vor­ur­tei­len gegen Juden; aber sein Stil ist ja sonst genauso, wenn es um andere Per­so­nen­kreise und Themen geht. Sein Stil und seine Vorgehensweise ist vom Niveau unterirdisch, was es schlimm macht, daß ausgerechnet so etwas sich vor wenigen Tagen brüsten konnte, eine Million Serverzugriffe an einem Tag gehabt zu haben.

Andere Themen sind oft genauso leichtfertig und oberflächlich da­hin­ge­hackt. Es ist sein Stil und Erfolgsrezept. Es stimmt etwas mit dieser Ge­sell­schaft nicht, wenn solcher Müll beliebt ist, dagegen solide, tiefe Tabus bre­chen­de Literatur und gut überlegte Argumente völlig ungelesen ignoriert wer­den. Gewiß, ein Arbeitstag ist lang und ermüdend; danach sinken viele dann in einen Sessel, um sich vom Fernsehen belätschern zu lassen, das zu ähn­lich unsachlichem Stil verzieht. Ernsthafte Lektüre mit anstrengenden Ge­dan­ken wären wohl oft zu mühsam nach Feierabend.

Doch zusätzlich jubelt dergleichen eine Pseu­do­män­ner­be­we­gung hoch, die meine derzeit 31 gut durchdachten Bücher ungelesen ignoriert. Jeder sol­che (vorurteilsbeladen geschwafelte) Beitrag wird von einer Pseu­do­män­ner­sze­ne auf Twitter verbreitet, so wie alle meine (solide recherchierten) Bei­trä­ge ignoriert werden. Halleluja. Die Pseudomännerszene wird wegen ihrer Ni­veau­lo­sig­keit jede ernsthafte Auseinandersetzung verlieren.

Wer mir jetzt vorwirft, Streit zu suchen: Der Vorwurf ist falsch. Ich su­che keinen Streit, bin aber gezwungen, auf totale Ausgrenzung und völliges Ig­no­riert­wer­den wesentlicher Argumente in Büchern zu reagieren. Gäbe es kei­ne Ausgrenzung, wäre es mir wurscht, was andere schreiben. Doch wenn po­pu­lä­rer Schwachsinn hochgejubelt wird von Leuten, die wichtige neue An­sät­ze vollständig durch Ignorieren unterdrücken, ist ein Konflikt un­ver­meid­bar. Die Leute, die sich jetzt angegriffen fühlen mögen, haben selbst schuld. Hät­ten sie nicht unsolidarisch totalignoriert, gäbe es solche Konflikte nicht. Wenn Leute, die für benachteiligte Männer einzutreten vorgeben, selbst Männer diskriminieren, und zwar ausgerechnet ihren eigenen stärksten Vertreter, der sich für die von ihnen vernachlässigten diskriminierten männlichen Verlierer einsetzt, dann trifft sie die nötige Kritik zu recht.

Fußnoten

1 https://www.jstor.org/stable/pdf/3178170.pdf?seq=1#page_scan_tab_contents

2 https://www.danisch.de/blog/2019/07/08/titel-thesen-temperamente-und-die-mondlandung/

3 Das läßt sich noch weiter vertiefen. Die Tochter eines Missionars, die einen großen Teil ihrer Kindheit bei einem erst vor kurzem entdeckten Stamm Neu Guineas verbracht hatte, beschrieb ihre Erlebnisse in Büchern. Anderes steht bei Ethnologen: Steinzeitstämme hatten außer geschlechtlicher Arbeitsteilung klare Tabus, die Männer aus weiblichen Gruppen hielten, was übrigens meist stärker erfolgt als umgekehrt, aber auch Frauen aus Männerbünden, insbesondere deren männlichen Zeremoniën. Sie achteten darauf, weil sie sich vor den Folgen einer Übertretung fürchteten. Dann lernten sie von der Missionarsfamilie, daß es auch anders ginge, diese zwar auch Fehler machten, aber dennoch miteinander versöhnten und klarkamen. Daraufhin gewannen sie Zutrauen, gaben die alten Formen und Regeln auf, so wie sie den neuen Glauben annahmen. Wenn wir uns nun anschauen, wie unsre Gesellschaft rasch in eine feministische Diktatur abrutscht, so waren die Warnungen der Steinzeitmenschen offenbar berechtigt. Entweder waren sie eine ritualisierte Erinnerung an die Katastrophe kurz nach Ende der Eiszeit, als 17 Mütter auf 1 Vater kamen, oder sie waren ritualisierte Erfahrung jüngerer Zeit. Jedenfalls könnte der Ausgleich durch Geschlechterergänzung und männliche Rituale auch für uns lebensnotwendig sein, wenn wir nicht in irrationalen Hysteriën und zunehmendem Feminismus untergehen wollen.

4 https://www.danisch.de/blog/2014/06/25/ein-boesartiger-vortrag-eines-boesartigen-professors/

5 https://www.danisch.de/blog/2019/09/22/die-erfolgreich-erfolgte-selbstvergiftung-der-professoren/

6 https://www.danisch.de/blog/2014/06/25/ein-boesartiger-vortrag-eines-boesartigen-professors/

7 https://www.danisch.de/blog/2014/06/25/ein-boesartiger-vortrag-eines-boesartigen-professors/

Hadmut Danisch, wilde Verschwörungstheorien und Spekulationen

Hadmut Danisch, wilde Verschwörungstheorien und Spekulationen

Jede Epoche hat die Sternchen und Berühmtheiten, die sie verdient. Unsre feministische Gesellschaft hofiert Feministinnen heutiger und früherer Zeiten, die blühenden Unsinn geschrieben haben, dem aber gefühlt zustimmt, weil sich ihre schiefe Wahrnehmung in unsrer Gesellschaft durchgesetzt hat, mit übrigens ziemlich totalitären Methoden. Diese Epoche hat auch eine winzige, viel zu kleine ‚Männerbewegung’, die allerdings fest innerhalb des feministischen Weltbildes verankert wird und vielfach Grundsätze jener ihnen feindlichen Ideologie für sich zu benutzen sucht.

