Jan Deichmohle

Denker und Dichter

Schlagwort: Geschichte

Politisch inkorrekte Geschichtsstunde

Politisch inkorrekte Geschichtsstunde

Um das Jahr 300 war die Mehrheit der Ägypter von ihrem alten Glauben zum Christentum übergetreten. Sie selbst nennen sich Kopten, von ‚Gubti’. Wenn wir eine leichte Änderung der Aussprache berücksichtigen, die ‚p’ zu ‚b’ und ‚k’ zu ‚g’ werden läßt oder umgekehrt, haben wir die gleiche Konsonantenfolge. Witze über den sächsischen Dialekt benutzen noch heute gerne die ähnliche Aussprache von ‚p’ und ‚b’. Einziger Unterschied ist die etwas „härtere” Aussprache eines ansonsten gleichen Lauts.

In den Sprachen jener Sprachfamilie, zu der auch arabisch und hebräisch gehören, sind die Konsonanten sinngebend. Vokale sind flüchtig, veränderbar, werden gern für Abwandlungen benutzt: Verb oder Substantiv? Im Arabischen heißt ‚kabir’ groß, ‚akbar’ größer. Solche Bedeutungsvarianten entstehen durch herumwürfeln mit Vokalen. Im Deutschen ist das selten; bis auf einige alte Worte wie ‚Huhn’ – ‚Hahn’ – ‚Henne’; auch dabei wird der Wortstamm durch die Konsonanten angezeigt, eine leichte Bedeutungsunterscheidung durch Vokale. Allerdings sind das bei uns nur so wenige Worte, daß es Zufall sein kann. In der anderen Sprachfamilie aber ist es tragendes Prinzip.

Daher sind die Kopten auch sprachlich die Nachkommen der alten Ägypter, deren Sprache sie bis vor wenigen Jahrhunderten sprachen. Sie sind Teil des Zentrums des frühen Christentums, zusammen mit syrischen, griechischen und armenischen Christen.

Noch eine kleine Spekulation: Es gibt zwar meines Wissens keine Beweise, aber es wäre durchaus möglich, daß die Sprachfamilie, der Koptisch, Arabisch, Hebräisch und einige afrikanische Sprachen angehören, mit der heute Indoeuropäisch, früher auch Indogermanisch genannten zusammenhängen könnte. Im Arabischen gibt es heute noch den Dual, die Zweiform für Verben. Wer Altgriechisch gelernt hat, durfte sich ebenfalls mit dem Dual herumplagen.

Zurück zur Religion. Im Ursprungsland des Christentums gibt es die ältesten Kirchen, hatte sich dieser Glaube zuerst verbreitet. Als Teil des oströmischen Reiches, das sich später Byzanz nannte, waren die Mittelmeerländer von Ägypten über Syrien bis ins damals griechische und armenische Kleinasien christlich. Einige Jahrhunderte später eroberte der Islam mit Gewalt erst Ägypten, dann Syrien, bekehrte mit dem Schwert und staatlichem Druck. Trotzdem hielten sich mehr als 1000 Jahre teilweise starke christliche Minderheiten, die seit 100 Jahren zunehmend verfolgt werden. Berüchtigt sind die Progrome und Vertreibungen Hunderttausender (oder Millionen) von Armeniern, aber auch ‚Syrern’, d.h. Christen, die sich zum ‚syrischen’ Christentum bekannten.

Als islamische Araber im 7. Jahrhundert Ägypten und Syrien eroberten, war die Christenheit noch schwach: im heutigen Deutschland glaubte ein großer Teil noch an ihre alten Götter; die damals bis zur Nordsee siedelnden Sachsen wurden von Karl dem Großen erst ab 780 unterworfen und christianisiert. Auch der damals eher schwache Papst hatte wenig Interesse, den bedrängten ägyptischen oder syrischen Christen zu helfen, denn die koptischen und syrischen Christen waren seine Konkurrenten um die ‚wahre christliche Lehre’. Diese Konkurrenz war weiterhin verderblich.

Nach dem Verlust Karthagos (heute Tunesien), Ägyptens und Syriens stabilisierte sich Byzanz noch einmal in Kleinasien. Konstantinopel war damals die größte und am besten befestigte Stadt der bekannten Welt. Während die lateinische Sprache durch das von der damaligen, griechischen Bevölkerung gesprochene Mittelgriechisch ersetzt wurde, blieb der Staat bei dem politischen Anspruch, legitime Fortsetzung des römischen Reiches zu sein. Es gab also gleich zwei Interessenskonflikte mit Rom: Einmal war Byzanz machtpolitisch ein gefürchteter Rivale, sodann die griechisch-orthodoxe Kirche ein religiöser Rivale, zudem älter und räumlich näher dem Ursprung des Glaubens.

Zwar hielt das griechische Byzanz den Ansturm muslimischer Araber auf, die ansonsten vermutlich das noch schwache, in Stämme zersplitterte Europa überrannt hätten, doch einige Jahrhunderte später betrat eine neue Kraft das Terrain: Aus Zentralasien drängten Seldschuken, türkische Stämme nach Kleinasien. In einer Schlacht geschlagen, mußte der oströmische Kaiser ihnen das fruchtbare und bevölkerungsreiche Anatolien überlassen, weil er Bündnispflichten mit europäischen Staaten hatte. So wurde Kleinasien Stück für Stück erobert und von den Eroberern islamisiert. Griechische Kultur und Sprache wurde zurückgedrängt, hielt sich aber in Minderheiten und an der Küste bis zum Zerfall des Osmanischen Reiches, als es zu einem Griechisch-Türkischen Krieg kam, der darauf hinauslief, die alteingesessenen Griechen Kleinasiens an der türkischen Mittelmeerküste rauszuwerfen, wogegen die Griechen die aus osmanischer Zeit stammenden Türken ihres Landes hinauswarfen.

Wieder gab es wenig Reaktion im inzwischen christlichen Europa, als der gefürchtete und beneidete Konkurrent Byzanz allmählich in Bedeutungslosigkeit versank. Später gab es die sogenannten ‚Kreuzzüge’, weil auch die Ursprungsgebiete des Christentums islamisch geworden waren. Statt Byzanz zu stärken, wurde es von einem Kreuzzug 1204 gar erobert. Die Seehandelsstadt Venedig hatte die Kreuzfahrer befördert und profitierte von solcher ‚Bezahlung’ ihrer Dienste. Denn auch im Handel war Byzanz schärfster Konkurrent Venedigs. Davon erholte sich Byzanz niemals. Es sank zum Stadtstaat ab, der nur noch kulturell blühte. 1453 eroberte ein osmanischer Sultan Byzanz. Damit erlosch die byzantinische Kultur.

Europa bezahlte bitter für seine Dummheit. Zweimal hätten die Osmanen fast Wien erobert und dann wohl den Rest Europas überrollt. Wien war eine wichtige Hauptstadt; nicht wie heute von Österreich, sondern des ‚Heiligen römischen Reichs deutscher Nation’. Diese Krone wurde erst aus Angst vor Napoleon niedergelegt, damit er sie nicht beanspruchen könne.

War in der Antike das Zentrum von Wirtschaft und Wissenschaft noch im Mittelmeerraum, so änderte sich das ab dem Mittelalter, beschleunigt ab der Renaissance. Man könnte mutmaßen, dies habe mit den geistigen Kulturen zu tun. Die Araber übernahmen eine Menge antikes Wissen bei ihrer Eroberung, weshalb sie den Kelten, Germanen, Slawen, Balten, Finno-Ugriern und Basken Europas anfangs wirtschaftlich überlegen waren. Trotzdem ging es mit ihnen abwärts, mit Europa dagegen aufwärts. Warum?

Populär ausgedrückt, waren die ‚zivilisierten’ Leute, ob im oströmischen Kaiserreich, oder im von Muslimen eroberten südwestlichen Teil des römischen Reiches, mit Wissenschaft und Techniken gesegnet, wogegen in Europa halbwilde Stämme lebten. Für die Römer waren die Germanen Wilde gewesen – wir würden ‚Barbaren’ sagen. Tacitus beschrieb die Germanen sozusagen als die ‚edlen Indianer’, die vor einigen Jahrhunderten durch unsere Philosophie spukten.

Doch die islamischen Länder brachten keine Wissenschaft hervor. Wir sprechen zwar von „arabischen Ziffern”, doch diese Ziffern sind indische Ziffern. Es war ein Brahmane, der die 0 erfand. Aus Indien übernommen, kamen die Ziffern über den Umweg muslimischer Länder zu uns, woher sich die Benennung erklärt. Ähnliches gilt für den Algorithmus. Auch das ist ein arabisches Wort. Al-Charizmi, so genannt nach seinem Herkunftsgebiet, übertrug antikes Wissen. Erste Algorithmen fanden sich schon in altägyptischen Texten, wenn nicht gar in denen des Zweistromlandes. Ein Algorithmus ist eine formale Erklärung, wie vorzugehen ist, um ein Ergebnis zu erzielen. Das war wichtig im alten Ägypten.

Ohne Mathematik hätten die altägyptischen Reiche nämlich nicht bestehen können. Die Lebensader des Landes war der Nil: Ohne Wasser ist dort Wüste, nichts als trockener Sand. Nur wegen des Nilwassers ist in einem schmalen Streifen Ackerbau und Landwirtschaft möglich. Die altägyptische Kultur lebte vom Nilwasser, das nicht nur vor dem Vertrocknen bewahrte, sondern auch mit fruchtbarem Schlamm den Sand fruchtbar machte, so wie die Lösböden in China. Nun führt der Nil je nach Jahreszeit unterschiedlich Wasser. Mal steht es hoch, ist er ein reißender Fluß wie ein Alpenbach nach der Schneeschmelze, mal ist das Wasser knapp. (Damals gab es noch keinen Staudamm, der den fruchtbaren Schlamm forthält und Bilharziose im stehenden Gewässer verbreitet.)

Nach jeder Überschwemmung ist das Land fruchtbarer als zuvor, doch seine Gestalt hat sich gewandelt. Es ist wie an der Nordseeküste im Wattenmeer, wo sich ständig Sandbänke und Prile bilden, verändern oder auflösen. Nach jeder Sturmflut kann das Wattenmeer anders aussehen. Genauso war das Land nach jeder jährlichen Hochflut des Nils verändert.

Was soll nun der arme Bauer tun? Überall in der Welt sind es Bauern, oder Dorfgemeinschaften von Bauern, die Felder besitzen, sie pflegen, bestellen und ernten. Denn eine Wirtschaft auf Befehl funktioniert nicht gescheit. Jetzt kommt also der Bauer und findet sein Feld nicht mehr! Nach der Flut sieht alles anders aus. Hier ist mehr Land, dort weniger Land. Jedes Jahr könnte es blutigen Streit darum geben, welcher Bauer denn nun welches Feld bekommen soll, gäbe es nicht die Mathematik.

Hier kommt nun der Vorteil menschlichen Geistes und staatlicher Organisation ins Spiel. Die alten Ägypter hatten bereits Rechenmethoden und ‚Algorithmen’, mit denen sie nach jeder Flut das fruchtbar gewordene Schwemmland neu vermessen, und jedem Bauern einen gleich großen Anteil Land zuweisen konnten wie im Vorjahr. Zwar mochte sich sein Feld ändern, doch vermochte er dank Mathematik und staatlicher Organisation der Pharaonen sicher sein, eine gerechte Zuteilung zu erhalten. Auch das hatten nicht die Araber erfunden, sondern nur übernommen.

Eine wichtige Ursache dürfte religiös-kulturell sein. Sehen wir uns eine Koranschule an. Dort sitzen Kinder, die einen arabischen Dialekt sprechen. Hocharabisch verstehen sie nicht – es ist eine Sprache, deren Grammatik komplizierter sein dürfte als Latein. Auch wenn Wörter sich gleichen, fehlen heute die meisten der Regeln klassischer Sprache. In der Koranschule lernen sie den Koran auswendig. Sie tragen auswendig gelernte Suren vor, die in einer Sprache geschrieben sind, die sie nicht verstehen. Abgesehen davon, daß so etwas wie Gehirnwäsche wirkt, für ein Leben prägt und Prinzipien unterschiebt in einem Alter, in dem Menschen noch nicht selbständig genug sind, darüber unbefangen nachzudenken, ist das ein Auswendiglernen von vorgegebenem.

Wer so für das Leben vorbereitet wird, wird lebenslang eine Tendenz haben, bestimmte Dinge zu glauben, nachzumachen. Er wird nicht geschult darin, selbst kritisch nachzudenken, sein eigenes Denken zu hinterfragen, durch Überwinden von dem, an was er glaubt, sich aber als Irrtum herausstellt, zu neuen und besseren Erkenntnissen zu gelangen. Eine solche Ausbildung steht wissenschaftlichem Fortschritt diametral entgegen. Solch eine Einstellung endet, konsequent überspitzt, in Verhinderung von Fortschritt.

Das läßt sich auch sprachlich belegen. Wir alle kennen das Wort ‚Taliban’, mit dem islamistische Kämpfer Afghanistans bezeichnet werden. Doch das Wort heißt auf arabisch einfach ‚Student’: ‚talibun’. Da sie jedoch nicht an einer Universität studieren, sondern einer Koranschule, sind sie religiös geprägt. Da die meisten Taliban an bestimmten Koranschulen ‚studierten’ und von dort aus in den Krieg geschickt wurden, hat sich das Wort ‚Student’ auf religiöse Kampftruppen übertragen. (Wir brauchen nicht überheblich werden: Mit feministischer Unwissenschaft und Genderideologie an unseren Universitäten geht es heute bei uns nicht mehr besser zu.)

Nun mögen auch andere Weltreligionen zeitweise Fortschritt gebremst oder eingeengt haben. Trotzdem gilt für andere Glaubensrichtungen, daß ein Befragen und Durchdenken gefördert wurde. Nun mag es das auch im Islam geben – dort aber eher als Gesetzesauslegung, weil der Koran als Gesetzestext gilt. Das erfordert keine Selbstreflexion. Denn das Gesetz wird ja gerade nicht infrage gestellt, sondern eifernd befolgt.

Man könnte nun auch dem Christentum und dem Judentum nachsagen, ursprünglich eine Gesetzesreligion gewesen zu sein; man denke an die zehn Gebote. Doch beide haben sich davon fortentwickelt. In beiden Religionen entwickelten sich Disputationen, woraus die wissenschaftliche Praxis entstand, über alles zu debattieren und alles in Frage stellen zu können. Als dann in der Renaissance antike wissenschaftliche Schriften entdeckt wurden, begann eine Zeit der Erfindungen. Fruchtbar wurde das Prinzip, alle Sachverhalte an der Wirklichkeit zu prüfen. Die wissenschaftliche Methode war ungemein fruchtbar, drängte den Glauben immer weiter zurück.

Im Mittelalter war Wissenschaft noch armselig gewesen: Antike Schriftenrollen wurden kopiert, wobei sich bei jeder Abschrift Schreibfehler (und Verständnisfehler) einschlichen, bis im Laufe der Zeit durch Kopieren der Kopien der Kopien u.s.w. von Hand immer schlechtere Texte ergaben. Moderne Programmierer haben baumartige Verzweigungen von Programmen untersuchen lassen, um ähnlich dem Genetiker, der das Erbgut verschiedener Arten entschlüsselt, durch Vergleich den gemeinsamen Stammbaum zu ermitteln. Genauso gehen Sprachwissenschaftler vor, wenn sie den Stammbaum verschiedener Sprachen untersuchen. Ausgehend von einer Ursprungssprache haben sich durch Lautverschiebungen und Regeländerungen viele Sprachen aus dieser entwickelt. Ganz ähnlich wurde aus einem richtigen altgriechischen Ursprungstext eine Vielzahl falsch abgeschriebener Varianten.

