Jan Deichmohle

Denker und Dichter

Schlagwort: Meinungsurteil

Im Wahlkampf kaum ein Tag ohne Zensurmeldungen und Falschnachrichten

Im Wahlkampf kaum ein Tag ohne Zensurmeldungen und Falschnachrichten

Jeden Tag twittern Zensurmeldungen herein; das Gezwitscher ist ohrenbetäubend. Reichweitenbeschränkungen, Unsichtbarkeit, Sperrung, Profillöschung und schließlich Kündigung durch Arbeitgeber – alles ist vertreten. Am Ende der Fahnenstange greifen Intolerante und Antifa zur Gewalt. Ein Trump – Hasser hat seinen Nachbarn erschossen, weil der Republikaner ist.

Wie auch beim Feminismus seit jeher üblich, wurden die Tatsachen ins genaue Gegenteil verdreht: Nicht Präsident Trump beschert Tod, sondern der intolerante Hasser, der aus Haß auf Trump seinen Nachbarn erschoß, weil der Republikaner ist.

Bei uns ist die AfD Ziel täglichen genauso widersinnigen Hasses, so wie es Feminismuskritiker seit Jahrzehnten waren. Das Vertrauen in regierende Eliten und ihre Medien ist zerbrochen.

Daher kann ich euch heute leider kein neues Thema bieten, sondern habe die Pflicht und Ehre, Zensur zu dokumentieren, wie ich es seit 30 Jahren tue: als Jahrzehnte tätiger Aktivist gegen feministische Zensur bin ich hoch heute durch kaltgestellt durch Verschweigen, Desinteresse und massive Behinderung in allen Kreisen. Jedes meiner Sachbücher enthält ein Kapitel über feministische Zensurformen mit Nachweisen, außerdem mehrere meiner literarischen Bücher.

Ein anderes Thema sind falsche Nachrichten, Verdrehungen und moralische Indoktrination bis in Bilder und Wortwahl, die jeden Bericht über Reizthemen wie Einwanderung, illegaler Grenzübertritt, Feminismus und ähnliche Ideologieschwerpunkte der Epoche prägen. Die heutige Journalistengeneration will offenbar fast ausnahmslos belehren statt informieren, die eigene, für einzig moralische Sichtweise aufdrängen, jeden Andersdenkenden für böse und dumm erklären, um sich das eigene, schwache Selbstbewußtsein zu stärken, das ohne solche Gesinnungsdiktatur wie eine Schneeflocke im Ofen schmelzen würde. Wie schön ist es, wenn solche Schneeflocken sich dann gegenseitig lustig widersprechen:

Witzig haben sich zwei moralisch belehrende Schlagzeilen widersprochen; ebenso komisch ist es, wenn Zensur den Zensor trifft.

«Erika Steinbach 9. August 2017
Auf dem Weg zum Zensur-Staat
Das Maulkorb-Gesetz von Justizminister Heiko Maas (SPD):

Im Hauruck-Verfahren hat der Deutsche Bundestag trotz aller Kritik am vorläufig letzten Sitzungstag der Legislatur das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) verabschiedet. Es entwickelt sich schon jetzt immer stärker zu dem von Experten befürchteten ‚Zensurgesetz im Internet’. Repressive Staaten können ihr Glück kaum fassen. Deutschland, das mit hohem Moralanspruch gerne andere Staaten belehrt oder ermahnt, liefert mit diesem Gesetz eine willkommene Vorlage selbst für diktatorische Staaten.

Das Gesetz sieht vor, Plattformbetreiber von sozialen Medien dazu zu verpflichten, „offensichtlich strafbare Inhalte” innerhalb von 24 Stunden zu löschen. Andernfalls drohen Bußgelder bis zu 50 Millionen Euro. …

So weisen Kritiker auf die hohe Gefahr hin, daß unter Umständen sogar rechtmäßige Äußerungen gelöscht würden, um einem Bußgeld zu entgehen.

Dieses sogenannte ‚Overblocking’ – also im Zweifel lieber löschen – kann eben auch leicht zur Einschränkung der Meinungsfreiheit führen. Dabei wird im rechtswissenschaftlichen Schrifttum betont, daß eine sachliche, wahrheitsgemäße Berichterstattung in keinem Fall als Aufstacheln zum Haß angesehen werden könne, auch wenn sie in tendenzieller Absicht erfolge und geeignet sei, ein feindseliges Klima gegen einen Teil der Bevölkerung zu schaffen. Das ist Teil der im Grundgesetz garantierten Meinungsfreiheit.

Problematisch, ja unvertretbar bei diesem Gesetz ist, daß die Überwachung von Meinungsäußerungen im Netz durch private Einrichtungen oder von Firmen selbst durchgeführt werden und nicht durch den Rechtsstaat. …

Wie gefährlich dieses Gesetz bereits im Vorfeld des Inkrafttretens in Bezug auf die Meinungsfreiheit Wirkung zeigte, machte die Löschung von Facebook-Profilen einiger prominenter gesellschaftspolitischer Kritiker wie dem libanesischen Regisseur Imad Karim, dem Blogger Markus Hibbeler oder auch dem „Junge Union”-Politiker Felix Maximilian Leidecker alarmierend deutlich.»1 (deutschland-kurier)

Auch Google zensiert munter und entläßt Mitarbeiter, die eine Wahrheit aussprechen, die nicht gesagt werden darf.