Echte Feminismuskritik fehlt – nicht, weil es keine gäbe, sondern weil sie sowohl von etablierten Mediën ignoriert wird, als auch von alternativen und außerdem vom Publikum. Sie trifft einfach nicht den Nerv der Zeit. Wer in dieser Ära lebt, ist von Kind an gewisse Vorstellungen gewöhnt, dessen Denken und Wahrnehmung hat sich im Rahmen einer Gesellschaft ausgeprägt, die stark von extremen Ideologiën geprägt ist. Etliches, das zum Erkennen der Wahrheit nötig wäre, ist jenseits des geistigen und sinnlichen Horizontes. Manche Wahrheiten stören einfach, wirken radikal, obwohl es tatsächlich die Gesellschaft ist, die sich radikal von der Wahrheit, menschlicher Natur und Vernunft entfernt hat. Jedenfalls stören und verstören Argumente wie in meinen Büchern. Viele Autoren sind nachweislich mit so etwas unterdrückt worden in den letzten 50 Jahren.

Das bedeutet nicht, daß alle Zeitgenossen Feministen wären. Viele stören sich an Verrücktheiten jener Ideologie. Doch selbst die Ablehnung findet in einem ‚politisch korrekten’ oder durch angepaßte Empfindung und Wahrnehmung gesteuerten Rahmen ab. Wer sich selbst subjektiv als Kritiker des Feminismus sieht, mit dessen Dogmatik nichts anfangen kann, hat sich deshalb noch lange nicht aus dem geistigen Gebäude gelöst, das jene Ideologie trägt. Somit gibt es eine oberflächliche Ablehnung, die innerhalb des abgelehnten Systems steckenbleibt. Genau das sind nun aber jene Stimmen, die charismatisch wirken und gut ankommen, daher ein Massenpublikum erreichen, weil sie gefühlsmäßig und von den Denkgewohnheiten her gut nachvollziehbar sind. Grund ist, daß eben nicht zu weit über das hinaus gedacht wird, was durchschnittliche, vom Feminismus ohne ihr Wissen unterschwellig geprägte Bürger gewöhnt sind. Man feiert Blogs, in denen sich der Durchschnittsmensch wiederfindet. Das bedeutet, viele Vorurteile des Durchschnittsmenschen zu teilen. Wer geistig zu viel leistet, gar das Denksystem der Epoche verläßt, wirkt unbequem, schwer verständlich, wenn nicht gar empörend, wird mit Mißachtung bestraft. Je seichter die Kritik bleibt, desto größer die Zahl der Anhänger, die umso begeisterter sind.

So eine typische Stimme ist die von Hadmut Danisch: Gut, daß es ihn gibt, denn ohne ihn gäbe es überhaupt keine kritische Restvernunft. Andererseits lenkt die Anziehungskraft solcher populärer Halbkritik von tiefergehender, echter Kritik ab. Weshalb schreibe ich das, obwohl es Uneinigkeit öffentlich ausdrückt? Weil vieles falsch ist, unbegründet daherspekuliert wird!

Ein Steckenpferd Danischs ist, den Feminismus auf den Kommunismus zurückzuführen, als dessen Nebenlinië darzustellen. Nun, das ist zunächst einmal Ansichtssache, und in Meinungsdingen ist jede Meinung willkommen, damit sich in einer Debatte die besseren Argumente durchsetzen mögen. Leider aber zieht hier eine populäre, weil verbreitetem Vorurteil einer auch unterschwellig feministisch geprägten Gesellschaft verhaftete, Sicht alle Aufmerksamkeit an, was tiefergehende, echte Kritik verschüttet.

Nicht Kommunismus hat Feminismus losgetreten, sondern dieser wurzelt in uraltem männerfeindlichem Vorurteil, das besonders stark die Philosophie der Aufklärung und seit der Sattelzeit das gesamte abendländische Denken, das für kanonisch gehaltene lexikalische ‚Wissen’ prägte – siehe „Das unmoralische Geschlecht” (Kucklick). Bemerkungen von Engels, der von angeblich freizügiger Sexualität und Matriarchaten eine falsche, paradiesische Vorstellung hatte, sind nur ein Ausdruck von Fehlurteilen und Vorurteilen, die seit vielen Jahrhunderten ein Kardinalfehler westlichen Denkens sind. Mit Kommunismus haben sie nichts zu tun.

Die erste feministische Welle war keinesfalls kommunistisch geprägt, im Gegenteil, sondern eng verbunden mit den damals aufkommenden Eugenikern; durch Zuchtwahl am Mann wollten sie ‚die Rasse bessern’. Daher ist es folgerichtig, daß in den USA einige Feministinnen erster Welle im Ku Klux Klan aktiv waren; andere arbeiteten später mit den Nazis zusammen.

(John Davis, Women of the Klan: Foundations of Modern Feminism)

«Women in the 1920s‘ Ku Klux Klan Movement

Kathleen M. Blee

Feminist Studies

Vol. 17, No. 1 (Spring, 1991), pp. 57-77»1

How Women In The KKK Were Instrumental To Its Rise

 

«John Davis, Frauen des Klans: Grundlagen des modernen Feminismus

Frauen in der Ku Klux Klan Bewegung der 1920er Jahre
Kathleen M. Blee, Feministische Studien, 1991 …

Wie Frauen im KKK wesentlich für seinen Aufstieg waren»

Laut einer akademischen feministischen Schrift erfanden die Suffragetten im 19. Jahrhundert jene Selbststilisierung ihrer Schwesternschaft, die später von den Faschisten übernommen wurde und heute als „Ästhetik des Faschismus” gilt. Siehe „Zensiert. Erster Band zur ersten Welle”. Seit jeher gibt es außer einem linken Feminismus auch einen rechten Feminismus; einseitige Zuordnung zum linken Flügel oder dem Kommunismus ist sachlich einfach falsch.

So weit gräbt das oberflächliche Denken eines Danischs aber nicht, der assoziativ Verbindungen herstellt, so aus dem Bauchgefühl heraus, oft ohne jeden Beweis dafür. Das ist zum einen eine Methodik, die von MSM (etablierten Mediën) typischerweise ‚Verschwörungstheorie’ genannt wird, zum anderen feministisch ist. Wie in meinem Buch „Ideologiekritik am Feminismus” nachgewiesen, und zwar anhand anerkannter feministischer ‚wissenschaftsheoretischer’ Grundlagenwerke, die feministische Methodik beschreiben, gründet jene Richtung mitsamt allen verwandten Fächern (Feministische Studien, Frauenforschung, Genderstudien, Queer Studies, Geschlechterforschung, sogar die feministisch geprägte Männerforschung) auf antiwissenschaftlicher Methodik, darunter Subjektivität (Bauchgefühl). Zusammenhänge werden assoziativ konstruiert. Danisch geht ähnlich vor.