Dem ist zu entnehmen, wie traurig der Stand europäischer Wissenschaft noch im Mittelalter war, obwohl der Erfindungsgeist der Germanen und Altdeutschen bereits bessere Schwerter schmiedete als die einst führenden Sarazenen von Toledo, deren Klingen einmal berühmt und berüchtigt waren. Auch das hatte dazu beigetragen, die Freiheit Europas halten zu können. Die Geschmeidigkeit der Klingen des Ruhrgebiets wurde sprichwörtlich, den arabischen überlegen. Kaum aber war der Forschergeist freigesetzt, gab es ab der Renaissance eine beeindruckende Vielzahl an Erfindungen, durch die Europa in kurzer Zeit technologisch und wissenschaftlich führend wurde.

Es gibt Stimmen, die behaupten, dies habe nicht nur religiös-kulturelle Ursachen. Dies ist aber nicht nur ‚politisch inkorrektes’, sondern beinahe verbotenes Denken. Solche Stimmen verweisen darauf, daß beim IQ erhebliche Unterschiede gemessen worden seien, und zwar stabil über Jahrzehnte und unabhängig vom Bildungsgrad. Nach ihrer Theorie hätten Asiaten die höchste Intelligenz, aber am wenigsten ausgeprägte Männlichkeit. Eine Erklärung wäre, daß in der riesigen asiatischen Landmasse sich starke Staaten und Herrscher durchsetzten. Man denken nur an die Hunnen, die die Völkerwanderung auslösten, später Dschingis Khan bis Timur. Doch auch im chinesischen oder japanischen Kaiserreich war es nicht viel anders: Mächtige Könige, denen die meisten Männer sich beugen mußten, um zu überleben. Wer zu ‚männlich’ und rebellisch war, wäre getötet worden. Typisch für Asien waren über lange Zeiten sprichwörtliche Despotien.

Daraus ergibt sich folgendes: Fleiß und Bildung konnten sich in hohem Maße entwickeln, beeindruckten bereits Marco Polo. Männlichkeit mußte dagegen bescheiden zurückgenommen werden. Asiatische Kultur ist in solcher Hinsicht höflich-zurückhaltend, wie es zu einem asiatischen Reich paßte.

In Afrika und Arabien haben wir stark ausgeprägte, in ihrer Aggression weniger gehemmte Männlichkeit, – nach diesen Quellen, die sich auf Untersuchungen berufen, aber vielfach als ‚rassistisch’ abgelehnt werden – doch weniger freie Intelligenz, die eine stärkere Kontrolle von Affekten und Sexualität erfordere. Je besser diese Kontrolle – ob kulturell oder teils auch erblich sei dahingestellt –, desto größer das geistige Potential.1

In Nordeuropa hatten wir andere Verhältnisse. Das Leben am Rande der Arktis war schwierig, solange es keine Technik gab. Das erfordert viel Fleiß und Nachdenken. Die Germanen galten als freiheitsliebend, was es ihnen erschwerte, gegen das koordinierte und zielstrebige römische Reich zu bestehen. Hermann (Arminius) schaffte es nur, Varus zu besiegen, weil er die römische Taktik und Disziplin genau kannte. Später zerstritten sich die freiheitsliebenden Stämme wieder, unwillig, sich auf einen König Hermann nach römischem Vorbild einzulassen.

Man könnte also sagen, daß Europa die Vorteile Asiens – Intelligenz und Fleiß – mit den Vorteilen Afrikas und des Orients – Männlichkeit – verband.2 Diese Mischung könnte auch zum Erfolg, dem Erfindungsreichtum, beigetragen haben. Denn der europäische Mann mußte sich mit Hirn bewähren, um sozial aufzusteigen, die sexuelle Selektion von Frauen zu bestehen.

In Arabien war man einen anderen Weg gegangen. Die angeborene weibliche Dominanz, die ein Problem jeder Zivilisation ist, wurde dort mit den Gesetzen des Korans, und letztlich mit Gewalt, eingeschränkt, eine religiös legitimierte gewaltsame Ordnung dagegen gesetzt. Das ist etwas sehr untypisches. Denn überall in der Welt – außer im Islamismus – funktioniert Kultur anders:

Eine menschliche Universalie aller Kulturen und Zeiten ist es, daß Frauen und Männer verschiedene Aufgaben übernehmen, die sich ergänzen, wodurch ein Tausch entsteht. Dieser Tausch entsteht aber weder durch Macht noch durch Zwang, wie Feministen fälschlich behaupten, sondern ist eine natürliche Ausprägung menschlicher Anlagen, die sich in jeder Kultur anders entwickelt. Das ist analog zur Sprache: In jedem Sprachraum teilen Menschen sprachliche Regeln, durch die sie sich verständigen können. Auch das beruht nicht auf Macht oder Zwang.

Dieser Tausch ist sehr wichtig. Er setzt die Geschlechter und Menschen in Bezug, läßt soziale Gemeinschaften entstehen, läßt Verantwortung und Gefühle reifen.

Das gilt natürlich auch für den Islam; nur läßt diese Religion, anders als die mir bekannten übrigen, solche kulturellen Regeln sich nicht frei und natürlich entwickeln, sondern reglementiert sie blutig. Dadurch werden sie in ein Gewaltsystem pervertiert, was aber untypisch ist für andere Kulturkreise.

Schauen wir uns die Entwicklung des Abendlandes in dieser Hinsicht an. Wissenschaftlich, technisch und wirtschaftlich gab es riesige Fortschritte seit der Renaissance, als die Forscherkraft des Menschen entfesselt worden war. Europäer schickten sich an, auch sich selbst zu verändern, indem sie die Gesellschaft ‚vernünftiger’ gestalteten. Das gelang ihnen auf vielen Gebieten, bis auf eines: das der Geschlechter und der Kultur. Denn die Philosophen wußten nicht, was sie taten. Sie hatten noch keine Kenntnis von Evolution und moderner Forschung. Sie wußten nicht, daß menschliche Wahrnehmung im Bereich der Geschlechter aus evolutionären Gründen schief ist.

Die Philosophen, die über Humanismus und Aufklärung die Gesellschaft, den Menschen, seine Erziehung, sein Leben, letztlich sein Denken und Fühlen umkrempelten, wußten nicht, daß Frauen in der Wahrnehmung bevorzugt werden, damit ihre Interessen geschützt sind, auch wenn – wie die Evolution voraussetzt – die Männer stärker sind. Sie wußten ebenfalls nicht, daß Gene über Männer gefiltert werden, was eine Mehrheit Männer von Fortpflanzung ausschließt, wenn Kultur nicht gegensteuert. Deshalb nehmen wir viele Männer verächtlich wahr, verweigern ihnen unser Mitleid: denn evolutionär sollen sie sich nicht fortpflanzen, also keine Liebe erhalten.

So wurde diese ‚vernünftige’ Umgestaltung der Welt auf Misandrie, Frauenverherrlichung und einem unsinnigen Mythos angeblicher weiblicher ‚Unterdrückung’ errichtet, was schwere Konstruktionsfehler der modernen Zivilisation bewirkte. Auch wurden Sinn und Bedeutung geschlechtlicher Ergänzung nicht begriffen, die von Generation zu Generation schwächer wurde, je mehr staatliche Regelung gewachsene Kultur verdrängte, und technische Methoden natürliches Füreinander ersetzte.

Als die Kultur bereits angeschlagen, die weibliche Bevorzugung schon übertrieben wurde, entstand die erste feministische Welle, die bereits verankerte und latent wirkende Misandrie, Frauenverherrlichung und Benachteiligungsmythos radikal und militant zu einer hysterischen Ideologie übersteigerte. Was sie sagten, war glattes Gegenteil der Tatsachen, entsprach aber im westlichen Denken verankerten Fehlurteilen. So setzten sie sich durch und zerstörten die bereits zu schwache Geschlechterergänzung systematisch.

Sogar die Männlichkeit zersetzten sie. Hysterische, subjektive Parteilichkeit überrollte alle Bereiche, von der Wissenschaft, die zu Tendenzforschung wurde, bis zur Politik, die zur Gesinnungsschmiede wurde. Wir wurden geistig wehrlos. Abzockmechanismen entstanden: Arbeitende Steuerzahler mußten ihre eigene Bekämpfung finanzieren. Dazu verbreitete sich ein politischer Masochismus, der dann von Verdrängung durch Feminismus zur Verdrängung durch islamische Massenmigration erweitert wurde.

Feministinnen zerstörten das kulturelle Füreinander der Geschlechter. Sie zerstörten die einst fruchtbare objektive, an Tatsachen orientierte Wissenschaft. Sie zerstörten die Männlichkeit, die das aufgebaut hatte. Männlichkeit wurde so stark unterdrückt, daß angeborene weibliche Instinkte nicht mehr ausgelöst wurden, weil feministische, gegenderte und entrechtete Männer zu unmännlich wurden. Also lockten sie die aggressivsten Männer, die sie finden konnten, nur zu bereit, die seit 1000 Jahren ersehnte Eroberung Europas nun unter der Gürtellinie zu vollenden – mit Hilfe von Feministen, Asylgesetzen und Naiven, die zu verblendet sind um zu begreifen, wie ihnen geschieht.

Außerdem waren sich Feministinnen zu ‚gut’ für Mutterschaft, zogen ein unglückliches, unzufriedenes, ständig klagendes Dasein als ‚Mannweib’ ohne Kinder oder mit wenigen Kindern vor. Da kamen demographische Eroberer nur recht, deren Geistliche empfehlen, sich wie Karnickel zu vermehren, um nur recht bald mit ihrer Überzahl Europa zum islamischen Staat zu machen. Sie sollten die Kinder zeugen, die Feministinnen in ihrem Haß auf weiße heterosexuelle Männer und europäische Kultur verweigerten.

Dabei war es ihnen wurscht, daß sie nicht nur Europa zerstören, sondern auch Millionen heimische Männer und ihre Söhne verdrängen lassen, weil diese im Männerüberschuß nicht genug Frauen finden können.

Vergleichen wir: Europa hatte den Zenit, seine größte Stärke, im 19. Jahrhundert erreicht. Danach gab es zweierlei: feministische Wellen, die Gesellschaft, Familie, Leben, Denken, unser Selbstverständnis, unsere Identität völlig umkrempelten. Außerdem gab es zwei Weltkriege, die jedoch nur manche Länder trafen. Doch die Probleme sind in den USA, Kanada, Australien und Neu Seeland, die vom Krieg kaum oder gar nicht betroffen waren, genauso groß. Folglich bleibt als Erklärung übrig: die feministischen Wellen. Nach der dritten Welle war das einst glänzende und bewunderte Europa zum Vakuum geworden, in das Millionen eindringen und es einfach überrennen.

Da kulturelle Ergänzung der Geschlechter eine menschliche Universalie ist, fehlt sie uns. Intuitiv, unterbewußt merken wir das und suchen Ersatz. Bewußt können wir nichts ändern, denn die alte Kultur ist ganz verloren und geradezu verboten. Also locken fremde Kulturen, wo noch ein Rest erhalten ist. Gerade Starrheit und Gewalt des Islamismus haben ironischerweise eine bei uns zerstörte natürliche Kultur erhalten (wenngleich als Zerrform), was ihn attraktiv macht. Der Zusammenbruch abendländischer Kultur aufgrund des Feminismus schürt also unseren Masochismus: Jugendliche strömen dem Islamismus zu, der – wenngleich in durch Gewalt entstellter Form – noch Elemente natürlicher Geschlechterrollen hat. Wir stehen also vor der Wahl zwischen Pest und Pocken. Beide sind tödlich, doch sie töten anders.

Feminismus zerstört Kultur und macht uns wehrlos, hilflos. Islamismus bietet eine blutige, oft tödliche Zerrform von Kultur. Beide vereint der Haß auf den „weißen Mann”, ergänzt um ‚heterosexuell’ bei Feministen, ‚ungläubig’ bei Islamisten. Punktuell arbeiten Feminismus und Islamismus Hand in Hand.

Wir stehen vor der fast unlösbaren Aufgabe: gleichzeitig eine natürliche, gewaltfreie, aber funktionstüchtige Ergänzung und Kultur wieder aufzubauen, und den Islamismus aus dem Abendland hinauszuwerfen.

Fußnoten

1 Diese Theorie wird hier vorgestellt, aber nicht behauptet.

2 Das behaupte ich nicht, sondern trage eine umstrittene Theorie vor.

Wie Feminismus Geschichte schrieb und eine Invasion auslöste

Wie Feminismus Geschichte schrieb und eine Invasion auslöste

Um ihre weltfremde Utopie zu verwirklichen, haben Feministinnen Mut­ter­schaft ent­wer­tet, Frau­en zu­gun­sten an­de­rer Le­bens­in­hal­te aus­ge­re­de­t, Män­ner und Vä­ter so über Un­ter­halt und Ali­men­te ab­ge­zockt, daß auch Män­ner oft kei­ne Lust mehr ha­ben, Kin­der zu zeu­gen. Zum Aus­gleich die­ses Ge­bur­ten­rück­gangs weit un­ter die Min­dest­ra­te zur Selbst­er­hal­tung wur­den von fe­mi­ni­sti­schen Kräf­ten, die EU und UNO prä­gen, seit Jahr­zehn­ten Aus­län­der ins Land ge­wor­ben. Lo­gik wür­de ver­lan­gen, frucht­ba­re Frau­en ins Land zu ho­len, mit de­nen un­se­re um ihr Le­bens­glück be­tro­ge­nen Män­ner, für die es zu we­ni­ge lie­bes­fä­hi­ge und zeu­gungs­wil­li­ge Frau­en gab, den feh­len­den Nach­wuchs zeu­gen könn­ten. Weit ge­fehlt – statt­des­sen wur­de seit Jahr­zehn­ten mit zu­wan­dern­dem Män­ner­über­schuß der Frau­en­man­gel ver­schärft.

Of­fen­siv tra­ten fe­mi­ni­sti­sche Kräf­te seit Jahr­zehn­ten in UNO und EU für die För­de­rung von Im­mi­gra­ti­on in das ih­ret­we­gen ge­bur­ten­schwa­che Abend­land ein. Sie woll­ten – wieder ein­mal – Ge­schich­te schrei­ben, so wie al­le fe­mi­ni­sti­schen Wel­len, die glaub­ten, die Welt mit ih­rer Ide­o­lo­gie zu be­glücken.

«STOCK­HOLM taz | „Wir wer­den Ge­schich­te schrei­ben”, ist sich Gu­drun Schy­man si­cher. In künf­ti­gen Schul­bü­chern wer­de ein­mal ste­hen, daß 2014 in Eu­ro­pa ein fe­mi­ni­sti­scher Früh­ling aus­ge­bro­chen sei, der in Schwe­den be­gann. Schy­man ist Vor­sit­zen­de – of­fi­zi­ell: „Spre­che­rin” – der „Fe­mi­ni­sti­schen Ini­ti­a­ti­ve” (F!). … Für sie ist es von zen­tra­ler Be­deu­tung, of­fen­siv für of­fe­ne Gren­zenfür al­le ein­zu­tre­ten.»1 (taz)

F! ist die schwe­di­sche Fe­mi­ni­sti­sche Par­tei; ei­ne glei­che Agen­da zur Mi­gra­ti­on hat auch die deut­sche fe­mi­ni­sti­sche Par­tei.

«Sonn­tag, 6. März 2016, 12 bis 16 Uhr, Ber­lin: De­mo zum Frau­en­kampf­tag un­ter dem Mot­to „Ge­mein­sam Gren­zen ein­rei­ßen”.»2 (Fe­mi­ni­sti­sche Par­tei)

Gren­zen „ein­rei­ßen” zu wol­len ent­spricht dem schwe­di­schen Pro­gramm, „of­fen­siv” für al­len of­fe­ne Gren­zen ein­zu­tre­ten, dar­über hin­aus dem, was beim Damm­bruch im Sep­tem­ber 2015 ge­schah, als Deutsch­land und Eu­ro­pa sich ei­nem wil­den, un­kon­trol­lier­ten Zu­strom öff­ne­te.