Wer Andersdenkende als ‚Sexist’ oder ‚Rassist’ beschimpft, ist nicht nur intolerant, begeht einen Logikfehler („ad hominem”), sondern bezeichnet meist trefflich, was allein für die Diffamiererin selbst gilt.

Wissenschaftler bestätigten, daß der entlassene Mitarbeiter von Google recht hatte. Dafür wurde die Internetseite mit ihrem Artikel angegriffen und lahmgelegt.

Seit 1968 werden vor allem Feminismuskritiker lächerlich gemacht, totgeschwiegen, persönlich miesgemacht, ihre Themen als Peinlichkeit hingestellt. Andere Themen folgten meist erst später, wobei die Methodik übernommen wurde. (Eine Ausnahme dazu ist ähnliches Vorgehen wegen deutschem Schuldkomplex; dies gilt jedoch nicht für die meisten anderen westlichen Länder.)

In der Folge gibt es Meinungsfreiheit nur noch für Auserwählte, nicht jene, die den Grundzügen machthabender Ideologie folgen: Auflösung und Verbot der menschlichen Universalie Geschlechterergänzung, Gleichschaltung der Geschlechter, Feminismus, Gender, Migration und Durchmischung der künftig nicht mehr europäischen Völker, die sich so auflösen, wogegen alle Nichteuropäer ihre Identität behalten. Wer anderer Meinung als die ideologiebestimmende Elite ist, hat keine Meinungsfreiheit.

«KULTUR NEUE TOLERANZ
Gilt Meinungsfreiheit jetzt nur noch für Ausgewählte?
Von Felix Stephan

Es gibt derzeit drei Todsünden in der Öffentlichkeit: Sexismus, Rassismus und Antifeminismus. Wer sie begeht, droht aus der Debatte ausgeschlossen zu werden. …

Das Ergebnis der Stichprobe: Achtzig Prozent der Sozialpsychologen bei dieser Tagung identifizierten sich als „liberal oder links der Mitte”, zwei Prozent als „moderat”, ein Prozent als „libertär”, und wenn man die drei Hände, die sich für „konservativ oder rechts der Mitte” meldeten, sachgerecht rundet, ergibt sich ein prozentualer Anteil von null.

Kurz darauf kam eine repräsentative Studie innerhalb der Sozialpsychologie zu einem ähnlichen Ergebnis: 90 Prozent der befragten Akademiker beschrieben sich als „links der Mitte”, nur 2,5 als „konservativ oder rechts der Mitte”, 94 Prozent gaben an, für Obama gestimmt zu haben, und 96 Prozent vertraten politische Positionen, die selbst in der demokratischen Partei eher als links gelten würden. …

Kurz nach der Amtsübernahme von Donald Trump hatte der Women’s March in den USA ungefähr vier Millionen Demonstranten mobilisiert. Organisiert wurde er maßgeblich von vier Aktivistinnen, die seitdem als die bekanntesten Gesichter des amerikanischen Feminismus firmieren: Bob Bland, Linda Sarsour, Carmen Perez und Tamika Mallory sind progressive Superstars.

Die „New York Times”-Redakteurin Bari Weiss hat nun allerdings zusammengetragen, dass die vier Aktivistinnen eine seltsame Schwäche für Antisemiten und Diktatoren haben: Sie verehren Fidel Castro, sie solidarisieren sich mit dem antisemitischen Nation-of-Islam-Prediger Louis Farrakhan und unterstützen militante Black-Panther-Aktivisten. …

Auch in Deutschland werden Denker, denen eine der Todsünden Rassismus, Sexismus oder Antifeminismus nachgesagt wird, zur Diskussion häufig gar nicht mehr zugelassen, sondern kategorisch von der Bühne gebuht. …

Wenn allerdings selbst Autorinnen wie Bari Weiss nicht einmal mehr offensichtliche Probleme ansprechen können, ist die Sache offensichtlich entgleist. Eine Meinungsfreiheit, die nur für ausgewählte Teilnehmer gilt, hat den Namen nicht verdient.»2 (welt.de)

Wer neue Ideen und andere Meinungen nicht aushält, ist in der Wissenschaft, Lehre und Ausbildung fehl am Platze, sollte auch nicht dafür bezahlt werden, unsere Kinder mit intoleranter Ideologie anzustecken.

Diese von der ersten bis zur heutigen feministischen Welle erprobte unberechtigte Jammerei bevorzugter Frauen hat nicht nur abendländische Kultur und Zivilisation zerstört, Wissenschaft in Ideologie verdreht, Politik dazu mißbraucht, sich immer mehr Bevorzugung und Methoden zu sichern, die nützlichen arbeitenden Lastesel (meist Männer) zu Zahlungen zu verpflichten, sondern auch Intoleranz und Gesinnungsdiktatur verbreitet.

«MSU Professor Indrek Wichman sagte, daß ‚soziale Gerechtigkreitskrieger’ Ingenieursberufe zerstören
Von Jessica Chasmar – The Washington Times – Mittwoch, 9. August 2017

Ein Professor für Maschinenbau der staatlichen Universität von Michigan sagte, „soziale Gerechtigkeitskrieger” würden das Fachgebiet zerstören, weil sie soziale Agenda hineintragen, die dort keinen Platz hat. …
„In diesem Sinne war Maschinenbau etwas wie Athletik, oder Musik, oder das Militär: es gab klare unpersönliche Maßstäbe.”