«Titel Thesen Temperamente und die Mondlandung
Hadmut 8.7.2019 0:11
Hmmm.

Vorhin hatte ich noch drüber gebloggt, da kommt jetzt im Ersten TTT – Titel Thesen Temperamente über einen Film über die Mondfahrt, in dem es darum geht, daß es ohne den Krieg die Mondfahrt nie gegeben hätte.

Ich bin der Auffassung, daß das noch viel weiter geht, daß es auch den automatisierten Haushalt und damit die „Befreiung der Frau” sonst nicht gegeben hätte.

So geht über Umwege, aber im Prinzip doch der Feminismus (hat mir ja noch nie gefallen) auf die Nazis zurück, ist deren Werk. Müßte eigentlich reichen, daß Grüne und SPD platzen.»2 (Hadmut Danisch)

Hadmut Danisch hat wieder mal frei assoziiert und findet nun, ohne Krieg gäbe es weder Mondfahrt noch Feminismus. Steile Thesen. Nun bringen Kriege zwar Wissenschaft voran, weil alle Beteiligten im verzweifelten Ringen viel Geld und Zeit in bessere Waffen stecken, aber die Mondfahrt? Die entstammt eher friedlichem Wettbewerb, den die Sowjetunion mit dem Schock eröffnet hatte, als erste Nation Menschen in Erdumlaufbahn befördert zu haben. US-Präsidenten sahen es danach als unerläßlich für ihr Prestige an, die Sowjetunion im All erst einzuholen, dann zu überrunden. Nun ja, mit freier Assoziation ist vieles möglich, ein Feminismus ebenso wie eine ‚jüdische Weltverschwörung’, die unter jedem Zipfel steckt, oder der Krieg als Vater der Mondfahrt.

Noch toller wird die nächste Behauptung, die unbegründet einfach als Ansicht Danischs auftaucht, nämlich daß es sonst „‚die Befreiung der Frau’ sonst nicht gegeben hätte”. Hallelulja. Zunächst einmal gab es keine ‚Befreiung der Frau’, weil Frauen nie unterdrückt, sondern immer das biologisch dominante Geschlecht waren, wogegen Männer der Evolution als „Filter für Gene” dienen und daher diskriminiert werden – also genau umgekehrt zur gefühlten feministischen Unterstellung. Doch das ist bereits schon zu viel bohrende Logik für den trotz Stolz auf sein MINT-Studium und seine IT-Kompetenz in dieser Hinsicht gefühligen Danisch, der damit dem Muster einer feministisch geprägten gefühligen Epoche folgt, in der mit Ingoriertwerden bestraft wird, wer zu tief nachdenkt, der oberflächliche Dampfplauderer dagegen in den Bloghimmel gehoben wird.

Noch mutiger ist Danischs fabulieren, Feminismus hätte es ohne Krieg wohl nie gegeben. Im Karneval würde an dieser Stelle ein Tusch geblasen. Tatsächlich deuten Indiziën für die Minderheit intelligenter Menschen, die aufgrund unbequemen Verstandes von der Gesellschaft ratlos ausgegrenzt werden, in genau gegenteilige Richtung: Die ersten archäologischen Funde, die auf Kriege deuten, weil größere Gruppen von Skeletten gefunden wurden, bei denen als Todesursache Verletzungen durch Waffen festgestellt wurden, stammen aus einer Epoche nach dem Abklingen der Eiszeit, aus der eine Vielzahl weiblicher Figurinen gefunden und die von Feministinnen als eine Zeit radikaler Matriarchate reklamiert wurde. Ich zitierte die Rezeption einer Schrift von Greer durch Radikalfeministinnen, die beschrieb, wie angeblich starke Matriarchate so weit gingen, die Zahl der Männer durch Rauswurf oder Töten zu verringern. Es geht hier nicht darum, ob etwas daran ist, oder es wie so oft hanebüchener Unsinn ist. Jedenfalls wird die Zeit für extreme Matriarchate reklamiert. Genetiker haben festgestellt, daß es damals weltweit 17 Mütter auf einen Vater gab, was fürwahr auf eine Katastrophe beim Geschlechterverhältnis deutet. So völlig unsinnig ist es daher nicht, auf das Bestehen eines Problems und übermäßig starke Frauen, sowie ohnmächtige Männer zu schließen. Jedenfalls wurden zeitgleich erste Spuren von Kriegen gefunden.

Es mag reiner Zufall sein, oder einfach eine Geschichte, die nichts bedeutet, wie es sie zu Millionen gibt, aber ein Häuptling Neu Guineas hat Ethnologen gegenüber behauptet, der Krieg sei erfunden worden, um die Unterdrückung des Mannes durch die Frauen zu überwinden. Man vergleiche diesen Satz einmal mit dem Geschlechterverhältnis 17 : 1 in der Fortpflanzung und gleichzeitigen ersten Funden von Kriegen. Ich behaupte wohlweislich nicht, daß es ohne (urzeitlichen) Feminismus keinen Krieg gäbe, doch wäre das besser durch Indiziën belegt als die umgekehrte, aus bloßem Gefühl daherphantasierte Behauptung Danischs, ohne Krieg gäbe es keinen Feminismus. Danisch scheint ein Talent zu haben, sich unüberlegt um Kopf und Kragen zu plaudern, aber gerade solch unüberlegtes Dampfplaudern ist es, was seinen Blog bei ähnlich tickenden Zeitgenossen so populär macht, die echte Analysen genauso eisig ignorieren wie Feministen es tun.

Natürlich ist jede Deutung spekulativ, doch ich bin vorsichtig, weiß, was ich tu, unterscheide reine Spekulation von gesicherten Schlüssen, und gehe von Tatsachen aus. Nicht so Danisch. Der phantasiert ohne jede Kenntnis der Fakten, ohne vorherige solide Recherche, unbegabt aus dem hohlen Bauch heraus, so wie es Feministinnen üblicherweise tun. Er selbst merkt gar nicht, wie ähnlich er denen ist, die er ja eigentlich ablehnt.

Wie wir gesehen hatten, hat die erste feministische Welle im 19. Jahrhundert den Faschismus vorbereitet, mit frühfaschistischer Ästhetik und der Idee eugenischer weiblicher Zuchtwahl am Mann. Danisch behauptet wieder einmal das genaue Gegenteil der Tatsachen, nämlich daß Feminismus auf die Nazis zurückgehe. Dummschwätzerei.