Auf ih­ren Sei­ten be­klagt die Fe­mi­ni­sti­sche Par­tei die La­ge von Flücht­lin­gen in Grie­chen­land und der Tür­kei, oh­ne zu be­grei­fen, daß sol­che An­rei­ze die weit­aus mei­sten erst an­locken, sich auf den Weg zu ma­chen, die Ur­sa­che der Mi­se­re sind. Die sehr we­ni­gen Rück­füh­run­gen il­le­gal Ein­ge­rei­ster wer­den be­jam­mert.

«Aus dem Um­feld un­se­rer Mit­frau­en er­reich­te uns ein per­sön­li­cher Be­richt über die Si­tu­a­ti­on der ge­flo­he­nen Men­schen in Les­bos, ver­bun­den mit Hin­wei­sen zur Mög­lich­keit der fi­nan­zi­el­len Un­ter­stüt­zung. … Zu­dem gibt es zahl­rei­che Be­rich­te über die „Rück­füh­rung“ von Men­schen in die Tür­kei»3 (Fe­mi­ni­sti­sche Par­tei)

Doch die Hil­fe geht weit hin­aus über Gel­der und Be­ra­tung, wie die Gren­zen am leich­te­sten (il­le­gal) zu über­win­den sei­en.

«Der 2. In­ter­na­ti­o­na­le Schlep­per­kon­greß wur­de or­ga­ni­siert von der pro­mi­nen­ten Fe­mi­ni­stin und grü­nen Par­tei­ak­ti­vi­stin Pe­tra Kel­ly. Die­se Or­ga­ni­sa­ti­o­nen bil­den das or­ga­ni­sa­to­ri­sche Rück­grat für Ope­ra­ti­o­nen von Ak­ti­vi­stin­nen wie Flucht­hel­fe­rin.4» (Die­ter Him­mel)

Die Welt be­rich­te­te über den mut­maß­li­chen Hin­ter­grund der Er­eig­nis­se, die Eu­ro­pas Gren­zen zu­sam­men­bre­chen lie­ßen und uns ei­ner un­kon­trol­lier­ten Mil­li­o­nen­flut aus­lie­fer­ten, die Deutsch­land und Eu­ro­pa auf im­mer ver­än­dern und in Pro­ble­me stür­zen wer­den.

«Wer die hi­sto­ri­sche Grenz­öff­nung wirk­lich aus­lö­ste
Von Bo­ris Kál­no­ky | Ver­öf­fent­licht am 17.09.2015 …
Am 4. Sep­tem­ber öff­ne­ten Deutsch­land und Öster­reich ih­re Gren­zen für Flücht­lin­ge. „Aus­nahms­wei­se” in ei­ner „Not­la­ge”, wie es hieß. Schon jetzt ist klar: Die­ser Damm­bruch hat ei­nen Flücht­lings­strom in Gang ge­setzt, der so bald nicht zu stop­pen sein wird. Es könn­te als ein hi­sto­ri­scher Tag in die Ge­schich­te ein­ge­hen, als der Tag, an dem Eu­ro­pa sich ei­nem mas­si­ven Zu­strom von … Wirt­schafts­mi­gran­ten öff­ne­te. …
Ei­ne in Un­garn kur­sie­ren­de Ver­si­on gibt nun erst­mals ein ge­nau­eres Bild ab. Dem­nach wa­ren es öster­rei­chi­sche Ak­ti­vi­sten, die die Grenz­öff­nung in­di­rekt er­zwan­gen. Meh­re­re Hun­dert Frei­wil­li­ge hat­ten sich zu­sam­men­ge­schlos­sen, um in Pri­vat­au­tos Flücht­lin­ge aus Un­garn nach Wien zu brin­gen. Die Ak­ti­on war für Sonn­tag, den 6. Sep­tem­ber ge­plant. Den kurz da­vor ver­schärf­ten un­ga­ri­schen Ge­set­zen zu­fol­ge wä­re das Men­schen­schmug­gel ge­we­sen.
In den Me­di­en war zu le­sen, daß den­noch nie­mand ver­haf­tet wur­de. Das stimmt of­fen­bar nicht ganz: Schon am Frei­tag star­te­ten er­ste Wa­gen, und drei von ih­nen wur­den von der un­ga­ri­schen Po­li­zei fest­ge­hal­ten.
Dar­auf­hin ha­be sich die un­ga­ri­sche Re­gie­rung mit der öster­rei­chi­schen un­mit­tel­bar in Ver­bin­dung ge­setzt. … Dar­auf­hin ha­be die öster­rei­chi­sche Sei­te ge­sagt: Mo­ment, wir spre­chen mit Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel und mel­den uns zu­rück. Das Er­geb­nis war die ge­mein­sa­me Grenz­öff­nung in Deutsch­land und Öster­reich.»5 (welt.de)

Dem Be­richt zu­fol­ge hät­ten Fe­mi­ni­stin­nen nicht nur in­di­rekt durch jahr­zehn­te­lan­ge ide­o­lo­gi­sche Be­ein­flus­sung von Or­ga­ni­sa­ti­o­nen und Men­schen, UNO, EU und auch der BRD, ziel­stre­big auf mas­si­ve Mi­gra­ti­on hin­ge­wirkt, son­dern durch kri­mi­nel­le Schlep­pe­rei den Zu­sam­men­bruch der Au­ßen­gren­zen aus­ge­löst. Weil die Staa­ten nicht be­reit wa­ren, die fe­mi­ni­sti­schen Men­schen­schleu­se­rIn­nen bei ih­rer il­le­ga­len Tä­tig­keit zu ver­haf­ten, hät­ten sie lie­ber die Gren­zen ge­öff­net. Das spie­gelt Me­tho­den der er­sten fe­mi­ni­sti­schen Wel­le wi­der, als west­li­che Staa­ten von ter­ro­ri­sti­schen Me­tho­den der Suf­fra­get­ten be­zwun­gen wur­den.

Nun fragt sich: Wie­so tun Frau­en das? Was ist die psy­cho­lo­gi­sche Trieb­kraft hin­ter sol­chen Ide­o­lo­gi­ën und Ta­ten?

Seit Jahr­zehn­ten wur­den abend­län­di­sche Män­ner fi­nan­zi­ëll ab­ge­zockt: Fe­mi­ni­stin­nen muß­ten sie Be­vor­zu­gung be­zah­len, Quo­ten und Frau­en­be­auf­trag­te. Ex-Gat­tin­nen, Müt­ter und Ex-Freun­din­nen lie­ßen sich den Aus­schluß der Män­ner und Vä­ter von die­sen fürst­lich be­loh­nen. Män­ner muß­ten ih­re ei­ge­ne Ver­drän­gung fi­nan­zie­ren. Män­ner zahl­ten für den Krieg ge­gen sie und Männ­lich­keit: Je­der Ver­such, zu flir­ten oder zu wit­zeln konn­te als Be­lä­sti­gung, Un­tat, Ver­bre­chen, oder gar Ver­ge­wal­ti­gung aus­ge­legt wer­den.

Längst wa­ren die ent­männ­lich­ten Gen­der­män­ner vie­len Frau­en und Fe­mi­ni­sten lang­wei­lig ge­wor­den; sie hol­ten sich ei­ne Mil­li­o­nen­flut Män­ner aus den ag­gres­siv­sten Welt­ge­gen­den ins Land.

«Die kru­den Ma­chos aus dem Mor­gen­land schei­nen weib­li­che Be­dürf­nis­se an­zu­spre­chen, für die den sorg­fäl­tig fe­mi­ni­sier­ten und gen­de­ri­sier­ten deut­schen Män­nern mitt­ler­wei­le der Sinn oder der Mumm fehlt.»6 (Preu­ßi­sche All­ge­mei­ne)

Nicht nur die fe­mi­ni­sti­schen Par­tei­ën Schwe­dens und Deutsch­lands ha­ben of­fe­ne Gren­zen, wie sie An­ge­las ge­set­zes­bre­chen­des Dik­tat schuf, als wich­ti­gen Pro­gramm­punkt. Die Gen­der­pro­fes­so­rin Lum­mer­ding schreibt im Blog fe­mi­ni­sti­sche Stu­di­ën:

«spie­len auch in der Re­prä­sen­ta­ti­on un­ter­stüt­zen­der Ak­ti­vi­tä­ten bzw. der „Will­kom­mens­kul­tur“ ei­ne nicht un­er­heb­li­che Rol­le. …
„Schie­nen­er­satz­ver­kehr” als po­li­ti­scher Be­griff»7

„Schie­nen­er­satz­ver­kehr” war ei­ne il­le­ga­le Ak­ti­on, bei der lin­ke und fe­mi­ni­sti­sche Un­ter­stüt­zer, die sich über eben­so il­le­ga­le Schlep­per- und Schleu­ser­grup­pen or­ga­ni­sie­ren, die Gren­zen des Staa­tes un­ter­wan­der­ten. Ih­re Pro­pa­gan­da und Schleu­ser­tä­tig­keit hat zur ver­häng­nis­vol­len Grenz­öff­nung bei­ge­tra­gen.

«Aus­gabe­ 2015/1
Flucht­hel­fe­r*in­nen – einst und jetzt
Erzsébet Sza­bó …
Ge­schäfts­mo­dell Schlep­pe­rei
Bei der 2. In­ter­na­ti­o­na­len Schlep­per- und Schleu­ser­kon­fe­renz (ISS) im Ok­to­ber 2015 in Mün­chen re­fe­rier­te ne­ben an­de­ren der deutsch-ägyp­ti­sche Jour­na­list Sam­my Kha­mis über die „smar­ten” Sei­ten der Flucht: „Flucht­hil­fe über Apps, Schleu­ser­an­ge­bo­te auf Face­book und die ‚de­mo­kra­ti­sier­te’ Flucht nur mit Hil­fe des Smart­pho­nes”, Er­leb­nis­be­rich­te, Check­li­sten und wei­te­re nütz­li­che Hin­wei­se für den Weg oh­ne Schlep­pe­r*in. Hier tre­ten kon­stru­ier­te Ide­al­ty­pen zu­ta­ge: ei­ner­seits der gut in­for­mier­te, mu­ti­ge und kun­di­ge, auch Ara­bisch und Eng­lisch spre­chen­de, un­ab­hän­gi­ge, fit­te jun­ge Mann. … wäh­rend das eher sor­gen­de und un­ter­stüt­zen­de Hel­fen ‚weib­lich’ il­lu­striert wird.»8

Die il­le­ga­len In­va­so­ren, die oft ag­gres­siv vor­ge­hen, Grenz­be­fe­sti­gun­gen auf­bre­chen, Päs­se ver­bren­nen, weil pa­ra­do­xer­wei­se oh­ne Paß zwar Ein­rei­se mög­lich, Aus­wei­sung aber un­mög­lich ist, er­hal­ten So­li­da­ri­tät, Mit­ge­fühl und Em­pa­thie, die ein­hei­mi­schen Män­nern seit 50 Jah­ren Ge­schlech­ter­krieg ver­wei­gert wur­de. Iro­ni­scher­wei­se schrei­ben gen­dern­de, il­le­gal ein­schleu­sen­de Fe­mi­ni­stin­nen, die bei hei­mi­schen Män­nern kei­ne un­ge­gen­der­te An­re­de, kei­nen na­tür­li­chen Ge­dan­ken durch­ge­hen lie­ßen, von „sor­gen­dem und un­ter­stüt­zen­dem” „weib­li­chem Hel­fen” – das sie in je­der an­de­ren Kon­stel­la­ti­on mit al­ler­größ­ter Wut als „pa­tri­ar­cha­li­sches Un­ter­drückungs­kli­schee” schrill krei­schend und to­bend ver­rei­ßen wür­den. Bei den il­le­ga­len In­va­so­ren kom­men na­tür­li­che weib­li­che In­stink­te zu­ta­ge, die sie ge­gen­über ei­ge­nen Män­nern seit 50 Jah­ren er­bit­tert un­ter­drücken.

«Schrit­te in ei­ne sol­che Rich­tung der ra­di­ka­len Kri­tik an Grenz­si­che­run­gen (als Tren­nun­gen ei­nes ‚In­nen’ von ei­nem ‚Au­ßen’) fin­den sich vor al­lem dort, wo Prak­ti­ken der Selbst­er­mäch­ti­gung als Selbst­er­mäch­ti­gung Al­ler ent­wickelt wur­den und wer­den, bei­spiels­wei­se im Zu­sam­men­hang mit je­ner Ak­ti­on, die im Sep­tem­ber 2015 als „Kon­voi Wien–Bu­da­pest Schie­nen­er­satz­ver­kehr für Flücht­lin­ge” (FB-Link!) be­kannt wur­de und als ei­ne Form der „kol­lek­ti­ven Selbst­er­mäch­ti­gung zur Flucht­hil­fe” ver­stan­den wer­den kann.»9

Ih­re il­le­ga­le „kol­lek­ti­ve Selbst­er­mäch­ti­gung” spreng­te die Gren­zen Eu­ro­pas, bringt Staa­ten und uns­re de­mo­gra­phi­sche Zu­kunft ins Wan­ken, ließ ei­nen ex­tre­men Män­ner­über­schuß in jun­gen Jahr­gän­gen ent­ste­hen, der mas­si­ven Kon­kur­renz­druck un­ter Män­nern aus­löst, vie­le ein­hei­mi­sche Män­ner um ein er­füll­tes Lie­bes- und Fa­mi­li­ën­le­ben und um Fort­pflan­zung brin­gen wird. Au­ßer­dem wird der Frau­en­man­gel Ver­ro­hung und Über­grif­fe aus­lö­sen.

Mehr zu diesem und ähnlichen Problemen wird im demnächst erscheinenden Buch „Zensiert: Flaschenpost in die Zukunft – Erster Band zur ersten Welle” zu lesen sein.



Fußnoten

1 http://www.taz.de/!5043044/

2 http://www.feministischepartei.de/aktivitaeten-und-veranstaltungen.html

3 http://www.feministischepartei.de/startseite.html

4 https://dieterhimmel.wordpress.com/2017/01/06/how-feminists-created-the-german-refugee-crisis/

5 https://www.welt.de/politik/ausland/article146507736/Wer-die-historische-Grenzoeffnung-wirklich-ausloeste.html

6 http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/die-irre-welt-der-fluechtlingshelfer.html

7 http://blog.feministische-studien.de/2016/01/werwen-definiert-willkommenskultur-teilen-von-definitionsmacht-gegen-identitaere-grenzsicherung/

8 http://www.migrazine.at/artikel/fluchthelferinnen-einst-und-jetzt

9 http://blog.feministische-studien.de/2016/01/werwen-definiert-willkommenskultur-teilen-von-definitionsmacht-gegen-identitaere-grenzsicherung/

Über die Entstehung politischer Umerziehung und der Misandrie

Über die Entstehung politischer Umerziehung und der Misandrie

Der Hochbarock ist eine Epochenscheide, in der eine alte, gewachsene Kultur bröckelt, die vor allem in Adel und Kirche Rückhalt findet, während eine neue Philosophie und Kunst aufkommt, die moralisch und politisch belehrende Inhalte verbreitet.