Herr Wichman bedauerte, daß „eine Phalanx sozialer Gerechtigkeitskrieger, Ideologen, Gleichmacher und opportunistischer Karrieristen sich an den Kollegien und Universitäten der USA versteckt hat. Die in den Human- und Sozialwissenschaften bereits ausgelöste Zerstörung hat nun den Maschinenbau erreicht.”»3 (washingtontimes)

Berüchtigt waren die feministischen Löschgruppen, die sich verabredeten, gleichzeitig alle unliebsamen antifeministischen Seiten mit falschen Behauptungen zu melden. Sie wußten genau, daß häufiges Melden ausreicht, fast jede Seite mit unerwünschten Information gelöscht zu bekommen, auch wenn der angegebene Grund noch so falsch und unsinnig war.

Alle diese Methoden wurden später von anderen privilegierten ‚Minderheiten’ übernommen, u.a. Homolobby und Islamlobby.



Fußnoten

1 http://www.deutschland-kurier.org/auf-dem-weg-zum-zensur-staat/

2 https://www.welt.de/kultur/article167457419/Gilt-Meinungsfreiheit-jetzt-nur-noch-fuer-Ausgewaehlte.html?wtmc=socialmedia.twitter.shared.web

3 «MSU professor Indrek Wichman says ‘social justice warriors’ are destroying engineering
By Jessica Chasmar – The Washington Times – Wednesday, August 9, 2017
A mechanical engineering professor at Michigan State University says “social justice warriors” are destroying the field because they’re injecting social issues where they don’t belong. …
“In that sense, engineering was like athletics, or music, or the military: there were strict and impersonal standards.”
Mr. Wichman lamented that “a phalanx of social justice warriors, ideologues, egalitarians, and opportunistic careerists has ensconced itself in America’s college and universities. The destruction they have caused in the humanities and social sciences has now reached to engineering.”» (http://www.washingtontimes.com/news/2017/aug/9/indrek-wichman-msu-professor-says-social-justice-w/)

Schlechteste und beste Verlagsantworten

Schlechteste und beste Verlagsantworten

Wer es selbst nicht am ei­ge­nen Lei­be er­lebt hat, wird kei­nen Be­griff da­von ha­ben, wie es zu­geht: Ab­ge­wim­melt wer­den auf al­len Ebe­nen. Die Emp­a­thie für ein­hei­mi­sche männ­li­che Ver­lie­rer liegt in der Span­ne zwi­schen Null und mi­nus un­end­lich, denn die Ska­la für Hä­me und Haß ist nach un­ten un­be­grenzt in fe­mi­ni­sti­schen Zei­ten. In ei­nem Ver­such wur­de zu­erst dem Mäd­chen ge­hol­fen, dann dem Hund, da­nach der Kat­ze; der Jun­ge in glei­cher La­ge aber wur­de sich selbst über­las­sen; für ihn gab es we­der Hil­fe noch Mit­ge­fühl. Das sagt viel über uns aus, die Epo­che, und je­ne Ver­le­ger, die sich mit ge­häs­si­gen Ab­sa­gen bla­miert ha­ben.

Schau­en wir uns da­her an, was für Rück­mel­dun­gen von Ver­la­gen und Pres­se kom­men. Die mei­sten ant­wor­ten gar nicht; un­ter den ein­ge­hen­den Ab­sa­gen sind die mei­sten Form­brief­flos­keln. Al­ler­dings hat die ‚re­vo­lu­ti­o­nä­re’ Hef­tig­keit der Ab­fuh­ren ab­ge­nom­men. Re­vo­luz­zer­haf­te Pö­be­lei, wie sie in fe­mi­ni­sti­schen Krei­sen zwi­schen 1968 und 1999 ver­brei­tet war, ist vom Typ be­ton­köp­fi­gem Ge­sin­nungs­zen­sor ab­ge­löst wor­den, der oft ein Mann ist und sich sub­jek­tiv (so sub­jek­tiv wie frü­her Frau­en wa­ren) für ei­nen ‚Gut­men­schen’ hält, der ‚re­ak­ti­o­nä­re Um­trie­be’ zer­tram­pelt, wo­mit er der Welt et­was ‚gu­tes’ tue. Zu­ge­nom­men ha­ben auch gu­te und lo­ben­de Ant­wor­ten, die be­dau­ern, das Buch nicht ver­le­gen zu kön­nen.

«Von: blau­wer­ke Ver­lag <███>
An: Jan Deich­moh­le
Ge­sen­det: 10:57 Diens­tag, 18. Ju­li 2017

Be­treff: Re: Ro­man über zen­tra­le Le­bens­fra­gen uns­rer Epo­che

Guten Tag zurück, Herr Deichmohle. … Auf jeden Fall ist Ihr Buch bei uns in so vielerlei Hinsichten fehl am Platz, daß die Zeit fehlt, all das auch nur aufzuzählen. Und die Frage bleibt, warum Sie meinen, uns Ihr Skript ungefragt zusenden zu dürfen. Auf unsere Seite zumindest können Sie nicht geschaut haben; Ignoranz scheint Voraussetzung. … Nehmen Sie uns also bitte raschest aus Ihrem Verteiler. Eine weitere Zusendung Ihrer Texte möchten wir uns hiermit verbitten.