Was Danisch in dem Blogeintrag schrieb, ist wirres Zeug, aber gerade deswegen hoch geschätzt von ähnlich wirren Zeitgenossen, die meine Analysen verschmähen, weil sie unbequem wirken, nicht ihrem Empfinden und Denken entsprechen. Leute wollen etwas lesen, das ‚mutig’ ausspricht, was sie selbst fühlen, sie bestätigt, Gedanken, die sie sofort einleuchtend finden. Dann reagieren sie entweder „Mööönsch, das habe ich doch schon immer gedacht. Endlich spricht es mal jemand aus.” oder „Oooh, wieso bin ich nicht selbst darauf gekommen? Der Gedanke könnte von mir sein!”.

Meine Bücher werden verächtlich übergangen, weil sie verstören. Sie entsprechen einfach zu wenig dem, das allgemein gedacht, gefühlt und geglaubt wird. Gerade das, was eine geistige Leistung daran ist, stört das Wohlbefinden der Zeitgenossen, die gar nicht aufgeweckt werden wollen, gar keine Lust haben, den schmerzhaften Prozeß zu durchlaufen, erkennen zu müssen, belogen worden zu sein. Also ignoriert man verächtlich den Boten mit der häßlichen, störenden Wahrheit, die ihr bequemes Leben durcheinanderwirbeln würde.

Fußnoten

1 https://www.jstor.org/stable/pdf/3178170.pdf?seq=1#page_scan_tab_contents

2 https://www.danisch.de/blog/2019/07/08/titel-thesen-temperamente-und-die-mondlandung/

Nach Zensurlöschung Notverfügbarkeit für alle Bücher

Nachdem vor einer Woche, am Freitag den 24.5.2019, ein intoleranter Zensor bei ePubli die Löschtaste drückte, war ein halbes Jahr Arbeit an meist farbigen Buchversionen futsch, direkt für die Macken dortiger Programm optimiert.

Farbdruck ist bei BaB (Buch auf Bestellung, englisch BoD) Anbietern für ganze Bücher meist zu teuer. Die Erkennung und Umwandlung von Textseiten in Seiten mit Schwarzweißdruck ist wegen stümperhaften Programmentwicklern, die schlechte Designentscheidungen trafen, umständlich und fehlerhaft. Nutzer müssen dann tagelang damit kämpfen, mühsam seitenweise Fehler des Programms zu überlisten, für die wohl weniger Programmierer selbst als vielmehr diejenigen verantwortlich sind, die sich ein schlechtes Konzept ausgedacht haben, das dann unnötige tückische Schwierigkeiten schafft, an denen Kodierer vorhersehbar scheitern.

Das ficht ePubli oder andere Firmen aber nicht an; sie reagieren nicht auf Fehlermeldungen. Keine Organisation will Fehler im eigenen Konzept wahrhaben. Es beginnt damit, daß sie keine klassisch ausgebildeten Mathematiker oder andere Denker die Konzeption entwickeln lassen, sondern gefühlige, geistig aber schwammige Vertreter der feministischen Generation, denen es mehr auf eine hübsche Oberfläche ankommt als auf logisch korrektes Durchdenken und Gestalten. So wie es einem Mädchen wichtig ist, sich mit Lippenstift aufzuhübschen, während ein langweiliger Dichter und Denker über Büchern oder mathematischen Fragen grübelt, weshalb er nicht modisch aussieht und von den Mädchen dann geschnitten und abgewiesen wird, geht es auch im Betrieb zu. Das Ergebnis sind geschminkte Oberflächen, hinter denen Programmfehler und schlechte Konzepte stecken.

Deswegen kostet es dann Dichter und Denker, die schöne Ausgaben anbieten müssen, weil auch das Publikum Bücher nach ansprechender, also modischer Gestaltung, und anderen Äußerlichkeiten beurteilt, viel Zeit, Produkte nach dem Geschmack einer oberflächlichen Zeit herzustellen. Tag und Nacht mußte ich mit Schlafmangel fast durcharbeiten, um die Notlösung für alle Bücher schnell anbieten zu können.

Als nach Monaten die Verkäufe eben anzogen, war mit einem Klick alles weg: Profil und alle Bücher. Alle Verweise im Netz liefen ins Leere. Deshalb habe ich nun meine Bücher wieder verfügbar gemacht. Bleibender Schaden ist, daß jetzt grundsätzlich nichts über den Buchhandel bestellbar ist. Andere Anbieter mit erschwinglichen Preisen beim Farbdruck haben nicht die Anbindung über Großhändler, die viele Buchläden, insbesondere Kettenläden, für Bestellungen benutzen. Daher ist die Verfügbarkeit jetzt stark eingeschränkt, nämlich nur über einige Internetseiten gegeben. Der Zensor hat also erheblichen Schaden angerichtet, und das bei den Kleinsten, einem Schriftsteller, der seit über drei Jahrzehnten ignoriert wird, oft tagelang rumläuft, mit vielen spricht, ohne auch nur ein einziges Buch zu verkaufen. Zensur verhindert, daß jemand überhaupt eine Chance erhält, jemals wahrgenommen zu werden. Gleiches gilt für ganze Themen, ausgerechnet zentrale Themen menschlichen Lebens, die von zynischer Zensur so wirkungsvoll unterdrückt werden, daß niemand auch nur von der Thematik erfährt.

Außer der sehr eingeschränkten Reichweite meiner Notveröffentlichung ist auch die Anzahl der Farbdrucke geringer geworden. Denn auch neue Anbieter haben ihre Probleme damit. Der eine kann nur alles farbig drucken, was astronomische Preise bewirkt. Ein Buch würde dort über 53€ reine Druckkosten verursachen, wobei andere Kosten für mich noch gar nicht berücksichtigt sind. Niemand bezahlt mir mehr als 53€ für ein farbig bebildertes Sachbuch. Daher gibt es dieses jetzt nur noch Schwarzweiß. Andere Anbieter haben andere Programmfehler, wenngleich weniger krasse. Auch das wird noch mehr Zeit kosten, die mühsam zu umgehen. Das Format .DOC von Winzigweich (englisch: Microsoft) ist so schlecht wie vieles was vom Studienabbrecher Bill Gates stammt, dessen einzige Qualifikation es war, in einer kalifornischen Garage Spaghettikode in Basic schreiben zu können, als gerade der gewaltige Boom im Silicon Valley begann.