«Diese Schichten wollten sich nicht mehr mit dem bisherigen Ariengetriller und einer noch so spektakulären Ausstattungspracht begnügen, sondern Werke mit moralischen Inhalten auf der Bühne sehen, aus denen der von ihnen ins Auge gefaßte „Bürgersmann” auch für sein alltägliches Leben nützliche Lehren ziehen konnte. Sie wandten sich daher zusehends von der Oper ab und der „moralischen Anstalt” des Sprechtheaters zu.
Der Hauptsprecher dieser Richtung war der Leipziger Professor und Kunstrichter Johann Christoph Gottsched, der in seinem Versuch einer kritischen Dichtung für die Deutschen von 1730 – unter Berufung auf französische Aufklärer wie Charles de Saint Évremond und Nicolas Boileau – das gesamte Opernwesen als unsinnigen Mischmasch aus Musik und Poesie abkanzelte. …
Die anspruchsvolleren Werke des Sprechtheaters übernahmen die Funktion des Moralisch-Erzieherischen, während die musikalischen Bühnenwerke mehr und mehr auf die Ebene des harmlosen Singspiels oder der italienischen Opera buffa absanken. Und das führte zwischen 1730 und 1740 … allgemein zum Rückgang der deutschsprachigen Oper, ja letztendlich zur Schließung der dortigen Opernhäuser.» (Jost Hermand, Glanz und Elend der deutschen Oper, S. 48, 49, Bostel und Keiser)

Wir stellen fest, wie bereits während des Hochbarocks die alte Kultur durch moralische Belehrung und Erziehung ersetzt wurde, was die erste Form ideologischer Erziehung des Volkes darstellt, die dann die französische Revolution und andere Ideologien hervorbringen wird. Auch heutige Gesinnungspresse, die zur Zeit der neuen Völkerwanderung ab 2015 Andersdenkende moralisch niederkeult, das Volk nicht neutral informieren, sondern moralisch belehren will, ist letztlich eine Fortsetzung diese Tendenz, einer Schattenseite der Philosophie der Aufklärung, die nicht nur Misandrie verankerte, natürliche Kultur anfeindete, sondern auch bewußt die Gesinnung von Menschen umerziehen und kontrollieren will. Dies ist der Keim aller späteren Diktaturen, ob von links oder rechts oder feministisch.

«Statt ins Antikische, Übermenschliche oder Phantastische auszuschweifen, solle auch die ernsthafte Oper, wie er schrieb, eine bessere „Verbindung mit dem Nationalinteresse eines ganzen Volkes” anstreben, das heißt … sich mit aufklärerischer Absicht „unter das ganze Volk” begeben. Und als Beispiel für ein solchen Zwecken dienendes Libretto wies er auf Friedrich Gottlieb Klopstocks Bardiet Hermanns Schlacht (1769) hin, das sicher auch als Oper auf ein großes Interesse stoßen würde.»1 (a.a.O.)

Mit gleicher Arroganz „belehrten” später andere Ideologien ihre jeweilige Zielgruppe. Wir brauchen nur „Nationalinteresse” durch „Arbeiterklasse” oder „Frauen” ersetzen, dann erhalten wir eine Vorlage für das, was auch jene Ideologien betrieben. Freilich nahmen die technischen Möglichkeiten bei der Indoktrination ständig zu; konnte anfangs noch von einer „klassischen Bildung” gesprochen werden, die innerhalb ihres Gesinnungsrahmens durchaus eine angeregte geistige Debatte ermöglichte und verkraften konnte, so nahm mit Massenmedien die Manipulationsmacht dermaßen zu, daß die Netze der entstehenden Gesinnungsdiktatur immer enger werden. Feminismus hat klassische Bildung weitgehend abgeschafft, zieht an Schulen einen gegenderten Schülertyp heran, der, laut jüngsten Berichten, nicht einmal weiß, in welcher Himmelsrichtung die Sonne aufgeht, oder wo sie im Winter steht – was den Ägyptern schon vor 4000 Jahren bekannt war.

«1.253 Schüler der Klassen 6. und 9. An Haupt-, Real-, Gesamtschule und Gymnasium haben Rainer Brämer, Hubert Koll und Hans-Joachim Schild im Rahmen des Jugendreport-Natur von November 2015 bis Februar 2016 im Hinblick auf rudimentäres Wissen über die Natur, die die Schüler umgibt, befragt. Die Ergebnisse sind vernichtend:
north-south-east-west 24% der Schüler haben keine Ahnung, in welcher Himmelrichtung die Sonne aufgeht.
18% der Schüler sind der Ansicht, die Sonne gehe im Norden auf, 12% tippen auf den Süden und 11% sind der Ansicht, im Westen gehe die Sonne auf.
Ganze 35% tippen auf den Osten, als die Himmelsrichtung, in der die Sonne aufgeht. … Das offene Stellen der Frage hat zur Konsequenz, daß ein Tipp bei völliger Unkenntnis mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% richtig ist. 35% liegen 10% darüber, so daß man bei 10% der Schüler sicher davon ausgehen kann, daß Sie wissen, in welcher Himmelsrichtung die Sonne aufgeht.
Die Frage nach dem längsten Tag, sie macht alles noch schlimmer:

june-solstice-illustration32% haben keine Ahnung, 25% tippen auf Juli, 12% auf August, 6% gar auf Dezember, ganze 16% und damit 9% weniger als man bei zufälliger Antwort erwarten würde, geben den Juni als Monat mit dem längsten Tag an. …
Es scheint, Grüne/Bündnis 90 mit ihrer Verklärung von Natur und ihrer Technologiefeindlichkeit haben hier ganz Arbeit geleistet.
affektive Verbindungen zwischen Begriffen und Bewertungen sehr gut eintrainiert hat.
Die Verbindung geht dann wohl wie folgt:
Natur: gut;
Kerntechnik: schlecht;
Gentechnik: schlecht;
Windräder: gut;
Gleichstellung: gut;
Leistung: schlecht;
Sexuelle Orientierung: gut;
Rechte Orientierung: schlecht;
Und so weiter…
Wenn man die Ergebnisse des 7. Jugendreport Natur 2016 als Indikator für den Stand der Verdummung von Schülern, wie sie in Schulen betrieben wird, betrachtet, dann muß man konzedieren, daß die Verdummung schon weit vorangeschritten ist. Betrachtet man die Ergebnisse zudem als Indikator dafür an, wie gut es gelungen ist, die Bedeutung von Begriffen durch deren Bewertung zu ersetzen, dann sind die Ergebnisse abermals bemerkenswert. Es wächst eine Generation der affektiv gesteuerten Dummen heran, die von nichts etwas wissen, aber von allem wissen, wie man es bewerten muß.»2 (sciencefiles)

Unbeleckt von Wissen oder Fähigkeit zu selbständigem, kritischen Denken wissen sie dafür umso besser, wie Dinge moralisch zu bewerten sind: Ganze Themenbereiche sind „rechtspopulistisch” und „pfui”, was Wahrnehmung von Fakten und eigenes Nachdenken über solche Fakten von vornherein ausschließt. Solche Gesinnungskunst bringt immer wieder militantes hervor, das bei größerem zeitlichen Abstand befremden kann. Der Komponist Gluck war ein früher Klassiker, kurz nach der französischen Revolution in Paris, deren Geist er offenbar mehr oder weniger teilte. Martialischer Nationalismus in seinen Operplänen ist die Folge; allerdings erlitt er Schlaganfälle und starb, bevor er die Oper niederschreiben konnte:

«So vertonte etwa Christoph Willibald Gluck bereits in den späten sechtiger und frühen siebziger Jahren [des 18. Jahrhunderts] einige Oden Klopstocks, darunter dessen Vaterlandslied, Der Jüngling, Schlachtgesang und Die frühen Gräber, in denen es in relativ unverhüllter Form um den Kampf zwischen den „Freien” und den „Tyrannenknechten” geht. … Zu gleicher Zeit faßte Gluck den Plan, Klopstocks Hermanns Schlacht als deutsche Nationaloper zu vertonen… Wir wissen nur soviel, daß er dabei den Klang vieler Hörner und die Rufe der Fechtenden als dramatische Mittel einsetzen wollte.» (Jost Hermand, Glanz und Elend der deutschen Oper, S. 53 – 54)

Die moralische Belehrungshaltung der Aufklärung hat uns zwar ein paar Jahrhunderte „klassischer Bildung” geschenkt, die freilich von Anfang an belastet war mit moralischer Indoktrination durch wechselnde Ideologien, bei tiefverwurzeltem Männerhaß und Verachtung natürlicher Kultur, was sich im Laufe der Zeit zunehmend radikalisierte. Doch am Ende hat diese Entwicklung jene „klassische” – und keineswegs unproblematische, weil tendenziöse – Bildung wieder abgeschafft, den Gebildeten durch ein gegendertes, geschlechtsneutrales Fühlwesen ohne intellektuelle Kapazität ersetzt, eine leichte Beute manipulativer Obrigkeiten.

Das Versprechen einer „vernünftigeren Einrichtung der Welt” hat die Natur des Menschen zerstört, ebenso die in langen Zeiträumen natürlich gewachsene Kultur, ebenso eine menschliche Universalie und evolutionär angelegtes Lebensbedürfnis wie Sprache. Höchst unvernünftig und schädlich ist das Ergebnis in wichtigen zentralen Lebensbereichen, so nützlich und wirkungsvoll es ökonomisch und technisch gewesen ist.

Wir müssen die zerstörte Natur und Kultur des Menschen wiederaufbauen und eine diesmal wirklich vernünftige, respektvoll mit unserer eigenen Natur und Kultur umgehenden Aufklärung ohne Misandrie verbinden.

Bei dieser Wiederherstellung menschlicher Kultur und Natur, vor allem eines Gleichgewichts und guten Verhältnisses der Geschlechter, können wir leider nicht auf das Barockzeitalter als „heiler Welt” zurückgreifen. Negative Männersichten (Misandrie) ist bereits vor dieser Epoche nachgewiesen als prägende Stereotype philosophischer und geistiger Werke. Die Dekadenz des Adels war bereits fortgeschritten, nimmt eine Reihe unserer Probleme vorweg. Eine Nachahmung könnte uns daher wenig helfen. Zwei Umbrüche müssen wir weiter zurückverfolgen.

Der zweite Umbruch ist der Übergang vom Mittelalter zur Renaissance. Im Hochmittelalter hat teilweise ein Geldsystem der Münzverrufungen anstelle von Steuern den Staat finanziert; später wurde es zugunsten neu eingeführter Steuern abgeschafft.

«Dagegen wurde darauf verzichtet, durch regelmäßige Abwertungen des Geldes eine indirekte Steuer zu erheben. Dies bedeutete eine radikale Abkehr von der noch im 13. Jahrhundert allgemein üblichen Finanzierungsweise der Herrschaft. Erste Anzeichen von einer solchen Wandlung der Einstellung zur Geldpolitik zeigt 1252 die für Köln getroffene Vereinbarung, daß ein neuer Münztyp nur bei Amtsantritt eines neuen Erzbischoffs geprägt werde durfte (quando novus archiepiscopus electus fuerti et confirmatus). Der Westen des Reiches war von den schärfsten Konflikten zwischen Stadtherren und Städten um die Münze betroffen; erst später folgten Auseinandersetzungen auch in Mitteldeutschland, wie eine Erfurter Urkunde aus dem Jahr 1341 deutlich macht. In ihr wurde festgesetzt, daß der Erzbischof von Mainz ohne Zustimmung des Rates der Stadt Erfurt zu seinen Lebzeiten die Münze nicht ändern durfte (die muncze […] sullin unvorandert blibin als lange als unsir vorgenanter herre lebit, iz inwere danne mit unserem willin). Stattdessen wurde dem Erzbischoff eine Getreidesteuer eingeräumt. Ebenso verzichtete 1359 auch Herzog Rudolf von Österreich gegen die Erhebung einer Getränkesteuer auf die Münzerneuerung3 (Scripta Mercaturae, Zeitschrift für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, 37. Jahrg., Heft 1, 2003, S. 56 – 94)

Die Anhänger einer – von den manchen Historikern abgelehnten und daher zweifelhaften – Theorie begründen mit den Münzverrufungen den relativen Wohlstand besonders beim einfachen Volk. Da in Abständen alte Münzen für ungültig erklärt und gegen eine geringere Zahl neuer Münzen umgetauscht werden mußten, habe es sich nicht gelohnt, Geld zu behalten. Im Gegenteil, um einem Verlust durch Münzentwertung zu entgehen, sei Geld so schnell wie möglich ausgegeben worden, was den Umlauf beschleunigt und Absatz gefördert habe. So hätten sich die Staaten Europas in kurzer Zeit erstaunlich viele Kathedralen und ähnlich teure Gebäude leisten können, die in jener Zeit errichtet worden seien. Als dann neue Steuern das System der Münzverrufungen ersetzten, habe es sich gelohnt, Geld anzuhäufen, zu horten, sogar es gegen Zins auszuleihen. In der Folge habe zwar eine Schicht der Besitzenden profitiert, eine Mehrheit einfacher Leute sei aber relativ verarmt.

Viele Historiker lehnen die eben genannte Theorie anscheinend ab: Regelmäßige Münzverrufungen habe es nur in manchen Gegenden und nicht lange genug gegeben, um die zugeschriebenen Folgen zu zeitigen, ein Zusammenhang zwischen Verrufungen und Wirtschaftsentwicklung sei nicht aufgezeigt worden.

Wir können die Theorie jetzt vergessen, aber die von Historikern unbestrittenen Fakten betrachten: Im Mittelalter entstanden viele teure Kathedralen: Europa konnte sie sich leisten. Armut des einfachen Volkes nahm nach den Umbrüchen zu – aus welchen Ursachen jeweils auch immer. Dies gilt auch, wenn die erwähnte Theorie falsch ist. Ähnliche Wirkung ist bei der industriellen Revolution erwiesen: Manche Bürgerliche wurden wohlhabend, andere sanken aus sicheren Diensten bei adeligen Familien in ein Proletariat ab, dem es im 19. Jahrhundert sehr schlecht ging, bevor der Sozialstaat entstand.

Die Erwähnung geschah nur, um die übliche, teilweise auch zutreffende Sicht eines großen geistigen Fortschritts durch die Renaissance ein wenig zu ergänzen. Bei allem Aufblühen von Wissenschaft, Handel und Kunst in dieser Epoche des Wandels sollten wir die Schattenseiten nicht übersehen, zu denen auch zunehmende Verankerung männerfeindlicher Sichten zählt, die bereits damals funktionale Bedeutung hatten: In der Renaissance lief die Entdeckung fremder Kontinente, entstand der Kolonialismus. Negative Sicht auf Männlichkeit wurde instrumentalisiert, um eine Rechtfertigung für koloniale Eroberungen zu liefern: Den Wilden wurde zugeschrieben, „Tyrannen” zu sein, die ihre Frauen „unterdrücken” und „brutal” behandeln würden. Eroberung durch die „christliche Zivilisation” wurde damals bereits durch eine Art „Befreiung” der „Frauen” anderer Völker von „ihrem Los” gerechtfertigt, Jahrhunderte vor ähnlichen feministischen Sichten. Wie das Buch „Das unmoralische Geschlecht” von Kucklick zitiert, wurde solche Unterdrückung pauschal allen „Wilden” unterstellt, was den Widerspruch nicht ausschloß, dem Urzustand eine „Gleichheit” zu unterstellen, was ebenfalls moderner Ideologie vorgreift. Lektüre von Büchern wie denen Kucklicks setzt eine sichere, kritische Sicht voraus, denn Kucklick betont selbst, fest in den (feministischen) Prinzipien von (unwissenschaftlichen) Fächern wie Frauen- und Genderforschung verankert zu sein. Sein gesamtes Umfeld der „Männerforschung” fußt auf feministischen Ansätzen und Methodik, ist daher nur ein Anhängsel jener Ideologie.

Der erste Umbruch war die Christianisierung, bei der die gesamte alteuropäische Kultur hinweggefegt wurde, mitsamt des zweiten, geistlichen Standes der Druiden, Gebildeten und ihrer Überlieferungen. Dieser Stand wurde durch christliche Priester ersetzt. Es war ein jähes Ende einer über lange Zeiten gewachsenen Kultur. Bei diesem Prozeß spielte negative Sicht auf Männlichkeit anscheinend bereits eine ähnliche Rolle wie später bei der Kolonialisierung, die offenbar auf eine bereits bestehende unterschwellige Strömung zurückgriff.