Reiner ███

Am 18.07.17 um 08:25 schrieb Jan Deich­moh­le:

Ei­nen wun­der­schö­nen Tag Herr ███,

die­ses Buch „Krö­nen­der Ab­schluß”»

„Wenn Frei­heit über­haupt et­was be­deu­tet, dann das Recht, an­de­ren Leu­ten das zu sa­gen, was sie nicht hö­ren wol­len.”, schrieb George Or­well. In ei­ner Epo­che, die sich kol­lek­tiv ver­rannt hat, ist es ein Qua­li­täts­merk­mal, un­be­que­me Wahr­hei­ten zu schrei­ben. Je­der Satz, der nicht an­eckt, kei­ne Emp­ö­rung aus­löst, ist ei­ne Ver­geu­dung der Le­bens­zeit für Le­ser und Ver­fas­ser. Es kommt in gu­ter Li­te­ra­tur dar­auf an, stän­dig neu­es her­aus­zu­ar­bei­ten, was noch nicht ge­dacht oder rich­tig ver­stan­den wur­de. Das ist ein schöp­fe­ri­scher Vor­gang, dem ich fol­ge, der zu im­mer neu­en Er­geb­nis­sen führt, die ge­ra­de dann gut sind, wenn sie zu­nächst un­be­quem wir­ken.

Wür­de ich, wie so vie­le an­de­re, schrei­ben, was an­de­re ger­ne le­sen, sa­gen, was sie hö­ren wol­len, mir selbst be­quem ist, so wä­re das schlecht, näm­lich ver­lo­gen. Zwar könn­te es er­folg­reich sein, doch trü­ge es das Schand­mal der Lü­ge, oder des Selbst­be­trugs, des leicht­fer­ti­gen Um­schif­fens un­ge­neh­mer Wahr­heit.

Da­her scheint das Buch et­was zu tau­gen, denn beim Zu­sam­men­stoß mit dem Schä­del des Le­sers im blau­wer­ke Ver­lag ent­stand ein lau­ter, lee­rer Klang. Das Skript war gleich „in so vie­ler­lei Hin­sich­ten fehl am Platz”, daß er nicht ein­mal die Zeit ha­be, die­se auf­zäh­len zu kön­nen. Zu­nächst drückt er sich vor kon­kre­ten, sinn­vol­len Aus­sa­gen. Stellt euch vor, ein Ma­the­leh­rer wür­de sei­nem Schü­ler je­nen Satz schrei­ben. Ver­mut­lich wür­de der Leh­rer ver­warnt oder ent­las­sen. Als Hi­wi muß­te ich je­den noch so ab­sur­den Be­weis­ver­such ge­nau nach­rech­nen, um je­nen Punkt zu fin­den und nach­zu­wei­sen, an dem ein Re­chen- oder Denk­feh­ler auf­trat, der den Rest des Be­weis­gangs falsch mach­te.

Der Ver­le­ger nennt kei­nen Grund, be­haup­tet nur, es gä­be enorm vie­le. Im üb­ri­gen glau­be ich ihm ger­ne, daß mein Buch nicht in die Denk­wel­ten ei­nes lin­ken oder fe­mi­ni­sti­schen Be­ton­kopfs paßt, in vie­ler­lei Hin­sicht mit sei­nen Maß­stä­ben kol­li­diert. Das soll auch so sein. Es ist Ab­sicht. Ge­nau zu die­sem Zweck sind mei­ne Bü­cher ge­schrie­ben. Je­der Satz, der ihn nicht vor den Kopf stößt, ist ein über­flüs­si­ger Satz. „Ein Buch muß die Axt sein für das ge­fro­re­ne Meer in uns”, wuß­te Franz Kaf­ka. In ei­nem gu­ten Buch muß je­der Satz wie die Hand wir­ken, die wir uns vor Er­stau­nen vor den Kopf schla­gen, wenn wir et­was un­glaub­li­ches er­le­ben.

In den näch­sten Sät­zen zeigt der Ver­le­ger ei­ne Mi­schung aus Recht­ha­be­rei, Un­ver­schämt­heit und au­to­ri­tä­ren Ge­sin­nungs­zwän­gen. „Und die Fra­ge bleibt, war­um Sie mei­nen, uns Ihr Skript un­ge­fragt zu­sen­den zu dür­fen.” Das be­deu­tet, ein Ver­fas­ser solle nicht das Recht be­sit­zen, sein Werk an ei­nen Ver­lag zu schicken. Da­für be­darf es in der kru­den Ge­sin­nungs­welt des Ver­fas­sers ei­ner Ge­neh­mi­gung, die nur dann er­teilt wird, wenn die Ge­sin­nung des Ver­fas­sers der Welt­an­schau­ung des Ver­le­gers ent­spricht. „Auf un­se­re Sei­te zu­min­dest kön­nen Sie nicht ge­schaut ha­ben;” – wo­her ha­be ich sonst sei­ne Email-Adres­se? Of­fen­bar meint er, sei­ne Ge­sin­nung blin­ke klar aus den Ver­lags­sei­ten, und der Schrift­stel­ler set­ze vor­aus, daß der Ver­le­ger ein in­to­le­ran­ter Ge­sin­nungs­dik­ta­tor ist, der Wer­ke An­ders­den­ken­der nicht nur emp­ört ab­lehnt, son­dern sich ver­bit­tet, ihm der­glei­chen zu­zu­mu­ten. Ge­nau das tut er in den näch­sten bei­den Sät­zen gleich dop­pelt. „Neh­men Sie uns al­so bit­te ra­schest aus Ih­rem Ver­tei­ler. Ei­ne wei­te­re Zu­sen­dung Ih­rer Tex­te möch­ten wir uns hier­mit ver­bit­ten.” Ge­stei­gert wer­den Un­höf­lich­keit und Ra­di­ka­li­tät noch durch die Stei­ge­rungs­form ‚ra­schest’. Wur­den frü­her Wer­ke erst nach der Ver­öf­fent­li­chung von der Zen­sur ver­bo­ten, so ver­bie­ten mir heu­te Ver­la­ge, ih­nen Wer­ke zu­zu­sen­den.