Geistige Leitungen hat Bill Gates nie vollbracht. Er hatte nur Geschäftssinn und das unverschämte Glück, daß ihn ein Manager von IBM, der keine Ahnung von den neuen Personalkomputern hatte, aus Versehen anrief, weil er glaubte, das damalige Standardbetriebssystem CPM stamme von ihm. Gates beschwatzte ihn sofort erfolgreich und wurde über die IBM-PC zum Monopolisten, der immer wieder Anbieter besserer Programme mit seiner Monopolstellung plattwälzte, wobei er jeweils haarsträubend schlecht konzipiertes zum Marktstandard machen konnte. Auch Windows ist ein trauriges Ergebnis schlechter Designentscheidungen von den frühesten Anfängen an, die sich später selbst von klügeren Köpfen nicht mehr korrigieren lassen. Das alles steht genauer in meinen leider ungelesenen Büchern beschrieben.

Nun denn, die Formatierung von fremden .DOC mit unbekannten, von Dienstleistern selbst gestrickten Programmen in eine .PDF ist Glückssache. Daher sind nun manche Bücher, die ich vorher schon mit viel Mühe farbig herausgebracht, teils aber nie verkauft hatte, nur noch schwarzweiß erhältlich. Eure Schuld. Wenn ihr mehr kaufen würdet, hätte ich wohl richtige Verlage, oder es würde den Zeitaufwand lohnen, bei nächsten Anbieter die Programme zu überlisten, bevor ich vielleicht wieder zensiert werde.

Ihr habt gar keine Ahnung, was für ein Aufwand das auf allen Ebenen ist, euch etwas wichtiges mitzuteilen, was so gut wie ignoriert wird. Es ist höchst schädlich, meine Zeit mit Formatierung zu vergeuden, statt neue Bücher zu schreiben, Informationen zu sammeln, und vielleicht neue Durchbrüche zu schaffen. Denn es gibt niemanden, der an meinen Themen arbeitet. Ich bin der einzige. Was ich nicht erarbeite, erkenne und notiere, geht unter und verloren. Jede Minute Zeit, die meinem Geist zur Verfügung steht, ist kostbar, sollte für die Suche nach neuen Erkenntnissen genutzt werden, nicht für Nebensachen wie Vermarktung, Vertrieb, hübsche Gestaltung der Oberfläche und so weiter. Dafür gibt es Arbeitsteilung. Aber es arbeitet ja niemand mit. Ich werde ignoriert wie ein ansteckender Aussätziger. Die wenigen, die es gut finden, was ich erarbeite, haben selbst keine Möglichkeit, etwas zu tun.

 

Merkwürdiges geschieht bei meinen Büchern

Merkwürdiges geschieht bei meinen Büchern

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres habe ich sieben Bücher vollendet. Seitdem stockt die Produktion leider ein wenig. Unter anderem kostet der Ausschluß in eine Filterblase, die wie eine geschlossene Gummizelle funktioniert, aus der kein noch so lauter Ruf hinausdringt, viel Zeit und Kraft. Meine schöpferische Kraft wird von der eisigen Mauer des Schweigens und Desinteresses erstickt, die seit mindestens 40 Jahren auf jeder echten Feminismuskritik lastet.

Die neuen Bücher sind überwiegend unterhaltende Literatur mit Hintersinn, lustig und spannend zu lesen. Doch das nützt nichts; mein Name und die Themen sind stigmatisiert. Jedes einzelne dieser Bücher fand von dem einen oder anderen Verlag ein ernsthaft lobendes Wort (jenseits von Formbrieffloskeln und Höflichkeiten); manche der Bücher interessierten gleich mehrere Verlage, die eine Veröffentlichung erwogen, die aber trotzdem nie zustande kam. Inzwischen gibt es keine noch nicht angeschriebenen deutschsprachigen Verlage mehr, bei denen die Bücher passen könnten, die noch nicht abgelehnt haben oder mir gar verboten haben, jemals wieder – was auch immer – einzureichen. Solches Berufsverbot durch Kontaktsperre dokumentiere ich in „Abrechnung mit dem Feminismus”.

In jüngster Zeit gab es ganz merkwürdige Reaktionen. Ein Verlag hatte mich zur Frankfurter Buchmesse eingeladen, wo ich am Stand mit den Verlegern gesprochen hatte. Auch das zerschlug sich still. Die Verlegerin wollte mich mit einem Buch aufbauen, bestand dann aber darauf, ich solle Inhalte entfernen oder umschreiben, „die nicht in ihr Programm passen”. Sie selbst habe ein emanzipatorisches Buch geschrieben und veröffentlicht, und könne nichts verlegen, hinter dem sie nicht stehen könnte. Implizit gehörte auch Migration zu den unerwünschten Themen. Dabei hatte ich ihr ein recht harmloses, literarisches Buch eingereicht. Sogar das war offenbar zuviel. Außerdem sagte sie, es sei ein Problem, daß ich ja noch andere Bücher geschrieben hätte. Das bedeutet: Wenn ich ein Buch geschrieben habe, in dem etwas ‚unpassendes’ steht, kriege ich auch unverfängliche Bücher nicht mehr veröffentlicht. Sippenhaft, wie sie laut einem Pastor nicht einmal die Inquisition betrieb.

Argumentiert wird mit persönlicher Freiheit, doch das Ergebnis ist genau deren Fehlen: es ist die Freiheit des Zensors, zensieren zu dürfen, des Verlegers, nichts herauszubringen, was seiner Überzeugung widerspricht. Damit befinden wir uns in einem Überzeugungsstaat. Gedruckt und gemeldet wird, was der Überzeugung der VerlegerInnen entspricht. Solche ‚Freiheit’ ist eine Perversion der Freiheit.

Kurz und gut, nachdem die Verlegerin mich selbst zur Buchmesse bestellt hatte, ein Verleger des Verlags auch meine brisanten Bücher beim ersten Blättern ‚interessant’ fand, wurde ich abgewimmelt. „Frühestens nächstes Jahr!” Das nächste Jahr kam, doch dann war ich nicht bereit, gewisse Themen (offenbar Feminismus und Migration) aus dem Buch herauszuschreiben, eine um das wesentliche kastrierte Fassung zu liefern. Wenn ich anrief, wurde mir beschieden, es passe gerade nicht, Termine oder so, sie rufe zurück. Solch ein Rückruf erfolgte nie.