Druiden und heidnische Männer wurden als gefährlich hingestellt, als blutrünstige Gestalten, die christliche Priester ermorden und so zum Märtyrer machen. Die Legenden des neuen Glaubens übergingen dabei, was die Priester oder Mönche vorher getan hatten: etwa eine heilige Odinseiche gefällt, um den Glauben an Odin zu erschüttern: ‚Seht, ich fälle eure heilige Eiche, doch kein Odin straft mich. Mein Gott ist mächtiger als eurer.’ Solche Handlungen gälten heute noch als Sakrileg. Es käme nicht gut an, wenn jemand den Petersdom oder die Kaaba in Mekka sprengen würde. Am nächsten Tag gäbe es vielleicht einen großen Krieg deswegen. Manche schrieben, christliche Mönche und heidnische Germanen hätten sich über Jahrhunderte recht gut vertragen, mit wenig Zwischenfällen, bis das Christentum sich verbreitete und begann, Andersgläubige zu bedrängen, den alten Glauben abzuschaffen. Doch auch in diesem Punkt wollen wir uns zurückhalten und neutral bleiben, nur zeigen, daß die Dinge auch anders gesehen werden können.

Was übrig bleibt ist die funktionale Benutzung von Misandrie in der Auseinandersetzung: Im Streit zweier Religionen wurden Heiden als blutrünstige Männer hingestellt. Im Kolonialkrieg wurden Männer als „frauenunterdrückende Tyrannen” hingestellt. Die Aufklärung arbeitete mit ähnlichen Mitteln: Wer sich dem neuen (vermeintlichen) „Vernunft”regime nicht unterwarf, galt als böser, tyrannischer und roher Mann. Nur wer sich zur neuen Religion oder Staatsform bekannte, galt als „zivilisiert”, dessen gehorsame Männlichkeit wurde anerkannt.

Der Staat betrieb dies seit Jahrhunderten. Denn die Schattenseite der Aufklärung ist eine Machtergreifung des modernen Staates, der in immer größere Bereiche des Privatlebens mit immer neuen Gesetzen, Vorschriften und ideologischer Moral eindringt. Jedesmal gilt: Wer der Entmachtung natürlich gewachsener Kultur und des Mannes nicht zustimmt, gilt als „rückständig”, „tyrannisch” und „böse”. Nur wer sich den neuen Machthabern unterwirft, dem Staat erlaubt, immer größere Teile des Intimlebens staatlichen Gesetzen zu unterwerfen, wird als „zivilisiert” geduldet.

Dabei schwingt immer die entrüstete Moralkeule mit, die in heutigen Gesinnungsmedien und Öffentlichkeit deutlich zu spüren ist. Wer unbotmäßig denkt, wird derzeit des „Rechtspopulismus” und „Rassismus” verdächtigt (Massenmigrationskritiker seit etwa 2015), oder gilt als „Frauenfeind” (Feminismuskritiker seit etwa 1968). Massiv wird Andersdenken unterdrückt, wobei die Unterdrücker sich als bessere Menschen vorkommen. Solche Wut, ihre Ideologie anderen aufzuzwingen, können wir historisch zurückverfolgen. Massiv und militant verbreitet wurde diese Wutideologie und Befindlichkeit von drei feministischen Wellen. Geistig vorbereitet wurde dies jedoch von der „Aufklärung” im 18. Jahrhundert, zuvor von der Kolonialisierung, erste Ansätze vermutlich bereits von der Christianisierung.

Indem wir erkennen, was in der abendländischen Zivilisation schiefgelaufen ist, lernen wir, es besser zu machen. Manche wie der Ethnologe Unwin sagen, zunehmende Frauenbevorzugung (die aus angeboren schiefer Wahrnehmung entsteht) habe jede Zivilisation zugrundegerichtet. Bislang ist es keiner Zivilisation gelungen, diesem Untergang zu entgehen, oder gar, die Fehlentwicklung zurückzudrehen. Ich kann um unserer Zukunft willen nur hoffen, daß nun genug Beweise und Wissen vorliegen, damit es uns gelingen kann, zum ersten Male eine Zivilisation aus dem Abgleiten in überhandnehmende Frauenbevorzugung zu retten. Sollte es fehlschlagen, wird der Westen untergehen, Europa islamisch werden.

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Lest meine Bücher.

Fußnoten

1 Jost Hermand, Glanz und Elend der deutschen Oper, S. 52

2 https://sciencefiles.org/2016/10/03/erziehung-zum-ahnungslosen-menschenmaterial-schueler-in-nrw/

3 http://www.hendrik.maekeler.eu/oresme-biel.pdf

Die Nazikeule – Diffamierungsmethoden

Die Nazikeule – Diffamierungsmethoden

Eine übliche Methode der feministischen Ära ist es, dem Entstehen unerwünschter nichtfeministischer Gedanken durch Indoktrination ab früher Kindheit vorzubeugen und im Vorfeld zu verhindern. Der meist enge Kontakt der Mütter mit Säuglingen und Kindern wird bereits genützt, um den formbaren Geist der Kinder zu beeinflussen, zu „gendern” und im Sinne ihres Weltbildes umzuformen. In dem Augenblick, wo eine nennenswerte Zahl Frauen und Mütter sich von aus dem Feminismus stammenden Ideen verführen ließ, wurde auch dieser einst stabile Bereich menschlichen Lebens zu einem destabilisierenden.

Später, an Schulen, Universitäten und in anderen Einrichtungen werden ungenehme Gedanken abgeschreckt, sollten sie sich trotz aller Mühe andeuten. Werden sie dennoch geäußert, so folgen heftige Reaktionen, werden durch Beschämungstaktik im Keim erstickt, jahrzehntelang verschwiegen und ausgesessen. Sollte ein Schriftsteller wie ich nach 30 Jahren doch einmal gedruckt werden, wie es jetzt geschieht, so hat er seine Zeit verpaßt, ist der Augenblick vorbei, in dem seine Argumente neu und genau passend für die gesellschaftliche Lage waren. Bis dahin ist eine Generation verstrichen, die einst (und logisch auch heute) besseren Argumente können als „überholt” abgetan werden, als Standpunkte, über die unsere Gesellschaft 30 Jahre hinweggeschritten ist – in die falsche Richtung. Das alles, weil die Argumente verschwiegen wurden. Kaum jemand wird sich noch dafür interessieren.

Wenn doch etwas an die Öffentlichkeit durchkommen sollte, werden Andersdenkende in die „rechte Ecke” gestellt, als „rückwärtsgewandt”, „gestriges Klischee”, meist gleich als „faschistisch”, „Neonazi” oder wenigstens „rechtspopulistisch” zu diffamiert.

Deswegen wollen wir der Frage einmal sachlich nachgehen, den Zusammenhang zwischen Feminismus und Faschismus untersuchen, um diese Diffamierungsmethode ein für alle mal bloßzustellen als das, was sie ist: Eine gehässige Verdrehung der Tatsachen, der für Feminismus typisch ist, und nichts als heiße Luft.

Eine andere übliche Methode ist das klassische „ad hominem”: Vom Sachthema und Argument wird durch penetrante Angriffe auf persönlicher Ebene abgelenkt, nach dem Motto: „So ein Sch…kerl ist das, sowas lese und verstehe ich gar nicht erst.” Es wird ein Charaktermord begangen, damit das Publikum die besseren Argument gar nicht erst anschaut, in Unkenntnis ignoriert.

Die klassische Methode wurde ergänzt, indem das weibliche Klagemonopol benutzt wurde. Den Mechanismus habe ich in Büchern beschrieben. Er wirkt zuverlässig. Sogar eine Stimme, die das Sachbuch „Die Unterdrückung der Männer” interessant fand und teilweise zustimmte, lehnte jedoch nach gleichem Muster „Beziehungsentzug” ab, in dem Mechanismen weiblicher Wahlmacht und ihre Verteidigung durch weibliches Klagemonopol beschrieben werden. Dem Buch und Verfasser wurde ein angeblicher „Mangel an männlicher Souveränität” vorgeworfen, den mir „keine Feministin nehmen könne”.

Das ist gleich mehrfach unsinnig. Feministinnen konnten Souveränität wegnehmen, betrieben dies systematisch. Unabhängig davon kann ein von weiblicher Selektion und Diskriminierung abhängiger Verlierer niemals souverän sein – ein unmögliches Ansinnen, mit dem jede Kritikmöglichkeit ausgeschaltet wird.

Andere sind oft wesentlich stärker indoktriniert, da wird jede Kritik eines Verlierers gleich mit Begriffen wie „Jammerlappen”, „armes Würstchen” und persönlichen Tiefschlägen unterhalb der Linie des Anstandes abgetan. Frauen dürfen klagen und tun dies erfolgreich, für eingebildete, falscher Wahrnehmung und feministischen Unterstellungen entspringenden Wehwehchen; Männer dürfen nicht klagen, auch wenn ihr Grund wissenschaftlich beweisbare echte Probleme sind. Wie immer ist feministisches Prinzip, daß alle Tatsachen ins genaue Gegenteil verdreht und immer das Gegenteil des nötigen, moralischen und für gesunde menschliche Entwicklung erforderliche getan wird.

Reaktionen auf meine Schilderung männlicher Verlierer zeigten eben jenes Fehlen von Empathie und weiblichem Mitfühlen für männliche Verlierer, um die es im Sachbuch und der literarischen Beschreibung ging. Sogar jene Frauen (und Männer), die dem Sachbuch intellektuell folgen können und wollen, scheitern oft bei der Umsetzung des formal verstandenen ins persönliche Leben, Erleben und Handeln, weil unbewußte Verdrängungsprozesse und Tabus die Männer benachteiligende Sicht schützen.

Feminismus verbreitete ideologische Fehlwahrnehmung, ließ Ansehen und Autorität von Männern abstürzen, was die evolutionäre Falle zuschnappen läßt, weil niederrangige Männer automatisch benachteiligend schlechter wahrgenommen werden. Somit hat heutige Fehlwahrnehmung gleich mehrere Ursachen: Biologische ebenso wie feministische Ideologie. Diese brisante Mischung verursachte einen totalen Ausfall von Empathie für die in Rang und Ansehen abgestürzten Männer.

Das Ergebnis ist eine kollektive Krankheit, ein Mangel an natürlichem Gefühl, das unterging. Zynisch wird es, wenn noch die Äußerungen männlicher Verlierer, die auf einen Mißstand hinweisen, mit persönlichen Tiefschlägen wie „Versager”, „Jammerlappen” u.ä. niedergemacht werden. Peinlich ist das, doch nicht für die Beschimpften, sondern jene, die damit ihre Unfähigkeit zu Empathie beweisen.

Wir haben eben einen bislang unbekannten Grund kennengelernt, weshalb Männer Autorität und Ansehen benötigen: weil dieses Voraussetzung ist für das Entstehen gesunden Mitgefühls für Männer. Sonst fallen Empathie und weibliches Mitfühlen aus. Ohne diese natürlichen Gefühle gibt es keine anständige Behandlung, kein Gleichgewicht und keinen menschenwürdigen Zustand der Gesellschaft.

Damit diese natürlichen Gefühle entstehen und funktionieren, ist Ergänzung und ein kultureller Bezug beider Geschlechter notwendig – etwas, das feministische Ideologie und Erziehung davon bewußt oder unbewußt beeinflußter Mütter Kindern seit Generationen austreibt.

Das Tabu und Klagemonopol müssen gebrochen, die schiefe Wahrnehmung bewußtgemacht und abgestellt werden. Deshalb muß die kommende Buchreihe „Weibliche Wahlmacht” ins öffentliche Bewußtsein gerückt werden. Bisher scheiterte dies genau an der schiefen Wahrnehmung und dem weiblichen Klagemonopol, das die Buchreihe angreift.

Widmen wir nun unsere Aufmerksamkeit der anderen demagogischen Allzweckdiffamierung, der „Nazikeule”. Was immer unbequem oder ungenehm ist, kurzum, jedwedes Andersdenken, das nicht links und feministisch ist, wird vorhersehbar damit niedergekeult, worauf Fakten und Argumente unbeachtet und unverstanden erledigt sind und ignoriert werden.

Misandrie ist spätestens seit der frühen Neuzeit ein prägender Bestandteil abendländischen Denkens, wie in Büchern anhand von Kucklick gezeigt wurde.

Kolonialisierung wurde bereits vor Jahrhunderten damit begründet, angeblich „unterdrückte Frauen” zu „befreien”, „Zivilisation” und „Christentum” in der Welt zu verbreiten. Diese koloniale Arroganz war direkt mit der Fehlwahrnehmung von Frauen als „benachteiligt” und Männern als „tyrannisch” verknüpft, und von natürlichen Verhaltensweisen und Kulturen, die massiv Frauen bevorzugen, in Umkehrung der Tatsachen als „frauenfeindlich”. Diese Mechanismen sind sogar Feministinnen bewußt, was diese jedoch nicht dazu bringt, ihren Irrtum zu erkennen und die falsche Wahrnehmung zu überwinden, da sie innerhalb des feministischen Ideologiesystems gefangen sind und daher alle Fakten schief deuten.

«„Die Kolonialisierung wurde auch mit Frauenbefreiung begründet”
Interview
Beate Hausbichler
22. März 2016, 12:05»1 (Der Standard, Österreich)

Misandrie der Epoche der Aufklärung und Sattelzeit2, also im Zeitraum von 1750 bis 1800, löste die Jugendbewegung der Romantik mit Nationalismus als verbindender Kraft aus. Sich der gleichen Nation, der gleichen schwärmerischen Jugendmode zugehörig zu fühlen, schuf eine Verbindung zwischen Jungen und Mädchen, die zerbrechende Geschlechterkultur nicht mehr ausreichend lieferte.

Ähnlich folgten auf die erste feministische Welle Jugendstil, Wandervögel, auf dem rechten Flügel nationalistische, auf dem linken kommunistische Gemeinschaftsgefühle, die beide Geschlechter entweder als Volksgenossen (rechts) oder als Gesinnungsgenossen (links) verband.

Die zweite feministische Welle ging dann noch weiter, brach die vormaligen Ersatzkräfte auf, ob Nationalismus oder Sozialismus, und verbreiteten in noch weitergehendem Maße als frühere feministische Wellen eine Ideologie, die auf Geschlechterkampf gründete, Frauen auf Frauen bezog. Somit war die Reaktion früherer Zeiten auf feministische Kulturzerstörung unmöglich geworden, selbst feministisch umgedreht.

Gleichheit war ursprünglich eine noble Idee, die an der Verschiedenheit der Geschlechter, biologischer weiblicher Dominanz und angeborener Frauenbevorzugung, allerdings scheiterte und von der guten zur unterdrückerischen und zerstörerischen Idee wurde.

Kulturelle Struktur gründet auf Ergänzung beider Geschlechter, was Differenz voraussetzt, ohne die es nichts zu ergänzen oder tauschen geben kann. Entfallen Struktur und Tausch, gibt es kein Füreinander, sondern isolierte Individuen, die ihren Bezug aufeinander verlieren. Die Geschlechter fallen auseinander, wenn sie gleichgemacht werden. Das mag paradox wirken, ist aber eine logische Schlußfolgerung und wird seit langen Zeiträumen in westlichen Gesellschaften beobachtet.

Bei jedem (proto-) feministischen Schub mußten kulturelle Bezüge auf anderem Wege ersetzt werden. Dies geschah, indem die Gleichheit, die jene Bezüge aufgelöst hatte, als Bindekraft eingesetzt wurde. Untersuchungen zufolge gingen Mischheiraten vom 19. Jahrhundert bis heute stark zurück. Der Zusammenhalt wird in „Gleichheit” gesucht, gleichen Interessen, gleicher Ausbildung, gleichem Geschmack. Früher spielte das keine Rolle. Das führt auch zu sozialen Problemen, denn die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Früher hätten reich und arm geheiratet und sich gemischt. (Das ist keine Erfindung meinerseits, sondern Ergebnis einer neueren Studie.) Heute wäre das aufgrund der Scheidungsgesetze, die bei Ungleichheit zu noch stärkerer finanzieller Sklaverei des Mannes führen, keine gute Idee.

Weil die Geschlechter keine kulturelle Ergänzung mehr verband, wenn sie gleichgemacht wurden, zerbrachen Füreinander, Gefühle, die sozialen, kulturellen und am Ende gar sexuellen Bindekräfte.