Auf die­se Wei­se wird aus ih­rem Selbst­be­wußt­sein und ih­rer Welt­sicht aus­ge­blen­det, daß es Schief­la­gen ge­ben kön­ne, die drin­gend ge­än­dert wer­den müs­sen. Je­des Mit­füh­len mit Be­trof­fe­nen wird so si­cher ver­hin­dert. Wer so ab­wim­melt, macht sich zum Tä­ter, oder zum Hel­fers­hel­fer von Tä­tern, und mit­schul­dig an dem, was in die­ser Ge­sell­schaft schief­geht.

Nach er­mun­tern­den Ant­wor­ten aus ei­ni­gen klei­nen Ver­la­gen, die mei­ne Bü­cher wohl schätz­ten, aber nicht die nö­ti­gen Mit­tel und Ver­bin­dun­gen hat­ten, sie an­ge­mes­sen zu be­wer­ben und ver­kau­fen zu kön­nen, er­hielt ich nun auch aus ei­nem gro­ßen Pu­bli­kums­ver­lag ei­ne er­mu­ti­gen­de Ant­wort.

«Von: ███ <███@ro­wohlt.██>
An: Jan Deich­moh­le <███>
Ge­sen­det: 10:37 Mitt­woch, 5. Ju­li 2017

Be­treff: Re: P.S. Aw: hoch­ak­tu­el­ler Ro­man über männ­li­che Ver­lie­rer von Fe­mi­nis­mus und Mas­sen­mi­gra­ti­on

Lie­ber Herr Deich­moh­le,

ich ver­ste­he Ih­ren Zorn und Ih­re Ar­gu­men­te. Ich kann Ih­nen nicht ge­nau sa­gen, wor­an es liegt. Viel­leicht an Ih­rer ‚Fle­xi­bi­li­tät’, al­les im­mer neu zu ge­stal­ten, sich nicht fest­zu­le­gen. Sie soll­ten Jour­na­list wer­den, schnel­le und flüch­ti­ge Ge­dan­ken und Ge­sche­hen auf­fan­gen und in Wor­te fas­sen.

Denn schrei­ben kön­nen Sie. Fin­den Sie Ih­ren Weg, es gibt ihn.

Mehr kann ich da­zu nicht sa­gen. Und ich wer­de auch nicht wie­der ant­wor­ten. Bit­te ha­ben Sie da­für Ver­ständ­nis.

Herz­li­che Grü­ße,

███
Lek­to­rat Bel­le­tri­stik»

Die­se Ant­wort zeigt: es wird et­was be­we­gen­des ge­sagt und so aus­ge­drückt, daß es Men­schen an­spre­chen kann, wenn sie ih­re Her­zen nicht ver­schlie­ßen. Gut be­ob­ach­tet ist die stän­di­ge Su­che nach der Wahr­heit, was ein Pro­zeß lau­fen­der Er­neu­er­ung ist. So er­mun­ternd es klin­gen mag, über­sieht es ei­ni­ge we­sent­li­che Punk­te: Die jour­na­li­sti­schen Ka­pi­tel sind der ober­fläch­lich­ste und nach­ran­gig­ste An­teil, ste­hen nur Le­sern und ih­rer Zeit am näch­sten. Sie die­nen da­zu, Le­ser ab­zu­ho­len. Doch gei­sti­ge Ver­tie­fung, das Er­grün­den neu­er Ein­sich­ten, fin­det stär­ker und vor­ran­gig in zwei an­de­ren Be­rei­chen statt: Zum ei­nen dem der Wis­sen­schaft, der Ver­knüp­fung neu­e­ster Er­geb­nis­se von Evo­lu­ti­ons­for­schung mit Er­geb­nis­sen an­de­rer Wis­sen­schaf­ten – ein in­ter­dis­zi­pli­nä­rer An­satz, der et­was neu­es schafft. Zum an­de­ren ist es Dich­tung, die tie­fe, das Le­ben be­we­gen­de Ur­grün­de an­zapft und in Wor­te faßt, wo­zu we­ni­ger po­ë­ti­sche Na­tu­ren kaum in der La­ge wä­ren. Hier be­steht die Kunst dar­in, un­be­wuß­te oder ver­dräng­te Strö­mun­gen, Ab­läu­fe und Struk­tu­ren zu er­ken­nen, die dann mit den Me­tho­den der Wis­sen­schaft deut­bar wer­den. Po­ë­tisch wur­de ei­ni­ges schon in der er­sten über­lie­fer­ten Dich­tung er­kannt, der Ili­as, den er­sten an­ti­ken Tra­gö­di­ën, als die Zi­vi­li­sa­ti­on ent­stand nach ei­ner Ka­ta­stro­phen- und Um­bruchs­zeit am En­de der Eis­zeit.