Ähnliches geschieht in jüngster Zeit immer wieder. Man schickt oft nicht einmal mehr Absagen, sondern hört noch anfänglichem Interesse einfach auf zu antworten. Als wäre ich ein Aussätziger. Wahrscheinlich ist QFD die moderne Form des Aussatzes. Wer immer Kontakt mit jemandem hat, der QFD hat, wird von Twitter selbst mit QFD belegt, das sich so wie eine Seuche verbreitet und am Ende alles dahinrafft, was nicht feministisch, links, grün, islamisch oder migrantisch ist. Denn jene genannten Gruppen sind immun gegen QFD. Selbst wenn sie dazu aufrufen, Menschen zu ermorden, werden sie niemals QFD bekommen; sie haben Narrenfreiheit.

Meine Bücher sind kaltgestellt. Dazu kommt, daß es immer weniger Leser gibt. Wir haben die Gesellschaft, vor der Einstein gewarnt haben soll: Generationen von Trotteln, die sich mit Maschinen beschäftigen statt miteinander. Leute, die fast ineinanderrennen, weil sie noch auf dem Bürgersteig auf ihrem Mobilgerät Symbole wischen und SMS tauschen statt Blicke.

Ein Verlag aus wollte vor Jahren schon ein Buch von mir herausbringen, das gut gefallen hatte. Doch es hieß, die Planung sei auf zwei Jahre hinaus fertig und keine Kapazität frei, ein weiteres Buch dazwischenzuschieben. Später versuchte ich es mit weiteren Büchern. Diesmal war die Antwort, sie seien so überlastet, daß leider keine Manuskripte angenommen werden könnten, bis ein entsprechender Hinweis erfolge – obwohl ihr mein Buch gefallen hatte. Nach abermals einem Jahr erfuhr ich, der Buchmarkt sei sehr schwierig geworden, weil zu wenige Bücher gekauft würden, um die Ausgaben zu decken, ganz besonders abseits des Massenmarktes ganz weniger bekannter Schriftsteller. Daher könne sie leider keine fremden Bücher mehr herausgeben. Wieder ein Jahr später meldete sie, der Verlag werde ganz eingestellt, weil es sich nicht mehr lohne, sie werde sich als Lektorin durchschlagen.

Zwei Verleger wollten ursprünglich mein Buch über die Gruppenreise herausbringen. Es ist im Gewande bebilderter Länder- und Reiseliteratur zugleich eine literarische Neuerung und Beschreibung, wie weibliche Wahl heute bei Mädchen abläuft. So etwas gab es noch nicht. Gleichzeitig ist es unterhaltsames Reisebuch und eine Vertiefung brisanter Zeitthemen.

Dieses Buch wollte ein Verlag herausbringen, der sich als „neuer konservativer Verlag” bezeichnet. Der wollte bürgerliche Angaben vor Vertragsabschluß von mir, was aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist. Man sehe sich an, was bereits in den 1970er Jahren Esther Vilar passiert ist, die von Femininistinnen auf der Damentoilette zusammengeschlagen und zur Emigration gezwungen wurde. „Ich rede nicht mit Leuten, die ich nicht kenne. Suchen Sie sich einen anderen Verlag. Nicht mit mir. Ende.” Knack und weg. Was für eine verdrehte Gesellschaft ist das? Sogar was sich selbst als ‚konservativ’ bewirbt, reagiert ähnlich unterdrückerisch wie der Rest der Gesellschaft. Rüpel, legt einfach auf. Will konservativ sein, hat aber kein Benehmen gelernt? Soll ich eine Einladung für die ANTIFA an meine Haustür kleben? Die klebt hier in der nahen Umgebung schon genug. Auf einen Besuch verzichte ich gerne.

Der zweite Verleger drehte durch, weil es zum Buch eine ISBN gab, die aufgekündigt und zwischenzeitlich neu vergeben worden war. So konstruierte er eine unsichere Rechtslage, die es nur in seiner Phantasie gibt, nicht aber der Wirklichkeit. Es endete damit, daß mir der Verleger rechtliche Drohungen ausstieß, sollte ich in irgend einer Weise über den Vorfall, ihn oder den Verlag berichten. Das ist boshaft, und gipfelt darin, daß mir durch Drohung mit dem Anwalt verboten werden soll, über die Bosheit zu berichten. Schäbiges Verhalten. Was ist mit unseren Verlegern los?

Was für ein Pech mit allen meiner nun mehr als 20 Büchern! Allein zwei aus lächerlichen, absurden Gründe gescheiterte Veröffentlichungen für ein einziges Buch: die „Kiwi-Erfahrung”. Eines meiner Bücher „NEIN!” hatte bereits 1993 eine ISBN des Betzel Verlages (unter dem Namen „Abgelehnt”), war aber nie erschienen, dann nochmals einen Vertrag mit dem Juwelen Verlag, der es auch angekündigt, aber nicht veröffentlicht hatte, wurde schließlich mit fast 30 Jahren Verspätung veröffentlicht, womit das Problem, zu werben und das Buch bekannt zu machen, aber immer noch nicht gelöst ist.

Wegen solcher Formalien und Umstände sind Bücher unverlegt, ungelesen oder unbekannt, die es durchaus verdienen, zur literarischen Sensation zu werden. Und wenn Sie mich tausendmal verspotten, weil das wohl jeder Schriftsteller von sich selbst glaubt: Lesen und urteilen Sie! Es gibt nicht viele Bücher, die trotz Stigmatisierung von Autor und Themen mehrere Verleger interessiert haben, aber dann von A*löchern, die ihre Macht mißbrauchen, verhindert wurden, was den Schriftsteller letztlich vernichtet. Dies ist eine Verlagsbeschimpfung und Medienbeschimpfung, und ihr werdet noch mehr davon kriegen, bis die Blockade durchbrochen ist, die meine Bücher aus der Öffentlichkeit hält! Ich gebe nicht auf! Ich kämpfe um mein Leben, meine Existenz! Ich werde öffentlich machen, was hier abgeht. Und nur, weil sich manche ‚konservativ’ nennen, stehen sie noch lange nicht auf der richtigen Seite! Nein, hier geht es ganz klar um euer Handeln, euer Verständnis oder Unverständnis und euren Charakter! Ich werde alle an den Pranger stellen, die sich schlecht verhalten haben. Ich habe eine Menge Nachweise für eure unfairen Abwimmlungen. Es gibt so gut wie keinen deutschsprachigen Literaturverlag, mit dem ich noch keinen Kontakt hatte. Schwarze Schafe sind die Regel; nur wenige arbeiten anständig. Alle Niederlagen dokumentiere ich in meinen Büchern. So werde ich es weiter betreiben. Ich bin der Stachel in eurem Fleisch! Ich bin unbequem. Ich werde unbequem bleiben und nichts vergessen. Die meisten meiner Bücher enthalten ein Zensurkapitel, in dem die Zensur genau jenes Buches beschrieben wird, Verlage zitiert und in ihrem Verhalten bloßbestellt werden. Ihr werdet es noch bereuen, mich so lange publizistisch kaltgestellt zu haben. Ich werde euch blamieren! Es wird nichts vergessen werden, sondern ist alles dokumentiert. Euer schäbiges Verhalten wird der Nachwelt bekannt werden.