Wenn es keine Struktur, keine Riten, kein Austausch mehr gibt, die Frau und Mann, Mädchen und Jungen in Bezug setzen, tritt eine Entfremdung ein, sowohl der Interessen wie auch der Gefühle. Jugendliche müssen sich neu geschlechtliche Identität aufbauen, auf neuen Wegen versuchen, die zerbrochenen Bezüge und Bindungskräfte aufzubauen. Dies geschah durch gemeinsame Moden, künstlerische Strömungen und politische Ideologien.

Nach allen Wellen von Misandrie und Feminismus wurde die gerade verlorene kulturelle Struktur und natürliche Ergänzung beider Geschlechtergruppen ersetzt durch Zugehörigkeit in der gleichen Gruppe. Von Welle zu Welle war mehr Kultur und Ergänzung kaputt, war die Entwurzelung größer, wurden die Ersatzideologien krasser.

Jeder (proto-) feministischen Welle folgte eine Jugendbewegung und Ideologie, über die sich Jugendliche beider Geschlechter Identität und einen Bezug aufeinander schufen.

Mal war es die gleiche Nation (Nationalismus), die gleiche Klasse (Klassenkampf, Kommunismus), die gleiche Rasse (Rassismus), das gleiche Geschlecht und Geschlechtergleichmachung (Feminismus, ideologische Vergrößerung bereits angeborener Frauenbevorzugung).

Oder es waren einfach künstlerische Moden, heute etwa Punk, Rap, Raver, Goth und viele solche Moden mehr.

Die deutsche Romantik war der Prototyp: Gleiche literarische, musikalische und künstlerische Mode sowie Zugehörigkeit zur gleichen Nation ergaben eine schwärmerische Zugehörigkeit. Ähnlich funktioniert es noch heute: Jugendliche mit gleicher Musikmode empfinden sich als verbunden, sind netter zu einander, akzeptieren andere, die ihre Musik, Erscheinung und Mode teilen. Dies ersetzt die fehlenden natürlichen Bezüge. Fremde Männer außerhalb der „Gruppe Gleicher” erscheinen leicht bedrohlich, unterliegen der zeitgenössisch negativen Sicht. Doch wer derselben Mode oder Ideologie folgt, der gleichen Gruppe zugehört, erhält eine Vorzugsbehandlung, kann einen Teil der misandrischen Vorurteile wettmachen.

Der Faschismus reiht sich in die Reihe von Moden und Ideologien ein, die nach einer misandrischen (präfeministischen) oder feministischen Welle Halt und Zusammenhang geben. Indem Jungen wie Mädchen sich ihrem Volk verbunden fühlten, hatten sie eine Gemeinsamkeit, einen Bezug. Die Solidarität sozialistischer oder kommunistischer Genossen hatte 1968 (bis in die 1970er Jahre) im Zuge des sexuellen Revolution (die von den Hippies geklaut war) durchaus eine erotische Komponente. Auch manche Sekten, wie z.B. die Bhagwans, bezogen daraus einen Teil ihrer Attraktivität. Ein Bekannter, der damals dort Meditation gelernt hatte, wurde von Freunden bei seiner Rückkehr wie folgt begrüßt: „Wie waren die Frauen? Hat es sich gelohnt?”

Strukturell lief immer derselbe Mechanismus ab nach (proto-)feministischen Wellen, die natürliche Ergänzung verschiedener Geschlechter, natürliche Gefühle, Achtung und Liebe zerbrechen ließen, die natürlich und kulturell verschiedenen Geschlechter ideologisch anglichen, so daß Jugendliche sich einen Ersatz in einer Gruppe „Gleicher” suchen mußten.

Daher ist es ein groteskes feministisches Märchen und das Gegenteil der Tatsachen, Faschismus als „patriarchalisch” hinzustellen, um jeglichen Kulturrest zu diffamieren. Sehen wir uns die Tatsachen an. Jede Ideologie baut auf dem Verfall natürlicher Kultur, ist daher ihr Widerpart.

Faschismus, Emanzipation und Feminismus

„Die Reiter von Deutsch-Ostafrika” ist ein Film von 1934, in den bereits einige typische Ideologiesätze der braunen Zeit eingestreut wurden, obwohl die Handlung in der Zeit des Kaiserreichs spielt. „Es braucht eine Frau…” „aber keine schwarze”. Damit ist Rassismus bedient, der nicht in die erzählte Zeit paßt, weil das interessante an Lettow-Vorbeck gerade war, daß die Afrikaner besser behandelt und ausgebildet wurden als auf Seiten der Entente, und daher viel treuer zu ihnen standen. Mit wenigen tausend Mann widerstanden sie bis zum Kriegsende 300.000 unter britischem Kommando. Bei der Beerdigung Lettow-Vorbecks 1964 – 50 Jahre später – erschienen ehemalige Askaris aus Ostafrika, um seiner zu gedenken. Dergleichen Ehrung erhielt kein Kommandeur der Briten von seinen Kolonialtruppen. Dies mußte gesagt werden, weil es vielen unbekannt ist, und die Gesellschaft des Kaiserreichs erheblich unterscheidet von der des Faschismus.

Die weibliche Hauptfigur des Films trägt nach Mode der 1920er und 1930er Jahre eine Kurzhaarfrisur, die damals als burschikos, also männlich galt, in die Epoche und Gesellschaft des Kaiserreichs nicht paßt. Der Frauentyp wurde damals als „Flapper” bezeichnet; mit ihm setzten sich heftiges trinken und rauchen bei jungen Frauen durch. In der Gesellschaft der Kaiserzeit gab es das kaum und war nicht gut angesehen. Der „Flapper” wird vielfach als Vorläufer „moderner Frauentypen” bezeichnet, aber auch als ein Prototyp moderner Jugendprobleme. Hervorgebracht hatte ihn die erste feministische Welle. Faschismus übernahm den Typ. Weit davon entfernt, etwas der früheren Gegenseitigkeit oder Weiblichkeit wieder aufzubauen, wurde stattdessen durch Ideologie und auf gleiche Nationalität gründende Gruppen ein Zusammenhang hergestellt. Sprich: Mann und Frau wurden weniger als im Kaiserreich oder generell in Kulturen als solche verbunden, sondern über den Umweg von Ideologie und Zugehörigkeit, in diesem Falle zur selben Rasse und Nation. Der „Bund deutscher Mädel” wurde zum prägenden Einfluß heranwachsender Töchter, im scharfen Gegensatz zum vormaligen Familienleben.

Wie emanzipiert (im Sinne der ersten feministischen Welle) die dargestellte Frauenrolle ist – und wie sehr diese Darstellung den 1930er Jahren und der faschistischen Epoche entspricht, nicht aber der Ära des Kaiserreiches, zeigen mehrere Schlüsselszenen. Erstens: Das Fräulein Braut büchst zu Hause aus, um trotz Absage ihrer Eltern ihren Verlobten in Afrika zu heiraten. So weit so gut. Doch reist sie allein durch Afrika, noch wilde Gegenden, ohne Schutz. Eine Dame aus gutem Hause hätte sich in Zeiten der Monarchie kaum so ungeschützt in Abenteuer gestürzt. Die Szene zeigt auch Misandrie: Ihrem wildfremden Begleiter schreibt die Filmhandlung einen Vergewaltigungsversuch zu. Er wird von einem Freund ihres Bräutigams überrascht, verprügelt und als Lump verjagt. Der „Mann als potentieller Vergewaltiger” hätte so auch in feministischer Epoche dargestellt werden können. Von Beschönigung des Mannes oder Vernachlässigung der Sicherheit von Frauen keine Spur.

Zweitens: Als die Männer nach Ausbruch des ersten Weltkriegs wie Partisanen im Dschungel gegen die britische Übermacht kämpfen, von der die Farm des inzwischen verheirateten Paares besetzt wurde, die nun von der jungvermählten Braut geleitet wird, schickt sie ihnen Nachrichten über die britischen Truppen, fordert sie auf, einen Munitionstransport der Briten zu überfallen, und liefert gleich eine Taktik: die Askari der Briten mit afrikanischen Masken erschrecken, und die dazu nötigen Masken mit. Mit anderen Worten, sie betätigt sich als Farmleitung und Militärplanerin zugleich. Das ist für eine Zeit, in der Krieg reine Männersache war, starker Tobak. Wir sind nicht im zweiten Weltkrieg, wo die Kämpfe so erbittert und haßerfüllt wurden, daß erstmals weibliche Partisanen eingriffen, als die Zivilbevölkerung nicht mehr geschont wurde. Für die erzählte Zeit des ersten Weltkrieges ist das unpassend, eine unwahrscheinliche Geschichte, die sogar hätte peinlich wirken können. Diese für damalige Verhältnisse extrem emanzipierte Frauenrolle paßte den Nationalsozialisten dagegen offenbar gut in ihr Weltbild: Sie wollten kämpferische Volksgenossen, um einen neuen Krieg führen zu können. Wer das aus heutiger, feministischer Ideologie heraus als „patriarchalisch” bezeichnet, irrt gewaltig – wie üblich.

Nächste Quelle: Hans Watzlik, „Der Rückzug der Dreihundert”. Dem Rechtevermerk nach wurde das Buch 1936 herausgegeben; jedoch wird auf den Rückseiten erwähnt, der Schriftsteller habe 1939 den Eichendorff-Preis des deutschen Schrifttums erhalten. Somit ist Drucklegung der Auflage frühestens 1939, aber vor Hitlers Frakturverbot – das die Nachkriegsrepublik, wie vieles andere an Nazierlassen, beibehielt und erst durchsetzte. In dem Buch wird ein (rassistisch anmutender) Gegensatz von „welschem Blut” und dem des Nordens konstruiert. Auf Seite 145 heißt es:

«„Corradino, du wagst dich nimmer zurück. So nimm mich mit in dein ungeliebtes Land! Nimm mich als deine Buhlin mit! Dein Schwert will ich dir kränzen, kämpfen will ich neben dir und Pfeile schießen gegen deine Feinde. Deine struppige Sprache will ich sprechen.”» (Hans Watzlik, Der Rückzug der Dreihundert, 1936, 1939+)

Ähnliche Ambitionen gab es in den 1970ern bei der Neuen Linken, wo Genosse und Genossin nebeneinander kämpfen wollten, bis die zweite feministische Welle ihren Geschlechterkampf zum „Hauptwiderspruch” erklärte und die männlichen Genossen kurzerhand ausschloß.

Dergleichen Ideen waren amazonenhaft und radikal noch bis weit in die Nachkriegszeit hinein, bis zur zweiten feministischen Welle, deren Einfluß sich bemühte, das als „normal” empfinden zu lassen. Solche Vorstellungen zeigen deutlich, mit welcher Militanz und Konsequenz in faschistischer Ära Gleichheit eingesetzt wurde, um Mann und Frau zu verbinden, die ihre natürliche Verbindung durch Männlichkeit und Weiblichkeit einbüßen. Zusammen „kämpfen” und die gleiche Sprache sprechen – auch wenn diese zunächst als „struppig” verachtet wurde – soll zunehmend die Verbindung herstellen, die auf „herkömmlichem” Wege immer weniger zustandekommt.

Wie selbstverständlich sich rassistische Vorstellungen der Nazizeit mit Emanzipation damaliger Welle mischen, zeigt „Der Rückzug der Dreihundert” mehrfach.

«Und ob auch ihr Kopf mit einem goldenen Krönlein verschönt war, die deutschen Knechte gingen traurig und ungestillt von dannen. Sie konnten nur zu einer weißen Göttin beten und nimmer zu einem Mohrenweib.» (a.a.O., S. 148)

Faschismus war nicht nur eine Ersatzideologie nach dem Feminismus der ersten Welle, sondern erschloß Frauen dem Zugriff des Staates durch eine braune Emanzipation. Diese ging so weit, daß später Mädchen auch bei der Flak eingesetzt wurden, was für den international gültigen Standard der Zeit ein Tabubruch war. Man kann sagen: Je radikaler und verbissener ein Konflikt oder eine Ideologie, umso eher werden Tabus gebrochen, die Frauen, Familie und Privatsphäre schützten, um Frauen in Ideologie und Kampf einzubeziehen. Damit ist ein Konflikt nicht länger auf Männer begrenzt, sondern wird zu etwas allumfassenden, radikalen, indoktrinierten, was die Grundlage dafür schafft, einen haßerfüllten Prinzipienkrieg zu führen statt eine begrenzten Konflikts, der nicht in das Privatleben und die Familie hineinstrahlt.

Ebenso wird aus der folgenden Beschreibung deutlich, wie die Emanzipation der Frau die Einflußmöglichkeiten des Staates vergrößerte: Kinder kamen in staatliche Obhut und waren damit staatlicher Propaganda zugänglich und unterworfen – dies galt für Faschismus genauso wie für Kommunismus und später ab 1968 westliche Länder generell. Frauen mußten nunmehr in Betrieben arbeiten, was je nach Staatsform dem Staat ein Heer williger Arbeitskräfte erschloß, oder Konzernen neue profitable Geschäfte ermöglichte. Denn nicht nur die Zahl abhängiger Lohnarbeiter wurde verdoppelt durch die Berufstätigkeit der Frau; auch die vorher kulturellen familiären Aufgaben mußten durch Betreuung und Zusatzdienste übernommen werden. Das Leben wurde kommerzieller. Nicht mehr Familie, Kultur und privates Leben gaben den Ton an, sondern ein mächtiger Staat und Betriebe.

(Hiermit vertrete ich nicht das „Hausfrauenmodell”, das übrigens von einer protofeministischen Frauenbewegung ab 1830 als „Befreiung der Frau von der Erwerbsarbeit” gefeiert worden war. Dieses Modell hatte bereits die Ausgewogenheit ursprünglicher Kultur verloren. Traditionelle Kultur erwartete Beiträge von Frau und Mann, allerdings verschiedene, die füreinander erbracht und „getauscht” wurden. Der Verlust gewachsener Kultur hat uns alle in Verwirrung gestürzt.)

«Hitler entschied, wir sollten gleiche Rechte für Frauen haben. Zuvor war es Sitte, daß eine verheiratete österreichische Frau nicht außer Hause arbeitete. Ein gesunder Ehemann wäre verachtet worden, wenn er seine Familie nicht ernähren konnte…
Zu jener Zeit wurden unverheiratete Mütter dafür glorifiziert, ein Kind für Hitler zu gebären. … Frauen, die zu Hause blieben, um ihre Familien aufzuziehen, hatten keine vermarktbaren Fertigkeiten und mußte oft Arbeiten annehmen, die mehr für Männer geeignet waren. … Tagsüber arbeiteten die Mädchen auf den Farmen, und in der Nacht kehrten sie in die Baracken zurück für militärischen Drill, genau wie die Jungen.
Sie wurden an der FLAK (Fliegerabwerkanone) ausgebildet und nahmen an Nachrichtenkorps teil. Nach dem Arbeitsdienst wurden sie nicht entlassen, sondern im Kampf verwendet. Du konntest Kinder im Alter von vier Wochen bis zum Schulalter rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, unter der totalen Fürsorge der Regierung lassen.

Der Staat zog eine ganze Generation von Kindern auf.
Als ich nach Österreich zurückkehrt, um meine Familie und Freunde zu besuchen, waren die meisten dieser Frauen emotional verkrüppelt, weil sie nicht dazu geschaffen waren, den Schrecken der Schlacht zu ertragen. … Wenn Mütter zur Arbeit mußten, errichtete die Regierung sofort Zentren zur Kinderbetreuung.»3

Generell galt seit Jahrhunderten: Je mehr Kultur und natürliche Lebensform zerbrochen wurde, umso mehr nahm die Macht und der Einfluß des Staates zu, der die Bevölkerung immer mehr und immer tiefer bis in ihr Privat- und Intimleben gesetzlichen Zwängen unterwarf. Natürliche und kulturelle Lebensformen verschwanden, wurden von staatlichen Zwängen und Ideologien verdrängt. Natürliche Geschlechterdifferenz, aus der Kultur engen Bezug in einem Tausch und Füreinander schafft, wurde durch Gleichmachung aufgelöst, und damit Kultur, natürliche Bezüge und Gefühle.