«Von: ███<███@ro­wohlt.██>
An: deich­moh­le@███
Ge­sen­det: 6:46 Frei­tag, 30. Ju­ni 2017

Be­treff: Re: hoch­ak­tu­el­ler Ro­man über männ­li­che Ver­lie­rer von Fe­mi­nis­mus und Mas­sen­mi­gra­ti­on

Lie­ber Herr Deich­moh­le,

bit­te ent­schul­di­gen Sie, daß wir uns heu­te erst mel­den.

Wir ha­ben Ihr in­ter­es­san­tes Pro­jekt ge­prüft. Als Mut­ter von drei Söh­nen, de­nen von ih­ren Frau­en das Äu­ßer­ste ab­ver­langt wird, stim­me ich Ih­ren The­sen aus vol­lem Her­zen zu.

Bei Ro­wohlt ha­ben wir lei­der kei­nen Pro­gramm­platz für Sie. Da Sie schon ver­öf­fent­licht ha­ben, wis­sen Sie, wie schwie­rig es ist, bei ei­nem Ver­lag zu­frie­den­stel­lend un­ter­zu­kom­men.

Al­les Gu­te für Ih­ren wei­te­ren li­te­ra­ri­schen Weg,

███
Lek­to­rat Bel­le­tri­stik»

Das ist be­dau­er­lich, wenn nicht ei­ne tra­gi­sche Ver­strickung. Klei­ne Ver­la­ge kön­nen mich nicht am Markt durch­set­zen und leh­nen des­halb mit Be­dau­ern ab. Oh­ne Ver­lag wer­de ich ge­lang­weilt und hoch­nä­sig ig­no­riert, weil es Hun­dert­tau­sen­de Möch­te­gern­au­to­ren gibt, die Leu­te von Wer­bung über­schüt­tet und oben­drein hoch­nä­sig sind; vie­le wol­len al­les um­sonst, am lieb­sten je­der ein­zeln im Kom­men­tar­be­reich in drei Sät­zen er­klärt ha­ben, um sich Mü­he und Geld zu spa­ren, ein Buch mit 500 Sei­ten zu le­sen. Man­che wol­len so we­nig wie mög­lich den­ken müs­sen, al­les be­quem und oh­ne an­zu­ecken ein­ge­trich­tert be­kom­men. Ein gro­ßer Pu­bli­kums­ver­lag wie Ro­wohlt wä­re ver­mut­lich der seit Jahr­zehn­ten fäl­li­ge und feh­len­de Durch­bruch ge­we­sen, denn eben­so lan­ge wer­den die The­men ab­ge­wim­melt. Ob­wohl es ge­lang, Geist und See­le der Lek­to­rin an­zu­spre­chen, hat die­ser Ver­lag lei­der kei­nen Pro­gramm­platz. Da­her bleibt die La­ge ver­fah­ren. Hier scheint der Be­griff „tra­gisch” nach der an­ti­ken Tra­gö­dië an­ge­mes­sen.

«Von: ███<███@ro­wohlt.██>
Ge­sen­det: 14:48 Diens­tag, 4. Ju­li 2017

… Die Ver­la­ge ha­ben nicht so vie­le Pro­gramm­plät­ze wie man land­läu­fig meint – es gibt da auch die Haus­au­to­ren. Und wenn ein Platz frei wird, kom­men die Au­to­ren von der Back­list, ja, die gibt es auch.

Sie wer­den auch so Ih­ren Weg gut wei­ter­ge­hen.»

We­der Haus­au­to­ren noch die der Back­list wer­den je auf Be­stel­lung ei­nen sol­chen Durch­bruch er­schrei­ben, der nur dar­aus ent­steht, mit Leib und See­le ei­ne Fra­ge zu ver­tie­fen und zu er­le­ben, dies über lan­ge Zei­ten, wo­bei wis­sen­schaft­li­che Li­te­ra­tur durch­sucht wird, um die Zu­sam­men­hän­ge und Grün­de zu er­ken­nen. Die Ab­leh­nung stellt ei­ne Wei­che, schiebt mich auf ein Ab­stell­gleis zu­rück. Durch ei­ne Ver­öf­fent­li­chung in ei­nem gro­ßen Pu­bli­kums­ver­lag hät­ten sich in vie­ler­lei Hin­sicht To­re ge­öff­net, auch gei­stig, denn ein Au­tor lernt beim Ver­öf­fent­li­chen; er wächst mit dem Pro­dukt in neuë, un­be­kann­te Be­rei­che hin­ein. Die­se Ent­wick­lungs­mög­lich­keit ist mir nun ge­nom­men, so wie sie mir 30 Jah­re lang gänz­lich fehl­te, als nie­mand et­was von mir ver­le­gen woll­te. Es ist schlicht­weg nicht vor­stell­bar oder vor­her­seh­bar, wie ich mich wei­ter­ent­wickelt hät­te mit solch ei­nem Ver­lag und ei­nem Buch, das nen­nens­wert Le­ser fin­det. Täg­lich kön­nen neuë Ide­ën auf­kom­men, die spon­tan mei­ne Mög­lich­kei­ten nut­zen – wenn sie denn vor­han­den wä­ren.