Andere Verleger berichteten, seit Jahren sei der Buchmarkt kaputt. Reichten früher 200 Besuche für eine Bestellung, seien heute 1000 nötig. Gerade im Augenblick läsen die Leute keine Bücher mehr, oder kauften jedenfalls nicht.

200 Besuche für einen Buchkauf ist für mich immer noch untragbar miserabel. Ich brauche mich nicht zu wundern, daß mein Blog fast nutzlos ist, um Bücher zu verkaufen. Die besten Ideen und Bücher versacken, gehen unter, bis das Thema verbraucht ist. Andere klauen meine Ideen oder kommen später, viele Jahre danach, mit ähnlichem. Ich bin betrogen, Insasse einer Filterblase, oder einer hermetisch abgeriegelten Gummizelle, aus der kein Laut nach draußen dringt. Wie war das noch mal mit ‚repressiver Toleranz’? Die 1968-er West haben die Methode verfeinert, eine perfekte, erstickende Gummizellenfilterblase daraus gemacht.

Kauft und lest meine Bücher! Was ist das für eine Welt, in der jeder Geschäftsmann sein soll, wie ein selbstverliebter Idiot seine Werke vermarkten soll, statt bescheiden und ruhig im stillen Kämmerlein an echten Durchbrüchen zu forschen und schreiben?

Der klassische Professor wurde auf Lebenszeit angestellt, war unabhängig nach dem Humboldtschen Ideal der Freiheit von Forschung und Lehre. Das ist zur Phrase verkommen, der die Wirklichkeit Hohn spricht. Es war verpönt, über sich selbst etwas gutes zu sagen. Jeder konnte ja sehen, was ein Professor leistete, wenn er eine Arbeit veröffentlichte oder in der Vorlesung frei vortrug! Dann kamen die Marktradikalen – der freie Markt macht ja bekanntlich alles besser, auch die Wissenschaft und die Kunst –, Akademiker wurden immer schlechter bezahlt. Doktoranden wurden Prekariat, forschten für Geld, das kaum zum Überleben reichte. Kluge Köpfe wandern seitdem in Massen aus Deutschland ab. Die verbliebenen Professoren waren vom Staat abhängig, müssen sich Genehmigungen holen, wenn sie etwas erforschen wollen. Manchen Genforschern wurde nachgesagt, ein Drittel ihrer Zeit damit zu verbringen, Formulare mit Anträgen auszufüllen, um überhaupt Forschungserlaubnis zu erhalten. Wie soll es geistig hochwertige Forschung und geistige Durchbrüche ohne volle Konzentration, vom Morgen bis zum Abend bis in die Nacht ergeben? Manch ein Wissenschaftler erwachte mit „Heureka” aus seinem Traum. Ein einziges Formular kann die nötige Konzentration zerstören.

Wissenschaftler sind vom Staat abhängig geworden. Die Gelehrtenrepublik der Universität, die sich aus dem Kaiserreich bis in die Weimarer Republik gerettet hatte, ist untergegangen. Deshalb sind Wissenschaftler weisungshörig: sie sind politisch beeinflußbar geworden, weil der Staat ihnen Gelder bewilligen muß. Diese finanzielle Fehlentwicklung, mit der die Basis der Freiheit von Forschung und Lehre gebrochen worden ist, verlief parallel zum Umbau objektiver Wissenschaft in Genderwahnsinn, feministische Propaganda und linksradikale Kulturrevolution. Der Markt mache alles besser? Nein, ironischerweise arbeiteten beide vermeintlichen Kontrahenten, die Marktradikalen der ‚Konservativen’ und grüne, feministische und linksradikale Revoluzzer Hand in Hand dabei, solide, objektive, vom Staat unabhängige Wissenschaft zu zerstören.

Heute müssen Forscher und Professoren um Geld betteln. Einerseits brauchen sie Staatsgelder. Deshalb sind sie in vorauseilendem Gehorsam bereit, jeden ideologischen Quatsch mitzumachen: Gender-Mainstreaming, Feminismus, Migrationspropaganda, der Durchdringung aller Fächer mit Gesinnung, kulturrevolutionären Methoden, Inhalten, Begriffen und Zielen. Wo sie nicht vorauseilend und gehorsam genug sind, werden sie gezwungen: Geld gibt es nur, wenn genügend feministische Quatschfächer geschaffen, genügend Propagandaforschung betrieben und bevorzugte Gruppen mit struktureller Gewalt in akademische Posten geschoben werden, die sie nicht verdienen.

Außerdem brauchen sie Drittmittel. Mir wurde erzählt, wie ein Professor seinen Doktoranden sagte, sie mögen bitte nicht ernstnehmen, was er gleich erzählen müsse, es sei ihm selbst peinlich, aber es hätten sich Vertreter der Wirtschaft angesagt, weshalb er ‚kettenrasseln’ müsse. So scheint es sich zu nennen, wenn Professoren aufschneiden, daß sich die Balken biegen, um den zahlungsfähigen Unternehmer zu beeindrucken, wie wichtig und unterstützenswürdig doch seine Forschung wäre. Der Typus des bescheidenen klassischen Professors wurde in einer Generation zum Aufschneider umgedreht. Auch die Notwendigkeit, in angesehenen Fachzeitschriften zu veröffentlichen, hat eine Flut von Plagiaten und Versuchen ausgelöst, Sensationen aufzubauschen aus bedeutungslosen, nicht einmal neuen Arbeiten.