Faschismus war, ebenso wie Kommunismus oder die 1968er Kulturrevolution, eine Form und Stufe dieses staatlichen Ermächtigungsprozesses, der sowohl das menschliche Individuum, als auch Kultur und Zivilisation entmachtet und schließlich auflöst. Feminismus war Triebkraft oder Werkzeug solcher Ideologien. Am Ende wurde sogar begonnen, die Geschlechter selbst wegzugendern, was den Zerstörungsprozeß auf die Spitze treibt.

Dies war ein Auszug des Untergrundbuches „Zensiert: Flaschenpost in die Zukunft”. Ob dieses Buch veröffentlicht wird, hängt vom Erfolg meiner dieses Jahr im Juwelen Verlag erscheinenden Bände ab.

Fußnoten

1 (http://derstandard.at/2000033024408/Die-Kolonialisierung-wurde-auch-mit-Frauenbefreiung-begruendet)

2 siehe Kucklick, „Das unmoralische Geschlecht”

3 «Hitler decided we should have equal rights for women. Before this, it was a custom that married Austrian women did not work outside the home. An able-bodied husband would be looked down on if he couldn’t support his family…
By that time, unwed mothers were glorified for having a baby for Hitler. … Women who stayed home to raise their families didn’t have any marketable skills and often had to take jobs more suited for men. … “During the day, the girls worked on the farms, and at night they returned to their barracks for military training just like the boys.
They were trained to be anti-aircraft gunners and participated in the signal corps. After the labor corps, they were not discharged but were used in the front lines.
You could take your children ages four weeks old to school age and leave them there around-the-clock, seven days a week, under the total care of the government.
The state raised a whole generation of children.
When I go back to Austria to visit my family and friends, most of these women are emotional cripples because they just were not equipped to handle the horrors of combat. … When the mothers had to go out into the work force, the government immediately established child care centers.» (Kitty Werthmann, geb. von Trapp, https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10153347996870873&set=a.10151361518565873.518766.703840872)

Grundirrtümer westlicher Zivilisation und feministische Grundlagen der „Männerforschung”

Grundirrtümer westlicher Zivilisation und feministische Grundlagen der „Männerforschung”

Einleitung: Entstehung der Irrtümer

Betrachten wir den Problemkreis: Männerfeindlichkeit, Auflösung von Kultur, falsche Annahmen und Begriffsbildungen in Geschlechterfragen.

Ermöglicht werden die Probleme durch angeboren schiefe Wahrnehmung von Geschlechter­ver­hält­nissen: die Frau erscheint schützenswert, auch wenn sie ungerechtes und schädliches fordert; Frau­en erscheinen schwach und hilfsbedürftig, auch wenn sie klar und folgenreich dominieren. Män­ner werden nega­ti­ver gesehen, umso stärker, je niedriger ihr „Rang” oder Ansehen ist, was auch „Gegner” und Fremde besonders trifft.

Anfänge solcher Probleme scheinen bereits bei der Christianisierung in der Antike zu entstehen.

Wie versuchen sich neue Religionen, Epochen oder Ideologien durchzusetzen? Nachdenken legt ein grundlegendes, sich in westlicher Zivilisation oft wiederholendes Muster nahe.

Wer sich in der alten, bisherigen Kultur, religiösen oder philosophischen Sicht wohlfühlt, hat wenig Grund, sich von einer neuen Religion oder Ideologie angezogen zu fühlen, besonders wenn diese – wie z.B. Frühchristen – antike Traditionen, Strukturen und Pflichten ablehnt und verweigert. Wie andere Kulturkreise und Epochen allgemein, kannte auch die Antike Geschlechter betreffende Strukturen, die uns unbekannt und daher weitgehend unverständlich sind, weil sie bereits von der Christianisierung weggefegt und verleumdet wurden.

Wer von bisheriger Kultur, der Ergänzung der Geschlechter, Männlichkeit und Weiblichkeit getragen war, hatte wenig Grund, von einer radikal wirkenden Strömung angetan zu sein, deren Jün­ger z.B: Eltern, Familien, Frauen und Kindern wegliefen, um ihr Heil in der neuen Glau­bens­ge­mein­schaft zu finden. Dies bedeutet offensichtlich, daß viele der Menschen verbindenden Struk­tu­ren im jeweiligen Umbruch untergingen, ob dieser Umbruch nun Bekehrung zu einer neuen Re­li­gi­on, Ideologie, oder dem geistigen System einer neuen Epoche war. Daher ähneln sich die Abläufe bei Christianisierung, in der frühen Neuzeit, der Sattelzeit von Aufklärung, industrieller Revolution und Nationalstaat, dem Kolonialismus, und schließlich dem Feminismus. Sogar islamkritische Bewe­gungen funktionieren nach ähnlichem Muster: Beim Gegner wird übelste „Frauen­unter­drückung” gewittert, wogegen Männer jener „gegnerischen” Gruppen als düster, gefährlich oder tyran­nisch hingestellt werden.

Um neue Anhänger zu finden, wird die alte Kultur verteufelt. „Seht nur, wie grausam und tyrannisch die Heiden sind!” Man schreibt ihnen Ungerechtigkeit zu, wobei sich die Zuschreibung angeblicher Frauenunterdrückung anbietet, weil es angeboren schiefer Wahrnehmung entspricht. Das ist ein wirksames Propagan­da­mit­tel, mit dem Menschen der alten Kultur abspenstig gemacht werden können, und zugleich die eigenen Anhänger aufgewertet werden. „Seht, wie viel besser ihr doch seid als die Barbaren!” Damit wird Unzufriedenheit bei den eigenen Anhängern vorgebeugt, indem ihnen weisgemacht wird, die Gegner seien ja viel schlimmer als alles Leid, das Anhänger einer radikalen, unerfahrenen Strömung zu erwarten haben. Entfall bisheriger Traditionen, Kultur mit ihrer Gegenseitigkeit der Menschen und Geschlechter schafft innere Leere, die mit grellen Feindbildern übertönt werden kann. Auch innere Streitigkeiten lassen sich durch gemeinsame Feindbilder wie das des angeblich tyrannischen Mannes verstecken.

Die Verleumdung des Gegners soll nicht nur neue Anhänger abwerben, sondern auch die eigene, instabile Gesellschaft stärken. Bei Männern werden starke Kavaliersinstinkte angesprochen und ausgenutzt, bei Frauen Betroffenheitsgefühle. Sie empören sich über das vermeintlich „schlimme Schicksal” ihrer Schwestern, ob bei den „Heiden” der Christianisierung, oder den „fremden Völ­kern” und „Wilden” der frühen Neuzeit und des Kolonialismus, in „früheren Epochen” der Sattel­zeit, oder, noch radikaler, „Männer generell” und ein vermeintlich (natürlich nicht in Wahrheit, sondern in ideologischer Zuschreibung) seit jeher auf unerfindliche Weise im geheimen regierenden „Patriarchat”.

Das Empfinden vermeintlichen Unrechts ist ein Propagandaerfolg einer revolutionären Gruppe im Kampf gegen die bisherige Kultur. Die Mär unterdrückter Frauen wurde wohl schon im Kampf der Frühchristen gegen antike Kultur vorbereitet. Andere Weltanschauungen, Philosophien oder Ideologien konnten diese Methode übernehmen und „weiterentwickeln”. Auch Männerhaß entsteht aus so gestrickter Propaganda, die Männer der Heiden, später der „Wilden”, sodann fremder „unzi­vi­li­sier­ter” Völker und früherer Epochen als grausam und tyrannisch diffamiert.

Kucklicks Buch zitiert krasse Beispiele solcher Zuschreibungen an fremde Völker schon in früher Neuzeit. Solche Einstellungen dürften tragendes Element des Kolonialismus gewesen sein.

Zusammen mit sich selbst zugeschriebener Überlegenheit wurde so bereits damals gerechtfertigt, die Welt zu unterwerfen und zu „zivilisieren” oder „verbessern”, oder zu „befreien”. Feminismus ist die letzte Übersteigerung dieser Fehlentwicklung, die mit religiöser Überlegenheitspropaganda begann, sich zum Kolonialismus steigerte, und im Feminismus gipfelte.

Doch diese neue Stufe hat es in sich. Vorher war Verteufelung von Männern und Kulturen konkurrierender Religionen, Kulturen, Zivilisationen und Epochen nur ein übles, gefährliches und folgenreiches Mittel der Verleumdung zu einem anderen Zweck. Eigentlicher Gegner waren nicht Männer, sondern andere Religionen, Kulturen oder Epochen, die mit Tiefschlägen schwarzer Propaganda diffamiert wurden. Aufgrund einer evolutionsbiologisch nachgewiesenen schiefen Wahrnehmung, die uns Frauen positiver und als schützenswerter wahrnehmen läßt, wie immer die Verhältnisse tatsächlich sind, Männer aber negativer, und zwar besonders negativ die von niedrigem „Rang” und Ansehen – also etwa Männer fremder und bekämpfter Religion, Zivilisation oder Epoche -, trifft es bei solchen Verleumdungen Männer, nicht Frauen.

Feminismus hat nun aus einer üblen Diffamierungsmasche für andere Zwecke ein Prinzip und eine Ideologie gemacht. Denn nun wurden nicht „fremde Männer”, sondern Männer als solche, als Geschlecht verleumdet, nicht eine fremde Kultur diffamiert, sondern Kultur überhaupt, weltweit, jede Kultur, jede Art, aus der Differenz der Geschlechter eine Gegenseitigkeit zu formen, die menschliche Wärme gibt.

So wie Antisemitismus zwar alt ist, jedoch bei den Nationalsozialisten eine neue, bislang unbekannte Qualität erhielt, so ist auch die Diffamierung von Männern und Kultur durch den Feminismus zwar nicht erfunden, aber auf eine neue Stufe gehoben worden.

Traditionelle Strukturen, wie sie Ethnologie beschreibt, unterscheiden sich von denen, die Religionen überliefern. Ethnologische Strukturen sind vielfältig und flexibel, natürlich gewachsen und durch Gewohnheit überliefert, nicht aber angeordnet, wogegen religiöse Strukturen außer auf überlieferten Gewohnheiten durchaus auch auf Geboten und Verboten fußen. Solche Vorschriften schränken vielfältige Kultur ein, stärken aber den noch verbleibenden Kulturbestand.

Grundirrtümer der Zivilisation und des Feminismus
Feministisch geprägte Männerforschung

Christoph Kucklicks Buch „Das unmoralische Geschlecht” weist nach, wie seit der „Sattelzeit” um 1800 männerfeindliche Sichten massiv verbreitet, grundlegender Konsens und Kanon werden. Andere Benennungen jener Umbruchszeit wären Epoche von Aufklärung, der Ablösung des Ancien Régimes durch den Nationalstaat, des Naturrechts durch bewußte Planung der Welt, der industriellen und französischen Revolution.

«Der wilde Mann zeigt sich bei Iselin stets von seiner schlechtesten Seite. Er ist falsch, unbeständig, leichtgläubig, verwegen, feige, träge, zumindest, wenn er nicht gerade Krieg führt. Er ist „unfühlbar” gegen alles Schöne, hat einen „Geist der Zerstörung” und einen Hang zum Trinken und zum Aberglauben. (Iselin 1768, 244, 260, 204) … Sie tritt gleichsam als Gegenpol zum sinnlich-tyrannischen Mann auf, als Lichtgestalt im dunklen Reich der Triebe. Denn Frauen haben „Vorzüge”:

Indessen ist es auch richtig, daß bey allen Völkern die Weibspersonen eher zu vernünftigen Beschäftigungen reif werden, als die Männer… Sie beobachtet so gar die Beschaffenheiten und die Verhältnisse der Dinge viel leichter und viel begieriger; ihr Gedächtniß behält dieselben viel besser auf; sie vergleichen dieselben viel geschwinder, und sie ziehen mit einer weit größeren Fertigkeit allgemeine Begriffe aus ihren Wahrnehmungen.” (Iselin 1768: 259)

Hinter dieser Vorstellung steckten konventionelle psychologische Annahmen der Zeit. Iselin berief sich explizit auf Autoritäten wie Sulzer, Mendelssohn und Baumgarten.» (Christoph Kucklick, Das unmoralische Geschlecht, S. 44 – 45)

Seine Quellen zeigen mehr als sein Buch: Nicht nur männerfeindliche Sichten treten auf, sondern falsche Annahmen, die Kucklicks Buch und die von ihm zitierte „Männerforschung” teilen.

Dazu gehören falsche Annahmen über die Geschlechterverhältnisse, die falsche Behauptung, Männer seien das biologisch dominante Geschlecht, verkehrte Anwendung von Prinzipien wie „Gleichheit” auf ungleiche Geschlechter, bei denen weibliche Dominanz biologisch vorgegeben, männliches Gegengewicht aber hart erarbeitet und wesentlich labiler ist, und falsche Deutung von Differenz als durch (dazu männliche) Macht entstanden. Das Buch Kultur und Geschlecht wies nach, daß tatsächlich weibliche sexuelle Selektion Geschlechtsunterschiede und kulturelle Differenz entstehen ließen, Frauen nicht nur durch diese Selektion das dominante Geschlecht sind, und Differenz weder Macht noch Benachteiligung ausdrückt, sondern unverzichtbarer Baustein menschlicher Kultur ist, so wie Unterscheidung von Lauten notwendiger Baustein der Sprache ist.

Der Buchzyklus Die beiden Geschlechter widerlegt diese grundlegenden Irrtümer erst der westlichen Zivilisation, sodann in radikal überspitzter Form der feministischen Ideologie.

Die Quellen zeigen auch in anderer Hinsicht mehr: All dies wird schon in der frühen Neuzeit nachgewiesen, vor der von ihm genannten „Sattelzeit”.

«Im hypothetischen Naturzustand bei Hobbes herrscht weitgehende Geschlechtergleichheit (Hansen 1993, Bürgin 1998, Jamieson 1996), gerade sie diente ihm als Grundlage für seine Kritik am Patriarchat. .. Hobbes erwähnte ausdrücklich die Möglichkeit, daß „der Vater der Mutter unterthan” sein könne… Auch John Locke konzipierte seine beiden Abhandlungen über die Regierung explizit gegen das [von ihm bereits unterstellte] traditionelle Patriarchat und postulierte die Gleichheit der Geschlechter im Naturzustand.» (Christoph Kucklick, Das unmoralische Geschlecht, S. 46, [meine Anmerkung])

Grundlegende Irrtümer und falsche Annahmen, die den Erkenntnissen moderner Wissenschaft wie z.B. Ethnologie widersprechen, finden sich damit bereits bei Thomas Hobbes (1588 – 1679) und John Locke (1632 – 1705). Beide setzen fälschlich eine Geschlechtergleichheit im „Naturzustand” an, aufgrund ihrer eigenen Weltanschauung, in Unkenntnis heutiger wissenschaftlicher Tatsachen. Beide unterstellen eine fiktive männliche Macht, ein fiktives Patriarchat, und sehen dies in einer negativen Weise.

Die Zuschreibung zum Mann im Urzustand ist bereits sehr negativ gefärbt. Dieser Irrtum und daraus entstandene geistige Kurzschluß, der natürliche Geschlechterergänzung und Differenz übersieht oder wegdeutet, den Mann im Naturzustand als schlecht darstellt, könnte möglicherweise Vorläufer im frühchristlichen Denken haben, wobei der „schlechte wilde Mann” zum „sündigen Heiden” würde, Zuschreibungen wie „Grausamkeit” beiden gemein wären. Ebenso gemeinsam hätten beiden Epochen und Sichten, fremde Ethnien (oder die Heiden) in einer verzerrten Weise zu sehen, in der nur krasse, einseitige Zerrbilder gegeben werden über angeblich grausame männliche Despoten bei Stämmen in aller Welt (oder heidnischen Männern), und ebenso angeblich grausam unterdrückte Frauen. „Das unmoralische Geschlecht” zitiert solche kraß diffamierenden Zuschrei­bun­gen aus früher Neuzeit wie aus der Sattelzeit.