«Von: ███_Pu­bli­shing_Vi­en­na <███.book­of­fi­ce@███>
An: Jan Deich­moh­le <███>
Ge­sen­det: 16:30 Frei­tag, 30. Ju­ni 2017

Be­treff: Re: hoch­ak­tu­el­les Buch über männ­li­che Ver­lie­rer von Fe­mi­nis­mus und Mas­sen­mi­gra­ti­on

Lie­ber Jan Deich­moh­le!

Das The­ma ist in­ter­es­sant, je­doch ist für die­ses Jahr ein­fach nichts mehr un­ter­zu­brin­gen. Ich ha­be kei­ne Mög­lich­keit mehr ein Buch un­ter­brin­gen. Frü­he­stens 2018.

Kei­en Sor­ge, das liegt nicht am Ma­nu­skript, son­dern an den vie­len Ein­rei­chun­gen und bis­he­ri­gen Zu­sa­gen. Der­zeit er­sticken wir an Wer­ken, aber mir ist es wich­tig auch die Zeit für ein gu­tes Buch zu ha­ben. Al­so brau­chen wir et­was da­von.

Ich er­su­che Sie da­her mich so En­de des Jah­res noch ein­mal kurz an­zu­schrei­ben, dann se­he ich, was ich ma­chen kann,

Mit freund­li­chen Grü­ße
███»

 

«Von: ███_Pu­bli­shing_Vi­en­na <███.book­of­fi­ce@███>
An: Jan Deich­moh­le <deich­moh­le@███>
Ge­sen­det: 18:22 Frei­tag, 30. Ju­ni 2017

Be­treff: Re: hoch­ak­tu­el­les Buch über männ­li­che Ver­lie­rer von Fe­mi­nis­mus und Mas­sen­mi­gra­ti­on

Lie­ber Jan!

Ich habe mir jetzt zeit ge­nom­men und hin­ein­ge­le­sen.

Aber lei­der muß ich ab­leh­nen. Zum ei­nen ist das Buch sehr po­li­tisch und ein Grenz­gang, auf den ich mich nicht ein­las­sen kann. Da­zu feh­len mir not­wen­di­ge In­for­ma­ti­o­nen über die po­li­ti­sche La­ge und Ein­stel­lung in Deutsch­land. …

Zu­dem wä­re dann noch ei­ne po­li­ti­sche Kon­trol­le mei­ner Mit­ar­bei­ter drin. Wie Du weißt ar­bei­te ich eng mit den Öster­rei­chi­schen Frau­en­häu­sern und kann mir eben da nichts lei­sten, was un­kor­rekt wä­re.»

Wenn ein Buch mit Ver­weis über die un­ge­wis­se „po­li­ti­sche La­ge und Ein­stel­lung in Deutsch­land” ab­ge­lehnt wird, ist das viel­sa­gend. Das The­ma mag noch so in­ter­es­sant, die her­aus­ge­ar­bei­te­ten In­hal­te bri­sant und ori­gi­nell sein – so­bald es ‚po­li­tisch in­kor­rekt’ er­scheint, wird die Not­brem­se ge­zo­gen und Voll­brem­sung ge­macht. Frau­en­häu­ser wa­ren ei­ne Idee von Erin Piz­zey, die früh er­kann­te, daß es min­de­stens eben­so gro­ßen Be­darf an Män­ner­häu­sern gab; sie wur­de von Ra­di­kal­fe­mi­ni­stin­nen aus­ge­boo­tet, die ih­re Idee klau­ten, Frau­en­häu­ser zu ide­o­lo­gi­schen Agi­ta­ti­ons­zen­tren um­funk­ti­o­nier­ten. Ich kann der Frau und ih­rer ehr­li­chen Ant­wort da­für dan­ken, ih­ren In­ter­es­sens­kon­flikt of­fen­ge­legt zu ha­ben: Weil sie auf Zu­sam­men­ar­beit mit von Ra­di­kal­fe­mi­ni­stin­nen ge­präg­ten Frau­en­häu­sern an­ge­wie­sen zu sein glaubt, kann sie sich nicht lei­sten, ein Buch zu ver­le­gen, das den Be­trei­bern je­ner Häu­ser un­ge­nehm ist. Auch sol­che Äng­ste wir­ken ef­fek­tiv wie Ge­sin­nungs­zen­sur, auch wenn die Ver­le­ge­rin das gar nicht be­ab­sich­tigt, son­dern nur be­fürch­te­te Nach­tei­le mei­det.