Einst hieß es, als Professor könne man sich eigentlich nicht bewerben. Die klassische Vorgehensweise sei es gewesen, daß ein ‚Ruf’ erfolge, wie es sprichwörtlich heißt. Ein Forscher arbeite konzentriert, Tag für Tag, und wenn seine Veröffentlichungen gut seien, würden sie an fremden Universitäten gelesen, die dann bei Bedarf einen Ruf an ihn ergehen ließen: „Wir haben so schöne Arbeiten von Ihnen gelesen und benötigen einen Professor auf Ihrem Gebiet. Wir berufen Sie an unsere Universität. Wollen Sie diesem Ruf folgen?”

So sollte es sein. Stattdessen haben wir kettenrasselnde, aufschneiderische, um Sensationen buhlende, nach staatlichen Ideologievorschriften produzierende Selbstvermarkter, die mehr Kunst darin haben, ihre eigene Genialität zu vermarkten und Drittmittel aus der Wirtschaft einzuwerben, als sich auf wirkliche Forschung und geistige Leistungen zu konzentrieren. Außerdem haben wir Ideologiefächer, bei denen schon Begriffsbildung und Themen grober Unsinn sind.

Ganz ähnlich sieht es bei der Schaffenskraft von Künstlern aus. Auch hier ist der Selbstvermarkter gefragt, der vielleicht vor Jahren mal ein oberflächliches Buch geschrieben hat, das in Plauderton, thematischer Beschränkung und Oberflächlichkeit gut ankommen mag bei einer Generation, die tieferes Nachdenken gar nicht gelernt hat, haßt wie die Pest, oberflächliche Dampfplauderei allemal als unterhaltsamer vorzieht. Statt 20 Bücher zu schreiben in den nächsten Jahren, statt sich in viele verschiedene Themen zu vertiefen und neues herauszufinden, sowohl inhaltlich, als auch beim Stil, wird sich der Verfasser des einen oberflächlichen, unterhaltsamen Buches jahrelang damit beschäftigen, sein stolzes Werk, das natürlich kein Verlag haben will, selbst im Internet zu verkaufen. Seine Zeit vergeht damit, Werbung zu betreiben, den Publikumsgeschmack bei der Präsentation zu treffen. Manche Leute sind richtig stolz darauf, halten sich für ‚professionell’ und ‚geistig überlegen’, weil sie Übung darin haben, eine popelige Webseite aufzubauen, wie sie gerade in Mode ist und Kunden anzieht. Das Wissen um flüchtige Moden, wie Käufer gerade ticken, gilt in dieser Welt als wertvoller als der menschliche Geist, der forscht, neue Ideen, neues Wissen, neue Argumente, neue Stile erfindet und weiterentwickelt.

Dann bilden sich Leute ein, deren Fähigkeit sich darin erschöpft, mit Werbekniffen etwas zu verkaufen, oder durch gängiges Geplauder Aufmerksamkeit zu erregen, intelligenter und qualitativ überlegen zu sein. Ich pfeife darauf, zu wissen, wie man Bücher verkauft. Das ist nicht meine Aufgabe. Ich erschreibe neue Argumente, Inhalte, Stile und Sichten. Ich zeige zuvor unbekannte Zusammenhänge auf. Doch das wird erst ignoriert, dann geklaut. Andere profitieren dann von gestohlenen Ideen.

Nicht, daß ich das Verkaufen schlechtmachen will. Es spricht nichts dagegen, zu verkaufen, wenn das jemand zum Beruf macht. Doch es bringt die Menschheit nicht voran. Geistige Durchbrüche stammen von Erfindern, Denkern und Dichtern. Nicht umsonst gibt es Arbeitsteilung, ohne die keine menschliche Hochleistung möglich wäre.

Nun denn, ich will gar nicht verkaufen können. Ich setze immer noch auf den menschlichen Geist, und daß mündige Menschen erkennen, was interessant ist, sich die Bücher kaufen und lesen. Vergeblich. Sie scheinen nur zu kaufen, was in eingefahrenen Kanälen läuft, oder – wenn es überhaupt selbstverlegte Bücher sind – was ihren Gewohnheiten entspricht. Cartoons galten einst nicht ganz grundlos als Kinderbuch, wenn sie sich an Erwachsene halten, jedoch als ‚Schundhefte’. Inzwischen scheint es ‚normal’ zu sein, daß Erwachsene infantiler werden. Cartoons scheinen heute besser verkäuflich zu sein als Bücher, die Nachdenken erfordern. Das ist symptomatisch. Wenn dann noch Tabuthemen hinzukommen, ist es schnell ganz vorbei.

Außerdem verhalten sich Menschen zunehmend wie eine Herde, entsprechend alten Karikaturen des Börsenhandels. Mal wird eine Aktie hochgejubelt, und alle wollen sie haben. Dann will sie keiner haben, weshalb sie ins Bodenlose stürzt. Die Masse rennt kollektiv und blind in eine Richtung. Da haben unbekannte Bücher unbekannter Autoren mit unerwünschten Themen keine Chance. Es ist die Variante der Gummizelle, Filterblase: Du kannst strampeln soviel du willst, es nützt nichts. Du hast keine Chance. Inhalte sind unwichtig. Verkaufenkönnen ist alles. Wo nur Geld und Verkaufen zählt, ist das Hirn eine nutzlose Verdickung. Übrig bleiben Linke und Feministen, wo es zwar nicht um Geld, dafür aber – schlimmer noch – um radikale Ideologie und Gesinnungszwänge geht, also um systematische Perversion des Hirns, der Psyche, Wahrnehmung und des Charakters.

Platz für Vernunft ist bei beiden nicht, weder bei den Verkäufern, die jede Scheiße dem Gold vorziehen, sofern sie sich teurer verkaufen läßt, noch bei den Ideologen, deren Hauptanliegen ist, Verstand und Seele von früher Kindheit an zu indoktrinieren und jeglichen Rest menschlicher Natur zu exorzieren.

Kauft und lest meine Bücher, am besten bei mir selbst! Ich traue den meisten Verlagen nicht mehr; und die wenigen Verlage, denen ich trauen kann, sind nicht imstande, meine Bücher zu bewerben und etablieren.

© 2020 Jan Deichmohle

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