Tatsache ist, daß Frauen überall bevorzugt werden (Martin van Creveld, Das bevorzugte Geschlecht) und Frauen das dominante Geschlecht sind („Kultur und Geschlecht”, Band 1 von „Die beiden Geschlechter”).

Die Tendenz bereits frühneuzeitlicher Philosophen vor der Wendezeit Ende des 18. Jahrhunderts wird von Christoph Kucklick nur teilweise erkannt, da er selbst eingebettet ist in feministischer Tradition, als deren Teil er sein Buch beschreibt:

«Damit versteht sich der Text als eine kulturwissenschaftliche Gender Studie im besten Sinne des Wortes: als Teil einer „Verunsicherungswissenschaft”, die versucht, vermeintlich Selbstverständliches seiner Selbstverständlichkeit zu berauben. Sie ist nur denkbar auf der Grundlage von mehreren Jahrzehnten der Frauen- und Genderforschung und betrach­tet sich selbst als eine Fortführung dieser Tradition.

Im Zuge der Gender Studies sind alle Aspekte des Geschlechtlichen restlos denatu­ra­lisiert. .. Dies ist unhintergehbar.» (Christoph Kucklick, Das unmoralische Geschlecht, S. 33)

Wissenschaft außerhalb jener auf absichtlich „weiblicher” „Subjektivität” (beides nach eigenem Bekunden, eigenen Prinzipien, keineswegs eine „Zuschreibung” anderer) gegründeten Tendenz, die ebenfalls nach eigenen theoretischen Grundlagen parteiisch ist (siehe Band 2, Ideologiekritik), gibt es gar nicht mehr. Objektive Wissenschaft ist ausgestorben. Somit besteht auch hier ein Notstand. Alle auf feministischer Ideologiegrundlage entstandenen Fächer müssen abgewickelt und durch richtige Wissenschaft ersetzt werden. Alle IdeologInnen, die nie Wissenschaftler waren, sind aus der Wissenschaft zu entlassen. Der Konstruktionsfehler westlicher Zivilisation, der sich u.a. in Vorläu­fern feministischer männerfeindlicher Sichten, diffamierender Wahrnehmung besonders fremder Kul­tur äußerte, ist zu beheben.

Sogar scheinbare „Feminismuskritik” ist ausdrücklich fest gegründet auf Jahrzehnten femini­stischer Ideologiewissenschaft, gründet damit auf falschen Annahmen und einem ideologischen Weltbild, bei dem bereits die Begriffe tendenziös, falsch, annähernd das Gegenteil der Wahrheit sind.

Fortführung” feministischer Prinzipien als „Tradition”! Unglaublich, daß eine radikale Ideologie von „seriöser” Wissenschaft nicht nur akzeptiert, sondern als „Grundlage” und „Tradition” ge­nom­men wird. Dieser ideologische Spuk muß in der Wissenschaft vollständig abgeräumt werden.

Unhintergehbar” – das ist der Tonfall radikaler Kulturrevolution, die es nicht zulassen will, daß ihre – falschen – Prinzipien „hintergangen” werden. Umgekehrt: die falschen Prinzipien müssen rückstandslos entfernt werden. Ideologie hat in Wissenschaft nichts zu suchen. Der Tendenzbetrieb der letzten Jahrzehnte gehört ebenso in den Mülleimer der Geschichte wie der Rassenwahn der Nazizeit.

Der verhängnisvolle feministische Irrtum, Geschlechterdifferenz als Macht zu mißdeuten, ist auch für die neuen „Männerstudien” grundlegend, die damit Teil des Feminismus sind, aber keine Gegenbewegung:

«Vor allem die Men’s Studies, die sich in den neunziger Jahren im Anschluß an Feminismus und Gender Studies etablierten … „sind auf eine machttheoretische Analyse der Position des Mannes im Geschlechteverhältnis gerichtet. Über diese Fokussierung sind sich alle Vertreter einer ‚kritischen’ Männerforschung einig.” (Meuser 1998: 93) Sie gehen davon aus, daß im Verhältnis der Geschlechter grundsätzlich Männlichkeit die Position der Privilegierung und Kontrolle markiert. Die Differenz der Geschlechter wird gesellschaftlich als Dominanz des Männlichen reproduziert, und es geht darum, zu zeigen, wie Differenz sich in und durch Dominanz herstellt. (Meuser 1998: 117, vgl. Carver 2014: 2)» (Kucklick, S. 21)

Die sich ‚kritisch’ nennen, übernehmen unkritisch feministische Irrtümer, gehören zur ideolo­gi­schen Korona. Band 1 hat anhand echter Wissenschaft – u.a. der Ethnologie gezeigt, daß Differenz eben keine Dominanz bedeutet, sondern eine wichtige universale Funktion hat, außerdem, daß Dominanz bei der Entstehung, sofern vorhanden, bei der Frau lag. Zu allen Zeiten war und ist die Frau privilegiert und biologisch dominant. Obige Zitate zeigen deutlich, wie auch die Männerforschung, die unter der herrschenden feministischen Ideologie einen schweren Stand hat, selbst fest in einer feministischen Tradition und Sichtweise begründet ist, und daher nicht in der Lage, aus diesem Irrtum herauszuführen. Obendrein werden uralte Irrtümer der westlichen Zivilisation fortgeschrieben, die teils seit der Christianisierung, teils seit der frühen Neuzeit, weiter verschärft dann in der Zeit der Aufklärung, ein männerfeindliches Bild ebenso begründeten wie folgenreiche Irrtümer: falsche Annahmen über die Urzeit, verkehrte Einschätzung der Dominanz­ver­hältnisse zwischen den Geschlechtern, falsche Deutung von Differenz, sowie verfehlte Anwen­dung des Prinzips „Gleichheit” auf ungleiche Geschlechter, bei denen biologische Dominanz der Frau vorgegeben und nicht abschaffbar ist, daher den Zustand vermeintlicher „Gleichheit” prägt, die faktisch extremes Ungleichgewicht bedeutet.

In Band 1 wurde gezeigt, daß Frauen dominant sind, nicht Männer, daß Differenz keine Macht spiegelt und ebenso wenig Benachteiligung, sondern eine ähnlich grundlegend Bedeutung hat wie die Unterscheidung von Lauten in der Sprache, auf die unsere Sprachfähigkeit gründet. Kultur und Geschlecht soll eine Neugründung wirklicher Wissenschaft sein, in der Tradition objektiver For­schung, wie sie vor der feministischen Wellen mehr oder weniger bestand. Heutige Männer­for­schung dagegen ist offenbar oft stark feministisch belastet: Sie bezieht Männer in diese Ideologie ein, statt die Ideologie abzulehnen und eine neue Gründung auf richtigen Voraussetzungen und ideologiefreien Fragestellungen, Begriffen und Sichten zu erarbeiten. Jedenfalls gilt das für die „etablierte” Männerforschung, die in obigem Zitat aus Kucklicks Buch genannt wird.

Feministische Wellen haben einen alten Konstruktionsfehler der Zivilisation, einen „kolonialen” Irrtum militant radikalisiert, zur Gründung einer totalitären Ideologiediktatur benutzt.

Der Versuch einer Neugründung ohne die in diesem Artikel besprochenen Grundfehler einer Zivilisation und einer Ideologie ging bislang leider weitgehend unbeachtet unter.

Die Buchreihe (Die beiden Geschlechter) erscheint mehr als eine Generation zu spät, um eine bessere nichtfeministische Alternative in der echten Tradition wirklicher Wissenschaft zu begrün­den, und damit ideologiefreie Geschlechter- und Kulturstudien.

(Dieser Artikel wird aufgenommen in: „Ideologiekritik am Feminismus. Krieg gegen Mann, Natur und Kultur“, Band 2 von „Die beiden Geschlechter“)

Feministische Unterdrückungshypothesen und Frühgeschichte versus Fakten und Wissenschaft

Die Skala der Graphik (folgt unten) mit der Anzahl Individuen, die sich fortpflanzen konnten, ist für beide Geschlechter verschieden geeicht. Auch außerhalb des Einbruchs war laut DNA-Analyse die Anzahl von Frauen, denen es gelang, sich fortzupflanzen, mehrmals so hoch wie die von Männern, die sich fortpflanzen konnten. Das ist eine krasse Benachteiligung des Mannes, die etwas mit weiblicher biologischer Dominanz zu tun hat, siehe Band 1 „Kultur und Geschlecht”.

Wie andere Mehrbelastung des Mannes, durch spezifische Pflichten wie Unterhalt für Familie, Kinder, oder gar Geschiedene, Wehrpflicht, härtere Behandlung in Alltag, Gesetzgebung, Justiz, und so weiter, nimmt auch die Belastung durch von niedrigem Niveau aus weiter sinkende Fortpflanzungschancen zu, wenn die soziale Waagschale der Geschlechter (ohnehin zu allen Zeiten zugunsten bevorzugter Frauen geneigt) gestört wird und noch weiter aus einem Gleichgewicht in Richtung Frauenbevorzugung und Belastung von Männern kippt, als ohnehin bereits in allen Kulturen und Zeiten.

… Feministische Wellen haben, in kollektiver Verblendung, alles zerschlagen, mithilfe dessen ein Gleichgewicht über Jahrmillionen mehr oder weniger bestanden hat; niemals neigte sich aufgrund der biologischen Tatsachen [weibliche Dominanz, siehe Band 1: „Kultur und Geschlecht”] die Waagschale zuungunsten der Frauen, wohl aber kann sie, ebenfalls aufgrund der biologischen Tatsachen, zulasten der Männer kippen, wie es vielleicht vor 8000 Jahren bereits einmal geschah, als nach neuen genetischen Erkenntnissen nur auf 17 Frauen, die sich fortpflanzten, ein einziger Mann kam, der sich fortpflanzen konnte.

«vor rund 8000 Jahren gab es eine Phase, in der auf jeden Mann, der erfolgreich Nachkommen in die Welt setzte, unglaubliche 17 Frauen kamen, die Kinder hatten.» (https://jungsundmaedchen.wordpress.com/2015/03/29/fortpflanzungsverhaltnis-117/#comment-1436)

Menschen als „bevorzugt” oder gar „mächtig” zu bezeichnen, die sich in so breiter Mehrheit nicht einmal fortpflanzen können, wäre unsinnig. Auch starke soziale Unterschiede rufen ein solches Mißverhältnis nicht hervor. Arme aller Welt pflanzten sich in historisch belegten Epochen fort, oftmals sogar zahlenmäßig erfolgreicher als Reiche. Heute ist die Geburtenrate Reicher und Gebildeter unter dem Durchschnitt; schon das Proletariat des antiken Roms stand im Ruf, arm zu sein, aber viele Kinder zu haben.

Feministischer Geschichtsdeutung zufolge gab es in der Frühgeschichte eine „finstere Machtergreifung” eines Geschlechts und damit die „Unterdrückung” des anderen, vor feministisch gefühlten fünftausend bis fünfzehntausend Jahren.

Logischerweise gibt es zwei Möglichkeiten.

Erstens: Die Behauptung erweist sich als haltloses Hirngespinst feministischer Phantasie, wie schon so oft. Fall erledigt.

Zweitens. Sollte es Indizien für eine solche Vermutung geben, dann untersuchen wir, wer wen unterdrückt hätte.

In der Zeit vor 5000 bis 10.000 Jahren v. Chr. wurde die über Jahrmillionen belegte Lebensweise der Menschen und Hominiden als umherziehende Jäger und Sammler verdrängt durch zunehmende Seßhaftigkeit und die neolithische landwirtschaftliche Revolution.

Ein krasses Ungleichgewicht von 1 Mann auf 17 Frauen bei der Fortpflanzung erinnert an heutige radikalfeministische Utopien, die Pläne einiger Feministinnen, und zeigt, welche Seite wirklich gefährdet ist, der Unterstützung und Stärkung bedarf – der Mann. Seine Stärke gibt Sicherheit und Gleichgewicht, der ganzen Gemeinschaft ebenso wie ihm selbst und der Gruppe der Männer. Schwäche von Männern ist für alle, ihn selbst und die Gemeinschaft gefährlich. Eine Gesellschaft schwacher Männer ist innerlich aus dem Lot und Gefahren von außen leichter preisgegeben.

Das Gleichgewicht der Geschlechter ist genau umgekehrt gefährdet oder ausgeschlagen wie feministische Wellen behaupten, und zwar nicht nur heute, sondern auch in großen Zeiträumen.

Woran der kurzzeitige Zusammenbruch männlicher Fortpflanzungschancen vor 8000 Jahren gelegen hat, ist ungeklärt, aber ein Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Revolution wäre möglich; vielleicht haben schon einmal Frauen kollektiv versucht, das Gleichgewicht auf für die ganze Art gefährliche Weise zu kippen, so wie es seit 150 Jahren feministische Wellen tun.

Zu Beginn der landwirtschaftlichen Revolution verlor die damals traditionelle Tätigkeit der Männer – die Jagd – offenbar stark an Bedeutung für die Ernährung, die auf Getreideprodukte wie Brot umgestellt wurde. Damit entfiel die bisherige Tauschgabe der Männer – das Fleisch gejagter Tiere – weitgehend oder verlor ihre einstige Bedeutung. Es erscheint plausibel, daß dies Wirren im kulturellen Tauschsystem der Geschlechter ergeben, oder dieses fast zusammengebrochen sein könnte, bevor Männer ihre neue Rolle und ihre neue Tauschgabe in der Landwirtschaft fanden. Kurzfristig könnte es beim Übergang eine ähnliche strukturelle „Überflüssigkeit” der Männergruppe gegeben haben, wie sie heute feministische Ideologie erzwungen hat.

Daher könnte es in gewissem Grade ähnliche Probleme gegeben haben wie jetzt während der technischen Revolution, und Frauen, deren Aufgaben und Tauschgaben seit Urzeiten gesammelte und geerntete Pflanzen umfaßten, was durch die damalige landwirtschaftliche Revolution enorm an Bedeutung gewann, für eine kurze Zeit so viel Dominanz gegeben haben, daß sie in ähnlicher Weise wie feministische Wellen der Moderne das ganze soziale System aus dem Gleichgewicht und an den Rand des Kollaps kippten, die Männer sozusagen hinauskegelten, was deren geringe Fortpflanzungschancen erklären würde.

Wohlgemerkt: Solche Gefahr geht nicht von Männern aus, die das Gleichgewicht erst ermöglichen und stärken, weil Frauen das biologisch dominante Geschlecht sind. Feminismus hat alles genau verkehrt herum gedeutet – mit fatalen Folgen.

vor 8000 Jahren

Sollten andere, derzeit unbekannte Faktoren Ursache der katastrophal schlechten Fortpflanzungschancen von Männern vor 8000 Jahren gewesen sein, so bleibt als Tatsache:

 Ob nun der Grund stattdessen eine äußere Katastrophe war, etwa eine Naturkatastrophe, oder was sonst losgewesen sein mag, gilt deutlich: Die Opfer waren fast ausschließlich Männer, und Frauen waren enorm bevorzugt.

In jedem Falle ist das Gegenteil feministischer Unterstellungen und Annahmen wahr. Krasse Nachteile für Männer gab es von Frühzeit bis heute, ebenso krasse Bevorzugung von Frauen.

 

Dies war – bei geringfügiger Kürzung und Bearbeitung als Artikel – ein Auszug aus „Ideologiekritik am Feminismus. Krieg gegen Mann, Natur und Kultur”, Band 2 der Reihe „Die beiden Geschlechter” von Jan Deichmohle. Band 1 „Kultur und Geschlecht. Feminismus: Großer Irrtum – schwere Folgen” ist Dez. 2014 im nexx Verlag erschienen. Band 3 „Die Genderung der Welt. Wie Feminismus weltweit Kulturen zerstört” ist derzeit auf Amazon erhältlich, ebenso eine Leseprobe von Band 2.

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