«Von: Smart und Nett Zen­tra­le <███@smart-und-nett-ver-lag.██>
An: ‚Jan Deich­moh­le‘ <███>
Ge­sen­det: 20:30 Diens­tag, 27. Ju­ni 2017

Be­treff: AW: Ro­man über die wun­de Stel­le uns­rer Epo­che

Sehr ge­ehr­ter Herr Deich­moh­le,

wir ha­ben Ih­ren Buch­vor­schlag zur Kennt­nis ge­nom­men. War­um Sie aus­ge­rech­net auf uns mit Ih­rem An­lie­gen kom­men er­schließt sich in kei­ner Wei­se. Von In­hal­ten, die Sie prä­fe­rie­ren, di­stan­zie­ren wir uns aus­drück­lich, zu ei­ner Zu­sam­men­ar­beit wird es da­her nicht kom­men.»

Sie di­stan­zie­ren sich aus­drück­lich von den In­hal­ten; kla­rer könn­te Ab­leh­nung aus Mei­nungs­grün­den kaum aus­ge­drückt wer­den. Qua­li­tät hängt aber nicht mit Ge­sin­nung zu­sam­men; im Ge­gen­teil, Neu­land er­schließt sich nur jen­seits ge­wohn­ter Denk­wei­sen. Sol­che Scheu­klap­pen­ab­sa­ger mö­gen einst in­tel­li­gen­te We­sen ge­we­sen sein, doch sind sie er­starrt und ein­ge­fro­ren, un­wil­lig, et­was neu­ës, ih­nen wi­der­stre­ben­des zur Kennt­nis zu neh­men oder gar zu ver­ste­hen.

«Von: ma­nu­skrip­te@ehr­lich-███ <ma­nu­skrip­te@ehr­lich-███>
Ge­sen­det: Mon­tag, 26. Ju­ni 2017 14:54
An: deich­moh­le@███

Be­treff: Re: ein Ro­man über das Le­ben in schwie­ri­gen Zei­ten

… Die Nen­nung di­ver­ser Ant­wor­ten von Ver­la­gen, wel­che sich zu­min­dest die Zeit ge­nom­men ha­ben, Ih­nen über­haupt zu ant­wor­ten, und die von Ih­nen dar­auf fol­gen­de Ver­höh­nung er­schreckt uns nicht – wir freu­ten uns, wenn wir eben­falls mit auf­ge­nom­men wür­den»

Das war ein ganz schlau­er; solch ei­ne Ab­sa­ge hat­te ich noch nicht. Er bit­tet um Auf­nah­me in mei­ne Li­ste der schlech­te­sten und be­sten Ver­lags­ab­sa­gen. Wol­len wir ihm sei­nen Wunsch er­fül­len? „Wol­le mer ihn eroi­los­se?” Hal­ten wir’s wie An­ge­la Mer­kel vom Va­gi­na­rau­ten-Fe­mi­nat mit der von ihr durch un­be­dach­te Äu­ße­run­gen ein­ge­la­de­nen Mas­sen­flut. „Ist mir doch egal, ob ich schuld bin, daß er nun drin ist. Nun ist er ein­mal hier. Das ist al­ter­na­tiv­los.” Wenn er meint, es ge­rei­che ihm zur Eh­re, wie­so nicht? Für ei­nen Platz in der zwei­ten Rei­he mö­ge sei­ne Be­wer­bung rei­chen. Schließ­lich möch­te ich nicht eben­so vie­le Ver­lags­ein­sen­dun­gen ab­leh­nen, wie um­ge­kehrt Ver­la­ge mir ab­ge­sagt ha­ben.

«Von: ███
Ge­sen­det: Sonn­tag, 25. Ju­ni 2017 20:15
An: Jan Deich­moh­le

Be­treff: AW: Kern­fra­gen des Le­bens in All­tag und Evo­lu­ti­on dar­ge­stellt

Lie­ber Herr Deich­moh­le,

ich ha­be ein biß­chen hin­ein­ge­le­sen ihr Ihr Ma­nu­skript und wür­de Ih­nen durch­aus recht ge­ben, daß es „un­be­dingt ver­legt und be­kannt wer­den” soll­te.

NUR: Da­für braucht es ei­nen an­de­ren Ver­le­ger als mich, ei­nen grö­ße­ren Ver­lag, je­man­den, der sich viel Zeit für Ih­ren Text neh­men kann. Die Edi­ti­on Ise­le wä­re für Sie kei­ne gu­te Wahl.

Ich drücke Ih­nen die Dau­men, daß Sie den pas­sen­den Ver­lag bald fin­den.

Mit freund­li­chen Grü­ßen
███»

Nach obi­ger Be­wer­bung für die Be­sten­li­ste mö­ge ein aus­sichts­rei­cher Kan­di­dat der Schlech­te­sten­li­ste fol­gen.

«Eli­sa­beth ███
Mi 30.09.2015, 19:04

Sehr ge­ehr­ter Herr Deich­moh­le,

die Ent­setz­lich­keit der Web­site, auf die Sie ver­lin­ken, lässt ver­mu­ten, dass Ihr Buch ähn­lich ent­setz­lich ist. Da­her wer­de ich es ig­no­rie­ren.

Mit herz­li­chen Grü­ßen,
███»

Obiges Kapitel wurde heute im Buch „Krönender Abschluß”, dritter und abschließender Band der Reihe „Fulminantes Finale” ergänzt. Kauft und lest meine Bücher. Nichtbeachten ist eine politisch wirksame Stellungnahme, die feministische Eliten stützt und Kritik behindert.

© 2019 Jan Deichmohle

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